Hilfe zu meiner Skoliose

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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mucki95
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Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von mucki95 »

Hallo,
bei mir wurde eine Skoliose diagnostiziert.

Persönliche Daten von mir
Geschlecht: männlich
Alter: 20
Größe: 1,80m
Gewicht: 73kg

Diagnose
- Rechtskonvexe Thorakolumbale Skoliose von 28 Grad (Bild im Anhang)
- Beckenschiefstand (Bild im Anhang)


Der sogenannte Rippenbuckel („Das Paket“) befindet sich, wenn man von hinten auf meinen Rücken schaut, oben rechts. In letzter Zeit habe ich so ein Kribbeln im Rücken, als wären dort Nerven eingeklemmt bzw. irritiert. Dieses Gefühl entsteht meistens beim Sitzen ohne Rücklehne. Wenn ich mit den Fingern auf die Stelle draufdrücke, lässt das Kribbeln etwas nach und wird sofort wieder stärker, wenn ich denn Druck mit den Fingern wieder löse.
Außerdem habe ich Verspannungen im Rückenbereich, Schulterbereich und Nackenbereich, welche in unterschiedlichen Abständen auftreten.
Vom Orthopäden habe ich nun 6 Einheiten Krankengymnastik verschrieben bekommen. Ich habe im Internet gelesen, dass Krankengymnastik nach Schroth am Effektivsten bei Skoliose ist. Ich hoffe, dass ich in den 6 Einheiten geeignete Übungen beigebracht bekomme.

Beruf
Bürotätigkeit mit einer täglichen Arbeitszeit von 7,5 Stunden (fast nur Sitzen)

Sportliche Aktivitäten

2x in der Woche Fußballtraining
3x Fitnessstudio (noch nicht lange angemeldet, mache nur Übungen an Geräten)

Meine Fragen
1) Welche Seite muss ich stärken und welche muss ich dehnen? Welche Seite ist meine sogenannte schwache Seite?
2) Was soll ich gegen die Verspannungen machen und das Nerven kribbeln?
3) Kann man die Wirbelsäule wieder etwas entdrehen, sodass auch der Rippenbuckel etwas zurück geht?
4) Kann man sich den Beckenschiefstand wegtrainieren bzw. wie kann man den Beckenschiefstand korrigieren?
5) Brauche ich Einlagen für die Schuhe? (Orthopädische oder Normale, einseitig oder beidseitig?)
6) Ich gehe nur zum Orthopäden, sollte ich auch zum Chiropraktiker gehen?
7) Was für eine Matratze brauche ich und auf welcher Seite sollte ich schlafen?
8) Auf welcher Seite soll ich eine Hängetasche (für die Arbeit oder den Sport) oder andere Lasten wie zum Beispiel Einkaufstüten tragen? Oder einfach normale Rucksäcke verwenden?
9) Soll ich meine Sportaktivitäten weiter ausführen oder einen anderen Sport anfangen?
10) Beim Krafttraining die Übungen am Gerät symmetrisch ausführen?
11) Wann kommt eine OP für mich infrage?
12) Soll ich ein MRT machen?
13) Habt ihr noch weitere Ratschläge für mich oder geeignete Übungen?

Vielen Dank im Voraus! :)

Liebe Grüße
mucki95
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Tammi
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von Tammi »

Hallo mucki95,

ich versuche mal, deine Fragen zu beantworten.

1.) Deine sogenannte schwache Seite ist die linke. Du solltest allerdings nicht einfach eine Seite trainieren und die andere dehnen, dafür ist eine Skoliose zu komplex. Dehnen und normales Muskeltraining nur symmetrisch, das Muskeltraining erstmal am besten ganz lassen, ohne das richtige Körpergefühl kann das auch nach hinten los gehen.
2.) Was gegen Verspannungen hilft, ist unterschiedlich. Ich würde mit gezielter Therapie anfangen und eventuell durch symptomlindernde Maßnahmen wie z.B. Massagen ergänzen. Ich habe mir jetzt eine Blackroll bestellt und bin sehr gespannt, viele schwören ja darauf. Gezielte Therapie ist aber am wichtigsten! Die mache ich bereits seit fast 8 Jahren.
3.) Durch Schroth und eventuell ein Korsett kann man die Wirbelsäule mit etwas Glück dauerhaft etwas entdrehen.
4.) Ich habe meinen Beckenschiefstand durch mein aktuelles Korsett und Einlagen zumindest vom Optischen her komplett weg bekommen. Auch gezielte Physitherapie wie z.B. Schroth kann dabei hilfreich sein.
5.) Ob du Einlagen brauchst, würde ich von deiner Fußstellung abhängig machen. Wenn du (was wahrscheinlich ist), da irgendwelche Fehlstellungen hast, würde ich ja zu den Einlagen sagen. Gerade Knickfüße können die Wirbelsäule in erstaunlich großem Maße (negativ) beeinflussen. Ich persönlich habe mit den Igli-Einlagen die besten Erfahrungen gemacht, es sind die effektivsten bisher.
6.) Zum Chiropraktiker musst du nicht gehen. Ein Gang zu einem spezialisierten Orthopäden wäre aber sehr sinnvoll.
7.) Nimm eine Matratze, auf der du dich wohlfühlst, das ist sehr individuell, vielleicht hast du Möglichkeit, Matratzen über einen längeren Zeitraum zu testen. Schlafen kannst du wie du willst, man dreht sich sowieso so oft im Schlaf.
8.) Wenn Hängetasche, dann links tragen. Am besten ist allerdings ein Rucksack, möglichst mit Bauch- und Brustgurten, da die den Rücken entlasten, wenn sie geschlossen sind.
9.) Fußball kannst du weiter machen, Kraftsport solltest du, zumindest vorerst, lassen, da man sich da sehr schnell viel kaputt machen kann, wenn man falsch trainiert, weil das Körpergefühl nicht passt.
10.) Wenn Krafttraining, dann symmetrisch, aber wie gesagt, das Ganze am besten erstmal lassen.
11.) Die OP-Indikation beginnt erst ab ca. 45/50 Grad. Du solltest jetzt nicht über eine OP nachdenken.
12.) Ein MRT ist nur sinnvoll, wenn vermutet wird, dass es sich um eine sekundäre Skoliose handelt, um eine mögliche Ursache zu finden.
13.) Ich würde dir raten, einen Arzt aufzusuchen, der auf Wirbelsäulenverkrümmungen spezialisiert ist. Empfehlen würde ich dir entweder Dr. Verres in Bingen am Rhein oder Dr. Wilke in Berlin. Dr. Hoffmann in Leonberg wird hier auch oft empfohlen, aber ich persönlich finde ihn nur noch eingeschränkt empfehlenswert. Mit deinem KG-Rezept kannst du bereits einen Schroth-Therapeuten aufsuchen. Du findest über die Liste der Schroth-Klinik in Bad Sobernheim einen in deiner Nähe.

Liebe Grüße
Tammi
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen." - Johann Wolfgang von Goethe

Verlauf: viewtopic.php?f=27&t=31324
Rehatagebuch 2015: http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?f=9&t=30726
mucki95
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von mucki95 »

Vielen Dank erstmal für deine Antwort. :)

Meinen ersten Krankengymnastiktermin habe ich nun am 05.01.16 bekommen, bei dem ich Schroth-Übungen gezeigt bekomme.
Den nächsten Orthopädentermin habe ich am 18.01.16.

Was mich momentan am meisten belastet, ist dieses ständige Kribbeln im Rücken...
Ich hab mal gehört, wenn es zu lange andauert, besteht die Gefahr, dass dieses Gefühl chronisch wird und bleibt.
Soll ich vielleicht schonmal früher ohne Termin zum Orthopäden gehen, damit er sich das mal anschaut.
Was meint ihr?

Und nochmal wegen dem Training im Fitnessstudio.
Ich achte bei den Übungen an den Geräten immer darauf, dass ich einen geraden Rücken habe.
Was spricht denn dagegen mit ein paar Übungen den Rücken und den Bauch zu stärken?
Man sagt doch immer gute Muskeln sind auch wie ein Art Korsett, um die Wirbelsäule zu entlasten. Oder nicht?
Ich weiss, dass man Übungen nicht machen soll, bei der die Wirbelsäule gestaucht wird und Gewichte senkrecht auf den Körper wirken.

Und nochmal eine andere Frage:
Von meiner Körpergröße her bin ich eigentlich schon ausgewachsen.
Muss ich trotzdem davon ausgehen, dass meine Wirbelsäulenverkrümmung fortschreitet?
Schafft man es mit Krankengymnastik und gezieltes Training beschwerdefrei zu leben?

Habe ich eigentlich eine schlimme Skoliose oder mache ich mir gerade zu viele Gedanken? :rolleyes:

Vielen Dank im Voraus

Liebe Grüße
mucki95
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von mucki95 »

Weiß denn keiner Rat?
Und Schöne Weihnachten euch :)
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Klaus
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von Klaus »

Hallo mucki,
Was spricht denn dagegen mit ein paar Übungen den Rücken und den Bauch zu stärken?
Man sagt doch immer gute Muskeln sind auch wie ein Art Korsett, um die Wirbelsäule zu entlasten. Oder nicht?
Ich weiss, dass man Übungen nicht machen soll, bei der die Wirbelsäule gestaucht wird und Gewichte senkrecht auf den Körper wirken.
Es ist richtig, dass man ein eigenes Muskelkorsett aufbauen sollte, was auch die entscheidenden Rücken und Bauchmuskeln beinhalten muß.
Bei Fehlstellungen (wie bei Deiner Skoliose) kommt es in erster Linie darauf an, eine möglichst weitgehende Korrektur zu erreichen, in der man erst dann die Muskeln aufbaut. Es ist also eher ein Muskelumbau! Sonst fixierst Du bestenfalls nur Deine aktuelle Situation. Es ist leider auch möglich, dass sich dabei die Situation verschlimmert, ohne dass man das zunächst bemerken muss.
Ich achte bei den Übungen an den Geräten immer darauf, dass ich einen geraden Rücken habe.
Wenn Du im Januar mit Schroth beginnst, wird sich allmählich herausstellen, ob Du dabei wirklich das richtige Körpergefühl einsetzt. Wie trainierst Du eigentlich Rücken/Bauchmuskulatur mit dem "geraden Rücken"?

Grundsätzlich ist Fitness Training nur ein möglicher Schritt 2 als eine ergänzende Maßnahme mit symmetrischen Übungen. Vorher sollte unbedingt eine zielgerichtete Maßnahme wie z. Bsp. Schroth verinnerlicht werden.

Bei Dir geht es nur um Skoliose oder hast Du evtl. auch noch einen Rundrücken/Hohlkreuz?

Gruß
Klaus
mucki95
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von mucki95 »

Okay dann werde ich mit dem Krafttraining erstmal pausieren.

Hier nochmal ein paar andere Fragen:
1) Habe ich ein schlimme Skoliose bzw. ist sie noch im Rahmen und lässt sich gut behandeln?
2) Muss ich damit rechnen, dass sich die Skoliose noch verschlimmert? (Bin 20 Jahre und mit 1,80m eigentlich ausgewachsen)
3) Schafft man es mit den Schroth-Übungen schmerzfrei zu leben?
4) Soll ich noch eine Sportart ergänzend machen?
5) Soll ich eine einseitige Schuherhöhung gegen mein Beckenschiefstand tragen? (Kann ich den durch die Schroth-Übungen wegbekommen?)
6) Ist eine Salbe besonders gut gegen Verspannungen bzw. ist das Medikament Ortoton sinnvoll?

LG
mucki95
Lady S
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von Lady S »

Das lässt sich alles nicht so pauschal und per "Ferndiagnose" beantworten und das meiste solltest Du Deinen Orthopäden und/oder Physiotherapeuten fragen.
mucki95 hat geschrieben:1) Habe ich ein schlimme Skoliose bzw. ist sie noch im Rahmen und lässt sich gut behandeln?
Also meine ist schlimmer...
Es kommt darauf an, was Du unter dem Behandlungsziel verstehst (Begradigung? Schmerzminderung?...), welche Therapie gewählt wird (Korsett, KG?), wie konsequent Du die betreibst und wie Dein Körper darauf reagiert.
mucki95 hat geschrieben:2) Muss ich damit rechnen, dass sich die Skoliose noch verschlimmert? (Bin 20 Jahre und mit 1,80m eigentlich ausgewachsen)
Kann schon sein, das ist aber alles pure Statistik.
mucki95 hat geschrieben:3) Schafft man es mit den Schroth-Übungen schmerzfrei zu leben?
Auch hier: kommt darauf an. Manche ja, manche nein. Manche schaffen es auch ganz ohne Übungen.
mucki95 hat geschrieben:4) Soll ich noch eine Sportart ergänzend machen?
Für die Skoliose ist KG wichtig. Wie wäre es mit ein bisschen Ausdauertraining? Oder macht Dir irgendwas besonders Spass?

Ich persönlich denke, jeder Sport ist besser als nur auf dem Sofa oder vor dem PC zu hocken.
Allgemein sagt man, Sportarten bei denen die Wirbelsäule gestaucht wird, seien nicht gut und solche mit einseitiger Belastung wie Tennis u.ä.
Da kommt's aber auch wieder darauf an, ob Du einmal in der Woche ein Stündchen spielst oder das als Leistungssport betreibst.
Fitness-Studio ist eher problematisch - da sollen gezielt ganz bestimmte Muskeln trainiert werden und das klappt bei "uns" nicht, weil wir dabei automatisch die starke Seite noch mehr stärken und die andere kaum benutzen. Das kann man sich überlegen, wenn man Schroth gut kann.
Im Forum finden sich ganz viele Diskussionen über Sport und Fitness-Studios; einfach mal ein bisschen schmökern.
mucki95 hat geschrieben:5) Soll ich eine einseitige Schuherhöhung gegen mein Beckenschiefstand tragen? (Kann ich den durch die Schroth-Übungen wegbekommen?)
Das kommt darauf an, ob Du eine echte Beinverkürzung hast und/oder wie Deine Verkrümmung auf einen Höhenausgleich reagiert.
mucki95 hat geschrieben:6) Ist eine Salbe besonders gut gegen Verspannungen bzw. ist das Medikament Ortoton sinnvoll?
Weiss ich nicht. Ich nehme bei Bedarf ein Heizkissen.
Achte auch mal darauf, unter welchen Umständen die Verspannungen auftreten bzw. weg sind (Wochenende? Urlaub? Sport?). Falls die sitzende Bürotätigkeit die Beschwerden auslöst oder verschlimmert - was nicht unwahrscheinlich ist - mal herumprobieren, was Dir hilft: Tischhöhe, Sitzhöhe und -position, Position des Monitors, konsequent öfter mal aufstehen usw.
Grüsse, Lady S
mucki95
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von mucki95 »

Und nochmal eine andere Frage:

Diese Übungen: http://www.gesundheit.de/fitness/fitnes ... e-uebungen

Helfen die bei jeder Skoliose?
Kann ich die machen oder sind die schlecht für mich ?
mick
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Diagnose: Skoliose, 4BH li,
bei Gradzahlen große Messabweichungen,
ca. th. 28°, lu. 35°
LL (L4/L5)
Therapie: Korsett als Jugendliche, damals auch allg. KG; jetzt Schroth und Spiraldynamik;
Reha: Aug/Sep 2011 in Bad Sobernheim, Mai/Jun 2016 in Bad Salzungen
Korsett: 2011-2014 Sanomed
seit 2015 CCtec

Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von mick »

Hallo Mucki,

ergänzend zu Tammi und Lady S:
mucki95 hat geschrieben:1) Habe ich ein schlimme Skoliose bzw. ist sie noch im Rahmen und lässt sich gut behandeln?
Deine Skoliose würde ich als so mittelschwer bezeichnen. Zur Einordnung: Ab 12° spricht man überhaupt erst von einer Skoliose, ab 20° erfolgt im Jugendalter eine Behandlung mit Korsett, ab 40-50° beginnt die OP-Indikation. Deine Skoliose ist nicht zu vernachlässigen, sie ist aber nicht so dramatisch, dass man über eine OP nachdenken müsste.
mucki95 hat geschrieben:2) Muss ich damit rechnen, dass sich die Skoliose noch verschlimmert? (Bin 20 Jahre und mit 1,80m eigentlich ausgewachsen
Wie Lady S sagte: Kann sein oder auch nicht sein. Der Verlauf ist bei jedem unterschiedlich und schwer vorherzusagen. Eine extreme Verschlechterung in kurzer Zeit, wie dies in der Jugend bei Wachstumsschüben passieren kann, ist unwahrscheinlich. Bei einer Verkrümmung ab 30° im Erwachsenenalter tritt nach Erfahrungswerten durchschnittlich eine Verschlechterung von 1° pro Jahr auf. Es gibt aber Erwachsene, bei denen das nicht passiert und welche, bei denen schlimmere Verschlechterungen auftreten. Verschlechterungen bei einer Skoliose unter 30° sind nicht so häufig, aber auch nicht auszuschließen. Du kratzt so gerade an dieser 30°-Grenze - vor allem sind die Messwerte immer etwas ungenau, sodass man von einer Messtoleranz von 5° ausgeht; hinzu kommt, dass bei dir offenbar Teilaufnahmen gemacht und übereinander gelegt wurden (oder seh ich das falsch?), was noch mehr zu Ungenauigkeiten führen kann.
mucki95 hat geschrieben:) Schafft man es mit den Schroth-Übungen schmerzfrei zu leben?
Schließe mich Lady S an: Manche ja, manche nein. Ich schaffe es nicht und trage zusätzlich ein Schmerzkorsett - damit und mit Schroth und ergänzendem Sport sind die Schmerzen so weit reduziert, dass ich gut damit leben kann. Es gibt aber Leute, die ohne alles auskommen.
mucki95 hat geschrieben:4) Soll ich noch eine Sportart ergänzend machen?
Mach, was dir Spaß macht und gut tut. Jeder Sport ist besser als kein Sport. Wenn du Schwimmen ausprobieren willst, dann mach das. Aufpassen bei einseitigen Sportarten (Tennis, Golf), wenn als Leistungssport betrieben und auch bei Muskelaufbau, wie dieanderen ja schon beschrieben haben.
mucki95 hat geschrieben:5) Soll ich eine einseitige Schuherhöhung gegen mein Beckenschiefstand tragen? (Kann ich den durch die Schroth-Übungen wegbekommen?)
Einseitige Schuherhöhung nur bei echter Beinlängendifferenz. Bei Skoliose ist der Beckenschiefstand häufig durch die Skoliose bedingt, d.h. in Fortsetzung nach unten verdreht sich das Becken mit (meist auch nicht nur in der Höhe, sondern auch zur Seite und richtig verdreht). Dann keine einseitige Schuherhöhung. Ich kriege meinen Beckenschiefstand nicht richtig durch Schroth weg, was auch daran liegt, dass ich permanent Blockaden habe, die die Korrektur erschweren.
mucki95 hat geschrieben:6) Ist eine Salbe besonders gut gegen Verspannungen bzw. ist das Medikament Ortoton sinnvoll?
Ich kenne das Medikament nicht. Grundsätzlich ist Wärme in jeder Form gut: Heizkissen, Wärmflasche, Kirschkernkissen, Salbe (z.B. Kyttasalbe, Tigerbalsam), Wärmepflaster, Thermacare-Umschläge... Das ist Geschmacksache, probier einfach aus, womit du am besten zurecht kommst.
mucki95 hat geschrieben:Diese Übungen: http://www.gesundheit.de/fitness/fitnes ... e-uebungen

Helfen die bei jeder Skoliose?
Kann ich die machen oder sind die schlecht für mich ?
Diese Übungen sind allgemeine (symmetrische) Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur. Die sind nicht zielgerichtet bei Skoliose. Ich mache solche Übungen auch, aber als Ergänzung zu Schroth. Wenn du die Übungen zuhause nachturnst, ist das Problem, dass dir keiner sagen kannst, ob du gerade noch mehr in die Skoliose reinhängst und worauf du achten musst. Bei der "Schaukel" musst du jedenfalls aufpassen, dass das Becken gerade bleibt und nicht aufdreht (die Gefahr ist hoch, da das Becken ja ohnehin schon nicht gerade steht). Diese Übung, wo man den Oberkörper vorne mit den Armen hochstützt, ist auch nicht ganz unproblematisch, da würde ich anfangs nicht so hoch gehen wie die Frau auf dem Bild.
Ob ansonsten irgendwelche Kontraindikationen bestehen, kann dir per Ferndiagnose keiner sagen und auch nicht, ob du sie richtig ausführst.

Viele Grüße,
mick
mucki95
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von mucki95 »

Danke für eure Antworten. :)

Ich habe neue Erkenntnisse zu meinen Diagnosen bekommen.
Ich habe eure Ratschläge, einen Spezialisten aufzuschen, ernst genommen.

Vor ein paar Tagen war ich bei Dr. Verres in Bingen am Rhein.
Er ist echt ein sympathischer Kerl und nimmt sich auch echt Zeit.

Zusätzlich habe ich noch eine 4D-Wirbelsäulenuntersuchung gemacht.

Als neue Diagnosen kam hinzu, dass ich einen Flachrücken habe. (Max. Kyphosewinkel 41,1Grad und max. Lordosewinkel 23,4 Grad)
Außerdem stellte er noch fest, dass ich Senk- und Spreizfüße habe. Hierfür hat er mir beidseitig Einlagen verschrieben.

Es wurde ein Beckenschiefstand von 1,6cm gemessen.
Die Beinlängendifferenz sei sowohl funtionell als auch anatomisch bedingt.
Er hat mir dafür eine einseitige Schuherhöhung in Höhe von 0,5 cm verschrieben, welche ich so oft wie möglich tragen soll, da sie die Skoliose etwas optisch verbessert.

Er hat auch nochmal meine Krümmung nachgemessen und auch meine Gegenkrümmungen.
Hauptkrümmung: Thorakolumbal rechtskonvex 28 Grad Rotation: II
Gegenkrümmung: Thorakal links 28 Grad Rotation: I
Gegenkrümmung: Lumbal links 13 Grad Rotation: I

Außerdem hat er mir empfohlen eine Reha in Bad Sobernheim zu machen, welche ich nach Abschluss meiner Ausbildung im Sommer machen werde. :)


Was meint ihr, wie sich meine Situation nun durch die zusätzlichen Diagnosen verändert hat?
Bedeutet es, dass ich durch den Flachrücken eventuell die Scheuermannsche Krankheit habe?
Wie wirkt sich der Flachrücken allgemein aus?
Sonst noch neue Ratschläge?

LG
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Re: Hilfe zu meiner Skoliose

Beitrag von Klaus »

Hallo mucki,
Als neue Diagnosen kam hinzu, dass ich einen Flachrücken habe. (Max. Kyphosewinkel 41,1Grad und max. Lordosewinkel 23,4 Grad)
Ein Flachrücken ist per Definition eine abgeflachte BWS Kyphose, Dein BWS-Kyphose Winkel liegt aber im oberen Bereich der normalen natürlichen Kyphose (ca. 25-40 Grad).
Der normale natürliche LWS-Lordosewinkel liegt im Bereich von ca. 35-55 Grad. Also ist 23 Grad eine abgeflachte LWS Lordose, die man aber nicht Flachrücken nennt.
Bedeutet es, dass ich durch den Flachrücken eventuell die Scheuermannsche Krankheit habe?
Eine "Scheuermann Krankheit" ist nur der Ausdruck dafür, dass diese bereits in der Kindheit abgelaufen ist. Dr. Verres müsste das in den Röntgenaufnahmen anhand der sogenannten Schmorl'schen Knötchen feststellen. Die Auswirkungen können sehr unterschiedlich sein und die Behandlung richtet sich immer danach und nicht nach der möglichen Ursache!
Wie wirkt sich der Flachrücken allgemein aus?
Der BWS Kyphosebogen hat ja mit dem Gegenbogen der LWS Lordose die Aufgabe der Abfederung. Wenn das nicht symmetrisch ausgebildet ist, ist die Beschwerdeanfälligkeit erhöht.

Gruß
Klaus
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