korrekte Cobb-Berechnung

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Kirsi
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korrekte Cobb-Berechnung

Beitrag von Kirsi »

Hallo,
als ich in 2005 geröngt wurde (ohne Korsett), berechnete der Arzt einen Cobb Winkel von 88 Grad LWS und 58 Grad BWS.
Von 2005 bis heute trug ich dann ca 30 bis 40 Stunden die Woche ein Korsett von Nahr. Es wurde keine Röntgenaufnahme mit Korsett gemacht, darum kann ich nicht sagen wie gut das Korsett korrigiert.
Als ich 2011 geröngt wurde (ohne Korsett) und der Arzt sich das Röntgenfoto ansah, sagte er "Es ist viel schlimmer geworden, Sie haben 79 Grad im LWS-Bereich!". Als ich darauf erwiderte, dass es vor 5 Jahren bereits 88 Grad waren, meinte er das könne man sowieso nicht so genau berechnen und das Bild sei viel zu klein (in 2011 war es eine digitale Aufnahme auf CD, wohingegen es in 2005 noch ein "richtiges" Röntgenbild war, das man vor eine Lampe halten muss und auf dem er dann mit einem Geodreieck Striche eingezeichnet hat). Den Winkel vom BWS-Bereich hat er mir dann gar nicht mehr genannt, ich glaube, er fühlte sich etwas auf den Schlips getreten.
Ich war von diesem ganzen Gespräch ziemlich überrumpelt, darum habe ich nicht daran gedacht ihn nochmal freundlich zu bitten, das Ganze nochmal gründlich zu messen und mir auch den BWS-Cobb-Winkel zu nennen.

Jetzt möchte ich aber wirklich gerne wissen, was meine aktuellen Cobb-Werte sind.

Ich durfte eine CD mit den Röntgenbildern mitnehmen. Gibt es eine Möglichkeit, diese Bilder so ausdrucken zu lassen, dass sie wie die althergebrachten Röntgenbilder aussehen? Ich glaube mit Hilfe eines Geodreiecks könnte ich es dann schaffen, ihn selbst zu berechnen.

Oder weiss jemand wie man mit Hilfe der Software Codonics Clarity Viewer (war auf der CD mit drauf) den Cobb-Wert ausmisst?

Wäre es sinnvoll, noch eine weitere Röntgenaufnahme anfertigen zu lassen, auf der ich ein Korsett trage?

Gruß, Kirsi
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Re: korrekte Cobb-Berechnung

Beitrag von Lady S »

Ich hab gerade mal für Dich gegoogelt:
http://www.codonics.com/Support/Virtua/ ... Manual.pdf
Demnach gibt es ein Symbol für die Berechnung des Cobb-Winkels; ein Alpha zwischen 2 liegenden Strichen (Handbuch (gedruckte) Seite 5)
Eine Anleitung, wie man grundsätzlich einen Cobb-Winkel misst, d.h. wo man die Linien legen muss, findest Du irgendwo hier im Forum.

Wie geht es Dir denn mit dem Korsett?
Grüsse, Lady S
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Re: korrekte Cobb-Berechnung

Beitrag von Kirsi »

Ich habe übrigens mal die Röntgenfotos angehängt, vielleicht interessieren sie ja jemanden.
Dateianhänge
2011 gif.gif
(27.87 KiB) 908-mal heruntergeladen
2005 gif.gif
2005 gif.gif (24.45 KiB) 5518 mal betrachtet
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Re: korrekte Cobb-Berechnung

Beitrag von Kirsi »

Hallo Lady S,

vielen Dank für Dein Interesse!

Wie man die Linien legen muss und den Winkel an sich berechnet habe ich schon herausgefunden (haben uns fast einen ganzen Tag zu zweit damit beschäftigt). Nützlich ist auch, dass ich die alten Röntgenfotos habe und sehen kann bei welchen Wirbeln damals die Linen eingezeichnet wurden. Mir fehlt bloss die Grundlage auf die ich das Geodreieck legen kann, am Bildschirm ist das wirklich alles zu klein und mit der Software komm ich trotz mehrstündigen Versuchen und trotz Benutzerhandbuch nicht zu Recht. Am allerliebsten wäre mir, ich könnte das digitale Foto so ausdrucken, dass es aussieht wie ein richtiges Röntgenbild. Mein allgemeiner Orthopäde vor Ort hat die Möglichkeit Röntgenbilder anzufertigen, den werde ich am Donnerstag fragen, ob er mir das ausdrucken kann.

Zum Korsett:

In meiner Jugend hatte ich ein Korsett aus Debstedt. Rückblickend muss ich sagen, dass es sehr schlecht war. Es war eine Art Plastikröhre die mich an den Achseln hochgezogen hat. Ich hatte immer Hornhaut unter den Achseln, aber ansonsten keine Druckstellen. Wirklich bitter, das rückblickend zu erkennen, denn ich habe es all die Jahre tapfer 23 Stunden am Tag ertragen.

Dann habe ich mit 23 mein jetzigen Korsett von Nahr bekommen. Das war wie eine Offenbarung. Wenn ich es trage fühle ich mich viel größer und gerade und aufrecht. Es drückt zwar, aber an den richtigen Stellen. Herr Nahr erklärte mir das es so ist wie wenn man von drei Händen gestützt wird. Eine drückt die rechte Schulter nach vorne, eine drückt den rechten Hüftknochen nach unten und eine drückt gegen die krummste Stelle der Wirbelsäule. Außerdem ist es ein aktives Korsett, das heißt um so mehr man sich anstrengt aus eigener Kraft gerade zu sitzen, desto weniger drückt es. Seltsamerweise ist es viel kleiner als mein Debstedt-Korsett und ich kann schöne T-Shirts in meiner normalen Größe tragen.
Dieses Korsett habe ich bisher immer bei der Arbeit im Büro getragen. Das war für mich so normal, dass ich es kaum noch darüber nachgedacht habe. Wenn mir mal ein Bleistift runterfällt und ich mich bücken muss, fällt mir auf, dass es mit Korsett etwas umständlicher ist, aber solange ich vor dem Bildschirm sitze und tippe oder in Besprechungen sitze oder telefoniere störte es mich überhaupt nicht. Da ich nie Rückenschmerzen habe, habe ich es in meiner Freizeit bis vor kurzem nicht getragen.

Meinetwegen hätte es für den Rest meines Lebens so weitergehen können und ich hätte bei der Büroarbeit mein wunderbares Nahr-Korsett getragen, aber leider hat sich die Skoliose nun wohl doch verschlechtert und mein Lungenvolumen scheint sich immer mehr zu verkleinern.

Vor drei Wochen habe ich jetzt begonnen, das Korsett länger zu tragen, also jeden Tag zwischen 10 und 12 Stunden und auch bei Tätigkeiten wie Wohnung putzen, Auto fahren und was man eben alles so tut. Gestern bin ich von einem einwöchigen Camping-Urlaub zurückgekommen. Beim Camping 10-12 Stunden ein Korsett zu tragen, war schon ziemlich anstrengend, aber ich habe es durchgezogen. An meinem Hüftknochen ist jetzt ein permanenter blauer Fleck, und dort wo die stärkste Pelotte sitzt hatte ich nach ein paar Stunden das Gefühl das "meine Muskeln einschlafen", außerdem habe ich bemerkt, dass das Korsett die Organe doch schon ziemlich zusamengequetscht: Wenn ich viel gegessen habe, bekomme ich wesentlich weniger Luft, außer dem muss ich viel häufiger auf Toilette als ohne Korsett. Es ist tatsächlich nicht ausreichend Platz für die Lunge, einen vollen Magen und eine volle Blase. Beim Camping ist mir das sehr stark aufgefallen, was mir im Büro gar nicht aufgefallen ist. Das finde ich schon sehr beunruhigend.

Ich werde einfach noch ein paar Wochen länger ausprobieren, wie es so ist, das Korsett 12 Stunden am Tag und bei allen Situationen zu tragen. Ausprobieren ob das nur Eingewöhungsschwierigkeiten sind. Vielleicht wäre eine Wirbelsäulen-OP aber doch besser, weil die Organe dann mehr Platz haben. Vor allen Dingen muss ich erstmal rausfinden, ob sich meine Cobb Werte wirklich verschlechtert haben. Und außerdem beantrage ich jetzt erstmal eine Reha in der Schroth-Klinik vielleicht können die mir ja beibringen, wie man trotz Skoliose, mit und ohne Korsett optimal atmen kann.

Was für ein Roman. Mir schwirren bloss gerade soviel Gedanken durch den Kopf, danke fürs zuhören!

Schöne Grüße, Kirsi
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Re: korrekte Cobb-Berechnung

Beitrag von Dolphingirl94 »

Hallo Kirsi,
Zu der Berechnung der Cobb-Winkel kann ich dir nicht weiterhelfen, aber wenn du einen blauen Fleck hast, der keine Druckstelle ist, dann solltest du noch mal Herr Nahr aufsuchen und ihm das zeigen. Wenn möglich, wird er das Korsett dann ändern.
Nach dem Essen kannst du das Korsett ruhig ein bisschen weiter stellen, damit du mehr Platz hast. Aber nicht das wieder enger Schnallen vergessen ;D
LG, Dolphingirl
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Aktueller Thread: Kontrolle in Bad Sobernheim
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Re: korrekte Cobb-Berechnung

Beitrag von Kirsi »

Hallo Dolphingirl,

vielen Dank für die Tips! Dann werd ich jetzt mal ruhigen Gewissens mein Korsett nach dem Essen etwas lockerer stellen.

Ich hab jetzt für nächste Woche Dienstag ein Termin bei Klaus Nahr abgemacht, dann werde ich ihn nach dem blauen Fleck und noch einige andere Sachen fragen. Und weil ich dann ja sowieso in Berlin bin, werde ich auch gleich noch zu Dr Mellerowicz gehen und ihn bitten, den Cobb-Wert ordentlich zu bestimmen.

Gruß,
Kirsi
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Re: korrekte Cobb-Berechnung

Beitrag von Kirsi »

So, ich habe das Bild von 3 unterschiedlichen Leuten vermessen lassen.

Dr Mellerowicz: Misst 60 BWS und 80 LWS, weist darauf hin, dass auf Grund der schlechten Qualität des Röntgenbildes das Ergebnis nicht ganz exakt ist.

Dr Schwade: Das Röntgenbild ist zu schlecht um exakt zu messen, aber es ist auf keinen Fall schlechter geworden.

Herr Nahr: Das Röntgenbild ist zu schlecht um exakt zu messen, aber es ist auf keinen Fall schlechter geworden.

Viele Grüße,
Kirsi
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