Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

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minimine
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von minimine »

Hallo Stefan,

ich war mal auf einer Veranstaltung vom Bundesverband Skoliose, bei dem Dr. Hoffmann zusammen mit einem Kieferorthopäden einen Vortrag über Zusammenhänge von Skoliose und Kieferproblemen gehalten hat. Soweit ich weiß, hat Dr. Hoffmann auch mit diesem KO zusammengearbeitet, ich weiß aber leider nicht mehr, wie der KO hieß. Vielleicht rufst du mal bei Dr. Hoffmann an und fragst nach bzw. kannst du dich ja auch erkundigen, ob du evtl. sogar bei beiden am selben Tag einen Termin bekommen könntest (wenn das für dich in Frage kommen würde).
LG
Minimine

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Alex_activitas
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo Stefan,

Deine Zusammenfassung ist korrekt - Du hast es also richtig verstanden. ;-)
Staw hat geschrieben:Gibt es auch bei Zahnärzten Spezialisten, die mit Kieferangelegenheiten oder Skoliose/Hyperkyphose-Bezug Erfahrung haben?
Ja, die gibt es. Aber auch sie sind rar gesät.
Daher finde ich den Tipp von minimine sehr gut:
minimine hat geschrieben:Vielleicht rufst du mal bei Dr. Hoffmann an und fragst nach (...)
Das würde ich versuchen.
Staw hat geschrieben:Das Schleifen war nicht viel.
Darauf kommt es beim Schleifen nicht an. Wenn die Ursache für die Kiefergelnksproblematik nicht an "zu hohen Zähnen" liegt, macht das Einschlefen nämlich keinen Sinn! Daher wundert es micht schon, dass sie gleich beim ersten Termin die Zähne einschleift. Denn damit ändert sie den Input, der von den Zähnen kommt - ohne zu wissen, ob damit am Problem oder nur an einem Symptom gearbeitet wird.

Gruß,
Alex
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von mama41 »

Hallo Stefan,

der Kieferorthopäde müsste http://www.jameda.de/leonberg/zahnaerzt ... 0237351_1/ sein.
Gruß,
Andrea
Staw
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von Staw »

Hallo,

auch an Dich vielen Dank Mama! Ich werde mich bei Dr. Hoffmann und Dr. Günter Lang jun. melden.

Am Donnerstag war ich wie angekündigt noch einmal bei der Zahnärztin:

Sie hatte sich meinen Text durchgelesen und sich darüber Gedanken gemacht. In der Sprechstunde hat sie mir dann erzählt, dass ich mich eventuell selber psychisch in die Sache hineinsteigere und zu sehr im Alltag auf meinen Mund achte (Gedanken wie "Sehe ich verkrampft aus?" oder "Mein Gesicht schmerzt.") und nicht oft und laut genug lache. Man gerate schnell in einen Teufelskreis und deswegen solle ich ganz bewusst locker lassen. Sie war sehr nett und hat ein paar Scherze gemacht. Gerade jetzt ist mir aber aufgefallen, dass, wenn ich meinen Kopf länger ganz gerade halte, die Verspannungen etwas leichter sind. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass die Skoliose/Hyperkyphose dafür verantwortlich sind und ich mich darum kümmern werde.

Eine IPR-Schiene wollte sie mir doch nicht mehr empfehlen. Sie hat mir die Adresse eines anderen Zahnarztes in der Nachbarstadt Greifswald gegeben und eine Überweisung an diesen geschrieben mit Befund "CMD". Dieser sei ein Partner von ihr und sei auf Schienen spezialisiert. Ich solle mich aber erst bei ihm melden, wenn ich eine Weile das locker lassen probiert habe.

Lieben Gruß

Stefan
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Alex_activitas
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo Stefan,
Staw hat geschrieben:Ich werde mich bei Dr. Hoffmann und Dr. Günter Lang jun. melden.
Das halte ich für eine gute Idee.
Staw hat geschrieben:Eine IPR-Schiene wollte sie mir doch nicht mehr empfehlen. Sie hat mir die Adresse eines anderen Zahnarztes in der Nachbarstadt Greifswald gegeben und eine Überweisung an diesen geschrieben mit Befund "CMD". Dieser sei ein Partner von ihr und sei auf Schienen spezialisiert. Ich solle mich aber erst bei ihm melden, wenn ich eine Weile das locker lassen probiert habe.
Wenn ich das so lese, solltest Du tatsächlich nicht zu ihr gehen. Sie hat wohl wenig Erfahrung mit der Schienenversorgung. Gut ist, dass sie Dich dann an einen Kollegen empfiehlt, der sich damit auskennt.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man nicht gleich an den Zähnen "herumschleifen" sollte.

Geh zu Dr. Hoffmann und Kollegen und/oder zu Dr. Wühr. Ich denke, dann kommst Du auf einen grünen Zweig.
Die paar Wochen machen jetzt den Kohl auch nicht mehr fett. Besser warten, als dass jetzt "auf die Schnelle" etwas angefangen wird, was Dich nicht weiterbringt.

Viele Grüße,
Alex
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Staw
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von Staw »

Hallo,

ich wollte mich mal wieder melden. Es sind jetzt noch etwa 4 Wochen bis zu meinem Termin bei Dr. Hoffmann.

Würdet Ihr mir zusätzlich empfehlen, einen Termin bei Dr. Wühr oder dem Zahn-/Kiefernspezialisten Dr. Lang Jun. zu holen?

Ich habe bis jetzt gedacht, dass ich erst einmal die Vermessung und die Empfehlung von Dr. Hoffmann brauche.

Derzeit komme ich mit meinem Bruxismus etwas besser zurecht, weil ich das sanfte Kaugummikauen neu für mich entdeckt habe ;)

Trotzdem würde ich mich riesig freuen, wenn ich nicht mehr (so stark) knirsche.

Lieben Gruß aus den Semesterferien in Kiel

Stefan
Staw
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von Staw »

Hallo,

nachdem ich länger nichts mehr geschrieben habe, bin ich jetzt wieder einen Schritt weiter.

Endlich stand mein Termin vor der Tür und ich bin von Kiel über Stuttgart nach Leonberg gefahren. Dort hatte ich einen Besuch bei Dr. Hoffmann und - weil ich nicht in der Nähe wohne - zum Glück noch einen spontanen Termin direkt im Anschluss bei Dr. Lang bekommen.

Dabei wurde als erstes meine Wirbelsäule von vorne und von der Seite gemessen. Falls ihr die festgestellten Winkel wissen möchtet, kann ich sie gerne in Kürze noch einmal nachmessen. Sie lagen aber, wie ich erwartet hatte, bei jeweils 5°-20°, also etwa in dem Bereich, der medizinisch noch als unerheblich gilt.

Darauf hin nahm sich Dr. Hoffmann eine Stunde Zeit für mich, in der ich ihm möglichst genau die Informationen schilderte, die ich auch hier aufgelistet habe. Er untersuchte meinen Körper und sein Fazit war (in eigenen Worten), dass ich eine Muskelverkürzung habe. Meine Knochen seien in der Pubertät schneller gewachsen als meine Muskeln. Dazu habe ich einen unsymmetrisch geformten Kiefer, wodurch sich mein Körper anpasse, und mein eigentliches Problem enstünde - die Verspannungen im Wangenmuskulaturbereich.

Dr. Hoffman hat mir deshalb Krankengymnastik zur Dehnung und Lockerung der Muskulatur verschrieben. Außerdem solle ich mein Fitnesstraining beenden, weil dieses den Fortschritt beim Dehnen zunichte machen könne. Das hat mich schwer getroffen, weil ich leidenschaftlich gerne trainiere.

Bei Dr. Lang wurde ich ebenfalls untersucht und dieser riet mir von einer Schienenbehandlung, außerhalb der bereits bestehenden Kunststoffschiene zum Zahnabriebschutz, ab. Er gab mir zur kiefer-spezifischen Weiterbehandlung die Adresse von Dr. Entrup aus Hannover und seiner Frau, welche Heilpraktikerin ist. Diese sollen, wie Dr. Lang mir sagte, NICHT den Biß, sondern die Muskelverkürzung in den Vordergrund stellen.

Auf der Überweisung von Dr. Hoffmann an Dr. Lang steht:
"mandibuläre Mittellinienverschiebung bei leichter Beckenassymetrie zu ungunsten der linken Seite"

...und auf dem Rezept für Krankengymnastik von Dr. Hoffmann steht:
"WS1a massive LSS, Verkürzung der ischiocruralen Muskulatur, Funktionseinschränkung -> lockern, lösen, dehnen und kein Muskelaufbau".


Dazu wollte ich Euch noch fragen, ob Ihr wisst, auf welchem Wege ich am besten an einen geeigneten Krankengymnasten komme, ob Ihr auch meint, dass ich mein Training nicht wieder fortführen sollte, und was ihr sonst noch so für Kommentare oder Gedanken dazu habt.

So, das war es erst einmal.

Lieben Gruß

Stefan :-)
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von Kaffeetrinker »

Auf gut deutsch gesagt dehnen wie die Weltmeister :D
Muskelaufbau würde hier zu einer weiteren Verkürzung führen!!

Also erstmal dehnen bis alles soweit im Lot ist, dieses kann durchaus mehrere Monate dauern und sollte jede Physio beherrschen.
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von Klaus »

Staw hat geschrieben:Dabei wurde als erstes meine Wirbelsäule von vorne und von der Seite gemessen. Falls ihr die festgestellten Winkel wissen möchtet, kann ich sie gerne in Kürze noch einmal nachmessen. Sie lagen aber, wie ich erwartet hatte, bei jeweils 5°-20°, also etwa in dem Bereich, der medizinisch noch als unerheblich gilt.
Also die Winkel der seitlichen Aufnahme sollten andere sein, sonst hättest Du mit mit 5-20 Grad schon eine ziemliche Steilstellung der LWS und BWS. :)
Dr. Hoffman hat mir deshalb Krankengymnastik zur Dehnung und Lockerung der Muskulatur verschrieben. Außerdem solle ich mein Fitnesstraining beenden, weil dieses den Fortschritt beim Dehnen zunichte machen könne. Das hat mich schwer getroffen, weil ich leidenschaftlich gerne trainiere.
Diese Empfehlung kommt häufig, wenn die Strukuren stark verkürzt sind. Mach ja auch keinen Sinn in der Fehlhaltung zu trainieren, die man evtl. als solche definieren könnte. Das heißt aber nicht, dass man später (viel später) wieder damit anfangen kann. Du brauchst Muskeln, aber in der richtigen Position.
...und auf dem Rezept für Krankengymnastik von Dr. Hoffmann steht:
"WS1a massive LSS, Verkürzung der ischiocruralen Muskulatur, Funktionseinschränkung -> lockern, lösen, dehnen und kein Muskelaufbau".
Oh, das sind aber wenige Anwendungen, weil WS1 als Diagnoseschlüssel nur 6x KG zulässt.

Gruß
Klaus
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Re: Bruxismus durch Skoliose (und Kyphose/Lordose)?

Beitrag von Alex_activitas »

Klaus hat geschrieben:Oh, das sind aber wenige Anwendungen, weil WS1 als Diagnoseschlüssel nur 6x KG zulässt.
Aber ein Wechsel auf WS2 (und somit weitere 12 Behandlungen) ist ohne größere Probleme möglich.

Gruß,
Alex
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