Hallo liebe Forummitglieder!
Ich war heute in Neustadt in der Schön Klinik. War alles super, haben mich gut beraten und umsorgt. Jetzt ist raus gekommen das ich eine schwere Skoliose haben in Brustwirbelbereich habe ich 53° verkrümmung und im Lendenwirbelbereich habe ich 60° Verkrümmung. Alles ziemlich schlimm. Bei mir soll Brust und Lendenwirbelbereich von Th6 bis L4 versteift werden. Eine ziemlich lange Strecke. Ich wollte nach meinem 18 Geburtstag operiert werden, also im Herbst. Jetzt wollte ich fragen ob die richtige Entscheidung ist, mir das mit 17 versteifen zu lassen? Eine so lange Strecke. Und kann man sich danach also wenn es verheilt ist alles machen wie vorher? Also bewegungstechnisch wie ein normaler Mensch ohne Versteifung oder geht das nicht so gut? Ich habe schon Angst vor der Op. Vorallem was da alles passieren kann. Lähmung und so. Und wenn man die Stäbe in den Wirbeln hat, kann da schnell was brechen oder sich Lockern?
Danke schonmal im vorraus.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag.
Op ja oder nein?
- Raven
- Profi

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- Registriert: Fr, 21.01.2011 - 21:33
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
- Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Re: Op ja oder nein?
Hallo Nelke,
welche Therapien hattest du bislang? Wenn Physiotherapie und/oder Korsett: Welche Art von Physiotherapie, woher stammt das Korsett?
Die geplante Versteifungsstrecke ist ziemlich lang, zwar etwas kürzer als meine (Th3-L5), aber dennoch eben lang. Zum Alter: Ich selbst wurde noch jünger operiert, mit erst 13 Jahren. Vorteil einer OP in jungen Jahren ist sicherlich die meist raschere Genesungszeit sowie dass du in deinem Alter (nehme ich mal an) noch keine eigene Familie zu versorgen hast, nicht alleine wohnst und noch nicht berufstätig bist. Solche gewissen Vorteile sollen natürlich nicht bedeuten, dass man sich unbedingt in jungen Jahren operieren lassen soll! Eher meine ich das so: Wenn eine OP wirklich nötig ist, steckt man sie jung zumeist besser weg.
Inwieweit eine OP bei dir nötig ist oder sich noch andere Behandlungsmethoden anbieten. Dazu wäre eben wichtig zu wissen, ob und welcher Art bei dir bislang eine Behandlung mit Physiotherapie und/oder Korsett stattfand.
Zu den Risiken einer OP, insbesondere der von dir angebrochene Stabbruch: Stabbrüche kommen leider vor, sei es Bruch der Implantate bei erlaubten Belastungen durch Materialdefekt, ungenügendes Einwachsen der Implantate, Bruch der Implantate bei klar nicht erlaubten Belastungen. In diesen Fällen wird häufig (aber nicht immer) erneut operiert, um z.B. Teile des Implantatsystems zu ersetzen (insbesondere bei Implantatbruch in der ersten Zeit nötig) oder ersatzlos zu entfernen.
Zum Punkt "alles machen wie bisher": Bestimmte Bewegungen sind ganz klar nicht möglich, da der Bereich vom ersten bis zum letzten Wirbel unbeweglich starr bleibt - genauso starr wie ein durchgehender Knochen. Auch Bewegungen in angrenzenden Bereichen werden oft mühsamer, da man für Bewegungen, die einem vorkommen als seien sie nur in einem bestimmten Bereich, normalerweise doch wesentliche Teile der Wirbelsäule mitbewegt. (Beispiel: Meine Versteifung beginnt ab Th3. Dadurch kann ich den Kopf nicht normal weit seitlich drehen, da ein Drehen des Kopfes nicht nur etwas mit Kopf und Halswirbelsäule zu tun hat, sondern sich normalerweise auch ein Teil der Brustwirbelsäule mitdrehen würde.) In alltäglichen Bewegungen kann man aber gut kompensieren - meinen Haushalt kann ich normal erledigen (schwere Einkäufe kann ich nicht tragen, aber dafür gibt es Alternativen), Autofahren (Zusatzspiegel sind aber sinnvoll), studieren und arbeiten gehen (bei mir Bürojob), an Freizeitaktivitäten teilnehmen (war gestern z.B. Frisbee spielen, gehe gerne wandern, mache oft Tagesausflüge). Es ist auch nicht so, dass man auffällig steif oder "wie ein Roboter" herumlaufen würde; die erste Zeit sind die Bewegungsabläufe schon noch auffällig, aber das normalisiert sich mit der Zeit.
Mühsam ist für mich und viele andere Patienten mit Versteifung in der LWS hingegen z.B. niedrig sitzen (am Boden oder auf einem Bodenkissen sitzen), manche Stühle sind sehr unbequem (verursachen für mehrere Tage andauernde Rückenschmerzen), auch Arbeiten in Hocke oder vornüber gebeugt (vornüber beugen geht noch aus der Hüfte) finde ich anstrengend.
Manche Berufe sind mit Versteifung schlechter auszuüben oder auch nicht zu empfehlen, wobei man hier bis auf einige Berufe keine pauschalen Tipps geben kann. Es gibt durchaus Patienten, die mit einem allgemein nicht empfehlenswerten Beruf (z.B. Krankenschwester) gut zurecht kommen, sowie auch solche, die in harmloser wirkenden Berufen wie Bürotätigkeit Probleme haben.
Zur weiteren Information über eine OP empfehle ich dir dieses Forum: www.skoliose-op.info
Viele Grüße
Raven
welche Therapien hattest du bislang? Wenn Physiotherapie und/oder Korsett: Welche Art von Physiotherapie, woher stammt das Korsett?
Die geplante Versteifungsstrecke ist ziemlich lang, zwar etwas kürzer als meine (Th3-L5), aber dennoch eben lang. Zum Alter: Ich selbst wurde noch jünger operiert, mit erst 13 Jahren. Vorteil einer OP in jungen Jahren ist sicherlich die meist raschere Genesungszeit sowie dass du in deinem Alter (nehme ich mal an) noch keine eigene Familie zu versorgen hast, nicht alleine wohnst und noch nicht berufstätig bist. Solche gewissen Vorteile sollen natürlich nicht bedeuten, dass man sich unbedingt in jungen Jahren operieren lassen soll! Eher meine ich das so: Wenn eine OP wirklich nötig ist, steckt man sie jung zumeist besser weg.
Inwieweit eine OP bei dir nötig ist oder sich noch andere Behandlungsmethoden anbieten. Dazu wäre eben wichtig zu wissen, ob und welcher Art bei dir bislang eine Behandlung mit Physiotherapie und/oder Korsett stattfand.
Zu den Risiken einer OP, insbesondere der von dir angebrochene Stabbruch: Stabbrüche kommen leider vor, sei es Bruch der Implantate bei erlaubten Belastungen durch Materialdefekt, ungenügendes Einwachsen der Implantate, Bruch der Implantate bei klar nicht erlaubten Belastungen. In diesen Fällen wird häufig (aber nicht immer) erneut operiert, um z.B. Teile des Implantatsystems zu ersetzen (insbesondere bei Implantatbruch in der ersten Zeit nötig) oder ersatzlos zu entfernen.
Zum Punkt "alles machen wie bisher": Bestimmte Bewegungen sind ganz klar nicht möglich, da der Bereich vom ersten bis zum letzten Wirbel unbeweglich starr bleibt - genauso starr wie ein durchgehender Knochen. Auch Bewegungen in angrenzenden Bereichen werden oft mühsamer, da man für Bewegungen, die einem vorkommen als seien sie nur in einem bestimmten Bereich, normalerweise doch wesentliche Teile der Wirbelsäule mitbewegt. (Beispiel: Meine Versteifung beginnt ab Th3. Dadurch kann ich den Kopf nicht normal weit seitlich drehen, da ein Drehen des Kopfes nicht nur etwas mit Kopf und Halswirbelsäule zu tun hat, sondern sich normalerweise auch ein Teil der Brustwirbelsäule mitdrehen würde.) In alltäglichen Bewegungen kann man aber gut kompensieren - meinen Haushalt kann ich normal erledigen (schwere Einkäufe kann ich nicht tragen, aber dafür gibt es Alternativen), Autofahren (Zusatzspiegel sind aber sinnvoll), studieren und arbeiten gehen (bei mir Bürojob), an Freizeitaktivitäten teilnehmen (war gestern z.B. Frisbee spielen, gehe gerne wandern, mache oft Tagesausflüge). Es ist auch nicht so, dass man auffällig steif oder "wie ein Roboter" herumlaufen würde; die erste Zeit sind die Bewegungsabläufe schon noch auffällig, aber das normalisiert sich mit der Zeit.
Mühsam ist für mich und viele andere Patienten mit Versteifung in der LWS hingegen z.B. niedrig sitzen (am Boden oder auf einem Bodenkissen sitzen), manche Stühle sind sehr unbequem (verursachen für mehrere Tage andauernde Rückenschmerzen), auch Arbeiten in Hocke oder vornüber gebeugt (vornüber beugen geht noch aus der Hüfte) finde ich anstrengend.
Manche Berufe sind mit Versteifung schlechter auszuüben oder auch nicht zu empfehlen, wobei man hier bis auf einige Berufe keine pauschalen Tipps geben kann. Es gibt durchaus Patienten, die mit einem allgemein nicht empfehlenswerten Beruf (z.B. Krankenschwester) gut zurecht kommen, sowie auch solche, die in harmloser wirkenden Berufen wie Bürotätigkeit Probleme haben.
Zur weiteren Information über eine OP empfehle ich dir dieses Forum: www.skoliose-op.info
Viele Grüße
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
OP-Röntgenbilder
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- Nelke17
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- Beiträge: 9
- Registriert: Di, 31.01.2012 - 15:29
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- Diagnose: Doppelbogige Skoliose
Brustwirbelsäule : 53°
Lendenwirbelsäule : 60° - Therapie: Op in Neustadt dieses Jahr
- Wohnort: Lübeck
Re: Op ja oder nein?
Ich habe von meinem Orthopäden Krankengymnastik verschrieben bekommen. Die hat mit mir beim Muskelaufbau geholfen. Ein Korsett hatte ich nicht, da das bei mir nichts bringt meinte der Arzt in Neustadt. Er meinte ich habe einen Verkrümmung die man nur noch mit einer Op fast begradigen kann. Ich bin schon enttäuscht, dass man nicht anderes mehr machen kann. Aber er sagte ja ich kann mir noch Zeit lassen, was ich möchte. Besser wäre eine Op. Ach ich muss noch überlegen was ich nun mache. Es ist schon schwierig.
Nette Grüße
Nelke
Nette Grüße
Nelke