knubelchen hat geschrieben:Danke schon mal für die schnelle Antwort...
Zu deinen Fragen: Ja ich bin in Mainz in der Uniklinik bei Professor Heine und da soll ich auch operiert werden.
Das ist für uns hier ein völlig unbekannter Professor, von dem zumindest ich noch nie etwas gehört und gelesen habe. Kann also nicht gerade ein berühmter oder renomierter Skoliose-Arzt sein! Vieleicht kennt Ihn Dr. Steffan, der ja aus Mainz stammt?
knubelchen hat geschrieben:Im Alter von 8 Jahren hatte ich eine Skoliose von 38°. Seit dem habe ich auch ein Korsett also schon 7 Jahre lang. Am Anfang hat der Arzt gemeint ich soll es immer anhaben (23 Stunden am Tag) dadurch ist es auch nach einer Zeit besser geworden. Da hatte ich im Korsett nur noch 18° Darauf hat er gesagt das ich es nur noch 12 Stunden anziehen muss.
Das war ein gravierender Fehler! Vermutlich warst Du gerade da in den pubertären Wachstumsschüben. Eine solche Tragezeitverkürzung MUSSTE fast zwangsläufig in die Hosen gegen und auf den OP-Tisch führen!
knubelchen hat geschrieben: Nach einem halben Jahr hat es sich wieder auf 42° ohne Korsett verschlechtert. Ich muss allerdings zu geben, dass ich es nicht 12 Stunden sondern nur ca. 9 Stunden getragen habe. Krankengymnastik und Ballett mache ich aber konsequent einmal die Woche.
Wenn Deine KG KEIN Schroth ist und Du auch noch Ballet machst, dann ist mir vieles klar. Als Skoliose hast Du eine völlig asymetrische Rückenmuskulatur. Bei "normaler" KG und bei Ballet versuchst Du jeweils eine scheinbar optimale Körperhaltung einzunehmen. Dazu benutzt Du Deine asymetrische Rückenmuskulatur immer symetrisch. Das bedeutet, daß Du unwillkürlich dich jeweils nur mit der ohnehin schon stärkeren autochtonen Muskulatur aufrichtest. Dadurch werden die stärkeren Muskeln noch stärker und die schwächeren Muskeln noch schwächer. Die Folge: es zieht Dich immer noch stärker in die Verkrümmung hinein und Deine Skoliose verschlechtert sich weiter!
Du kannst schon Balett machen usw.... ABER Du solltetest perfekt schrothen können und die Drehwinkelatmung beherrschen, damit Du lernst mit den "richtigen Muskeln zu arbeiten und die Rotation im Körper auszugleichen, egal was Du tust.
Informiere Dich mal hier was SCHROTH ist:
http://skoliniti.de/html/physiotherapie.htm
knubelchen hat geschrieben: Die KG nach Schroth sagt mir nichts deswegen kann ich auch nicht beurteilen ob es Schroth ist oder nicht. In einer Reha-Klinik war ich noch nicht, da uns erklärt wurde, dass eine Therapie nichts bringen würde sondern nur eine dauerhafte ambulante Behandlung.
Das ist VOLLKOMMENER QUATSCH! In einer Reha lernt man SCHROTH optimal und bekommt in so einem "Trainingslager für Wirbelsäulen KG-Leistungssport" wie Bad Sobernheim oder Bad Salzungen erst mal den notwendigen Muskelstatus aufgebaut um sich selbst korrigieren zu können!
Auch die Korsett-Therapie wird mit SCHROTH wesentlich intensiver!
knubelchen hat geschrieben:Du kannst es dir bestimmt vorstellen das ich es leid bin das Korsett zu tragen und ich es total hasse.
Das glaube ich Dir gerne! Ich darf gar nicht dran denken, wie es mir ergehen würde, wenn ich nach so vielen Jahren im Korsett dann das Gefühl hätte, das Mistding völlig umsonst getragen zu haben!
knubelchen hat geschrieben: Professor Heine hat mir erklärt dass eine Op nötig sei weil sich die Wirbelsäule fortan immer jährlich um ein halbes Grad verschlechtern würde und ich in 25 Jahren eine Verkrümmung von ca 70-80° haben werde, und da zu operieren wäre riskanter als jetzt.
Da sich Deine WS auch operiert im Zeitraum von 14 bis 18 Jahren im unversteiften Teil trotzdem weiterverschlechtern kann, sind andere mir bekannte und relativ berühmte Skoliosen-Chirurgen eher der Ansicht, die OP sollte zwischen 16 - 18 Jahren stattfinden. 14 ist zu früh, da Deine WS vieleicht noch nicht ganz ausgewachsen ist. Aber ich zweifle, ob Du wirklich eine OP unbedingt brauchst.
Du hast eine völlig unzureichende konservative Behandlung gehabt.
Nach so vielen Jahren im Korsett hätte Dein Korsett durch ständige (alle 6 bis 8 Wochen) Nachstellung und aufpelottierung und immer wieder dem Therapievortschritt angepasste neue Korsette, die jedesmal noch mehr Korrektur leisten auf 0° und 100% Korrektur gebracht werden sollen. Eventuell Überkorrektur! Erst bei einiger Zeit in Überkorrektur kann über eine "schleichende" Tragezeitverkürzung vorsichtig diskutiert werden!
Aber Du bist andererseits ERST 14 und hast noch eine eventuelle Chance doch noch um die OP herum zu kommen ( ACHTUNG: Es ist eine reelle CHANCE, keine Garantie!
Ich vermute, du hattest NOCH NIE ein wirklich extrem stark korrigierendes Korsett wie z.B. ein Rahmouni.
Damit müsstest Du aber nochmal richtig POWERN! Als eine extrem gute Compliance entwickeln! ca 22 h täglich UND intensiv SCHROTHen!!!
Daniela ( auch 49° Cobb)hatte Ihr 1. Korsett (Rahmouni) erst mit 15 bekommen und es geschafft ihre Skoliose weit unter die OP-Indikation zu begradigen. Mit Schroth-Reha und einem Rahmouni, das gleich ca. 70% Primärkorrektur hatte und seitdem immer weiter optimiert wurde.
Also ist es für Dich auch noch nicht zu spät für einen erneuten aber diesmal konsequenten und qualitativ erstklassigen Therapieversuch. Der OP-Tisch und das Chirugenteam "laufen Dir deswegen ja nicht weg" Im Gegenteil, selbst wenn Du Dich dann doch (z.B. mit 18) operieren lassen willst, dann erreichen die Chirurgen bessere Ergebnisse wenn Du vorher in einem Derotationskorsett schon fast auf 0° vorgebogen warst. Und die Schroth-Kenntnisse nutzen Dir auch voll als Operierte!
Also DU musst DICH entscheiden! Ich selbst bin aber der Überzeugung, daß DEIN Zug Richtung OP-Tisch noch längst nicht abfahren muss.
Du hast noch eine gute Chance offen.
Entscheiden musst Du selbst.
Daß man ein Korsett jederzeit inn die Ecke schmeißen kann, brauch ich Dir nicht zu sagen. Die Versteifung und die daraus entstehenden Folgen sind aber irreversibel= nicht mehr rückgängig zu machen!
Überlegs Dir gut und nutze die Dir verbleibende Chance!
Das ist meine Meinung!
Gruß Toni