Die größte deutschsprachige Online-Selbsthilfegruppe von und für Patienten mit Wirbelsäulendeformitäten wie Skoliose, Morbus Scheuermann und Kyphose (Hyperkyphose). Hier können sich Patienten informieren und Erfahrungen austauschen.
DrSteffan hat geschrieben: Wenn das aber, wie sie sagen, bei allen Menschen so ist, warum bekommen dann nur so wenige eine Skoliose?
Welche Erklärung haben sie für die asymmetrische Anlage des Digastricus? Warum ist da ein Baufehler in unserer Struktur? Einen Baufehler möchte ich nun nicht direkt dingfest machen, ich denke, man kann davon reden, daß es im Kopfgelenkbereich ein Überbleibsel, ein Restzustand ist, der sich vermutlich entwicklungsgeschichtlich erklären läßt. Wir haben die Vermutung, daß im Zuge der Entstehung des aufrechten Ganges dieser asymmetrische Muskelzug eine unterstützende Funktion gehabt haben mag. Inzwischen gehen wir aufrecht schon lange Zeit und für den heutigen Menschen ist ganz offensichtlich diese Asymmetrie nicht von Vorteil oder von Nutzen, sondern entweder sie ist ausreichend und gut kompensiert, was natürlich bei vielen Menschen auch der Fall ist, oder nicht wenige Menschen leiden darunter, da die Kompensation nicht wirklich ausreichend ist, so daß es dann eben zu Schmerzen, zu Verspannungen, zu Durchblutungsstörungen und ähnlichen Erscheinungen kommen kann.
Eine medizinisch apparente Skoliose entsteht dann, wenn die Kopfgelenkasymmetrie in der Jugend dekompensiert und zu einer extremen Schiefstellung des Atlas führt. Diese hat dann morphologische Folgen entlang des gesamten Achsenskeletts. Inapparent ist die Skoliosierungstendenz bei allen Menschen feststellbar allein dadurch, daß der rechte obere Schultergürtel stets stärker ausgeprägt ist als links (was nicht mit der vorherrschenden Rechtshändigkeit korreliert).
Silas hat geschrieben:Diese Diskussion führt meiner Meinung nach zu nichts mehr und mein Vorschlag wäre somit, es beim aktuellen Stand zu belassen.
Oh, ich finde das jetzt schon sehr spannend, auch wenn die meisten User, auch ich, den Details nicht mehr so richtig folgen können. Eigentlich sollten sich beide mal zusammensetzen.
Die Geschichte der Katharina Schroth sollte für uns schon Grund genug sein, auch absurd anmutende Therapien in der speziellen Diskussion zuzulassen.
Gruss
Klaus
Gegen Absurd habe ich nichts, gegen anatomisch falsch schon.
Für mich ist das Thema auch beendet.
Gegen 'anatomisch gesichert' hat der Letzt-Zitierte aber wohl nichts. Es wäre schade, wenn es den Therapiegründer, der ein Jahrhundert nach Katharina Schroth an der Sobernheimer Klinik anklopft und um Einlaß bittet, in den angloamerikanischen Kulturraum verschlagen würde und jener von dort den heutigen Nachfolgern von Katharina Schroth vorschreibt, wie Skoliosetherapie aufgrund seiner neuen Erkenntnisse durchzuführen ist. Leichter und vorteilhafter wäre es, ihn zu einem akademischen Diskurs einzuladen. Denn die positiven Sofort- und Langzeiteffekte sind bereits hundertfach abgesichert. Dazu gehören viele im heilkundlichen Sektor tätige Personen, die sich und ihre Angehörigen behandeln ließen.
Ich finde es unerträglich, dass Doremifasol die Symptome seines Größenwahns als "akademischen Diskurs" bezeichnet.
Entlarvend ist schon allein diese Äußerung:
doremifasol hat geschrieben:
... die positiven Sofort- und Langzeiteffekte sind bereits hundertfach abgesichert. Dazu gehören viele im heilkundlichen Sektor tätige Personen, die sich und ihre Angehörigen behandeln ließen.
Das ist keine Wissenschaft, sondern Mystik.
"Wunderheilungen" hat es schon immer gegeben. auch mit Suggestion kann man - bei dafür empfänglichen Personen- gewisse Wirkungen auf Symptome erzielen. Um etwas anderes handelt es sich bei dieser "neuen Methode" allerdings nicht!!
Allzuoft folgt auf eine angebliche Wunderheilung auch das böse Erwachen, wenn der suggestive Effekt nachlässt und sich herausstellt, dass die Krankheit danach schlimmer ist als je zuvor, weil erfolgbringende medizinische Behandlungen vernachlässigt wurden.
Man sollte Leuten wie Doremifasol in einem Selbsthilfeforum, das medizinisch einigermaßen ernstgenommen sein will, keine Plattform bieten.
cogito hat geschrieben:Man sollte Leuten wie Doremifasol in einem Selbsthilfeforum, das medizinisch einigermaßen ernstgenommen sein will, keine Plattform bieten.
Also ich hoffe jetzt ja nicht, dass das Forum auf eine einzige Diskussion reduziert wird. Und mit Zensur kommt man nunmal auch nicht weiter.
doremifasol hat geschrieben:Denn die positiven Sofort- und Langzeiteffekte sind bereits hundertfach abgesichert.
Na dann dürfte es doch ein leichtes sein, auch mal radiologische Vorher-Nachher-Bilder auf deine Webseite hochzuladen. Warum bringst du denn dann auf deiner Werbe-Homepage ausgerechnet zwei Beispiele ohne irgendwelche Belege, wenn es doch schon soo viel Langzeiterfahrung gibt...
Inapparent ist die Skoliosierungstendenz bei allen Menschen feststellbar allein dadurch, daß der rechte obere Schultergürtel stets stärker ausgeprägt ist als links (was nicht mit der vorherrschenden Rechtshändigkeit korreliert).
Und wieso haben dann manche auch linkskonvexe Skoliosen, oder Skoliosen in der LWS? Warum sind manche progredienter als andere?
LG
Minimine
LG
Minimine
Lerne von gestern, lebe und wirke im heute und hoffe für die Zukunft. Albert Einstein
doremifasol hat geschrieben:Die Anatomie im Sinne der herrschenden Meinung stellt den Musculus digastricus als beidseitig vor dem Atlas herziehend her; er sei somit von außen gar nicht tastbar. Das ist falsch und steht nicht auf dem neuesten Erkenntnisstand.
Welches ist denn der neueste Erkenntnisstand? Von wem festgestellt und wo nachzulesen?
Anatomischer Nachweis der Kopfgelenkasymmetrie
Ab Jahresmitte 2009 wurde wiederholt an Kopf-Hals-Präparaten der Anatomie Göttingen folgendes festgestellt:
Wer hat das festgestellt und nachgewiesen?
Die Tatsache, dass die betrachteten Präparate "aus der Göttinger Anatomie" stammen, hat ja als solche kein Gewicht im Sinne einer wissenschaftlichen Erkenntnis.
doremifasol hat geschrieben:
Die Internetseite Kopfgelenktherapie ist das Ergebnis jahrelanger Forschungsarbeit auf anatomischem, anthropologischem und klinischem Gebiet, relativ laienverständlich und lebensnah gehalten. Der Autor, der seit Jahrzehnten in der Forschung tätig ist, sieht es als seine ethische Verpflichtung an, die klinische und anatomische Neuentdeckung, die er gemacht und eindeutig in mehrfacher Hinsicht nachgewiesen hat (einschließlich durch MRTs), der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Bitte mal konkret:
wer mit welcher Qualifikation hat hier geforscht und wo sind die Studienergebnisse nachzulesen?
ad (2) die jeweilige morphologische Ausprägung hängt von vielen Variablen ab: Geschlecht, Größe und Gewicht, EZ und AZ, hormonbedingte Schwankungen des Muskeltonus, Zeitpunkt des Einsetzens der verstärkten Skoliosierungtendenz, u.v.m.
ad (3) Die Progredienz hängt hauptsächlich mit der noch vorhandenen Wachstumsreserve, aber auch mit weiteren Variablen (s.o.) zusammen. Wenn die Skoliosierung im Kindesalter einsetzt, ist der Verlauf viel beunruhigender als im Jugendalter und je weiter dieser Anfangszeitpunkt sich dem Ende der Adoleszenz nähert, desto harmloser der Skolioseverlauf.
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Skoliose, interessant dort die Tabelle bezüglich der Prävalenz, daß nämlich die schweren Skoliosen vor allem bei Frauen zu finden sind, was für meine Annahme der zyklusbedingten Muskeltonusschwankungen beweisführend ist. Man sollte auch die Skoliose-Artikel in den anderen Sprachen beachten, z.B. den meistens reichhaltigeren, englischen Artikel.
Lady S hat geschrieben:
(1) Welches ist denn der neueste Erkenntnisstand?
(2) Von wem festgestellt und wo nachzulesen?
(3) Wer hat das festgestellt und nachgewiesen?
(4) Wer mit welcher Qualifikation hat hier geforscht und
(5) wo sind die Studienergebnisse nachzulesen?
Nein, ich meine Vorher-Nachher-Röntgenbilder bei Skoliose. Also eine Wirbelsäulenganzaufnahme vor der Therapie und nach weiteren Therapiesitzungen im Verlauf. Bei solch langjährigen Erfahrungen müsstest du ja reichhaltiges Material hierzu haben.
LG
Minimine
LG
Minimine
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cogito hat geschrieben:Ich finde es unerträglich, dass Doremifasol die Symptome seines Größenwahns als "akademischen Diskurs" bezeichnet.
Entlarvend ist schon allein diese Äußerung:
doremifasol hat geschrieben:
... die positiven Sofort- und Langzeiteffekte sind bereits hundertfach abgesichert. Dazu gehören viele im heilkundlichen Sektor tätige Personen, die sich und ihre Angehörigen behandeln ließen.
- Bezüglich 'hundertfach', siehe: http://www.kopfgelenktherapie.de/de/kop ... ungen.html
- Bezüglich 'im heilkundlichen Sektor tätige Personen': Es wurden bereits Ärzte, ärztliches Hilfspersonal, Physiotherapeuten und Heilpraktiker in die Kopfgelenktherapie eingeführt und behandelt.
- Jemand mit Schizoaffektiver oder Bipolarer Störung kann keine dermaßen inhaltlich, didaktisch kohärente Darstellung fertigbringen.
- Mit einer schizoaffektiven Störung leidet man auch unter Negativsymptomen (Motivationslosigkeit).
Fazit: Die vorliegende Arbeit ist offensichtlich das Ergebnis intensiver Forschungsarbeit.
minimine hat geschrieben:Warum bringst du denn dann auf deiner Werbe-Homepage ausgerechnet zwei Beispiele ohne irgendwelche Belege, wenn es doch schon soo viel Langzeiterfahrung gibt...
Die 'Langzeiterfahrung' bezüglich Skoliose wurde untergejubelt: Die erwachsene Patientin wurde im Mai diesen Jahres behandelt, die jugendliche Patientin vor einem Jahr. Längere Beobachtungszeiten sind nicht vorhanden. Außerdem wurde kein Bildmaterial überlassen.
Im Patientengut gibt es zwar Beobachtungszeiten von mehr als zwei Jahren bezüglich Migräne, aber das interessiert hier nicht.
Im Patientengut gibt es zwar Beobachtungszeiten von mehr als zwei Jahren bezüglich Migräne, aber das interessiert hier nicht.
Ja eben, es interessiert uns hier nur, wie die Behandlung im Bezug auf Skoliose wirkt. Was denn nun, gibt es nun langjährige Erfahrung oder gibt es sie nicht. Wenn nur zwei Beispiele überhaupt vorliegen und da kein langfristiger Verlauf vorliegt, dann kann man doch noch gar nichts aussagen. Du musst dich nun schon entscheiden!!!
Das wäre ja, wie wenn ein Skoliose-Patient Vitamin C einnimmt und seine Skoliose halt zufällig nicht fortschreitet. Daraus kann man doch dann aber nicht schließen, dass Vitamin C nun ein Allheilmittel für Skoliose ist!!
Also bitte mal Klartext nun, wieviel Erfahrung liegt konkret bei SKOLIOSE vor und wie sieht es dazu zur Langfristigkeit aus!!!
LG
Minimine
LG
Minimine
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Lady S hat geschrieben:
(1) Welches ist denn der neueste Erkenntnisstand?
(2) Von wem festgestellt und wo nachzulesen?
(3) Wer hat das festgestellt und nachgewiesen?
(4) Wer mit welcher Qualifikation hat hier geforscht und
(5) wo sind die Studienergebnisse nachzulesen?
minimine hat geschrieben: Wenn nur zwei Beispiele überhaupt vorliegen und da kein langfristiger Verlauf vorliegt, dann kann man doch noch gar nichts aussagen.
Doch, weil der eindeutige Therapieerfolg zeitlich kontingent mit dem Therapiebeginn zusammenfällt und von der jeweiligen Patientin deutlich wahrgenommen und auf die Therapie zurückgeführt wird. Dem tut es kein Abbruch, dass das N bei 2 liegt.
Lady S hat geschrieben: 'Bitte mal konkret:...'
'Danke. Dem ist ja wohl nichts hinzuzufügen '
minimine hat geschrieben:'Du bist nicht der Erste, der hierher kommt mit seiner "neuen Therapiemethode" und wenn man nach mehr Info´s fragte, kam plötzlich nur noch Schall und Rauch. Woher wusste ich nur gleich, dass das hier wieder genauso enden wird... '
'Also bitte mal Klartext nun,...'
Silas hat geschrieben:'Leider gibt es offensichtlich genug Dumme, die für solch faulen Zauber die Geldbörse öffnen.'
'Diese Diskussion führt meiner Meinung nach zu nichts mehr...'
cogito hat geschrieben:'Ich finde es unerträglich, dass... Größenwahn...'
DrSteffan hat geschrieben:
'Herr doremifasol, der m. digastrikus zählt zu den Kaumuskeln und liegt eher oberflächlich, ...'
'Gegen Absurd habe ich nichts, gegen anatomisch falsch schon. Für mich ist das Thema auch beendet.'
Das ist ein Engel, den die oben erwähnte 85jährige Frau mit Hyperkyphose gemacht hatte. Auf dem Schildchen im Bild rechts steht: 'Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron' des ewgen Lebens nicht davon.'
e__h.jpg (11.55 KiB) 8454 mal betrachtet
- Wozu Sarkasmus, Marginalisierung, Kriminalisierung, der voreilige Vorwurf der Scharlatanerie, der Abzocke mit unlauteren Methoden, gar der Anwurf der Psychiatrisierung?
- Bestand die Absicht, mit anatomisch falschen Behauptungen irre zu führen ('oberflächlicher Kaumuskel')?
- Niemand kann auf der Inhaltsebene korrekt wahrnehmen, wenn solche Beziehungsdefinitionen vorherrschen.
minimine hat geschrieben:Ja eben, es interessiert uns hier nur, wie die Behandlung im Bezug auf Skoliose wirkt.
Also für mich war die Diskussion zunächst mal bezüglich der eigentlichen Therapie wichtig, also der Möglichkeit einer Muskelverlagerung (ja oder nein), ganz unabhängig von der Indikation.
Diese Diskussion konnte nach meiner Ansicht nur zwischen Dr. Steffan und doremifasol stattfinden und ist dann von Dr. Steffan beendet worden. Damit ist diese Möglichkeit zumindest für mich völlig ungeklärt!
Es macht also auch keinen Sinn, jetzt über die Indikationen zu sprechen, also auch die Skoliose.
Es liegt nun mal an der Natur der Sache, dass in diesem Forum der Blick auf die Aussagen ein ganz spezieller ist. Da können solche Aussagen ziemlich daneben gehen:
doremifasol hat geschrieben:Gegen 'anatomisch gesichert' hat der Letzt-Zitierte aber wohl nichts. Es wäre schade, wenn es den Therapiegründer, der ein Jahrhundert nach Katharina Schroth an der Sobernheimer Klinik anklopft und um Einlaß bittet, in den angloamerikanischen Kulturraum verschlagen würde und jener von dort den heutigen Nachfolgern von Katharina Schroth vorschreibt, wie Skoliosetherapie aufgrund seiner neuen Erkenntnisse durchzuführen ist. Leichter und vorteilhafter wäre es, ihn zu einem akademischen Diskurs einzuladen. Denn die positiven Sofort- und Langzeiteffekte sind bereits hundertfach abgesichert. Dazu gehören viele im heilkundlichen Sektor tätige Personen, die sich und ihre Angehörigen behandeln ließen.
Hier wird ganz klar ein Zusammenhang hergestellt, der überhaupt nicht zulässig ist. Gemeint ist wohl die Therapie bei anderen Indikationen, die aber vermischt wird mit einer möglichen Zukunft bei der Therapie von Skoliose. Es entsteht damit der Eindruck, dass eine schon hundertfach abgesicherte Therapie aus Ignoranz nicht anerkannt wird.
Zusammen mit der Historie der Katharina Schroth wirkt das dann besonders drastisch.
Solche Argumentationsweise lehne ich strikt ab !!
Wer hier trotz der Diskussion Interesse an der Therapie hat, kann sich ja ausserhalb des Forums informieren und dann nachvollziehbare Erfahrungsberichte einstellen. Das macht mehr Sinn, als eine weitere sinnlose theoretische Diskussion.
Doch, weil der eindeutige Therapieerfolg zeitlich kontingent mit dem Therapiebeginn zusammenfällt und von der jeweiligen Patientin deutlich wahrgenommen und auf die Therapie zurückgeführt wird. Dem tut es kein Abbruch, dass das N bei 2 liegt.
Ne, tut mir leid. Also ich persönlich finde das absolut unwissenschaftlich und fast schon lächerlich. Ich kann wirklich nur hoffen, dass nicht allzu viele Patienten darauf reinfallen...
Gruß
Minimine
LG
Minimine
Lerne von gestern, lebe und wirke im heute und hoffe für die Zukunft. Albert Einstein
DrSteffan hat geschrieben:Man beachte, das Avatar wir von Mal zu Mal düsterer
Klaus hat geschrieben:Also für mich war die Diskussion zunächst mal bezüglich der eigentlichen Therapie wichtig, also der Möglichkeit einer Muskelverlagerung (ja oder nein), ganz unabhängig von der Indikation.
Wer hier trotz der Diskussion Interesse an der Therapie hat, kann sich ja ausserhalb des Forums informieren und dann nachvollziehbare Erfahrungsberichte einstellen.
minimine hat geschrieben:Ne, tut mir leid. Also ich persönlich finde das absolut unwissenschaftlich und fast schon lächerlich.
- Wohlwollendes Schulterklopfen? Der Avatar ist jetzt grün, Farbe der Hoffnung, aber noch kein helles Grün.
- Die Digastricus-Muskelumlagerung ist 'unser täglich Brot', jeden Tag praktiziert mit prognostisch günstigem Ergebnis. Bezüglich des skoliotischen Formenkreises werden gerne Erfahrungen gesammelt.
- Wissenschaftliche Erkenntnis fängt nicht dort an, wo Aggregation möglich wird. Sie beruht geradezu - insbesondere im medizinisch-psychologischen Bereich - auf genauer Beobachtung des Einzelfalles.
Anatomische Modelle, Kompaßgoniometer (rechts im Bild) und 'Therapiekatze' für Kleinkinder
DrSteffan hat geschrieben:Ich muß mich doch noch mal zu Wort melden.
Man beachte, das Avatar wir von Mal zu Mal düsterer
Lieber DrSteffan,
bei der Kopfgelenktherapie handelt es sich um ein Verfahren, das in dreijähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit von einer in Kassel wirkenden Medizinischen Kooperationsgemeinschaft (d.i. eine von der Bundesärztekammer akkreditierte Form der Zusammenarbeit zwischen einem Mediziner und einem nicht-medizinischen Akademiker) entstanden ist.
Das Verfahren beruht auf einer anatomischen Entdeckung, die in mehrfacher Hinsicht abgesichert ist (anatomisch, osteometrisch, radiologisch, klinisch). Es handelt sich um den Hinteren Digastricusbauch (Venter psterior musculi digastrici), der beim Menschen regelhaft einen seitenungleichen Verlauf nimmt. Dies ist wohl ein entwicklungbiologisches Relikt. Eine symmetrische Digastricus-Muskelführung zu induzieren, ist ganz leicht.
Ich möchte Ihnen nahelegen, das Verfahren, das im Internet akribisch, aber auch lebensnah (z.B. ist dort das Statement einer Ärztin zu finden, http://www.kopfgelenktherapie.de/de/sta ... rview.html) beschrieben ist, in Hinsicht auf seine medizinwissenschaftliche Seriosität prüfen zu wollen.
Ich bin der Meinung, dass schmerzkranke Patienten Anspruch haben auf naturwissenschaftlich gesicherte Verfahren. Mein Anliegen ist, mit Ihnen in Kontakt zu treten, Sie von der Wirksamkeit der Kopfgelenktherapie – die, wie gesagt, auf einer anatomsichen Neuentdeckung beruht und deswegen überraschendes therapeutisches Potential hat – zu überzeugen und möglicherweise ein gemeinsames Forschungsvorhaben durchzuführen, damit die Kopfgelenktherapie als mainstream-Therapeutikum anerkannt wird.
Ich verspreche Ihnen, daß dies ein wissenschaftlich Durchbruch auch in der Skolioseforschung bedeuten könnte. Voraussetzung wäre, daß Sie sich mit der Thermatik auseinander setzen. Ich stehe zur Verfügung, weil ich mich ethisch verpflichtet fühle, das von der o.g. Med. Kooperationsgemeinschaft, entwickelte Verfahren transparent zu vermitteln.
Ich denke du überschätzt die empirischen und logischen Fundamente deiner Theorie.
Ich werde hier etwas ausführlicher darlegen, wie ich zu diesem Schluss gekommen bin. Für den ein oder anderen mag das etwas umständlich aussehen, aber ich möchte gerne demonstrieren wie man spektakulär klingende Therapien und Theorien auf ihren Realitätsgehalt prüfen kann.
Zuerst möchte ich noch mal die Annamen die es zu prüfen gilt zusammenfassen.
Die folgenden Thesen wurden explizit oder implizit von Doremifasol aufgestellt:
1. Die Behandlung mit der Kopfgelenktherapie führt zur Besserung volgender Symptome beim adulten skoliose Patienten
1.1. Weniger Schmerzen,
1.2 Besseres Körpergefühl
1.3 Aufhalten der Krümmungszunahme oder Besserung der Krümmung
2. Die Behandlung mit der Kopfgelenktherapie führt zur Besserung volgender Symptome beim jugendlichen skoliose Patienten
2.1 Weniger Schmerzen,
2.2 Besseres Körpergefühl
3.3. Aufhalten der Krümmungszunahme oder Besserung der Krümmung
3. Die Besserung der Symptome wird hauptsachlich verursacht durch den spezifischen Mechanismus der Behandlung (= die behauptete Umlagerung des Muskels) und ist NICHT zu erklären durch den natürlichen Verlauf der Symptome oder durch unspezifische Elemente der Behandlung (auch genannt Placeboeffekt).
4. Bei fast allen Menschen verläuft besagter Muskel nur links unter dem Atlas und besteht daher eine Asymmetrie zwischen der Muskelführung rechts und links. Der Muskel kann umgelegt werden mittels der “Vibrationstechnik”
5. Die behauptete Muskel asymetrie spielt eine wichtige Ursächliche Rolle bei der Entstehung der Skoliose im Jugendalter und bei dem Verlauf der Skoliose im Erwachsenen alter.
Dazu erst ein paar Grundsätzliche Überlegungen
These 3 kann nur dann war sein, wenn gesichert ist, dass die Besserung des Symptoms NICHT zu erklären ist durch die natürliche Fluktuation des Problems (Schmerzen zum Beispiel haben oft die Eigenschaft zu schwanken, auch bei Skoliosepatienten. Wenn man davon ausgeht, dass Menschen vor allem dann einen Behandler aufsuchen, wenn die Schmerzen am stärksten sind, so ist zu erwarten dass bei einem beträchtlichen Anteil der Patienten die Schmerzen aufgrund des normalen Verlaufs nach einigen Tagen besser sind. Dies wäre allerdings auch ohne Behandlung der Fall gewesen. Aus dem selbe Grund darf ich auch nicht annehmen, dass meine Grippe nach einer Woche dadurch weggegangen ist, dass ich seit Grippebeginn jeden Abend eine Kerze anzünde oder ein Glas Wasser trinke.)
Weiterhin muss glaubhaft nachgewiesen sein, dass die Reduzierung der Symptome nicht alleine zurückzuführen ist auf einen ANDEREN Wirkmechanismus als die behaupteten Muskelumlagerung. So können zum Beispiel Dinge wie eine ruhige Atmosphäre, eine professionelle und positive Ausstrahlung des Behandlers, die Erwartungshaltung des Behandlers, der Glaube des Patienten, zu einer Besserung mancher Symptome führen. Man spricht dann von Placeboeffekt oder unspezifischem Wirkmechanismus. Ein Placeboeffekt bedeutet nicht, dass eine Behandlung nicht gewirkt hat, er bedeutet allerdings dass der Mechanismus der zur Wirkung führt ein andere ist als der, den man angenommen hat. Gut vorstellbar ist zum Beispiel, dass eine Reduzierung von Schmerzen, ein verbessertes Körpergefühl und eine vorübergehende Besserung der Haltung durch unspezifische Behandeleffekte entstehen können. Die sehr ausführliche wissenschaftliche Literatur zum Placeboeffekt zeigt, dass erstaunlich starke Effekte durch Glauben und Erwartung entstehen können.
Es ist allerdings wenig wahrscheinlich eine dauerhafte radiologische Besserung der Skoliotischen Krümmung durch den Placeboeffekt erklären zu können.
Weiterhin sieht man, dass These 4 (die behauptete Kopfgelenkasymetrie) der Grundpfeiler des Theoriegebäudes ist. Wenn These 4 nicht stimmt, dann stimmen These 3 und These 5 auch nicht. In diesem Fall sind eventuelle Effekte der Kopfgelenkstherapie durch nicht spezifische Mechanismen zu erklären und wäre die Behandlung gleichzusetzen mit eine Placebobehandlung, die zum Beispiel aus sanften Berührungen und klug klingenden Erklärungen und Prognosen des Arztes besteht ("Wir haben jetzt den Energiestrom in ihrem XZY Muskel lateral harmonisiert, daher werden sich ihre Körperfunktionen normalisieren und die Schmerzen verschwinden").
Wie sieht es nun aus mit der empirischen Evidenz für und gegen die Thesen
These 4
These 4 (die behauptete Kopfgelenkassymetrie) sollte recht einfach getestet werden können, in dem man den Verlauf des entsprechenden Muskels in einer Stichprobe an anatomischen Präparaten oder mithilfe von geeigneter bildgebender Techniken überprüft. Bis jetzt wurde nur ein einziges MRI Bild vorgelegt . Von den angeblich untersuchten Anatomischen Präparaten liegt keine Dokumentation vor (wie z. B. Photos, Messungen, Statistische Auswertung mit Mittelwertsangaben und Varianzangaben.) Die Ergebnisse der Schädeluntersuchung sind wenig aussagekräftig. Da es hier um die Lage eines Muskels geht , sollte man dies schon direkt untersuchen und nicht indirekt aufgrund irgendwelcher explorativ (!) gefundener Asymetrien in der Knochenform spekulative Rückschlüsse ziehen. Asymetrien in der Knochenform können nämlich viele Ursachen haben.
Weiterhin ist die behauptet Verlagerung des Muskels durch die Behandlung nicht radiologisch belegt. Die Finger hinter das Ohr zu halten oder festzustellen dass der Kopf sich stärker drehen lässt sind keine hinreichenden Kriterien, schließlich sind diese Tests stark der subjektiven Wahrnehmung und Erwartung des Therapeuten unterworfen. Selbst wenn man annimt dass eine tatsächliche Änderungen der Beweglichkeit stattgefunden hat, kann dies leicht erklärt werden durch die Tatsache, dass die Patienten am Anfang einer ersten Behandlung weniger entspannt sind als am Ende dieser Behandlung und am Anfang der nächsten Behandlung. (sie wissen ja da noch nicht was auf sie zukommt und alles ist neu) Was passiert wenn man entspannt ist? genau...die Nackenmuskeln lassen in der Spannung nach und man kann den Kopf mehr drehen. Es kann natürlich auch sein, dass die Vibration ihren teil zur entspannung beigetragen hat. Das hätte sie wohl auch wenn man an einer anderen Stelle vibriert hätte. Auf jeden Fall ist durch eine erhöhte Beweglichkeit NICHT nachgewiesen dass der Muskel sich verlagert hat, wahrscheinlich haben sich nämlich nur ein paar Muskeln entspannt.
Also kann ich Schlussfolgern, dass mit den vorhandenen Daten die zentrale These ungenügend belegt ist.
These 3
Wie man These 3 testet hängt ab von den Symptomen ab , an denen man interessiert ist. Oftmals gibt nur das vorhandensein einer randomisierten Placebogruppe die Möglichkeit den behaupteten Wirkeffekt von dem Placeboeffekten und dem natuerlichen Verlauf zu unterscheiden. Dies gilt vor allem fuer Symptome wie Schmerzen und allgemeines sich unwohlfühlen die stark reagieren auf Placebobehandlung und von Tag zu Tag schwanken.
Doremifasol hat meines Wissens kein Experiment mit Placebogruppe und Randomiserung durchgeführt. Was er bestenfalls getan hat ist, dass er Patienten vor und nach der Behandlung nach verschiedenen Symptomen gefragt hat, (Z.B. wie sie sich fühlen oder wie es mit den Schmerzen geht) Also eine mehr oder weniger unsystematische Messung von subjektiven Symptomen vor (?) und nach der Behandlung.
Es sollte klar sein, dass das Vorhandensein von mehreren hundert positiven Berichten über Schmerzreduktion und Verbesserung des Wohlbefindens (präsentiert auf der Seite von Doremifasol) nach der Behandlung KEIN empirischer Beleg ist für die positive spezifische Wirkung oder die Existenz der Muskelumlagerung, da die positiven Änderungen durch einen unspezifischen Effekt (Placebo), durch den natürlichen Verlauf, oder durch die Erwartungshaltung des Behandlers erklärt werden können. So scheint zum Beispiel den Patienten die Zielsetzung der Behandlung ausführlich erklärt worden zu sein und anscheinend haben sie erst auch eine Art kurze Massage am Rücken bekommen. Es ist ein naheliegend, dass der Patient nach so einer Behandlung (eventuell unterstützt durch suggestives Fragen) feststellt, er man sich besser fühlt und dann geneigt ist die Ursache darin zu sehen dass er jetzt irgendwie symmetrischer sei. Das gleiche wäre wohl auch passiert wenn man die Patienten einfach an einer anderen Stelle am Hals vibriert hätte.
Weiterhin ist nicht bekannt, welcher Prozentsatz der Behandelten ein lang anhaltendes, positives Ergebnis raportiert. 200 von 200 ? oder nur 300 von 10000 ?, das macht einen enormen Unterschied.
Doremifasol unterstellt seine Patienten, dass sie in der Lage sind die genaue Ursache für die Verbesserung eines gewissen Symptoms zu erkennen. Dies ist eine äußerst gewagte Aussage. Woher soll eine Person wissen, dass die Besserung der eigenen Schmerzen oder des Körpergefühls durch die Muskelumlagerung kommt, und nicht durch den Moment der Entspannung, durch den Glaube oder durch die Tatsache dass einem jemand zugehört hat.
Warum Doremifasol behauptet, einen Effekt bei 2 Menschen zu finden wäre ausreichend, um daraus zu schließen, dass bei der Mehrheit der Menschen der selbe Effekt auftritt, ist mir schleierhaft. Ich sage doch auch nicht dass die meisten Menschen allergisch reagieren auf Erdberen , nur weil ich zwei Menschen kenne bei denen das so ist.
Die genaue und systematische Beschreibung der relevanten Symptome auf Niveau des einzelnen Patienten ist in der Tat eine Voraussetzung für gute medizinische Forschung. Dies ist aber noch lange nicht hinreichend um daraus auf andere Menschen zu generalisieren.
Hätte Doremifasol jetzt rausgefunden dass 50 von 100 behandelten Patienten langfristig eine radiologische Besserung erfahren, so wäre dies sicherlich Vermeldenswert, da ein solches Verbesserungsrate wahrscheinlich nicht durch den natürlichen Verlauf oder den Placeboeffekt erklärt werden kann.
Hat er aber nicht.
Zu den anderen Argumenten von Doremifasol
Die anderen Beobachtungen die Doremifasol gemacht hat, wie das angebliche Vorhandensein einer Körperasymetrie und die künsterische Darstellung schiefer Köpfe, sind nicht geeignet den Wahrheitsgehalt von These 1 bis 5 zu überprüfen. Denn selbst wenn man annimmt dass die Kofgelenkasymmetrie zu einem schiefen Köerper führt und selbst wenn jetzt gesichert wäre, dass die meisten Menschen einen schiefen Köerper haben, so ist es logisch falsch daraus zu schließen, dass die schiefe Körperhaltung durch die Kopfgelenke verursacht sind, es gibt nämlich schlichtweg noch andere mögliche Ursachen.
Kurz gesagt, wenn A B verursacht, so kann man daraus nicht logisch schließen dass die Ursache A vorhanden war, sobald ich B vorfinde. So bekommt man zum Beispiel einen blauen Daumen wenn man versehentlich mit dem Hammer drauf haut. Kann ich nun daraus schließen dass jeder Mensch mit einem blauen Daumen sich mit dem Hammer drauf gehauen hat? Natürlich nicht, wahrscheinlich waren auch viele dabei die sich den Daumen in der Tür eingeklemmt haben...
Schlussfolgerung
Nach dem aktuellen Stand der Datenlage ist der von Doremifasol behauptete Wirkmechanismus nicht belegt und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der Effekt der Kopfgelenktherapie größer ist als der einer vergleichbaren unspezifischen Placebobehandlung. Doremifasol steht es offen methodisch korrekte Studien zu veröffentlichen. Bis dahin kann ich nur empfehlen dass Geld besser nicht in diese Behandlung zu stecken.