An Dr. Steffan

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Antworten
pia

An Dr. Steffan

Beitrag von pia »

Hallo,

ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen, da ich etwas verunsichert bin, was meine Therapie angeht. Nach einer Nierenbeckenentzündung wurde bei mir eine Verkrümmung von 20° diagnostiziert. Mein Orthopäde bezeichnete es als "Beckenschiefstand, muskuläre Dysbalance und skoliotische Fehlhaltung" (??? oder so ähnlich?). Mir wurden isometrische Übungen verschrieben, und ihn der Krankengymnastik lerne ich, sie an Geräten durchzuführen. Für danach habe ich mich bereits in einem Fitnessstudio angemeldet. Hier im Forum wird ja Schroth als einziges diskutiert... Ist eine skoliotische Fehlhaltung das selbe wie eine Skoliose?
Denken Sie, dass diese Übungen sinnvoll sind?
Ich habe im Moment leider das Gefühl, dass ich immer schiefer werde. Ein anderes Problem ist, dass ich nicht nur Probleme mit der Wirbelsäule habe, sondern auch noch- unabhängig voneinander- zwei andere recht gravierende Krankheiten habe, wegen derer ich sowieso schon ca. 3x in der Woche zum Arzt muss und ziemlich an meinem Lebensstil herumbastele. Da ich gerade meine Diplomarbeit schreibe, schaffe ich es einfach nicht, regelmässig zu üben. :/
Ich kann einfach nicht alles auf einmal lösen, und die anderen Krankheiten sind drängender. Trotzdem habe ich eben Schmerzen, und möchte nicht, dass es sich verschlechtert.
Ich habe im Forum von Nachtkorsetts gelesen, die Schmerzen lindern sollen. Wäre das eine Möglichkeit, die Schmerzen und die Progredienz zu vermindern? (ich bin 23, und meine Wirbelsäule ist laut Physiotherapeut sehr beweglich) Ich hoffe, dass ich dann, wenn die anderen Dinge mehr im Griff sind, mich um die Skoliose kümmern könnte. Im Korsett zu schlafen, wird wohl kein Problem sein, da ich abends sowieso starke Medikamente nehmen muss.

Alles etwas kompliziert bei mir...

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,

Pia
Dr. Steffan
Arzt / Ärztin
Arzt / Ärztin
Beiträge: 1466
Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
Geschlecht: männlich

Beitrag von Dr. Steffan »

Hat denn der Orthopäde eine Rö.-Aufnahme der Wirbelsäule gemacht und diese vermessen? 20° sind auch keine Fehlhaltung sondern, wenn auch eine Rotation dabei ist, eine echte Skoliose. Dann passt auch die Therapie nach Schroth. Wenn allerdings der Beckenschiefstand die Ursache für die Verbiegung ist bringt Schroth wenig. Die Ursache einer Skoliotischen Fehlhaltung ist unterschiedlich. Mit der Therapie muß versucht werden die Ursache zu behandeln. Wenn ihre Ärzte bisher keine wirkliche Ursache gefunden haben ist es kaum möglich die Fehlhaltung und die Beschwerden zu heilen.
Dr. K. Steffan
Dr. Steffan
Arzt / Ärztin
Arzt / Ärztin
Beiträge: 1466
Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
Geschlecht: männlich

Beitrag von Dr. Steffan »

Wenn sie die Skoliose aktiv korrigieren dies aber nicht lange halten können ist die Muskulatur noch zu schwach. Ein Korsett würde da nichts bringen da es lediglich passiv hält. Sobald sie es ausziehen haben sie denselben Effekt wie vorher. Eine Korsett korrigiert eine Fehlhaltung nur dann wenn sie relativ fest ist und eine Korrektur alleine von der Muskulatur nicht möglich ist, dann unterstützt es beim Erwachsenen die Aufrichtung. Dies aber nur wenn auch gleichzeitig die Muskulatur trainiert wird, denn irgendwann soll das Korsett ja auch wieder abgeschult werden. Studien dazu gibt es leider noch nicht. Wir machen gerade eine mit den dynamischen Korsetten von Kubin.
Dr. K. Steffan
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15279
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Jetzt bin ich mal gespannt, was Toni dazu sagt.
Insbesondere zu dem dynamischen Korsett, denn da hat er ja in einem anderen Post Interesse am beweglichen Korsett aus Prag angemeldet.

Aber das mit der unterschiedlichen Beweglichkeit finde ich bezüglich Korsettversorgung schon sehr einleuchtend.

Gruss
Klaus
Benutzeravatar
J-Maria
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 694
Registriert: Do, 29.04.2004 - 09:10
Geschlecht: weiblich
Wohnort: Berlin

Beitrag von J-Maria »

DrSteffan hat geschrieben:Wir machen gerade eine mit den dynamischen Korsetten von Kubin.
Wie ist hier dynamisch zu verstehen?

- Festes, unbewegliches Korsett , das aber durch seine Bauweise nicht gänzlich versteift und körperliche Dynamik des Rumpfes zulässt.
O d e r
- bewegliches Korsett, d. h. die Orthese ist beweglich, ähnlich Tonis Beispiel aus Prag?

???
J-Maria
Gast

Beitrag von Gast »

DrSteffan hat geschrieben:Wenn sie die Skoliose aktiv korrigieren dies aber nicht lange halten können ist die Muskulatur noch zu schwach. Ein Korsett würde da nichts bringen da es lediglich passiv hält. Sobald sie es ausziehen haben sie denselben Effekt wie vorher.
Klar, die Muskulatur würde ich daduch nicht kräftigen, deshalb ja zusätzlich KG. Denn Sinn des Korsetts sehe ich aber darin, den Pat. für eine längere Zeit aus der Fehlhaltung zu bringen, um die "richtige" Haltung zu bahnen.
Ich denke jeder von uns kennt das, ob Skoliose oder nicht, an langen Schultagen/ Bürotagen sind wir nicht fähig, ständig aufrecht zu sitzen. Ich als Skoli habe am Ende so einens Tages mit Sicherheit eine stärkere Verkrümmung.
DrSteffan hat geschrieben:Eine Korsett korrigiert eine Fehlhaltung nur dann wenn sie relativ fest ist und eine Korrektur alleine von der Muskulatur nicht möglich ist, dann unterstützt es beim Erwachsenen die Aufrichtung.
Wie ist das dann im Wachstum? Ist eine Korrektur dann auch nur bei relativ fester Fehlhaltung möglich?
Eine Korrektur ist doch eigentlich umso leichter, je weniger etwas fixiert/ fest ist . Das Problem ist ja dann nur noch die Korrektur auch zu halten...


Wer kann denn an der Studie teilnehmen?
Seit wann und wie lange läuft sie noch?
Gibt´s schon Ergebnisse?

bin neugierig
:)
Gruß Chrissi
Gast

An Dr. Steffan

Beitrag von Gast »

Hallo Dr. Steffan

Ich bin nun 17 Jahre alt und bei mir wurde vor 12 Jahren eine Skoliose (Krümmung mit Gegenkrümmung) festgestellt. Mittlerweile habe ich etwa 35° erreicht, bin vollkommen ausgewachsen und es besteht eigentlich keine Gefahr mehr, dass sich die Skoliose noch weiter verschlechtert.
Nun mein Problem:
Ich habe starke Schmerzen entwickelt und muss immer wieder Schmerzmittel nehmen.
Ich kann mir nicht vorstellen immer mit diesen Schmerzen leben zu müssen und frage mich ob eine Op sinnvoll wäre. Die Schmerzen sind Hauptsächlich an dem leichten Rippen-Buckel, der sich bei mir im laufe der Jahre auf der rechten Seite gebildet hat.
Kann mir eine Op helfen?

MfG Maria
thunerfee
treues Mitglied
treues Mitglied
Beiträge: 408
Registriert: Di, 19.02.2008 - 08:58
Wohnort: Mainhardt

Hallo Dr. Steffan

Beitrag von thunerfee »

Hallo Maria,
ich kann Dir nur sagen, wenn Du gar nichts mehr machst, wird sich die Skoliose verschlimmern, auch wenn Du ausgewachsen bist. Ich hatte vor 10 Jahren 30° und habe nichts Spezielles gemacht, da ich Schroth-Gymn. nicht kannte und auch von Korsett nichts wusste. Ich ging viel schwimmen und machte normale Krankengymnastik, mal hin und wieder. Nun habe ich 57°.

LG
Dr. Steffan
Arzt / Ärztin
Arzt / Ärztin
Beiträge: 1466
Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
Geschlecht: männlich

Re: An Dr. Steffan

Beitrag von Dr. Steffan »

Anonymous hat geschrieben:Hallo Dr. Steffan

Ich bin nun 17 Jahre alt und bei mir wurde vor 12 Jahren eine Skoliose (Krümmung mit Gegenkrümmung) festgestellt. Mittlerweile habe ich etwa 35° erreicht, bin vollkommen ausgewachsen und es besteht eigentlich keine Gefahr mehr, dass sich die Skoliose noch weiter verschlechtert.
Nun mein Problem:
Ich habe starke Schmerzen entwickelt und muss immer wieder Schmerzmittel nehmen.
Ich kann mir nicht vorstellen immer mit diesen Schmerzen leben zu müssen und frage mich ob eine Op sinnvoll wäre. Die Schmerzen sind Hauptsächlich an dem leichten Rippen-Buckel, der sich bei mir im laufe der Jahre auf der rechten Seite gebildet hat.
Kann mir eine Op helfen?

MfG Maria
Eine Op wird nichts bringen, sie sollten mit einer intensiven Therapie nach Kath. Schroth beginnen, vorübergehend kann man sicher auch ein Korsett anpassen um die Schmerzen zu reduzieren. Wir beginnen in nächster Zeit eine groß angelegte Studie zum Thema Schmerz und Korsettversorgung. Vielleicht wären sie eine gute Kandidatin.
Dr. K. Steffan
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo Dr. Steffan

ich habe diesen Beitrag eben schon einmal als neues Thema verfasst, aber irgendwie hat ihn wohl noch niemand gelesen, der mir Antwort auf meine Frage geben kann....

das Thema lautet:
Skoliose durch Fehlhaltung bei zu großer und schwerer Brust?

bei mir ist jetzt erst (bin 35) eine skoliose diagnostiziert worden.
ich bin wegen HWS-Syndrom und schmerzen im unteren lendenbereich zum arzt gegangen und dann wurde mir gesagt dass ich eine (genaue Bezeichnung habe ich vergessen) -skoliose habe.

da ich eine sehr schwere Brust habe und diese seit der Pubertät auch versuche zu verstecken vermute ich nun, dass die skoliose dadurch entsatnden ist....

meine frage nun an den Experten:
liege ich mit meiner Vermutung richtig?

lieben gruss
mama35
Tomma
Vielschreiber
Vielschreiber
Beiträge: 627
Registriert: So, 26.01.2003 - 09:40
Wohnort: Hamburg

Beitrag von Tomma »

mama35 hat geschrieben: das Thema lautet:
Skoliose durch Fehlhaltung bei zu großer und schwerer Brust?
Dein Beitrag wurde von mir mit einem schon zu dem Thema existierenden Thread zusammengelegt und heißt jetzt "Brustverkleinerung wegen Skoliose???".
Gast

Beitrag von Gast »

Lieber Herr Dr.

Ich bin 17 und denke, dass ich fast ausgewachsen bin....bei mir wurde eine Skoliose und Kyphose festgestellt.....leider wurden die Grad der Skoliose nicht angegeben, lediglich bei dem Befund des Röntgens, dass rechts 7mm Unterschied ist.....ist das viel? Wieviel beträgt das in Grad?
Antworten