Hi,
Silas hat die wesentlichen Unterschiede zwischen Osteopathie und Manueller Therapie bereits gut beschrieben.
Bei beiden Methoden werden jedoch die Störungen nicht nur ertastet sondern anhand von Anamnese, Sichtbefund und der Beurteilung von Bewegungsabläufen beurteilt. Dabei geht die Osteopathie tatsächlich von einem größeren Zusammenahng aus, wobei zum Beispiel die Beweglichkeit innerer Organe und Faszien (eine Art bindegewebiges Netz, das den ganzen Körper durchzieht) eine große Rolle spielen. Die Manuelle beschränkt sich hingegen auf die Störung der Gelenkbeweglichkeit, wobei aber auch hier nicht nur die Knochen sondern auch die ein Gelenk umgebenden Strukturen Beachtung finden.
Die Manuelle ist innerhalb der Physiotherapie von den Krankenkassen anerkannt und wird auch bezahlt (immerhin ca 2,-€ mehr pro Behandlung

) und muss in einer berufsbegleitenden Ausbildung an anerkannten Ausbildungsstätten gelernt werden.
Die Osteopathieausbildung ist teuer und zeitaufwändig und wird von den Kassen nicht übernommen, weshalb ich mich zum Beispiel dagegen entschieden habe, diese Ausbildung zu absolvieren.
Zu deiner Frage, ob Osteopathie bei einer Skoliose helfen kann würde ich sagen, dass sie als ergänzende Methode zu Schroth dazu beitragen kann, dass die passive Beweglichkeit sämtlicher an der Skoliose beteiligter Strukturen verbessert und so die aktive Korrektur der Krümmungen erleichtert wird.
Ohne Schroth, also ohne die bewusste Selbstkorrektur des oder der Betroffenen läuft sie m.E. ins Leere, weil du ja ohne den Muskelaufbau und die aktive Korrektur der Fehlstellung immer wieder in die Krümmungen hinein gehst, ohne dir dessen bewusst zu sein.
Da gibt es sicher unter den Physiotherapeuten unterschiedliche Meinungen aber ich bin mir sicher, dass so ziemlich jedeR SchroththerapeutIn meine Meinung teilt.
LG
Karin