Weltneuheit: Magnettherapie(OP) bei Kinderskoliosen

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opal-intensiv
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Weltneuheit: Magnettherapie(OP) bei Kinderskoliosen

Beitrag von opal-intensiv »

Schaut, was mir ein Kollege geschickt hat:

http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/ ... .bild.html

Ist beeindruckend, nicht? Ich kopiere den Artikel zur Sicherheit hier rein:

_____________
Weltneuheit gegen Skoliose
Magneten ziehen die Wirbelsäule gerade

Links ist Gunnars Wirbesäule vor dem Eingriff, 50 Grad verkrümmt - danach richten die Magnetstäbe sie auf
Foto: Universitätsklinikum Göttingen, Uniklinikum Göttingen24.01.2012 — 12:00 Uhr Von Gabi Eisenrieder

Seine Wirbelsäule wand sich schmerzhaft in den Körper, drückte auf die Lungen – 50 Grad war sie verkrümmt, der elf Jahre alte Gunnar litt an einer schweren Skoliose. Dank einer neuartigen OP-Methode mit Magneten konnte seine Wirbelsäule fast ganz gerade gezogen werden.

Mitte November wurden Gunnar im Göttinger Uni-Klinikum zwei Magnetstäbe rechts und links der Wirbelsäule eingesetzt. Die verkrümmte Wirbelsäule richtete sich auf – nur noch acht Grad beträgt die Krümmung jetzt!

Ein Durchbruch in der Wirbelsäulen-Chirurgie. Bislang waren große Eingriffe nötig, bei denen der Rücken aufgeschnitten wurde. Vom Einsetzen der Magnetstäbe bleiben nur zwei winzige Narben.

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Schon kurz nach der OP kann Gunnar wieder aufrecht sitzen und mit seiner Mutter spielen
Foto: Universitätsklinikum GöttingenGunnar hatte in seinem jungen Leben schon mit einigem zu kämpfen, wegen einer angeborenen Nervenkrankheit muss er im Rollstuhl sitzen, die Muskeln sind zu schwach, die Wirbelsäule zu halten. Sie verkrümmt immer mehr, je weiter Gunnar wächst. Das aufrechte Sitzen wird immer schwieriger.

Als der Junge neun Jahre alt war, entschieden die Ärzte, herkömmliche Teleskop-Stäbe an seiner Wirbelsäule einzusetzen, um die Krümmung aufzuhalten. Das Problem: Immer wenn Gunnar wuchs, mussten diese Stäbe weiter aufgezogen werden, alle sechs Monate eine Operation, Schnitte, Schmerzen.

Als eine der Ersten weltweit wagte Chirurgin Professor Anna K. Hell den Einsatz der Magneten: „Der große Vorteil an der neuen Methode ist, dass die Wirbelsäule nicht angefasst wird, was es viel sicherer macht. Die Stäbe mit den Magneten werden neben der Wirbelsäule an den Rippen und am Becken befestigt.“

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Prof. Anna K. Hell operierte Gunnar
Foto: Universitätsklinikum GöttingenDie neuartigen Magnetstäbe lassen sich von außen ohne weitere operative Eingriffe der Länge der Wirbelsäule flexibel anpassen. Auf Knopfdruck zieht ein Elektromagnet von außen die Stäbe genau auf die notwendige Länge auseinander. Schmerzfrei und ohne Narkose. Nur ein bisschen „magnetisch“ ist Gunnars Körper jetzt an zwei Stellen am Rücken. Aber dem Jungen bleiben durch diese Methode qualvolle Schmerzen erspart.

Rund drei Prozent aller Deutschen leiden nach Schätzungen an einer Skoliose, entweder wegen angeborener Wachstumsstörungen oder neurologischer Krankheiten, wie bei Gunnar. Allerdings wird bei Weitem nicht bei allen die Verkrümmung so schlimm, dass eine OP nicht zu vermeiden ist.

„Bislang ist es nur für Kinder vor der Pubertät gedacht, aber wir haben große Hoffnungen, dass wir die Methode weiterentwickeln und auch Jugendliche und Erwachsene so behandeln können“, sagt Prof. Hell.

Eine weitere Forschungs-Hoffnung: Genetische Tests, die zeigen, ob ein Risiko-Gen für eine schwere Skoliose vorliegt. „Bei den meisten Betroffenen wird die Krümmung erst mit dem Wachstumsschub der Pubertät richtig schlimm, bislang können wir noch nicht voraussagen, wen es trifft und wen nicht“, sagt Prof. Hell.

Hallo opal-intensiv, ich habe mal den Titel mit "(OP)" ergänzt, damit keine Mißverständnisse entstehen. Die nachfolgenden Posts bemängeln das ja. Gruss Klaus
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Re: Weltneuheit: Magnettherapie bei Kinderskoliosen

Beitrag von Raven »

Hallo,

hier mehr darüber:
http://www.innovations-report.de/html/b ... 88864.html

Die Bezeichnung "Magnettherapie" hier finde ich etwas unglücklich gewählt, da sie einerseits verharmlosend wirkt und andererseits auch mit unseriösen "Therapien" (Magnetmatratzen, Magnetarmbänder etc.) verwechselt werden kann.

Viele Grüße
Raven
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Re: Weltneuheit: Magnettherapie bei Kinderskoliosen

Beitrag von becca23 »

Wow ich bin wirklich sehr beeindruckt und überlege das bei mir auch machen zu lassen, sobald die Ärzte diese Methode auch bei Erwachsenen Menschen durchführen können.

Eine Frage bleibt mir da jedoch noch offen: Die Magnete werden ja an den Rippen und am Becken beefestigt, aber wie kann ich mir das vorstellen? Wie geht so etwas ??

Gruss, Becca
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Re: Weltneuheit: Magnettherapie bei Kinderskoliosen

Beitrag von Raven »

Hallo becca,
becca23 hat geschrieben:Eine Frage bleibt mir da jedoch noch offen: Die Magnete werden ja an den Rippen und am Becken beefestigt, aber wie kann ich mir das vorstellen? Wie geht so etwas ??
meinst du, wie das Implantatsystem befestigt wird? Hierbei handelt es sich um Schrauben oder Haken, die im Knochen befestigt werden; im Röntgenbild sieht man diese an den Enden der Stäbe.

Viele Grüße,
Raven
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Re: Weltneuheit: Magnettherapie bei Kinderskoliosen

Beitrag von socke »

Der Vorteil ist ja nicht nur, dass die Stäbe verlängerbar sind. Die kommen ja auch mit weniger Einwirkung auf die Wirbelsäule selbst aus; das wäre für Erwachsene User bestimmt interessant.

Bei diesem Jungen handelt es sich jetzt aber um einen Sonderfall, die sprechen von einer "flexiblen Wirbelsäulenverkrümmung" und er hat ja auch eine Erkrankung die den Muskelapparat schwächt.
Die Frage ist inwiefern diese Stäbe mit dieser relativ kleinen Verankerung genug "Gewalt" aufbringen können um die Wirbelsäule eines Erwachsenen, fixierten Patienten zu begradigen.
Aber 50 auf 8° wäre ja selbst mit den klassischen Harrington-stäben ein super Ergebnis, wer weiss, wenn die das weiterentwickeln ist das vielleicht eine echte Chance für Erwachsene :)

LG

PS: Ich find den Namen auch irreführend. Ich hab erst gedacht, die machen Magnete auf die Wirbelkörper und ziehen die WS dann von außen gerade :D Magnet-Pelotten quasi :lach:
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Klaus
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Re: Weltneuheit: Magnettherapie bei Kinderskoliosen

Beitrag von Klaus »

Raven hat geschrieben:Die Bezeichnung "Magnettherapie" hier finde ich etwas unglücklich gewählt, da sie einerseits verharmlosend wirkt und andererseits auch mit unseriösen "Therapien" (Magnetmatratzen, Magnetarmbänder etc.) verwechselt werden kann.
Das kann ich nur unterstreichen, immerhin geht es hier um eine OP und offenbar auch erst einmal um eine spezielle Form der Wirbelsäulenverkrümmung.

Ich habe mir mal erlaubt, den Titel mit "(OP)" zu ergänzen.

Gruss
Klaus
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