Ich bitte um Hilfe...!

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miko
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Ich bitte um Hilfe...!

Beitrag von miko »

Hallo allerseits,

ich bitte um euer Hilfe...da ich sehr verzweifelt bin.
Vielleicht muss ich mir einfach auch nur meinen Frust einmal von der Seele schreiben ?!

Ich leide nach einer Bauchspeicheldrüsenoperation (Entfernung eines Tumors) an sehr starken Rückenschmerzen; gem. den Kontrolluntersuchungen an der Bauchspeicheldrüse ist soweit alles in Ordnung. Ein Orthopäde hatte eine "leichte" Skoliose festgestellt; auch wurde eine Kyphose (Rundrücken) und ein kleiner Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) u. Halswirbelsäule (HWS) mittels eines MRT sowie Knochenszyntigrafie festgestellt. Antwort des Orthopäden: nehmen sie Paracetamol und lassen sie sich Krankengymnastik verschreiben ! Sämtliche Therapieversuche (Krankengymnastik, Massagen hatten die Schmerzen nur noch schlimmer gemacht; erweiterte Physiotherapien, Fangopackungen (Wärmetherapien) hatten überhaupt nichts gebracht. Nun hatte ich mich vor ca. einen Jahr selbst bei einer ambulanten Schmerztherapie überweisen lassen, da ich die Schmerzen nicht mehr aushalten konnte, den mit Paracetamol sowie den nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten konnte dieser drückende Schmerz nicht bekämpft werden.
Ich bekomme starke Opiode, welche jedoch auch nur bedingt helfen. Gestern war ich in der Schmerzambulanz; der Doc. hatte mit Hilfe eines Bildwandlers ein lokal wirkendes Schmerzmittel zwischen die Schulterblätter gespritzt; als in den Bereich, wo ich eine Blockade besitze, welche sehr sehr schmerzhaft ist. Mein Körper hat wohl bereits eine Art Schonhaltung eingenommen ?! Jedoch wirkt dieses Medikament auch nur 12 Stunden; nach 4 Wochen will er mir noch in die Lendenwirbelsäule spritzen.
Aussage vom Doc. : "Kein Wunder , warum sie so starke Schmerzen haben...sie haben eine ausgeprägte Skoliose !" Ich sollte Krankengymnastik machen... Das Deutsche Skoliosezentrum ist in Bad Wildungen, also bei mir vor der Haustür. Sollte ich mich da mal vorstellen, um die Gradzahl ermitteln zu lassen, Vorschlag eines Korsettes einholen (bei entsprechender Gradzahl) ?
Nun zu meinen Problemen:

1. Ich habe trotz Einnahme von starken Schmerzmitteln immer noch höllische Schmerzen
2. Dadurch habe ich Schlafprobleme; bin morgens wie gerädert, bin auch körperlich und seelisch ziemlich angeschlagen
3. Soziale Kontakte sowie Unternehmungen werden durch mich schon abgelehnt (größere Unternehmungen)
4. Längere Fahrten sei es als Fahrer oder Beifahrer kann ich auch nicht mehr machen (Schmerzen werden mehr!)
5. Überhaupt körperliche Bewegungen verstärken den Schmerz
6. Beruflich werde ich von vielen als Simulant bezeichnet

Habt ihr vielleicht noch Ideen , was ich gegen die Schmerzen machen kann ?
Beruflich habe ich die Möglichkeit mich natürlich krank schreiben zu lassen, doch das möchte ich ungern...(nur wenn die Schmerzen sehr groß sind). Auch habe ich die Möglichkeit: "Dienst nach eigenen Ermessen"...Was haltet ihr davon ?
Ich hatte gelesen, dass nach Diagnose einer Skoliose sehr früh mit Reha-Maßnahmen gehandelt werden sollte, damit die Skoliose evtl. nicht so schnell voranschreitet ? Mein "Hausarzt" weiß davon bereits seit 3 Jahren; es wurde aber außer Krankengymnastik nichts weiter unternommen ?

Ich würde gerne eure Meinung zu meinen Fall hören !

Vielen Dank im voraus.

MIKO
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Klaus
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Re: Ich bitte um Hilfe...!

Beitrag von Klaus »

MIKO hat geschrieben:Ein Orthopäde hatte eine "leichte" Skoliose festgestellt; auch wurde eine Kyphose (Rundrücken) und ein kleiner Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) u. Halswirbelsäule (HWS) mittels eines MRT sowie Knochenszyntigrafie festgestellt. ....
Ich hatte gelesen, dass nach Diagnose einer Skoliose sehr früh mit Reha-Maßnahmen gehandelt werden sollte, damit die Skoliose evtl. nicht so schnell voranschreitet ? Mein "Hausarzt" weiß davon bereits seit 3 Jahren; es wurde aber außer Krankengymnastik nichts weiter unternommen ?
Zunächst muss man sagen, dass Du den Fokus ganz auf die Skoliose gerichtet hast und den Rundrücken(Hyperkyphose) sozusage nur am Rande erwähnst.
Eine Hyperkyphose ist häufig auch mit einer Hyperlordose (Hohlkreuz) verbunden und kann durchaus das Hauptproblem darstellen! Die anfangs erwähnte "leichte" Skoliose ist in dieser Situation eine häufig vorkommende Begleiterscheinung, die bis zu einem Winkel von ca 20 Grad dann nicht das Hauptproblem ist.

Rundrücken und Hohlkreuz sind genauso ernst zu nehmen, wie eine Skoliose und auch gleich zu behandeln !!
Das Deutsche Skoliosezentrum ist in Bad Wildungen, also bei mir vor der Haustür. Sollte ich mich da mal vorstellen, um die Gradzahl ermitteln zu lassen, Vorschlag eines Korsettes einholen (bei entsprechender Gradzahl) ?
Ich denke, eine konkrete Diagnose wirst Du dort bekommen, wie das dann mit den konservativen Behandlungsvorschlägen ist, weiß ich nicht. Ein Erwachsenen Korsett wird nur von ganz wenigen Spezialisten unterstützt, mit Sicherheit nur von Dr. Hoffmann. Eine Schroth REHA müsste möglicherweise gezielt angesprochen werden.

Entsprechende Spezialisten findest Du in der Rubrik Gesucht/Gefunden und da insbesondere in "Überregionale Sprechstunden".

Was Deine Schmerzen angeht, so wird das wahrscheinlich aus unterschiedlichen Blickwinkeln angegangen werden müssen, die Fehlstellungen können aber sehr wohl der Auslöser sein und somit auch ein maßgeblicher Baustein einer erfolgreichen Behandlung.

Gruss
Klaus
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Re: Ich bitte um Hilfe...!

Beitrag von miko »

Vielen Dank Klaus für Deine Meinung ! :)

Der Dauerschmerz sitzt auf Höhe des 6. Brustwirbels (th 6) rechts neben der Wirbelsäule in der Muskulatur.
Einen Rundrücken besitze ich seit ich ein Junge bin; von einer Skoliose hatte ich in der Vergangenheit nie etwas gemerkt !
Merkwürdigerweise sind die Schmerzen erst nach der Bauchspeicheldrüsen-Operation entstanden; deshalb dachte ich , die Schmerzen würden als Folge der Bauchspeicheldrüsen-Operation in den Rücken projeziert. In Höhe des 6. Brustwirbels ist die Muskulatur rechts neben der Wirbelsäule sehr verhärtet; dort sitzt eine fiese Blockade ... welche noch nicht gelöst werden konnte.
Wird sich die Soliose bei mir verschlimmern ?
Welche Schmerzmedikation ist hier am geeignesten ? Was für Erfahrungen bestehen hier ? (Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac, Metamizol, Arcoxia, Naproxen) in Verbindung mit evtl. Opioiden ? Ich soll derzeit Fentanyl-Pflaster 75 Mikrogramm, für Schmerzspitzen Palladon 1.3 mg verwenden; doch diese Medikamente wirken bei mir nun bedingt; es ist immer noch ein quälender Restschmerzn vorhanden.
Ansonsten kann man ja nicht viel mehr machen , außer: Heilgymnastik nach Schroth ? Wärme-/ Kältetherapie ? sportliche Aktivitäten: wie Schwimmen ? T.E.N.S. ? Akupunktur ? Ich würde gerne evtl. Erfahrungen hören !
Vielen Dank im voraus.

Grüße
MIKO
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Klaus
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Re: Ich bitte um Hilfe...!

Beitrag von Klaus »

miko hat geschrieben:Wird sich die Soliose bei mir verschlimmern ?
Nocheinmal die Skoliose ist möglicherweise nicht Dein Hauptproblem !!

Je nach Grad der Hyperkyphose/Hyperlordose kann die sich auch mit dem Alter verschlimmern, insbesondere wenn falsche Alltagsbewegungen dazu kommen.

Zu den Schmerzmittel kann und möchte ich nichts sagen. Das ist eine temporäre schwierige Symptom-Bekämpfung, von der man unbedingt wegkommen muss!
Jede Behandlung muss mit einer konkreten Diagnose anfangen!
Das bereits gemachte MRT ist sicherlich gut, um festzustellen, was auf die Nerven drücken kann (stechender Schmerz), also Dein festgestellter Bandscheibenvorfall oder auch Einengungen sind mögliche Ursachen.

Für die Diagnose der Fehlstellung muss eine Röntgen-Aufnahme der gesamten Wirbelsäule von vorn und von der Seite gemacht werden. Damit kann man auch auf Muskelschmerzen (dumpf, ziehend) folgern, die durch Überlastung in der fehlgestellten Rücken-Struktur entstehen und laufend aufrecht gehalten werden.
Deine geschilderten Beschwerden in BWS 6 passen ja nicht zu der MRT, die Beschwerden in der LWS und HWS vermuten lassen.

Deshalb würde ich Dir dringend vorschlagen, den Dr. Hoffmann in Stuttgart aufzusuchen. Das geht relativ schnell in 3-4 Wochen und der kann auch anhand des vorhandenen MRT's und des entsprechenden Berichts die Gesamtsituation einschätzen, in dem er zusätzlich die bei Fehlstellungen erforderliche Röntgen-Ganz-Aufnahme macht.
Er unterstützt auch ein Korsett, was gerade bei Deinen starken Schmerzen die beste Waffe ist!
Auch die KG nach Schroth, am besten in einer stationären REHA, ist eine optimale Therapie, die Dr. Hoffmann per Antrag unterstützt.

Korsett und Schroth in Kombination sollte man aber nicht im Sinne einer Heilung ansehen. Es kann eine individuell starke Korrektur erreicht werden, deren Grösse und Wirkung man aber nicht vorhersagen kann. Es besteht aber eine grosse Chance, die Beschwerden abzumildern oder sogar abzuschalten. Das zeigen die vielen Erfahrungsberichte hier.
Wärme-/ Kältetherapie ? sportliche Aktivitäten: wie Schwimmen ? T.E.N.S. ? Akupunktur ? Ich würde gerne evtl. Erfahrungen hören !
Das sind alles nur temporär wirkende Maßnahmen, entscheidend ist, dass man an die Ursache geht. Entgegen der Meinung der meisten leider bei Hyperkyphose/Skoliose inkompetenten Orthopäden geht das auch konservativ bei Erwachsenen.

Gruss
Klaus
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Re: Ich bitte um Hilfe...!

Beitrag von miko »

Danke Klaus,

du hast Recht...wie bei allen muß die Ursache erkannt und dann entsprechend versucht werden diese zu behandeln.
Ich habe nun eine Überweisung zur Wicker-Klinik in Bad Wildungen erhalten; dieses ist quasi bei mir um die Ecke; da ich auch keine langen Strecken fahren kann (Schmerzen als Fahrer / Beifahrer ... auch im Zug) ist dieses vermutlich erst einmal die beste Wahl für mich ?!
Wenn ich dort unzufrieden bin, werde ich Deinen Ratschlag folge leisten, egal wegen den Schmerzen.
Auch ist für mich eine Kur in Planung, bei der ich Heiltherapien, Entspannungsübungen erlernen kann.
Ich nerve nun wegen den Schmerzen so sehr, da ich diese derzeit kaum aushalten kann (trotz Opioide und Muskelrelaxanzien).
Meine Leistungsfähigkeit hat stark abgenommen; kann nachts schlecht schlafen und bin deshalb morgen total platt.
Mitarbeiter sagen stets: das bischen Rückenschmerzen kann doch nicht so schlimm sein !
Aber es ist schlimm...! Diese quälenden Schmerzen können wirlich zermürben.
Nach Vergabe von einen Lokalanästetika in Form von Spritzen in die Blockade am 6. Brustwirbel war ich für ein paar Stunden völlig ohne Schmerzen; leider wirken diese nur ein paar Stunden.
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Klaus
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Re: Ich bitte um Hilfe...!

Beitrag von Klaus »

Miko hat geschrieben:Auch ist für mich eine Kur in Planung, bei der ich Heiltherapien, Entspannungsübungen erlernen kann.
Diese Kur bzw. REHA sollte aber unbedingt spezifisch nach einer entsprechenden Gesamt-Diagnose geplant werden!

Eine zweite möglichweise viel optimalere REHA ist in der Regel erst wieder nach 4 Jahren möglich.
Ich habe nun eine Überweisung zur Wicker-Klinik in Bad Wildungen erhalten; dieses ist quasi bei mir um die Ecke; da ich auch keine langen Strecken fahren kann (Schmerzen als Fahrer / Beifahrer ... auch im Zug) ist dieses vermutlich erst einmal die beste Wahl für mich ?!
Dann solltest unbedingt Du alle Tipps bezüglich konservativer Therapie beherzigen und möglichst intensiv hier im Forum lesen. Du brauchst sozusagen Deine eigene Kompetenz und damit auch eine gewisse Grundsicherheit beim Beratungsgespräch.

Nicht nur meine eigene Erfahrung, sondern auch die vielen immer wieder neuen Berichte sagen, dass man sich beim Arzt sehr schnell überrumpeln lässt, eben "Götter in weiß", die schon wissen müssen, was sie tun. Gerade wenn es um die konservative Erwachsenen Behandlung geht, gibt es noch viele Widerstände bezüglich der Möglichkeiten. Da hilft oft nicht nur ein gesundes Selbstvertrauen, sondern auch die sachliche Information und das Geschick, ein Gespräch in die richtige Richtung zu lenken. Die Richtung ist die Behandlung, die man sich gut vorstellen kann und auch haben will. :)

Gruss
Klaus
socke
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Re: Ich bitte um Hilfe...!

Beitrag von socke »

Hallo,

Klaus hat schon recht mit dem was er schreibt. Es ist aber auch wichtig, überhaupt Therapiefähig zu werden. Wenn du trotz Fentanyl und Hydromorphon (darüber gibt es in der Humanmedizin nicht mehr viel), noch Schmerzen hast musst das dringend angegangen weden. Vorher wird es schwierig, mit Gymnastik oder Korsett (falls indiziert) weiterzukommen.

Werde am besten bei einem guten Schmerztherapeuten vorstellig, lass dich ggf. in die Schmerzabteilung eines Krankenhauses einweisen. Das Grundproblem bei Schmerzen anzugehen, ist immer schwierig, die Schmerzen symptomatisch loszuwerden ist bei guter Versorgung eigentlich immer möglich.

In Krankenhäusern wird neuerdings auch mit der lokalen Entfernung/Abtötung (weiss den Fachbegriff nicht) von Nerven gearbeitet; habe darüber kürzlich was in der Tageszeitung gelesen. Habe leider versäumt den Artikel auszuschneiden bevor die Zeitung im Müll gelandet ist. Wenn du danach fragst, sollte man dir aber Auskunft geben können.

Ein Anästhesist kann auch ein guter Ansprechpartner sein, wenn es erstmal nur um die Beseitigung von Schmerzen geht.

Ich halte die effektive Schmerzbekämpfung vorerst für einen sinnvollen Schritt.

Alles Gute
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