operieren - wann ??

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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Gast

operieren - wann ??

Beitrag von Gast »

auch wenn diese frage schon öfters dran war:

bin gerade 18 geworden und habe schon ne weile skoliose , genaue werte kenn ich nicht, es werden schätzungsweise 20-30 Grad sein, hatte KG und auf einmal richtig, richtig heftige schmerzen und jetzt einen termin bei dr. hoffmann .....


hab mich durch dieses (super-!!)forum geklickt und spiele bereits jetzt mit dem gedanken einer operation .... warscheinlich die einzige möglichkeit um krümmung und schmerzen auf lange sicht zu bekämpfen ....


.... mein gedankengang: wenn die heutige chirurgie so fortgeschritten ist, dass ich bei meiner krümmung und in meinem noch nicht so fortgeschrittenen alter ich von guten heilungschancen, langfristig beschwerdefreiheit und sehr geringem komplikationsrisiko ausgehen kann, folgeeinschränkungen gering und behandlungsdauer kurz ist , dann bin ich bereit eine operation auf mich zu nehmen .....

was haltet ihr davon, klärt mich auf !!
Gast

Beitrag von Gast »

Selbst, wenn du 30° hast, wird dich keiner operieren. Operiert wird meist erst ab 50°. Und selbst bei 50° (oder mehr) ist eine OP nicht zwingend notwendig.
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Conny
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Beitrag von Conny »

Hallöchen,

spielst du tatsächlich mit dem Gedanken dich bei 30° Grad (oder sogar weniger) operieren zu lassen? *staun*
Ich selbst bin auch 18 und wurde vor 6 Wochen in Neustadt operiert. Ich hatte 94° thorakal und 80° lumbal und um auf die Sache mit den Risiken zu zukommen: bei mir gab es, trotz sehr großer Krümmung, überaupt keine Komplikationen. Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass je kleiner die Krümmung ist die Risiken auch geringer sind. Ich hab schon Leute kennen gelernt die haben sich tatsächlich schon bei 40° operieren lassen, und die hatten genau so viele wenn nicht manchmal sogar mehr "Probleme"/"Beschwerden" als ich.

Mein Tipp an dich: Lass die OP mal weit außer Betracht und konzentrier dich darauf die Schmerzen in den Griff zu bekommen (hört sich vielleicht ziemlich blöd an, ist aber so). Falls sich deine Skoliose drastisch verschlechtern sollte, kannst du dich immernoch operieren lassen.
Und wie "Gast" schon geschrieben hat, wird sicher keiner auf die Idee kommen und dich mit 30° schon operieren :)

Liebe Grüße Conny
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Beitrag von Sandrinchen »

Hallo Gast,

dass dich mit 30° keine kompetente Skoliose-Klinik operieren wird, wurde ja schon gesagt.

Wie wäre es denn wenn du ein Korsett tragen würdest? Ich habe hier im Forum schon oft gehört dass es zur Schmerzlinderung beitragen kann und ich glaube alle Adult-User sind bei Dr. Hoffmann in Behandlung. Du brauchst dir also erstmal keine Sorgen um eine mögliche OP machen.

LG, Sandra
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bluecat
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Beitrag von bluecat »

Hallo Gast,

die OP ist heavy!
Ich habe einige 30° skolis kennengelernt, hatte aber oft das Problem, dass man sie so gut wie gar nicht sah!
Versuche deine Schmerzen mit Schroth ( auch mit Reha) und evtl. Korsett in den Griff zu bekommen!!!
Wenn das alles nicht hilft und eine OP notwendig sein sollte, wird Dr. Hofmann sie dir empfehlen, was ich mir aber nur schwer vorstellen kann.

Bedenke, du kannst dich danach nicht mehr so bewegen wie du es gewohnt bist, weil du dich nicht im Rücken einrollen kannst!
Du wirst für den Rest deines Lebens versteift!
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Conny
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Beitrag von Conny »

Kurze Frage:

Werden Korsetts denn noch für 18 jährige angefertigt? Denn eigentlich wächst man ja in dem Alter nicht mehr und mir haben sie es damals weg genommen.

LG, Conny
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Beitrag von Toni »

Hallo Conny
ein Korsett kann durchaus noch mit 18 und darüber Sinn machen, wenn sich die WS noch nicht stabilisiert hat und eine Verschlechterungstendenz zu befürchten ist. Auch wenn das Skelett nicht mehr wächst kann sich eine Skoliose/Kyphose noch sehr verschlechtern.

Bitte berichte doch ein bischen über Deine Korsett-Therapie.
Dr. Cheneau hat mal den Satz gesagt: "Jede operierte Skoliose ist ein versäumte oder gescheiterte Korsett-Therapie!"
Warum bist Du bei so hohen Gradzahlen und auf dem OP-Tisch gelandet?
Von wann bis wann hast Du Korsett getragen?
Wie gut war Deine Korsett-Compliance?
Welche Gradzahl hattest Du zu Beginn der Kors.-Therap. ?
Wie oft wurde Dein Korsett in dieser Zeit erneuert oder aufpelottiert?
Wie gut hat Dich Dein Korsett korrigiert?
Warum wurde es Dir weggenommen?
Hat sich Deine Skoliose verschlechtert, als Du ohne Korsett warst?
Viele Fragen, aber für andere vieleicht ein Chance Fehler zu vermeiden!
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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Beitrag von Conny »

Hi Toni,

vilen Dank für deine Antwort :) Ich hab mir auch ein wenig Zeit genommen um deine (vielen) Fragen zu beantworten, und dabei wurden mir meine Fehler doch wieder um einiges klarer..........
Mein aller erstes Korsett habe ich im Alter von 13 Jahren bekommen, damals hatte ich allerdings schon 68°thorakal und ca. 40°lumbal. (Dazu muss ich aber sagen, dass ich von Anfang an an den falschen Arzt geraten bin. Der wusste selbst nicht wie man Skoliose behandeln sollte. Erst nachdem ich zu einem erfahrenerem Arzt gekommen bin, hatte der mich zu einem guten Sanitätshaus überwiesen. Allerdings 2 Jahre zu spät, denn als man meine Skoliose im Alter von 11 entdeckte hatte ich bereits 38°!) Von einer Operation wurde damals noch nicht gesprochen, weil ich erst mal psychisch mit dem Korsett fertig werden musste, da hätte mir allein das Wort "Operation" schon den letzten Schuss gegeben.
Ich versuchte dann mein Korsett so oft wie möglich zu tragen, ließ unendliche Schmerzen und offene Wunden über mich ergehen, doch länger als 18 Stunden habe ich es nie ausgehalten. Die Polster wurden bei fast jeder Kontrolle (die alle 8 bis 10 Wochen war) erneuert oder verändert. Nach ca. 1 1/2 Jahren bekam ich dann ein neues Korsett, hatte da allerdings dann 72°th und 60°l, damals kam dann auch das erste mal die Operation ins Gespräch. Letztendlich haben wir uns entschieden die Korsettbehandlung wie gewohnt fortzuführen. Darauf hin folgte eine Röntgenaufnahme im Korsett, die Krümmung stand ebi 52°th und 39°l.
2003 habe ich dann mein drittes und letztes Korsett bekommen, die Verkrümmung nahm immer mehr zu und stand bereits bei 80°th und 74°l. Dennoch weigerte ich mich gegen die Meinung der Ärzte und somit gegen eine OP. Erst im Sommer 03 als ich dann ein operiertes Mädchen kennen lernte, die mir das erste mal genaueres über die OP erzählte, entschied ich mich dazu mir mal anzuhören was die operierenden Ärzte zu sagen haben. Im Januar 2004 bin ich dann bei Dr. Hoffmann (mein erster Besuch bei ihm!) erneut geröngt worden, 94°th und 80l, und da war der Fall für mich klar. So konnte es nicht weiter gehen! Dr. Hoffmann meinte das ich das Korsett nicht mehr bräuchte da es soweiso nichts mehr bringen würde und hat mich dann, mit meinem Willen, nach Neustadt überwiesen. Kurze Zeit später hatte ich dann den OP Termien....

Heute sehe ich ein das ich mein Korsett viel öfter und länger hätte tragen sollen. Ich bereue sogar das ich mir nie wirklich Mühe gegeben habe es "richtig" zu tragen. Für mich war es sowas wie eine Foltermaschine die mich ständig dazu zwang die Luft anzuhalten und höllische Schmerzen, Blutergüsse und offene Stellen über mich ergehen zu lassen.
Aber im Nachhinein ist man immer schlauer :)
Jetzt bin ich froh das ich operiert bin und mich an meinem nahezu ganz graden Rücken erfreuen kann :) Obwohl ich zugeben muss, dass mir meine Skoliose schon ab und zu fehlt, schließlich war sie 8 Jahre lang mein treuer Begleiter.....

LG, Conny
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