Skoliose - Kampfsport nach OP?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
pfff
Newbie
Newbie
Beiträge: 42
Registriert: So, 19.12.2010 - 10:04
Geschlecht: weiblich
Diagnose: idiopathische Skoliose
(genauer geht's nicht, da keine Unterlagen mehr vorhanden)
Therapie: KG (hauptsächlich Schroth)
Korsett (aus dem Balgrist)
Kur in Sobernheim
OP 1992 (CD-Spondylodese)
total unzufrieden! wunschtraum: stäbe raus, lange reha in sobernheim, plus eventuell wieder korsett.

Re: Skoliose - Kampfsport nach OP?

Beitrag von pfff »

ok :D
hatte gerade noch eine idee, es gibt doch für einige sportarten z. b. snowboarden, so rückenschutzschalen, vielleicht wäre das auch eine zusätzliche möglichkeit?
Kandra
Newbie
Newbie
Beiträge: 4
Registriert: Mi, 13.04.2011 - 00:49
Geschlecht: weiblich

Re: Skoliose - Kampfsport nach OP?

Beitrag von Kandra »

Mein erster Beitrag hier und gleich zu so einem Thema :)
Ich wurde 2003 von Th1 bis L5 in der WWK versteift. Ca. 2 Jahre später habe ich bei einem Freund mit Shotokan-Karate angefangen. Später bin ich zum Hochschulsport gewechselt, seit 2009 trainiere ich in einem Dojo und habe mittlerweile den orangen Gürtel. Meine Ärzte haben immer gesagt, ich kann im Prinzip machen was ich will, nur große Stöße und Fallen sollte ich vermeiden. Das ich keine Purzelbäume mehr schlagen kann ist eh klar.

Was viele hier nicht bedenken, es gibt sehr viele Kampfsport-Stile. Shotokan ist anders wie andere Stile des Karates nicht auf Würfe ausgelegt (bzw. die kommen erst in der Oberstufe ca. ab fortgeschrittenem Blaugurt, können bei Prüfungen aber auch ersetzt werden). Wir treten und schlagen nur um uns ;) Ausserdem muss man den verschiedenen Kampfsportarten und Stilen noch zwischen Vollkontankt und kein Vollkontakt unterscheiden. "Klassische" Vollkontakt-Sportarten wären jetzt z.B. Muay Thai oder Kickboxen und natürlich die ganzen Stile in denen geworfen wird. Shotokan ist kein Vollkontakt-Stil. Klar gibt es auch bei uns Partnerübungen (sonst würde die Selbstverteidigung ja auch keinen Sinn machen ;) ) aber diese sind zumeist nicht darauf ausgelegt den Gegner wirklich zu treffen, sondern hauptsächlich um die Bewegungsabläufe zu trainieren und zu verinnerlichen. Hin und wieder machen wir Kumite mit Polstern an Händen und Füßen und Kopfschutz. Aber auch hier sehe ich eigentlich keine Gefahr für den Rücken, denn normalerweise wird ein Gegner ja von vorne attackiert, da mache ich mir eher Sorgen um meine Zähne und Nase wie um meine Schrauben und Stangen im Rücken ^^

Klar kriege ich keine Tritte auf Kopfhöhe hin, bei mir persönlich ist auf Hüfthöhe bei seitlichen Tritten und Bauchhöhe bei Tritten nach vorne Schluss. Aber meine Trainer und Mittrainierenden wissen das und es interessiert auch niemanden. Jeder macht was er kann. Wir haben stark übergewichtige Leute bei uns, die kommen teilweise auch nicht höher wie ich ;)
Also wenn du Kampfsport machen möchtest, sieh dich in deiner Nähe mal nach einem Shotokan-Verein um. Geh zum Probetraining, nimm vorher den Trainer beiseite und schildere ihm deine Lage. Und dann probier es einfach aus!

Ich war mit meiner Versteifung schon Tandem-Paragleiten, eine wunderbare Erfahrung. Es war halt vorher ausgemacht, dass ich bei der Landung einfach einen Augenblick später meine Beine auf den Boden setze wie meine Begleitung, so dass sie die größte Belastung abfängt. Es war kein Problem. Da wir dann nach vorne umgefallen sind, hats ein bisschen im Rücken gezogen, aber nix was jetzt schlimm gewesen wäre.
Ausserdem Bouldere ich seit ein paar Monaten, ist auch kein Problem. Da macht mir eher meine geringe Größe von 1.52m oft einen Strich durch die Rechnung ;)

Ich habs mit meinem Rücken immer nach dem Motto "Was nicht weh tut, schadet nicht und was weh tut, lass ich" gehalten und fahre damit seit nun mehr als 7 Jahren prima. Lass dir niemals von jemandem sagen das du etwas nicht kannst. Das kann dir nur dein Körper sagen.
Antworten