idiopathische Skoliose

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Gast

idiopathische Skoliose

Beitrag von Gast »

Hallo an alle,
seit einer Woche hat unsere Tochter das Korsett aus Berlin und schafft schon eine Tragzeit von 10 Stunden. Das größte Problem ist, dass sie nicht rausgehen mag. Wir haben daraufhin alles abgesagt - also Urlaub, Besuche...In zwei Monaten wird Herr Nahr noch mal was abschneiden können - vorausgesetzt sie hat eine gute Tragzeit und die Haltung bessert sich. Sie kommt wesentlich besser mit dem Berliner Korsett klar, als mit dem aus Stuttgart(mit dem hatte sie eine Tragzeit von 2 Stunden nach 3 Monaten). Optisch ist es auch kleiner und leichter - aber ein bisschen sehen kann man es auch ( noch - vielleicht in 2 Monaten nicht mehr).
Da wir hier in Bremerhaven keinen fähigen Arzt für die Skoliose haben, bin ich seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Arzt, der unsere Tochter während der Korsetttherapie begleitet. In Zusammenarbeit mit Herrn Nahr in Berlin. Es wäre schön hier vor Ort auch einen Ansprechpartner zu haben. Nun habe ich gestern durch Beziehungen relativ schnell einen Termin bei einem Neurochirugen bekommen. Normalerweise sind dort Wartezeiten von einem halben Jahr - von auswärts fahren die Menschen zu ihm hin. Er kannte sich auch gut mit Skoliose aus und wäre auch bereit, sie während der Korsetttherapie zu begleiten. Aber er besteht darauf, dass meine Tochter eine Kernspinthomografie macht, weil er die idiopathische Skoliose erstmal anzweifelt. Meine Tochter war auch gar nicht mit - grundsätzlich, also bei jedem Skoliosepatienten macht er diese Untersuchung - weil: wenn es keine idiopathische Skoliose ist, sonderen die Ursache in einer Nervenerkrankung liegt ( den Namen dieser Erkrankung habe ich vergessen) wird eine Korsetttherapie alleine nicht viel bringen, Dann muss man zweigleisig fahren - also Korsetttherapie und Behandlung gegen diese Nervenerkrankung. Warum hat das bisher noch kein Arzt gesagt????Wie ist es bei Euch, die eine idiopathische Skoliose haben, wurde bei Euch allen eine Kernspinuntersuchung gemacht, um solch eine Ursache für Skoliose auszuschließen?? Wer weiß darüber mehr?
Viele Grüße
Elke
Chaney
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Re: idiopathische Skoliose

Beitrag von Chaney »

Hallo Elke,

tut mir leid, das Argument kann ich nicht nachvollziehen. Eine Skoliose kann meines Wissens Nervenerkrankungen hervorrufen -- muß aber nicht --, aber nicht umgekehrt. Die meisten Skoliosen entstehen aus Bindegewebsschwächen. Aber das hat Herr Nahr sicher erwähnt ...

Kernspinuntersuchungen nimmt man in der Regel vor, um etwa Beeinträchtigungen der Bandscheiben auszuschließen. Wenn Eure Tochter noch ein Teenie ist, wäre sie mit einem Bandscheibenproblem verdammt früh dran.

Daß die Skoliose nicht besser wird, wenn nichts an der Fehlhaltung geändert wird, ist klar, aber dazu habt ihr ja das Korsett und zum Nachweis reichen Röntgen oder 3D-Vermessungen auch.

Eine MRT-Aufnahme ist ja nicht das allerangenehmste; wenn die gesamte WS untersucht werden soll, muß Deine Tochter vielleicht eine Stunde oder sogar länger in der Röhre liegen, ohne daß jemand zu ihr kann. Mein MRT der Halswirbelsäule vor zwei Tagen hat 25 Minuten für die drei Aufnahmen gedauert.

Ganz abgesehen davon, daß die Neurochirurgie nicht ganz das richtige Fachgebiet für Euer Anliegen ist, würde ich diesem Arzt sehr schnell Lebewohl sagen.

Bitte laßt Euch nicht weiter verunsichern.

Gruß
Chaney
thunerfee
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Re: Idiopathische Skoliose

Beitrag von thunerfee »

Es gibt sehr wohl neurologische Erkrankungen, die eine Skoliose nach sich ziehen können. Eine davon ist die Syringomyelie, dabei bilden sich im Rückenmark Hohlräume. Sie ist allerdings sehr selten. Man kann dann auch nicht mehr von einer idiopathischen Skoliose sprechen, weil ja die Ursache in diesen Fällen nicht unbekannt ist.
Natürlich sieht ein Neurologe oder Neurochirurg diese Patienten häufiger als ein Orthopäde, weil er ja die Verdachtsfälle überwiesen bekommt.
Zur Diagnose braucht man eine MRT- Untersuchung.
Fragt sich, ob ein MRT bei jeder Skoliose gemacht werden muss, um eine Syringomyelie oder ähnlich seltene Befunde auszuschließen, besonders wenn keine sonstigen Symptome bestehen.
Warum stellt Ihr diese Fragen nicht eurem behandelnden Arzt? Offensichtlich hat er nicht gut genug erklärt. Also, hakt bitte nach, warum er bei Euch die Untersuchung machen will!
Medicus
Dr. Steffan
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Re: idiopathische Skoliose

Beitrag von Dr. Steffan »

Chaney hat geschrieben: Die meisten Skoliosen entstehen aus Bindegewebsschwächen.
Das stimmt nicht. Bei den meisten Skoliosen ist keine Ursache bekannt. In sehr seltenen Fällen kann eine neurologische Erkrankung die Ursache sein (wie schon medicus schreibt) allerdings dann häufig mit anderen Symptomen. Wenn er alle Skoliosen in das MRT schickt klingt das nach Geldmacherei.
Dr. K. Steffan
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo!
Ja, Medicus hat Recht - genau das hat der Arzt mir auch erzählt. Es ist die neurologische Erkrankung, die er erwähnt hat. Also der Arzt hat meine Tochter überhaupt nicht gesehen -er hat die Erfahrungen diesbezüglich gemacht. Und er hat uns Eltern grundsätzlich davor gewarnt unsere Tochter zu operieren, bevor nicht diese Untersuchung gemacht wurde. Weil bei vielen Patienten, die operiert wurden und die diese neurologische Grunderkrankung haben - Schmerzen nach der Op vorprogrammiert sind. Deswegen geht bei einigen die OP gut und bei anderen nicht. Aber wir haben sowieso nicht vor, sie operieren zu lassen. Ich weiß auch nicht, was für Symptome es sind, die auf diese neurologische Grunderkrankung hinweisen. Jedenfalls hat bisher kein Arzt etwas Auffälliges bei unserer Tocher festgestellt. Ich weiß nur, dass bei einigen Menschen idiopathische Skoliose gesagt wird - und in Wirklichkeit der Auslöser einer ganz andere Sache ist. ( siehe Marfan Forum). Man soll natürlich Menschen nicht verrückt machen, aber der Blick fürs Wesentliche darf nicht verloren gehen.
Viele Grüße
Elke
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