Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

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Behibak
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Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Behibak »

Hallo an Alle,

ich war nun lange nicht mehr hier in diesem Forum unterwegs.Vielleicht weil ich versucht habe meine Skoliose zu verdrängen. In den letzten Wochen ist mir das aber leider nicht mehr gelungen, denn ich bin zwischenzeitlich schwanger in der 35.Woche und die Schmerzen häufen sich. Nicht nur das, dazu kommt auch noch die Ungewissheit, ob bei meiner Krümmung durch die Schwangerschaft eine Verschlechterung entstehen kann - eigentlich bin ich mir sicher, dass es so ist!

Nun warum ich allerdings schreibe. Ich habe da Fragen zu dem Thema Skoliose und erhoffe mir Antworten von euch "Profis"!
Ganz ehrlich! Ich komme mit der Äußerung "Skoliose sei eine Krankheit" nicht klar!
Warum sollte es das sein? Bloß weil die Wirbelsäule aus der Norm ist, muss es doch nicht gleich eine "Krankheit" sein!!!
Ich komme mit dieser Äußerung einfach nicht klar!
Wie seht ihr das?

Ich meine ich kann doch trotzdem ein "normales" Leben wie alle anderen führen??
Die Sterblichkeit eines Skoliosepatienten sind doch nicht höher, wie bei einem "Gesunden"!
Es nervt mich, überall zu lesen, dass die Skoliose gleichgestellt wird mit einer schweren Krankheit!
Für mich ist es das nicht. Es gibt doch schlimmeres? Oder nicht? Wie seht ihr das??

Gut ich habe jetzt keine Extremwerte! Aber 34 grad oben und 23 grad unten sind auch nicht gerade wenig! Trotzdem würde ich mir wünschen, dass man der Skoliose nicht diesen "Für immer verdammt Stempel" aufdrückt.

Dazu kommt, dass ich es schade finde FAST ausschließlich nur von Skoliose im Kindesalter zu lesen! Es gibt genügend Erwachsene, die damit leben müssen und für sich eine geeignete Therapie suchen! Und überall im Internet steht nur was von Korsett im Kindes- Jugendalter etc!!
Ich komm mir dann so vor, als wäre ich als Erwachsener einfach nur ein "hoffnungsloser Fall"!
Diese Seiten machen einen echt depressiv!

Wie seht ihr das?
Sorry, aber ich musste mal Luft lassen :)
Liebe Grüße

Behibak
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Dalia
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Dalia »

Behibak hat geschrieben:Ich komme mit der Äußerung "Skoliose sei eine Krankheit" nicht klar!
Warum sollte es das sein? Bloß weil die Wirbelsäule aus der Norm ist, muss es doch nicht gleich eine "Krankheit" sein!!!
Ich komme mit dieser Äußerung einfach nicht klar!
Wie seht ihr das?

Ich meine ich kann doch trotzdem ein "normales" Leben wie alle anderen führen??
Die Sterblichkeit eines Skoliosepatienten sind doch nicht höher, wie bei einem "Gesunden"!
Es nervt mich, überall zu lesen, dass die Skoliose gleichgestellt wird mit einer schweren Krankheit!
Für mich ist es das nicht. Es gibt doch schlimmeres? Oder nicht? Wie seht ihr das??
Sehe ich ganz genauso wie du trotz meiner schweren Skoliose, die bei mir kaum Beschwerden verursacht. Mich nervt dieses Mitleid auch sehr.

Zu den Auswirkungen einer Schwangerschaft auf die Skoliose können andere Frauen, die das hinter sich haben, besser äußern. Aber es scheint so zu sein, dass nicht mit negativen Auswirkungen zu rechnen sind bzw. die eher gering sind. Allerdings ist es auch so, dass du nach der Geburt dein Kind viel tragen wirst, bis es einigermaßen vernünfitg laufen kann. Für deine Schwangerschaft wünsche ich dir alles Gute.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Behibak
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Behibak »

Siehst du also genauso! Finde ich gut!!!

Ich weis es gibt ihr auch einen Bereich für "schwangere Frauen". Aber die Fragen wollte ich gerne an die Allgemeinheit stellen.
Es interessiert mich, wie ihr psychisch darauf eingestellt seid, wie ihr das empfindet, dass man von Skoliose als Kranheit spricht! Ok es ist nicht die Norm! Aber ist man dann deshalb direkt "krank"???
Saphira
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Saphira »

Hallo Behibak,

ich sehe meine Skoliose auch nicht als Krankheit an, auch nicht meine angeborene Hüftfehlstellung, sondern als Abweichung der Norm. Aber ich sehe auch eine Sportverletzung nicht als Krankheit wie z.B. eine Grippe oder Krebs. Aber ich lege dem Begriff Krankheit auch eine andere Definition zugrunde als im medizinischen Sinne. Im medizinischen Sinne wird als Krankheit jedoch jegliche Abweichung der Norm bezeichnet. Der medizinische Begriff von Krankheit stimmt nicht unbedingt mit der Laienbestimmung des Begriffs überein. Das kann manchmal schon zu Verwirrungen führen. Wir bedürfen nämlich durchaus regelmäßig ärztlicher Versorgung, und sei es nur zur Kontrolle oder wegen Krankengymnastik. Aber ich würde mich selbst auch nicht als krank definieren.

Grüßle,

Saphira
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von walking on sunshine »

Hi Behibak :)
Als mir gesagt wurde, dass ich eine Skoliose hätte, war ich doch am Anfang ziemlich depressiv, weil mein alter Orthopäde mir nur komische Sachen erzählt hatte, von wegen mit meinem 13 Jahren könnte man doch eh nichts mehr machen und Korsett wäre nur sinnlose Quälerei.
Zum Glück bin ich mittlerweile schlauer als vorher und jetzt macht mir meine Skoliose herzlich wenig aus. Ich persönlich habe sogar das Gefühl, dass ich, seit ich mein Korsett bekommen hab, noch fröhlicher als vorher geworden bin.
Mich regt es auch total auf, wenn ich irgendwo im Internet irgendwelche Depri-Berichte finde, von wegen, alles ist jetzt nur noch Mist und grauenvoll.
Und wenn man den Satz "Skoliose ist eine Krankheit" mal laut vorließt, klingt das viel schlimmer als es eigentlich ist.
Du siehst, ich stimme dir also vollkommen zu. :ja:

Lg sunshine
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Behibak »

Also das bewirkt schon positives, wenn ich eure Einstellung dazu lese! Klasse!

Vielleicht trauen sich ja mehr sich dazu zu äußern?!
Wäre toll!

Eine Frage, die ich vergessen habe zu stellen!
Wie ist das mit der Optik? Sieht man es bei euch und leider ihr darunter?

Grüße

Behibak
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Raven »

Hallo Behibak,
Behibak hat geschrieben:Es interessiert mich, wie ihr psychisch darauf eingestellt seid, wie ihr das empfindet, dass man von Skoliose als Kranheit spricht! Ok es ist nicht die Norm! Aber ist man dann deshalb direkt "krank"???
Skoliose sehe ich als Krankheit an, obwohl (!) einen arg großen Toleranzbereich dessen habe, was ich als einzig und allein Normabweichung (nicht Krankheit) ansehe*.
Warum Skoliose eine Erkrankung ist?
- es verschlechtert sich
- mit der Zeit kommen oft (nicht immer) Schmerzen und Funktionseinschränkungen dazu
- es wird ärztlich behandelt.
Für mich hatte das gerade als Kind und Jugendliche schon viel Krankheitsaspekt, wenn ich bestimmte Dinge wegen der Skoliose nicht durfte/sollte, wenn für mich Kontrollen beim Orthopäden mit anschließenden Behandlungsanweisungen anstanden (ist ja nicht wie absolute Routineuntersuchungen beim Zahnarzt... es war schon etwas Spezielles, das für mich anstand), wenn es jahrelang nachmittags zweimal pro Woche zur Physiotherapie ging, wenn die Eltern auf das tägliche Üben zu Hause bestanden, wenn öfter ein Besuch beim Orthopädietechniker anstand, wenn mit den Lehrern bzgl. Korsettmitnahme bei Jugendherbergsaufenthalten geredet wurde und und und.
Das empfand ich schon ganz anders als Normabweichungen anderer Kinder, die bloß in den Bereich "Aussehen" fielen (ziemlich groß oder klein aber noch im Rahmen der Perzentile und keine dahintersteckende Erkrankung, abstehende Ohren) und nicht oder nur minimal behandelt wurden oder mit einer relativ kleinen, relativ üblichen Sache (Brille, Zahnspange) behandelt/versorgt wurden.

Für mich hat "krank" aber keinen abwertenden Charakter, genauso wenig wie "behindert". Es beschreibt nur einen Zustand. Und selbstverständlich kann man krank oder behindert sein, und trotzdem, der eine mehr, der andere weniger, aktiv im Alltag sein. Es muss sich auch nicht alles um die Erkrankung drehen. Ich denke da auch an Menschen mit - schwereren - Erkrankungen aus meinem Umfeld.

Mit übertriebenem Mitleid kann ich auch nichts anfangen. Mir begegnet das schon öfter, gerade, wenn Leute von meiner Wirbelsäulenversteifung erfahren, wenn ich etwas absolut nicht mitmachen kann. Manche denken, ich müsse sehr arm dran sein und furchtbar leiden - ob dem denn so ist, wird nicht gefragt -, sage ich etwa das Mitfahren bei der Skifreizeit ab, oder bitte ich um Hilfe bei etwas, von dem man ausgeht, ich würde das altersmäßig körperlich schaffen.
Ich weiß situationsbedingtes Mitgefühl zu schätzen, aber ich mag kein Mitleid. Mein Körper ist eben so, ist in manchen Punkten nicht so leistungsfähig und geschickt, und es ist gut, wenn jemand, der darum weiß, sein Mitgefühl in bestimmten Situationen zeigt (z.B. nicht ruppig, sondern verständnisvoll reagiert, wenn ich nicht schwer körperlich mit anpacken kann). Ich weiß es aber auch sehr zu schätzen, wenn das einfach als das, wie es ist, akzeptiert wird - genauso, wie es die allermeisten Leute einsehen, dass z.B. kleine Leute nicht so weit nach oben reichen können wie große, oder Einjährige noch nicht so gut gehen können, wo nun auch kein Mitleid unangebracht wäre (und auch nicht üblich ist).
Am besten, komme ich, ehrlich gesagt mit den Menschen aus, für die meine Einschränkungen einfach eine persönliche Eigenschaft sind (wie groß sein, klein sein, kurzsichtig sein... auch jeweils Einschränkungen mit sich bringt, auf die man achtet, die aber "alltagsüblicher" sind), die man in bestimmten Situationen berücksichtigt.

* Beispiele bzg. meiner Einstellung zu Normabweichung vs. Krankheit:

- Wäre Skoliose nichts, das sich verschlechtert, gerade im Jugendalter, hätte ich mich einer Behandlung verweigert. Das optische Aussehen einer krummen Wirbelsäule störte mich nie, nicht einmal mit 55 Grad Cobb vor der OP. Ich würde mir auch als Erwachsene keine rein optischen, nicht funktionseinschränkenden, nicht schmerzverursachenden und nicht für ihre Verschlechterung bekannten körperlichen Abweichungen therapieren lassen. Hingegen lasse ich Dinge, die für ihre Verschlechterung mit entsprechenden Konsequenzen bekannt sind, so früh wie sie erkannt wurden behandeln, und nicht erst, wenn schon "der Hase so richtig im Pfeffer liegt".
- Ich hätte eine Zahnspange bekommen sollen, um etwas "normgerechtere" Zähne zu bekommen. Da meine Zähne aber grob im Rahmen des üblichen sind, ich damit vernünftig essen und sprechen kann und keine Kieferprobleme habe, fand ich das unsinnig. Bereut habe ich es nie.
- Trotz Skoliose-OP habe ich einen Rippenbuckel, was gar nicht so selten ist. Eine Rippenbuckelresektion lehnte ich ab. Dass da die Rippen ein klein wenig anders "als üblich" aussehen, stört mich nicht, ebenso wenig die ungleichen Schultern. Ich trage auch Kleidung, in der man das deutlich sieht.

Viele Grüße
Raven
Zuletzt geändert von Raven am Di, 26.08.2014 - 21:19, insgesamt 1-mal geändert.
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es war geil und vermiss die Leute echt :) (und die Quälerei^^)
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Kaffeetrinker »

Ich sehe meine Hyperkyphose auch als Krankheit an.Wenn nicht bräuchte ich auch keine Therapien.
Aber ich lebe ganz gut damit und bin nach gut 20 Jahren Leidens immer noch positiv eingestellt.
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von walking on sunshine »

Behibak hat geschrieben:Eine Frage, die ich vergessen habe zu stellen!
Wie ist das mit der Optik? Sieht man es bei euch und leider ihr darunter?
Ich sehe es immer, wenn ich in den Spiegel sehe, aber warscheinlich nur, weil ich ganz genau weiß, wie es aussieht. Denn mir wird auch öfter gesagt, das es gar nicht auffällt. Manchmal wenn ich es in der Schule nicht anhab, es aber nicht sage, merken es meine Freunde (die es nun wirklich wissen) nichtmal und klopfen trotzdem munter. Und dann kriegen sie nen riesen Schreck, wenn sie auf weiche Haut treffen. :lach:
Ich zieh aber auch Sachen an, die enger geschnitten sind und bei denen es schon aufällt. Ich hab aber beschlossen, dass mir das egal sein kann. Ich bekomme auch keine komischen Kommentare deswegen.
Die einzigen Kommentare, die manchmal kommen sind, wenn mein Oberteil so verrutscht, dass man mein Korsett sehen kann, dass ich mich mal ordentlich anziehen soll. :P

LG sunshine
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Behibak »

Zu dem Argument, es verschlechtert sich. Fällt denn ein normaler Rücken nicht auch von zeit zu zeit dem Verschleiß zum Opfer? Ich meine, es heißt doch nicht umsonst, Deutschlands Nr.1 Leiden ist der Rücken.
Gut eine Skoliose entwickelt sich ( muss aber nicht ) seitlich zum schlechten, wogegen der "normale" Rücken, geradlinig durch Degenerierung zum Opfer fallen kann.
Ich will hier auf keinen Fall bestreiten, dass eine Skoliose keine Behandlung braucht - Vorallem im Kindesalter, soll/muss sie behandelt werden, denn da besteht die Möglichkeit zur Norm zurückzukehren.
Aber, wenn sie im Erwachsenenalter weiterhin besteht - gut, geh ich zum Physiotherapeuten bzw. Therapie! Aber das tun "gerade Rücken" doch auch?
Ich kann mich und will mich ungern als "Kranke" sehen! Krankheit ist mit Genesung verbunden! Eine Krankheit die keine Chance zur Genesung hat, darauf folgt für mich in unabsehbarer Zeit der Tod!
Eine Skoliose ist für mich daher keine Krankheit... denn daran verstirbt man nicht.
Ihr seht ich versuche mir die Skoliose als Abweichung von der Norm vorzustellen, und nur als das.

Natürlich geht jeder anders damit um. Ich möchte niemanden mit meiner Ansicht beleidigen oder zu Nahe kommen.

LG Behibak
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Raven »

Hallo Behibak,
Behibak hat geschrieben:Zu dem Argument, es verschlechtert sich. Fällt denn ein normaler Rücken nicht auch von zeit zu zeit dem Verschleiß zum Opfer? Ich meine, es heißt doch nicht umsonst, Deutschlands Nr.1 Leiden ist der Rücken.
schon, aber das passiert zusätzlich. "Üblicherweise" tritt sowas eher später ein. Die meisten - sagen wir mal - Jugendlichen, jungen Erwachsenen haben keine eingeschränkte Atemfunktion, Schmerzen beim Sitzen, andauernd Blockaden, Bandscheibenvorfälle..., sofern sie nicht gerade jede Bewegung meiden. Jemand, der mit 10 Jahren und vielleicht um die 30 Grad Cobb "anfängt", hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, unbehandelt diesen schlechteren Gesundheitszustand im jungen Erwachsenenalter zu erreichen. Wenn man das durch eine Behandlung mit z.B. Korsett, oder wenn nötig OP, vermeiden kann...

Andere "übliche" Rückenprobleme sind eher altersbedingtem Verschleiß, mangelnder Ergonomie (falsche Arbeitshaltungen, schweres Heben), Übergewicht, wenig Sport etc. geschuldet. Skoliose, Hyperkyphose, Blockwirbel und so weiter haben da eine ganz andere Ursache, und sind auch nicht durch "kauf' dir mal einen vernünftigen Stuhl, mach' Sport und bewege dich öfter" behebbar.

Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich hatte mit 13 Jahren eine Lungenkapazität von ungefähr 60 Prozent des alterstypischen Werts. Damit war ich kurzatmiger, mich strengte vieles an - obwohl ich Atemübungen machte, mich normal bewegte (kein Couchpotatoe), Physiotherapie betrieb und gertenschlank war. Die Skoliose schränkte die Lunge einfach so ein. Für mich hatte das Krankheitswert!
Aber, wenn sie im Erwachsenenalter weiterhin besteht - gut, geh ich zum Physiotherapeuten bzw. Therapie! Aber das tun "gerade Rücken" doch auch?
... aber nicht so oft und langanhaltend. Bei vielen ansonsten gesunden Erwachsenen ist Physiotherapie eine temporäre Sache, z.B. nach einem Sportunfall, oder bei unpassender Lebensführung (Beruf, der doch zu anstrengend ist, mangelnde Ergonomie, Verspannungen aufgrund von Stress...). Dass die meisten Erwachsenen mal kurzzeitig Physiotherapie haben, das habe ich in meinem Umfeld auch so erlebt: eben der Sportunfall, die heftigen Verspannungen aufgrund von Stress während der Prüfungsphase...
"Gesunde" junge Erwachsene mit Physiotherapie-Dauerverordnung, die auch über Jahre hinweg möglichst täglich ihre Übungen machen sollten, habe ich jedoch noch nicht erlebt. Bei Skoliosepatienten ist das aber die Regel. Eine Orthese zur Schmerzvermeidung zu tragen, ist bei einigen erwachsenen Skoliosepatienten der Fall, und nun auch nichts, das allgemein weit verbreitet ist. Von Menschen ohne Skoliose oder Hyperkyphose kenne ich sowas ansonsten nur zeitweise nach Sportverletzungen/Unfällen, nicht als tagtäglich getragenes Hartplastikkorsett.
Ich kann mich und will mich ungern als "Kranke" sehen! Krankheit ist mit Genesung verbunden! Eine Krankheit die keine Chance zur Genesung hat, darauf folgt für mich in unabsehbarer Zeit der Tod!
Eine Skoliose ist für mich daher keine Krankheit... denn daran verstirbt man nicht.
Ihr seht ich versuche mir die Skoliose als Abweichung von der Norm vorzustellen, und nur als das.
Skoliose ist mit Genesung bzw. Verbesserung verbunden.
An einer Erkrankung, die nicht (völlig) geheilt werden kann, stirbt man nicht zwangsläufig. Manch eine Erkrankung kann einen, gut behandelt, durch ein langes, aktives Leben begleiten.
Über die Krankheit definieren möchte ich auch nicht. Für mich bin ich einfach Raven, die unter vielen Eigenschaften eben auch Skoliose hat (so wie sie z.B. auch eine Brille hat und relativ klein ist). Für mich dominiert das auch nicht den Alltag, und ich bin einfach nicht die "arme Kranke". Oft genug habe ich schon gesagt, dass das in der Situation echt nicht der Rede wert ist, und ich mich schon melde, falls ich Hilfe brauche. Wenn mir, gerade als Kind und Jugendliche, jemand "Mitleidsbonus" geben wollte, oder auch das irgendwo lobend hervorgehoben wurde, dass ich dieses und jenes "trotz Krankheit" gemacht hätte ("wir gratulieren ihr für ihr Engagement in der Schulgemeinschaft, das sie trotz schwerer Krankheit leistete" --> ach du liebe Güte, ich hab' doch nicht Krebs! geht doch die Sache mal lockerer an!), wie war mir das unangenehm!
Krankheit sehe ich persönlich aber nicht erst dort, wo man daran versterben würde, sondern bereits dort, wo Beschwerden vorliegen. Ansonsten wären auch z.B. ein Bandscheibenvorfall, eine Mittelohrentzündung (gut, wenn es ganz blöd läuft, könnte man an so einer Infektion versterben), Paradontitis mit Zahnverlust mit 25, Fußfehlstellungen mit massiver Erschwernis des Gehens, fortschreitender Sehverlust mit Prognose "Erblindung"... auch in jungen Jahren keine Krankheiten und Behinderungen, weil man daran nicht verstirbt, und einen vieles davon im sehr hohen Alter fast zwangsläufig ereilen würde.
Natürlich geht jeder anders damit um. Ich möchte niemanden mit meiner Ansicht beleidigen oder zu Nahe kommen.
Beleidigt fühle ich mich damit auch nicht. Wie ich geschrieben hatte, ich gehe damit recht locker um, und für mich gehören Normabweichungen zum Leben dazu. Eine Krankheit beginnt für mich dort, wo es funktional einschränkt und Behandlung bedarf, was meines Erachtens bei einer Skoliose gegeben ist.

Viele Grüße
Raven
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Saphira »

Hallo ihr Lieben,
Raven hat geschrieben: Eine Krankheit beginnt für mich dort, wo es funktional einschränkt und Behandlung bedarf, was meines Erachtens bei einer Skoliose gegeben ist.
Das entspricht auch weitgehendst der medizinischen Definition von Krankheit: Abweichungen des Normalzustandes, die gewisse Einschränkungen gegenüber Gleichaltrigen, "gesunden" Menschen zur Folge haben, sei es vorübergehend oder dauerhaft (letzteres wäre dann eine chronische Krankheit oder Behinderung, an der man auch nicht zwangsläufig versterben muss), die einer gewissen medizinischen Behandlung bedarf.

Das Problem, worüber wir hier eigentlich sprechen ist, wie "krank" man sich mit solch einer "Krankheit" fühlt. Und da gehen die Gefühle natürlich auseinander, weil jeder Mensch eine Einschränkung seines Gesundheitszustandes anders empfindet. Der eine fühlt sich trotz starkem Rheumas und starken Schmerzen nicht krank und der nächste fühlt sich bei einer etwas heftigeren Erkältung schon sterbenskrank. Und beides ist legitim, weil jeder Mensch eben anders empfindet.

Ich gebe dir Recht, dass man bei einer Skoliose, so lange sie sich in mittlerem Maße hält, nicht gleich übertreiben muss, dass man damit schwer oder gar sterbenskrank wäre. Mich hat da mal eine Physiotherapeutin in einer Schmerzklinik mal fast auf die Palme gebracht, weil sie zu mir wegen meiner Rückenschmerzen doch glatt meinte, dass ich mit den Schmerzen ja fast ärmer dran wäre, als ein Rollstuhlfahrer, der vielleicht zwar gelähmt wäre, aber keine Schmerzen hätte :< . Solche Aussagen kann ich persönlich gar nicht ab :rolleyes: . Mitleid ist nicht meins. So "krank" fühle ich mich trotz gewisser Einschränkungen nicht. Mitleid finde ich persönlich hier wenig empathisch. Aber ich sehe es bei meiner Oma, dass manche Leute sowas durchaus gerne dazu nutzen, um Aufmerksamkeit bzw. sogar Mitleid zu erregen :rolleyes: . Aber wie gesagt, jeder Mensch empfindet das anders und geht folglich auch anders damit um und das sollte auch akzeptiert werden. Nur mir persönlich geht Mitleid auf die Nerven (davon werde ich schließlich auch nicht "gesünder" ;) ).

Skoliose ist zwar eine Krankheit (im medizinischen Sinne auf jeden Fall), aber wie "krank" wir uns damit tatsächlich fühlen, das ist individuell.

Grüßle,

Saphira
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Raven »

Hallo Saphira,
Raven hat geschrieben:Und beides ist legitim, weil jeder Mensch eben anders empfindet.
:ja: Lebenssituationen unterscheiden sich einfach, auch das Befinden bei selbiger "grundsätzlicher" Diagnose (Schmerzen oder keine Schmerzen). Beispielsweise bin ich mir sicher, dass jemand mit der selben Versteifungsstrecke nach Skoliose-OP, wie ich sie habe, eher leiden würde, der seinen Job aufgeben muss, dessen bisherige Freizeitgestaltung nicht mehr realisierbar ist...
... als ich, die erst nach der OP eine Berufsausbildung und ein Studium absolvierte, deren Traumjob (!) - oft kann man den ja sowieso auch aus anderen Gründen nicht durchführen - einschränkungsfrei durchführbar ist und die kein einziges Hobby aufgeben musste, weil sich all ihre Hobbies so um lesen, zeichnen, computern, leichte körperliche Betätigung... drehen und mich (echter, leistungsorientierter) Sport gar nicht interessiert, sodass ich nicht mal Wehmut empfinde, wenn ich eine angekündigte Gruppenaktivität (z.B. Verein, Betriebsausflug) absage, weil sie mir zu heftig ist (bei Skifahrten, Kettcar-Nachmittagen, Kajakfahren und dergleichen komme ich nicht mit, sowas endet einfach in Beschwerden). Ich hatte auch nicht das Problem, dass sich Freunde von mir abgewendet hätten. Somit ganz andere Situtation, als mitunter bei jemandem, wo richtig viel im Leben wegbricht.
Mich hat da mal eine Physiotherapeutin in einer Schmerzklinik mal fast auf die Palme gebracht, weil sie zu mir wegen meiner Rückenschmerzen doch glatt meinte, dass ich mit den Schmerzen ja fast ärmer dran wäre, als ein Rollstuhlfahrer, der vielleicht zwar gelähmt wäre, aber keine Schmerzen hätte :< . Solche Aussagen kann ich persönlich gar nicht ab :rolleyes: .
Und: Auch Querschnittslähmung macht nicht schmerzfrei. Schmerzen vom - erzwungenermaßen - langen Sitzen, von Zwangshaltungen (Räder antreiben) etc. sind häufig.

Viele Grüße
Raven
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Am Anfang:
Links : 32º
Rechts: 23º
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(Linker Bogen wahrscheinlich noch geringer)
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08/14 Kur in Bad Salzungen

Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von charlihatflockelieb »

Saphira hat geschrieben: Skoliose ist zwar eine Krankheit (im medizinischen Sinne auf jeden Fall), aber wie "krank" wir uns damit tatsächlich fühlen, das ist individuell.
So würde ich es auch Definieren :top:
Lg Charli
Behibak
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Behibak »

Hallo Zusammen,

ist es denn dann eher verantwortungslos von mir, dass ich das Leben trotzdem so lebe, als gäbe es die Skoliose gar nicht?
Ist es meine Pflicht, die Skoliose täglich in das Leben einzubeziehen?
Also ich gehe jetzt von Nicht-operierten Skoliosen.

Denn ich muss zugeben, ich habe wirklich so gut es eben ging die Skoliose verdrängt.
Ich habe zwar Dr. Hoffmann besucht, mir eine vernünftige Diagnose erstellen lassen, ein Rahmouni-Korsett verschrieben bekommen, auch getragen ( bis eben die Schwangerschaft es zuließ ), habe KG nach Schroth gemacht. Aber davor und danach habe ich die Skoliose schlichtweg "vergessen"!

Ich wünschte ich hätte diese Skoliose nicht und müsste mir keine Gedanken drum machen, ob ich das und jenes überhaupt tun dürfte oder nicht.
Überall liest man, dass Skoliosen ( ich bin nun 30 ) im Erwachsenenalter stabil wären.
Dann lese ich aber hier im Forum, dass man sich auf keinen Fall darauf verlassen kann.
Manchmal weis ich wirklich nicht woran ich bin.
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Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von Raven »

Hallo Behibak,
Behibak hat geschrieben: ist es denn dann eher verantwortungslos von mir, dass ich das Leben trotzdem so lebe, als gäbe es die Skoliose gar nicht?
Ist es meine Pflicht, die Skoliose täglich in das Leben einzubeziehen?
Also ich gehe jetzt von Nicht-operierten Skoliosen.
nein, das ist nicht verantwortungslos - solange es dir damit gut geht, und du nicht z.B. heftige Schmeren in Kauf nimmst, nur, um für andere unauffällig zu wirken. Das fände ich dann echt bedenklich.
Überall liest man, dass Skoliosen ( ich bin nun 30 ) im Erwachsenenalter stabil wären.
Dann lese ich aber hier im Forum, dass man sich auf keinen Fall darauf verlassen kann.
Manchmal weis ich wirklich nicht woran ich bin.
Das hängt auch von der Gradzahl ab.

Viele Grüße
Raven
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Diagnose: Skoliose, angeborene Wirbelfehlbildung, Beckenschiefstand
Therapie: Korsetttherapie (5 Jahre), KG nach Schroth, Reha Sobi Nov/Dez 2013
Wohnort: Stuttgart

Re: Skoliose ist doch nicht gleich ein Todesurteil!!!

Beitrag von lodriane »

Hallo Behibak,

ich habe mir jetzt alles auf die Schnelle gar nicht durchgelesen.
Ich habe nur gelesen das du auch schwanger bist und wollte dir dazu gleich was schreiben.
Ich bin gerade in der 25 SSW und habe schon seit 2 Monaten wirklich Probleme. Ich habe das Glück, dass ich wirklich nach der Korsetttherapie nur noch ein kleines Skoliöschen hatte und habe. Aber ich habe Schmerzen und weis nicht mehr wie ich sitzen, stehen und laufen soll. Leider werde ich beim Orthopäden (eine bitte an die anderen User: Ja, ich bin bei einen guten Skoliosespezialisten wo viele User deutschlandweit anreisen) überhaupt nicht für voll genommen. Bei meinem früheren Orthopäden bekam ich immer manuelle Therapie etc. weil ich in der LWS immer doll verspannt bin und die Schmerzen nach ner gewissen Zeit ins Bein ausstrahlen Jetzt. NULL. Habe ja keine hohen Gradzahlen. Es ist wirklich ein Witz. Ich muss mich auf Arbeit quälen und weis nicht was ich machen soll. Die Schmerzen strahlen mitlerweile über den halben Oberschenkel. Links wie rechts. (Das ist übrigends auch der Punkt, weshalb ich mich zurzeit hier so rar mache. Ich bin verzweifelt und weis nicht wie ich anderen gerade überhaupt Mut machen soll.)

Die Skoliose an sich sehe ich auch nicht als "Krankheit". Die Probleme die man mit dieser aber bekommen kann sind echt ätzend und sollte man schon ernst nehmen. Ich gebe aber selber zu, dass ich, wenn ich keine Schmerzen habe, oft nicht an meine Skoliose denke (KG wird ganz klar gemacht). Ich finde die Skoliose sollte nicht das Leben bestimmen. Man muss damit lernen zu leben. Man wird sie ja doch nicht los.

Behibak, ich wünsche dir alles, alles Gute. Du hast es ja bald geschafft. :)
Und mach dich nicht verrückt mit den Gradzahlen. Ich mache mich auch immer gern verrückt, weil ich denke, dass meine Skoli schlimmer geworden ist. Aber ich finde so nen Würmchen ist es wert. Egal ob die Skoli sich verschlimmert oder nicht. Du kannst es nicht ändern und für so nen Mäuchsen nimmt man viel auf sich :).

glg
lodri
Alles was ich schreibe, ist meine Meinung und spiegelt nicht die Meinung anderer wieder!

Du hast mich noch nicht erkannt,
obwohl ich vor dir steh.
Ich möchte mit dir reden,
doch irgendwie kann ich's nicht.
Ich hab dich lang nicht mehr gesehn,
guck jetzt in dein Gesicht.
Ich suche einen alten Freund,
doch ich entdecke nichts.
(DTH)
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