Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

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Jens1969
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Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

Hallo Zusammen,

die Skoliose wurde bei mir mit ca. 6 Jahren festgestellt. Ich bekam dann ein Gipsbett, als dies nichts half, mein erstes Stützkorsett (mit ca. 8 Jahren). Es folgten Korsett mit Kopfstütze und 1983 (mit 14 Jahren) Op an der Uniklinik in Dresden. Anschließend Gehgips und wieder Korsett. Den gesamten Zeitraum über hatte ich ein vollständiges Sportattest. Rehamaßnahme, Physiotherapie oder Korsettabschulung gab es nicht. Psychologische Unterstützung - Fehlanzeige. Nach der Op hatte ich noch etwa 20 ° nach Cobb. Jetzt sind es thorakal ca. 73 ° und lumbal etwa 27 °. Rückenschmerzen in mehr oder weniger großem Umfang waren mein ständiger Begleiter.

Und jetzt ist mir in diesem Jahr etwas gelungen, woran ich schon nicht mehr geglaubt habe: Seit April bin ich die ständigen Rückenbeschwerden los! Ich habe mich aus diesem Grunde heute entschlossen, den vielen Skoliosepatienten von meiner "Entdeckung" zu berichten. Vielleicht hilft es ja auch anderen Betroffenen.

Meinen Erfolg habe ich durch die Kombination von zwei Dingen erzielt:

- Mobilisierung der Rumpfmuskulatur durch Terrabandübungen und ca. 2000 gefahrene Kilometer mit dem Fahrrad in einem Jahr

Bei trockenem Wetter lege ich meinen Arbeitsweg jetzt seit zwei Jahren fast ausschließlich mit dem Rad zurück (ca. 13 km / Tag) mit Trekkingrad oder MTB fully. Dabei fahre ich auch im Winter bis in den Bereich um -2 °C wenn kein Schnee liegt. Mit der richtigen Verpackung ist das kein Problem :) . Zur Moblisierung der LWS und Verhinderung von zusätzlichen Bandscheibenproblemen habe ich mir diesen Sattel besorgt: http://www.sq-lab.com/content/view/400/363/lang,de/ .

- fast vollständiger Ersatz meines bisher genutzten Schuhwerkes durch Barfußlaufschuhe von Vibram

Die Schuhe haben mir hierbei zum Durchbruch verholfen! Sie waren der Trigger, mit dem ich die kurze intersegmentale Muskulatur entlang der Wirbelsäule über die Stimulierung der unzähligen Rezeptoren in den Füßen erreicht habe. Ich stehe immer noch mit ungläubigem und erfürchtigem Staunen vor dem Ergebnis. Es ist sogar gelungen die beginnende Verdrehung des Thorax zum Stillstand zu bringen. Subjektiv würde ich sogar einschätzen, sie ist wieder etwas zurück gegangen.

Die Schuhe haben zugegebenermaßen ein etwas futuristisches Design - mit fünf einzelnen Taschen für die Zehen. Von diesem Umstand her leitet sich auch der Name ab - VIBRAM® FiveFingers® . Viele schütteln erst einmal mit dem Kopf. Der überwiegende Teil gibt sie nach den ersten Testläufen nicht mehr her! Ich packe hier mal einige Links dazu, und hoffe, dass dies nicht als unerlaubte Werbung gilt.

Theorie
gelöscht wegen Werbung

Referenzen
gelöscht wegen Werbung

Maßtabelle
gelöscht wegen Werbung

Gekauft habe ich hier gelöscht wegen Werbung und hier gelöscht wegen Werbung. Auch einige Sanitätshäuser führen sie inzwischen. Beim Globetrotter gibt es auch 4 Modelle.

Ich bin so unglaublich froh über meinen Erfolg, dass ich diese doch so einfache Lösung hier unbedingt weiter geben wollte - für alle die sich jeden Tag mit ihren Skolioseproblemen herumschlagen. Meine 8 Jahre alte Tochter ist leider auch betroffen - bei ihr konnten wir die Verbiegung von 14° auf 2° innerhalb von 6 Monaten "zurückdrehen". Nicht allein durch die Schuhe - aber sie haben neben Training im Schwimmverein und reiten zusätzlich unterstützt.

Probiert es aus! Es ist ein fragiles Gleichgewicht zwischen Training und maximal möglicher Alltagsbelastung - aber es trägt. Vielleicht klappt es ja auch bei anderen.

Viele Grüße und ein schönes Weihnachtsfest
Jens
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Klaus
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Klaus »

Hallo Jens,

ich habe die Links bezüglich der Schuhe gelöscht, weil das unzulässige Werbung ist und der Aufbau auch so gestaltet ist. Es reicht die Angabe der Firma, wenn jemand interessiert sein sollte.

Nach der Op hatte ich noch etwa 20 ° nach Cobb. Jetzt sind es thorakal ca. 73 ° und lumbal etwa 27
Wie kann das passieren?

Gruss
Klaus
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Jens1969
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

Hallo Klaus,

die Wirbelsäule ist oberhalb des operierten Bereiches komplett mit dem versteiften Stück seitlich weggegangen. Wie diese erhebliche Verschlechterung nach der Op eintreten konnte, ist aus meiner heutigen Sicht auf die Dinge eigentlich relativ einfach erklärt. Ich hatte es in meinen Sätzen am Beginn des Beitrages schon angedeutet: Vollständiges Sportattest seit dem 6. Lebensjahr, ab ca. 8 Jahren Korsett, keinerlei Rehamaßnahme mangels Verfügbarkeit geeigneter Behandlungsmöglichkeiten. Physiotherapie in dem heute zur Verfügung stehenden Umfang oder Korsettabschulung nach der Op gab es 1982 in der DDR nicht. Das Korsett war dann einfach mit 15 weg, und damit war es gut. Eine zweite Op mit Komplettversteifung wollte ich mir mit 18 Jahren nicht mehr zumuten. Es geht einfach zu viel Lebensqualität durch Verlust an Beweglichkeit damit verloren. Und nicht zu vergessen, mit 18 steht man voll in dem Lebensabschnitt, in dem man sich die Grundlagen für den Einstieg ins Berufsleben schafft. Ein weiterer Ausfall von einem Jahr mit ungewissem Ausgang war mir einfach zu riskant.

Wenn ich mir rückblickend die Dinge überlege, war es ein komplett falscher Behandlungsansatz. Wie kann man bei einem Patienten, bei dem offensichtliche Probleme mit der Haltemuskulatur der Wirbelsäule bestehen - nichts anderes sind der überwiegende Teil der Skoliosen aus meiner Sicht - (wodurch diese Probleme verursacht werden, ist dann noch mal ein anderes Thema) diese Muskulatur durch Korsett vollständig lahmlegen und ihres Trainings berauben. Die Korsetts der damaligen Zeit waren null flexibel! Meines war über Jahre zusätzlich mit Kopfstütze. Ich durfte es nach meiner Erinnerung 1x in 3 Monaten zum Baden unter ärztlicher Aufsicht ablegen. Den Rest der Zeit war ich über Jahre darin eingesperrt. Es war eben das übliche Behandlungsverfahren zum damaligen Zeitpunkt. Meine Eltern hatten leider noch keine Möglichkeit sich im Internet zu informieren, und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Sie waren voll auf das Urteil der Mediziner angewiesen. Mit meinen Erfahrungen aus den vergangenen Jahren würde ich heute sagen, dass man seinen eigenen Weg finden muss, und sich manchmal besser auf sein Bauchgefühl und sein eigenes Urteilsvermögen verlassen und die Dinge hinterfragen sollte.

Aus meiner Sicht und nach meinen Erfahrungen nach, geht man viel zu wenig offensiv mit aktivem Training und Mobilisierung der Muskulatur die Probleme an! Da wird nicht links noch rechts geschaut. Es gibt nur ein Allheilmittel und sonst nichts. Ich kann nur dazu raten, kein Sportverbot für betroffene Kinder und Jugendliche auszusprechen. Viele Bewegungs- und Sportarten, welche die Rückenmuskulatur trainieren, und vor allem auch Spass machen, ausüben lassen! Wenn einem Kind immer wieder gesagt wird, dass es ganz schlimm mit seinem Rücken steht, ist dies nicht hilfreich für eine Verbesserung der Situation. Es wird dann mit Fortschritten eher schwieriger, da zusätzlich mentale EInflüsse ein Rolle spielen können. Das Kind so wenig wie möglich mit der Krankheit konfrontieren, aber im Hintergrund auf maximales Training mit geeigneten Mitteln hinwirken, bringt aus der Erfahrung mit meinen beiden Töchtern wesentlich mehr! Der Fantasie und Kreativität sind da aus meiner Sicht wenig Grenzen gesetzt. Alles was zum Erfolg beiträgt ist erlaubt. Bei meiner großen Tochter waren Anzeichen da, welche bis jetzt (sie ist akt. 11 Jahre alt) wieder vollständig verschwunden sind. Sie ist aber auch von der Mentalität her ein sehr bewegungsbegeisterter Mensch (Schwimmabzeichen in Gold mit Training in der Wettkampfgruppe des Schwimmvereines). Die Kleine war schlimmer betroffen, aber auch da sind wir bis jetzt auf einem guten Weg. Hier war reiten der Trigger und das Mittel der Wahl welches zum rasanten Fortschritt verholfen hat (in 6 Monaten von 14° auf 2° nach Coob). Nur die Hüftstellung ist noch nicht ganz optimal. Aber hier sind wir dran! Die halbjährige Kontrolle beim Orthopäden ist so ziemlich das Einzige, womit sie im Moment daran erinnert wird, dass es mit Ihrem Rücken Probleme gibt.

Der menschliche Bewegungs- und Stützapparat ist viel zu komplex, als dass man es versäumen dürfte, die Dinge ganzheitlich zu betrachten. Von daher auch mein Erfolg mit den Schuhen. Oder um es anders zu formulieren: Wenn es beim "Unterbau" Schwierigkeiten gibt - sprich, die Nutzung der Füße von dem im Laufe der Evolution entwickelten Umfang abweicht, kann das an anderer Stelle des Bewegungsapparates zu erheblichen Problemen führen. Ich möchte damit nicht sagen, dass meine Skoliose ihre Ursache darin hat, aber einen Gedanken in diese Richtung, ist es aus meiner Sicht schon wert. Es kann ja durchaus sein, dass bei Vorliegen bestimmter Randbedingungen es Menschen gibt, bei denen sich diese Defizite in einer Skoliose auswirken. Wer kann das schon mit Sicherheit beurteilen. Ich kann nur sagen, dass die Schuhe für mich eine Art Schlüssel zur Behebung meiner über Jahre bestehenden Rückenschmerzen waren. Eventuell hilft diese Erfahrung anderen weiter. Ich habe übrigens bei einer Rezension auf der Globetrotter Internetseite einen Erfahrungsbericht eines Käufers mit Bandscheibenproblemen gefunden, welcher meine Beobachtungen bestätigt.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Jens
Zuletzt geändert von Jens1969 am Fr, 16.12.2011 - 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Mohandas Karamchand Gandhi
Sylvia
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Sylvia »

Hallo Jens,

Herzlich Willkommen hier im :forum:

Da hast du aber schon einiges mit deinem Rücken durchgemacht.
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Klaus
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Klaus »

Jens hat geschrieben:...diese Muskulatur durch Korsett vollständig lahmlegen und ihres Trainings berauben. Die Korsetts der damaligen Zeit waren null flexibel!
Ich denke, die heutigen korrigierenden Korsette wirken da anders. Durch die Ausgleichsbewegungen kommt es entgegen der immer noch landläufigen Meinung nicht zu Muskelabbau. Allerdings wird parallel auch zielgerichtete KG (Schroth KG) empfohlen, um die Situation im Sinne eines eigenen "Körper-Korsetts" auch zu stabilisieren.
Ich kann nur dazu raten, kein Sportverbot für betroffene Kinder und Jugendliche auszusprechen. Viele Bewegungs- und Sportarten, welche die Rückenmuskulatur trainieren, und vor allem auch Spass machen, ausüben lassen! Wenn einem Kind immer wieder gesagt wird, dass es ganz schlimm mit seinem Rücken steht, ist dies nicht hilfreich für eine Verbesserung der Situation.
Das muss man aber schon konkretisieren. Einfach nur die Rückenmuskulatur trainieren ist bei einer Fehlstellung nur die halbe Wahrheit. Es muss richtig trainiert werden und das lässt sich schon während einer Schroth REHA nach Katharina Schroth gut vermitteln.
Ich habe auch den Eindruck, dass die "reine Schroth-Lehre" längst nicht mehr so streng angewendet wird und der Spass an Bewegungen auch im Vordergrund stehen sollte. Wenn man nämlich auch das richtige Körpergefühl in so einer REHA erlernt hat, kann man Fehler im Alltag auch wieder gut machen. :)
Übrigens auch bei Operierten kann man in den nicht versteiften Bereichen einiges erreichen.

Wenn Dir die Schuhe viel gebracht haben, ist das für Dich persönlich natürlich prima.
Da die Rückensituationen sehr unterschiedlich sein können und Tipps hier aber trotzdem gern für übertragbar angesehen werden, versuchen wir hier natürlich eine kritische Einordnung. Da sind es dann die Anzahl der übereinstimmenden Erfahrungen, die im Vordergrund stehen und auch rein physikalische Gründe, wenn von "die Skoliose/Hyperkyphose ist weg" die Rede sein sollte.

Wer keine Schmerzen mehr hat, hat für sich persönlich natürlich immer Recht, dazu sind die Zusammenhänge der gesamten Wirbelsäule mit dem übrigen Körper viel zu komplex. Ich würde aber immer raten, trotzdem darauf zu achten, dass sich die unversteiften Bereiche nicht noch weiter verschlimmern, ohne dass man das bemerkt.
Ist auch nur eine persönliche Erfahrung, die ich über Jahrzehnte mit falschem Fitness Training gemacht habe, ohne das mich besondere Beschwerden daran gehindert hätten.

Gruss
Klaus
socke
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von socke »

Hallo,

ich tu mich immer ziemlich schwer damit, solche Erfolgsgeschichten zu glauben. Zumindest dann, wenn ein neuer User von riesigen Erfolgen berichtet und im gleichen Posting direkt 2 Produkte und die dazugehörigen Shops verlinkt...

Vielleicht tu ich dir Unrecht, wenn das so ist hoffe ich natürlich dass du weiterhin schmerzfrei bleibst und wünsche dir und deiner Tochter alles Gute.

LG
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Jens1969
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

Hallo Socke,

ich verstehe Deine Bedenken bzgl. der eingebetteten Links. Die erwähnten Schuhe sind aber erst relativ neu in Deutschland im Angebot und das vollständige Sortiment bekommt man nur in sehr wenigen online shops. Wobei man auch noch aufpassen muss, dass man hier nicht eines der schwarzen Schafe erwischt, welche mit gefälschter Ware handeln, bzw. denen es nur um Bankverbindung und Kreditkartendaten geht. Aus diesem Grunde habe ich die Bezugsquellen mit etwas Zusatzinfo hier gleich verlinkt, da es auch für mich nicht ganz einfach war die Spreu vom Weizen zu trennen. Ich habe da auch Lehrgeld bezahlt ... Ich versichere für alle Zweifler, dass ich absolut nichts davon habe, wenn über die verlinkten shops etwas gekauft worden wäre. Hatte allerdings die Befürchtung, dass es mir so ausgelegt werden könnte - schade.

Ich habe lange genug die Therapieversuche und Folgeprobleme meiner Skoliose "auskosten" dürfen. Ich denke ich weis wovon ich spreche. Aus diesem Grunde habe ich mich mit meiner "Entdeckung" hier einmal gemeldet. Es wäre doch prima wenn einige Mitglieder/Besucher/Leser hier im Forum davon profitieren könnten. Normalerweise bin ich kein Mensch, welcher in Foren unterwegs ist, und daher auch mit den Gepflogenheiten nicht ganz vollständig vertraut.

Natürlich hat Klaus recht wenn er schreibt " ... Da die Rückensituationen sehr unterschiedlich sein können ..." und "... dazu sind die Zusammenhänge der gesamten Wirbelsäule mit dem übrigen Körper viel zu komplex. ...". Das ist absolut richtig. Ich bin der Meinung, jeder muss den auf seine Situation passenden Weg finden, wobei doch aber nichts dagegen spricht, positive Erfahrungen anderer auszuprobieren.

Gruß
Jens
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Bärle

Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Bärle »

Hallo,

mit Deiner Wirbelsäüle hast Du schon viel durchgestanden
und wenn Dir die Schuhe viel bringen, dann nehme ich
dies als Empfehlung an.

Vor einiger Zeit hatte ich über die Schuhe in einer Zeitschrift gelesen.
Dann die Frage wie sich das Laufen darin anfühlt und wie die Wärme
haushaltung darin ist. Man braucht auch noch die 5er Socken dazu,
sehe ich das so richtig ?

meine Grüße, Thomas
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SchwarzeSchnecke
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo,

Ich habe den Eindruck, daß sich Jens hier viel Mühe mit seinem Bericht gemacht hat.

Jemandem, der gerade erst die Diagnose bekommen hat, würde ich zwar dazu raten, erst einmal die gängigen Therapieverfahren auszuprobieren, von denen bekannt ist, daß sie vielen helfen (d.h. KG nach Schroth, entsprechende Reha, ggf. Korsett, ggf. zusätzliche rückenfreundliche Sportart). Aber wenn man damit nicht ausreichend weiterkommt, kann es durchaus sinnvoll sein, mal etwas Alternatives auszuprobieren.

Zum Fahrradfahren ist anzumerken, daß zumindest für Menschen mit Hyperkyphose sowie für solche mit normaler Kyphosierung der Sattel nicht zu hoch sein sollte, weil der Kyphosewinkel sonst zunehmen kann. (Zur Veranschaulichung braucht man sich bloß mal ein paar Fotos von diversen Tour-de-France-Teilnehmern anzuschauen.)

Diese Barfußlaufschuhe hat hier schon mal jemand empfohlen. Da gilt (ebenso wie für alle anderen Schuhe, die nicht federn), daß man auf hartem Boden nicht von der Ferse her abrollen, sondern zuerst mit dem Vorfuß aufsetzen sollte, um unnötige Erschütterungen der Gelenke und Bandscheiben zu vermeiden.
(Ich für meinen Teil komme mit den Dingern nur auf sehr weichem Boden zurecht.)

Beim Schwimmen kann man ebenfalls manches falsch machen, zum Beispiel beim Brustschwimmen ständig den Kopf aus dem Wasser strecken und sein Hohlkreuz vergrößern. (Ich schwimme wesentlich lieber auf dem Rücken; das geht auch am Beckenrand, sofern dort knapp unter oder über der Wasseroberfläche ein Geländer ist, an dem man sich mit den Füßen einhaken kann.)

VG, Anne

PS. Wer sich für die gelöschten Links interessiert, kann ja per PN bei Jens nachfragen.
Ausgewachsen und trotzdem korrigierendes Korsett? - Na klar!

Letzter Korsett-Thread: viewtopic.php?t=20971 • Reha in Bad Salzungen: viewtopic.php?f=9&t=10543 • Hypermobilität: viewtopic.php?f=4&t=21414

Ich habe dieses Forum verlassen.
socke
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von socke »

Jens1969 hat geschrieben: ich verstehe Deine Bedenken bzgl. der eingebetteten Links. Die erwähnten Schuhe sind aber erst relativ neu in Deutschland im Angebot und das vollständige Sortiment bekommt man nur in sehr wenigen online shops. Wobei man auch noch aufpassen muss, dass man hier nicht eines der schwarzen Schafe erwischt, welche mit gefälschter Ware handeln, bzw. denen es nur um Bankverbindung und Kreditkartendaten geht. Aus diesem Grunde habe ich die Bezugsquellen mit etwas Zusatzinfo hier gleich verlinkt, da es auch für mich nicht ganz einfach war die Spreu vom Weizen zu trennen. Ich habe da auch Lehrgeld bezahlt ... Ich versichere für alle Zweifler, dass ich absolut nichts davon habe, wenn über die verlinkten shops etwas gekauft worden wäre. Hatte allerdings die Befürchtung, dass es mir so ausgelegt werden könnte - schade.
Alles klar. Ich hab dich ja auch bewusst nicht "attackiert" sondern nur meine Skepsis geäußert, da es leider auch in medizinischen Foren (eigentlich sogar ganz besonders dort) viele Leute gibt, die irgendwas verhökern wollen.

Ich finds jedenfalls schön dass du so einen ausführlichen Bericht geschrieben hast. Ich hab mir das mit diesen Barfußschuhen auch mal überlegt (glaube die hießen "five-fingers") aber dann auf Grund des Preises nicht ausprobiert.

LG
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Jens1969
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

SchwarzeSchnecke hat geschrieben:
Zum Fahrradfahren ist anzumerken, daß zumindest für Menschen mit Hyperkyphose sowie für solche mit normaler Kyphosierung der Sattel nicht zu hoch sein sollte, weil der Kyphosewinkel sonst zunehmen kann. (Zur Veranschaulichung braucht man sich bloß mal ein paar Fotos von diversen Tour-de-France-Teilnehmern anzuschauen.)

Diese Barfußlaufschuhe hat hier schon mal jemand empfohlen. Da gilt (ebenso wie für alle anderen Schuhe, die nicht federn), daß man auf hartem Boden nicht von der Ferse her abrollen, sondern zuerst mit dem Vorfuß aufsetzen sollte, um unnötige Erschütterungen der Gelenke und Bandscheiben zu vermeiden.
(Ich für meinen Teil komme mit den Dingern nur auf sehr weichem Boden zurecht.)

Beim Schwimmen kann man ebenfalls manches falsch machen, zum Beispiel beim Brustschwimmen ständig den Kopf aus dem Wasser strecken und sein Hohlkreuz vergrößern. (Ich schwimme wesentlich lieber auf dem Rücken
Hallo Anne,

an der für mich passenden Körperhaltung auf dem Fahrrad habe ich auch eine ganze Weile experimentiert. Um den Oberkörperwinkel optimal hinzubekommen sind sowohl mein Trekkingrad als auch das MTB (fully) mit einem verstellbaren Vorbau ausgerüstet. Bei der Einstellung des Sattels muss man zuerst die optimale Sattelhöhe finden (Knie auf dem in 180° stehenden Pedal ist durchgedrückt, der Fuß steht hierbei mit der Ferse auf dem Pedal) Daraus resultiert dann beim Fahren ein leicht gebeugtes Knie in 180° Pedalstellung. Der zweite Schritt ist die horizontale Satteleinstellung. Dabei verwendet man ein Lot, welches vom der Mitte des Tibiakopfes (Knochen im Knie) ca. 1 cm hinter die Pedalachse des in 90° stehenden Pedales fallen sollte. Warum ich das so detailliert schildere? Ich hatte dies am Anfang bei meinem MTB nicht so genau genommen, und mir nach einer längeren Tour erhebliche Knieprobleme eingehandelt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die wieder weg waren :-( .

Zum Einsatz der Barfußlaufschuhe muss man sich anschauen, wofür man diese hauptsächlich verwenden möchte. Als Joggingschuhe sind andere Modelle als für den Einsatz beim Wandern oder als Schuh für den Alltag geeignet. Es gibt meines Wissens im Moment ca. 20 verschiedene Modelle. Diese haben recht unterschiedliche Sohlen und sind auch im Aufbau des Oberschuhes für den jeweils empfohlenen Verwendungszweck unterschiedlich ausgelegt. Ich persönlich nutze sie als Hausschuhe (CLASSIC Smartwool), Wanderschuhe (SPRINT und BIKILA LS), als Alltagsschuh und auf Arbeit (BIKILA LS) und zum Radfahren (KOMODO SPORT). Der gewählte Schuh kann dabei durchaus von den Herstellerempfehlungen abweichen. Wichtig ist, dass er gut passt, und man sich bei den jeweiligen Aktivitäten darin wohl fühlt. Ich habe bei meinen Bestellungen auf der Internetseite des online shops jeweils eine Vorauswahl getroffen, und mir diese Auswahl in meiner Größe (wichtig vorher benötigte Größe durch vermessen der Füße korrekt ermitteln) nach Hause schicken lassen. In der Wohnung konnte ich dann in aller Ruhe probieren, auch mal einige Minuten darin laufen, und schließlich das richtige Paar auswählen. Die restlichen Versandkostenfrei retour.

Der Gang ändert sich tatsächlich. Man wechselt automatisch vom Fersengang (der ist mit diesen Schuhen eher unangenehm) mehr in Richtung Mittel- / Vorfuß. Wobei dies bis zur Erfindung der heute üblichen Schuhe die natürliche Gangart war. Aufbau und Funktion unseres Bewegungsapparates haben sich über viele tausend Jahre entwickelt. Da dieser sich aber nicht so schnell den veränderten Randbedingungen (Schuhwerk + Untergrund) anpassen kann (Evolution geht nun einmal langsam von statten), ergibt das dann die unterschiedlichsten Probleme (z. B. Thema Knick-, Senk- und Spreizfuß). Auf alle Fälle sollte man bei untrainierten Füßen langsam anfangen. Erst kurze Strecken, dann langsam steigern. Meine Frau und ich hatten nach einer unserer letzten Wanderungen im Oktober (ca. 18 km) gigantischen Muskelkater in Waden und Oberschenkeln. Es werden durch die Barfußlaufschuhe Muskelgruppen wieder beansprucht, welche man sonst in diesem Umfang kaum trainiert. Bei der nächsten Wanderung 14 Tage später, war das dann überhaupt kein Thema mehr. Trotz Rucksack (ca. 6 kg) hatte ich übrigens keine Schwierigkeiten mit meinem Rücken.

Deine Anmerkung zum Schwimmen kann ich bestätigen. Brustschwimmen mit Kopf aus dem Wasser ist für mich auch eher schlecht. Bei mir wirkt sich das schnell nachteilig auf die Halswirbelsäule aus. Und Kopf im Wasser ist nicht mein Ding. Rückenschwimmen schaffe ich leider bis jetzt nur über recht kurze Distanzen (ca. 25m). Das liegt zum einen daran, dass ich wg. des Rippenbuckels rechtsseitig nicht wirklich gut auf dem Wasser liege, zum anderen sicher auch in mangelnder Bauchmuskulatur. Eine Rolle mag auch mein relativ geringes Lungenvolumen (über weite Strecken der Wachstumsphase des Körpers Korsett) spielen.

Viele Grüße
Jens
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

socke hat geschrieben:
Ich hab mir das mit diesen Barfußschuhen auch mal überlegt (glaube die hießen "five-fingers") aber dann auf Grund des Preises nicht ausprobiert.

LG
Hallo Socke,

ja, FiveFingers ist richtig. Die Preise sind wirklich ziemlich hoch. Ein guter anderer Schuh (ob Lauf- oder Alltagsschuh) kostet allerdings auch in dieser Größenordnung. Die Haltbarkeit ist bisher sehr gut (kaum Abnutzungserscheinungen nach einer Saison - MAR bis NOV). Toll finde ich auch, dass man die Teile bei 30 °C einfach in der Waschmaschine waschen kann :-) . Ich habe mich mit den Preisen auch erst mal "anfreunden" müssen. Wenn es einem dann aber dafür gut geht, und keine Zuzahlungen mehr für Physiotherapie anfallen, relativiert sich das jedoch schnell.

Viele Grüße
Jens
Zuletzt geändert von Jens1969 am Fr, 23.12.2011 - 18:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

Bärle hat geschrieben:
wenn Dir die Schuhe viel bringen, dann nehme ich
dies als Empfehlung an.

Dann die Frage wie sich das Laufen darin anfühlt und wie die Wärme
haushaltung darin ist. Man braucht auch noch die 5er Socken dazu,
sehe ich das so richtig ?
Hallo Thomas,

wie es sich anfühlt? Erst einmal ungewohnt. Jede der Zehen hat ja ihr eigenes "Abteil". Nach dem ich aber die erste Strecke damit gelaufen bin, war ich angenehm überrascht. Du hat einfach fast null Gewicht am Fuß und bist irgedwie "erdverbunden" unterwegs! Das Bodengefühl hängt ganz maßgeblich vom Schuhtyp ab. Ich bin dieses Jahr draußen hauptsächlich mit dem SPRINT und dem BIKILA LS unterwegs gewesen. Der SPRINT hat meiner Einschätzung nach die dünnste Sohle aller FiveFingers. Hier stehst Du wirklich direkt auf dem Untergrund - sprich jede kleine Unebenheit dringt durch. Das stichelt etwas - tut aber bis auf große spitze Steine nicht weh. Da der Sprint keinen geschlossenen Oberschuh hat, ist er eher etwas für die wärmere Jahreszeit und den Einsatz in "sauberem" Gelände (kein loser Sand, kleine Steine etc.). Den Bikila LS kannst Du auch gut bis an den Gefrierpunkt heran benutzen, so lange Du Dich intensiv bewegst, und zusätzlich Zehensocken anziehst. Diese sollten jedoch nicht zu dick sein, damit Du in den Schuh noch bequem reinpasst. Ansonsten ist die Entscheidung Socken oder nicht Geschmackssache. Einer mag keine Socken, dem anderen dauert das Anziehen zu lange (bei mir dauert es jetzt schon kaum länger als bei "normalen" Socken), und wieder andere ziehen die Schuhe nur mit Socken an. Ab 17°C bis 18°C Außentemperatur brauche ich nicht unbedingt Socken, darunter hängt viel davon ab, wie stark Du in Bewegung bist resp. wie intensiv Deine Füße durchblutet werden. Das Angebot an Zehensocken ist inzwischen sehr reichhaltig, man muss nur die richtigen Läden finden :-).

Der BIKILA LS zieht sich durch den Schnür-/Zippverschlus auch sehr gut an. Er hat eine etwas stärkere Sohle als der SPRINT, was jedoch dem Barfußlaufgefühl keinen Abbruch tut. Du spürst immer noch sehr gut den Untergrund. Es macht einfach Spass in den Schuhen zu laufen. Man kommt auch mit sehr vielen Leuten rasch ins Gespräch ... :-). Ich gebe sie jedenfalls nie mehr her!

Das erste Mal Zehenschuhe anziehen war übrigens ein echtes Geduldsspiel. Ich habe fast 15 Minuten gebraucht! Meine Zehen konnte ich zum damaligen Zeitpunkt nur sehr schlecht einzeln "ansteuern". Sie waren dadurch kaum auseinander zu bringen, um sie in die "Fächer" zu bugsieren. Nach 3 - 4 mal anziehen ist das jedoch erledigt. Heute dauert es nur noch Sekunden und der Schuh sitzt am Fuß. Ich habe jetzt wieder richtig trainierte lebendige super bewegliche Füße. Rechtsseitig ist auch der Knick-, Senk- und Spreizfuß schon weg. Links wird es wohl noch eine Weile dauern, da der Fuß nach einer Op des Sprunggelenkes 2009 (wg. einer Osteochondrosis dissecans im medialen Talus) noch etwas geschwächt ist.

Einen Nachteil haben alle aktuell angebotenen Modelle noch: Bei Regen wird es schnell feucht zwischen den Zehen, da ja bis auf die Sohle nur Stoff die Abgrenzung zur Umgebung herstellt. Im Februar 2012 soll es aber ein allwettertaugliches Modell aus Känguru-Leder geben. Das ist dann wohl auch "wasserdicht".

Vielleicht interessiert es DIch noch, wie ich zu den Schuhen gekommen bin:

Es war ein Zufallsfund. Beim Urlaub auf Teneriffa im März 2010 hat mich eine Welle umgeworfen und mit dem Fuß über Lavageröll geschleift. Der Fuß sah dann erst mal aus wie "geschlachtet", und ich musste die örtliche Rot Kreuz Stelle in Anspruch nehmen. Ich habe mich daraufhin vor Ort nach Badeschuhen umgesehen, aber nichts geeignetes gefunden. Meiner Frau sind zu Hause die FiveFingers im Globetrotter Katalog aufgefallen. Sie sahen lustig und geeignet aus. Ich habe mir dann ein Paar zur Probe bestellt, behalten und im Sommerurlaub viel angezogen. Als ich nach dem Urlaub wieder auf Arbeit war, fiel mir auf, dass die Unterfütterung meines Bürostuhles für die linke Schulter zu hoch war. Dafür hatte ich erst einmal keine Erklärung. Nach einigem Grübeln fiel mir ein - die Schuhe! Sie mussten für einen leichten Rückgang der Thoraxverdrehung gesorgt haben. Es war für mich eine faszinierende Entdeckung! Ab diesem Zeitpunkt war mir klar, wenn das die Ursache ist, dann lohnt es sich diesen Weg weiter zu verfolgen. Ich habe mir dann im Dezember 2010 die CLASSIC SMARTWOOL als Hausschuh und im März 2011 die BIKILA LS für den Einsatz im Alltag besorgt. Ab Ende Mai 2011 dann die nächste Überraschung - die Rückenschmerzen sind weg! Das war die endgültige Gewissheit - es ist der richtige Weg.

Es gibt natürlich keine Garantie, dass es bei jedem so wirkt wie bei mir. Man muss auch eine Weile Geduld haben. Die Muskulatur wird nicht schlagartig kräftiger werden und damit die Rückenschmerzen verschwinden. Es braucht seine Zeit und man muss mit den Schuhen ins "Gelände" gehen. Wechselnde Untergründe sind ganz wichtig, um die notwendige Stimulierung und Kräftigung der kurzen intersegmentalen Muskulatur entlang der Wirbelsäule zu erreichen. Als hervorragend geeignet haben sich bei mir Wanderungen in den Bergen mit z. T. auch schwierigen Pfaden erwiesen. Hier ist das maximale an Training herauszuholen. Aber Achtung: Bei bereits bestehenden Problemen mit überdehnten Bändern etc.. In diesem Fall muss zunächst ein langsamer Aufbau der Muskulatur im Fuß unter weniger schweren Bedingungen erfolgen, sonst geht das schief!

Also, wenn Du meinst, es könnte etwas für Dich sein, dann probier es aus. Falsch ausgegebenes Geld ist es aus meiner Sicht auf keinen Fall. Allein für die Füße ist es lohnend.

Viele Grüße und ein schönes Weihnachtsfest
Jens
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Mohandas Karamchand Gandhi
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Jens1969
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

Klaus hat geschrieben: Da die Rückensituationen sehr unterschiedlich sein können und Tipps hier aber trotzdem gern für übertragbar angesehen werden, versuchen wir hier natürlich eine kritische Einordnung. Da sind es dann die Anzahl der übereinstimmenden Erfahrungen, die im Vordergrund stehen und auch rein physikalische Gründe, wenn von "die Skoliose/Hyperkyphose ist weg" die Rede sein sollte.
Hallo Klaus,

dass Ihr hier kritisch bisher nicht in größerem Umfang verifizierte Therapieansätze beurteilt, finde ich gut. Für die Qualität des Forums ist das wichtig. Nur wirklich nützliche Hinweise, Anregungen etc. bringen uns weiter. Alles andere ist Zeit- und Geldverschwendung und führt zu unnötigen Enttäuschungen. Die Betroffenen haben schon oft vergeblich gehofft ...

Viele Grüße und eine schönes Weihnachtsfest
Jens
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Bärle

Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Bärle »

Hallo, Jens

ja Deine Begeisterung ist wirklich zu spüren und
danke für Deine Ausführliche Schilderunng.
Auch der Weg wie Du dazu gekommen bist....
>manchmal sind die Zufallsendeckungen sehr nützlich.
Somit hat es Deiner Skoliose über die Muskeln geholfen.
Das ist sehr erfreulich für Dich wie Du berichtest.

Also werden bei den Fünflingen die Zehen auch nicht
gespreizt, weil da nur dünner Stoff ist, wie Du schreibst.
Ja, dass Du von Zeitgenossen angesprochen wirst, das kann
ich mir vorstellen. Also ich wollte dazu die Socken, wie ich mich kenne. Also Probeweise würde mich das interresieren wie sich die
Schuhe anfühlen. Kann man damit auch Autofahren und entsprechend in die Bremse treten ?
Gibt es da im Allgemeinen keine Verletzungsgefahr wenn man
im Wald und auf der Wiese unterwegs ist ? Also ganz bedenkenlos würde ich da nicht sein. Aber dafür gibts ja dann die unterschiedlichen Ausführungen für eher drin in der Halle und Wohnung oder für draußen.

Kneip und Barfußlaufstrecke, mache ich gerne.
Je größer die Steine um so besser, damit der Fuß
und die Zehen auch richtig zu tun haben. Im Wald sind die
Zickzack und krummen Wege die Besten.
Somit ist für mich klar dass die Füße eine wichtige Rolle spielen.

vieleicht hat Dir der Weihnachtsmann auch schon neue
Fünfer mit auf den Schlitten gepackt.

In dem Sinne wünsche ich Dir ebenfalls frohe Weihnachten
und viele Grüße, Thomas
socke
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von socke »

Bärle hat geschrieben: Kann man damit auch Autofahren und entsprechend in die Bremse treten ?
Ich hab mich das auch schon gefragt. Was passiert, wenn man damit einen Unfall baut?
Hab mal nachgeschaut... und folgendes zum Thema Barfußfahren gefunden:
Verursacht ein Fahrer jedoch einen Unfall und der Fahrfehler welcher zum Unfall geführt hat, lässt sich aufgrund der fehlenden Schuhe zurückführen, dann kann ein Bußgeld wegen diesem Umstand verhängt werden, da dies als Ordnungswidrigkeit geahndet wird. Geregelt ist das im § 23 der StvO. Demnach hat der Fahrer die vorgeschriebene Sorgfalt zum Führen eines Fahrzeugs nicht beachtet. Bis zu 50,-- Euro kann erhoben werden und bis zu drei Punkte in der Verkehrssünderkartei.

Kommen Personen zu Schaden, kann dies sogar strafrechtliche Folgen haben.
http://www.autowebsite.de/verkehrsrecht ... tslage.htm

Dazu kommt auf jeden Fall noch die zivilrechtliche Keule, denn die Versicherung wird es sicher nicht unversucht lassen, grobe Fahrlässigkeit zu begründen und damit die Kosten auf den Fahrer abzuwälzen ;)

LG
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Jens1969
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

Bärle hat geschrieben: Also werden bei den Fünflingen die Zehen auch nicht
gespreizt, weil da nur dünner Stoff ist, wie Du schreibst.
... Kann man damit auch Autofahren und entsprechend in die Bremse treten ?
Gibt es da im Allgemeinen keine Verletzungsgefahr wenn man
im Wald und auf der Wiese unterwegs ist ? Also ganz bedenkenlos würde ich da nicht sein. Aber dafür gibts ja dann die unterschiedlichen Ausführungen für eher drin in der Halle und Wohnung oder für draußen.
Hallo Thomas,

die Zehen werden nicht über den normalerweise natürlichen Abstand hinaus gespreizt. Mit den Schuhen Auto zu fahren ist in der Regel kein Problem. Nicht benutzen würde ich den SPRINT bzw. Modelle mit identischer Sohle, da hier die Kraftübertragung auf die Pedale wg. der sehr dünnen Sohle aus meiner Erfahrung im Notfall nicht ganz schmerzfrei sein wird. Bedenkenlos fahren kannst Du mit dem BIKILA LS oder z. B. dem KSO TREK SPORT. Deren Sohle ist prima geeignet. Beim BIKILA LS habe ich das persönlich getestet. Mit diesem Schuh fahre ich mit kräftigem Fußeinsatz auch Fahrrad.

Grundsätzlich handelt es sich bei den FiveFingers im Sinne des Wortes um Schuhe. Der Nutzung zum Auto fahren sollte da erst einmal nichts im Wege stehen, da sie fest am Fuß sitzen, und sich auch nicht mit Fußmatten verhaken können. Wenn ich mir so ansehe mit was für Schuhwerk einige Frauen im Auto unterwegs sind ...

Verletzungsgefahr besteht im Normalfall nicht. Die größten Probleme könnte es im Bereich der Zehenspitzen geben. Diese hat Vibram jedoch bei allen Schuhen durch die hochgezogene Sohle mit einer Art Kappe geschützt. Das funktioniert auch wie ich bestätigen kann. Wichtig ist, dass man langsam auf die Schuhe umstellt um der Fußmuskulatur Gelegenheit zu geben sich auf die neuen Bedingungen einzustellen. Und - wie schon angedeutet - ACHTUNG bei Füßen mit bestehenden Bänderproblemen!

Viele Grüße
Jens
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Jens1969 »

Klaus hat geschrieben:Hallo Jens,

ich habe die Links bezüglich der Schuhe gelöscht, weil das unzulässige Werbung ist und der Aufbau auch so gestaltet ist. Es reicht die Angabe der Firma, wenn jemand interessiert sein sollte.
Hallo Klaus,

spricht etwas dagegen zwei pdf-Seiten mit Infos zu den Sohlentypen und zum empfohlenen Einsatzbereich hier einzustellen?

Viele Gruesse
Jens
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Klaus
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Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Klaus »

spricht etwas dagegen zwei pdf-Seiten mit Infos zu den Sohlentypen und zum empfohlenen Einsatzbereich hier einzustellen?
Also das geht grundsätzlich nur über eine Verlinkung, die auch von jedem gelesen werden darf.
Es sollten darin keine LINKS enthalten sein, die auf eine Vertriebsfirma führen.

Was den Einsatzbereich betrifft, hätte ich Probleme, wenn dort etwas unkommentiert zu Skoliose/(Hyper)Kyphose stehen sollte. Ich denke, die Brisanz solcher Hinweise auf einen Versuch ist Dir ja mittlerweile bekannt, insbesondere vor dem Hintergrund der Überschrift dieses Threads.

Gruss
Klaus
Bärle

Re: Beschwerdefrei nach über 30 Jahren Rückenschmerzen

Beitrag von Bärle »

Hallo,

mit den Schuhen kommt man bstimmt an die Tiefenmuskulatur
der Beine und somit weiterführend an die WS heran.
So wie ich das sehe. Dies darf, bezogen auf den Tipp von Jens, jeder ausprobieren wie er es mag oder auch bleiben lassen.

Nicht dass dies jetzt hier drin auch schon wieder bezüglich einer
Empfehlung zum Streit wird.
Ich finde es prima, dass hier jemand wie Jens positiv über die Schuhe einen ausführlichen Bericht schreibt.

viele Grüße, Thomas
Antworten