Mal was zum Lachen...

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Hanti
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Mal was zum Lachen...

Beitrag von Hanti »

Was seh ich denn eben bei der Lektüre unseres amtlichen Mitteilungsblättchens? Die Lösung aller unserer Probleme? Ich bin fast geneigt, dort mal nach Preisen für eine mittelschwere Skoliosenheilung zu fragen... :urrg:
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Wenn gar nichts mehr hilft, bleibt ja immer noch die Geistheilung...
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minimine
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Beitrag von minimine »

Hallo Hanti,

ich weiß nicht, ob ich eher so :eek: oder nicht doch so :rofl: reagieren soll. Wäre ja schon mal neugierig, wieviel Geld die den Leuten aus der Tasche ziehen und wie sowas abläuft.

...Sachen gibts... :scherzkeks:

LG
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Lerne von gestern, lebe und wirke im heute und hoffe für die Zukunft.
Albert Einstein
-Marie
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Beitrag von -Marie »

was es nicht alles gibt..... ;D
Der der weiß, dass er nichts weiß, weiß mehr als der der nicht weiß, dass er nichts weiß.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Na ja, das Thema Geistheilung hatten wir nun schon öfter hier und ich habe jeweils dazu über meine Erfahrungen zu einem entsprechenden Vortrag berichtet.
Mache ich gern nochmal, weil ich denke, dass das Thema nicht unbedingt zum Lachen ist, sondern kritisch angegangen werden muss.

Der Vortrag in Hannover fand in der Medizinschen Hochschule statt, ich habe erst hinterher erfahren, dass jeder einen Raum mieten kann, unabhängig von dem Thema und der Seriosität!
Das ist nach meiner Ansicht schon bedenklich.

Die "Wirbelsäulenbegradigung" ist bei dieser Art von "Heilung" nichts anderes, als die angebliche Beseitigung eines Beckenschiefstandes. Und kleine Abweichungen in der Beinlängendifferenz lassen sich wunderbar in einer praktischen Vorführung beseitigen, in dem man durch suggestive Kräfte bzw. auch positive Erwartungshaltung eine gewisse Entspannung der Muskulatur hervorruft, die dann für einen Ausgleich sorgen.
Ich glaube schon an bestimmte suggestive Kräfte, die aber ihre Grenzen haben!!
Wenn ich bedenke, wieviele Leute sich untereinander kannten, bevor der Raum geöffnet wurde, kann ich auch nicht ausschliessen, dass die Testpersonen ganz gezielt aus dem Publikum ausgesucht wurden. :)

Ich habe dann hinterher mit der "Geistheilerin" gesprochen und bezüglich einer Hyperkyphose hat sie dann nur von einem (!) Fall gesprochen, den sie kannte, ein 14 jähriger (!), der aber durch "zusätzliche andere Therapien" langfristig behandelt werden musste. Also nicht die kurzfristige "Heilung", die durch die Vorführung vermittelt werden sollte. Und bezüglich deutlicher Skoliose wird es dann genauso sein.
Wir hatten zu dem Thema auch User aus diesem Kreis, die nur von Besserung sprachen, ohne die Winkel zu kennen oder nennen zu wollen, trotz mehrfacher Nachfrage.

Nun kann man natürlich sagen, wenn es jemand damit besser geht, dann ist das doch gut. Insofern ist das eine Therapie von vielen anderen, die man je nach Geldbeutel :) und Interesse an allem Neuen :) ausprobieren kann.

Wie z. Bsp. bei der Magnetfeldtherapie ist es nach meiner Ansicht eine ganz individuell verschieden wirkende Maßnahme, die nur so lange anhält, wie die suggestive Kraft bzw. der Glaube daran wirkt. Nicht umsonst arbeitet die Wirtschaft mit dem Begriff "neu" und muss das immer wieder auf andere Dinge ausdehnen.

Mein Fazit dazu ist, wenn man als aufgeklärter Skoliose/Hyperkyphose Patient darüber lacht, ist das prima. Aber ich fürchte, viele verlieren viel Zeit damit.

Gruss
Klaus
Dr. Steffan
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Beitrag von Dr. Steffan »

Leider sehe ich nicht wenige Patienten, die auf so etwas reinfallen. Oft bleibt dann nur noch der Weg zum Operateur.
Dr. K. Steffan
Palle
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Beitrag von Palle »

Ich versteh das nicht-
Glauben diese Menschen wirklich, dass der Typ mit Reiki o.ä.
ihren Rücken anfasst und irgendein Mantra singt und dann,
oh-plötzlich ist man ein neuer Mensch
und ist vollkommen gerade??
Ich hab nichts dagegen, dass man so was mal
ausprobiert, aber man sollte auch mal einsehen, dass
manchmal andere Menschen einen nicht immer so ohne weiteres retten können.
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Silas
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Beitrag von Silas »

Zum Lachen finde ich solche Angebote schon lange nicht mehr.

Dazu haben selbsternannte Heiler oder selbst Heilpraktiker, die ihre Grenzen nicht kennen, schon zu viel Schaden angerichtet.

Solche Menschen sind aus meiner Sicht entweder skrupellos, indem sie die letzte Hoffnung mancher Patienten rücksichtslos ausnutzen oder krankhaft narzistisch, indem sie tatsächlich von ihren übersinnlichen Kräften überzeugt in Sektenmanier ihre Heilsvorstellung durchsetzen und sich in Szene setzen wollen.

Durch solche Scharlatane sind schon zu oft Menschenleben drastisch verschlechtert oder vernichtet worden, sind Kinder ihren verblendeten Eltern schutzlos ausgeliefert.

Nur in den seltensten Fällen hat das für die Verantwortlichen Konsequenzen - dass der Gesetzgeber hier nicht einschreitet ist mir unverständlich.
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Palle hat geschrieben:aber man sollte auch mal einsehen, dass
manchmal andere Menschen einen nicht immer so ohne weiteres retten können.
Du musst bedenken, dass viele in Situationen sind, wo nach jedem Strohhalm gegriffen wird. Schuld daran hat in erster Linie die mangelhafte ärztliche Versorgung bei Skoliose/Hyperkyphose.
Und wenn ich mir überlege, wieviele Leute selbst hier Forum lange brauchen, um einzusehen, dass die meisten Orthopäden auf diesem Gebiet leider inkompetent sind, kann man sich vorstellen, was sich grundsätzlich im Verhalten ändern muss. Eigenkompetenz ist das Wichtigste und wir können hier hoffentlich ein bischen dazu beitragen.

Insofern kann man den Leuten nicht einfach einen Vorwurf machen. Wer es nicht besser weiß, kann erst einmal auch nicht anders.
Silas hat geschrieben:Nur in den seltensten Fällen hat das für die Verantwortlichen Konsequenzen - dass der Gesetzgeber hier nicht einschreitet ist mir unverständlich
Na ja, die freie persönliche Entscheidung über Behandlungsmethoden wäre mir schon wichtig. Wie oben schon gesagt, sollte man eher die Selbstverantwortung in Eigenkompetenz stärken, dann werden "Scharlatane" eher arbeitslos, als durch schärfere Gesetze.
Da bin ich sehr froh, dass es das Internet und somit auch dieses Forum gibt.
Und man muss wohl auch bedenken, dass die KG nach Schroth sich immer noch nicht vollständig durchgesetzt hat, weil von noch zu vielen als angeblich veraltet und wirkungslos beschrieben. Hier bin ich froh, dass es da keine entsprechenden Gesetze gegeben hat, die die Entwicklung bis zu der Einrichtung der beiden Schroth Kliniken hätte verhindern können.

Gruss
Klaus
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Beitrag von Silas »

Bei allem Respekt, Klaus, aber ich kann absolut nicht nachvollziehen, dass Du Krankengymnastik und Geistheilung hier allen Ernstes miteinander vergleichst...

Wenn jemand sein Bett an einen anderen Ort platziert, weil ein Wünschelrutengänger dort eine "Wasserader" lokalisiert hatte (in Deutschland liegt das Grundwasser flächig vor, d.h. es gibt keine Wasseradern), ist das Privatvergnügen und sollte jedem überlassen sein.

Sobald es aber um adäquate medizinische Versorgung bei ernsthafen Erkrankungen geht, zumal, wenn es Kinder betrifft, die ihren Eltern ausgeliefert sind, hört für mich der Spass auf.

Sicherlich ist es wichtig, Eigenverantwortung und Information zu fördern - aber wie sagte schon Einstein: Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.
Und da die Dummen nie aussterben werden, muss man manche Menschen vor sich selbst schützen.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Silas hat geschrieben:Bei allem Respekt, Klaus, aber ich kann absolut nicht nachvollziehen, dass Du Krankengymnastik und Geistheilung hier allen Ernstes miteinander vergleichst..
Das mache ich doch gar nicht!
Klaus hat geschrieben:Und man muss wohl auch bedenken, dass die KG nach Schroth sich immer noch nicht vollständig durchgesetzt hat, weil von noch zu vielen als angeblich veraltet und wirkungslos beschrieben. Hier bin ich froh, dass es da keine entsprechenden Gesetze gegeben hat, die die Entwicklung bis zu der Einrichtung der beiden Schroth Kliniken hätte verhindern können
Wenn Du das meinst, lies das bitte noch mal ganz genau.
Ich rede jetzt hier hauptsächlich von Erwachsenen!

Es geht um Deine geforderten schärferen Gesetze und da sollte man schon bedenken, dass diese in der Vergangenheit die Aussenseitermethode von Katharina Schroth hätten behindern können. Damals konnten sich die wenigsten vorstellen, dass das irgendetwas bringen könnte. Selbst heute ist das nicht so anerkannt, wie es eigentlich sein sollte.
Und möglicherweise gibt es neue Methoden, von der wir noch nichts ahnen, die aber nicht genügend erprobt werden könnten, weil die Gesetze bzw. Verordnungen das nicht zulassen würden. Die sind leider oft so undifferenziert, dass zwischen Erfolg und nicht Erfolg versprechenden kaum unterschieden werden kann und jegliche Neuentwicklung blockiert werden könnte.

Damit meine ich, dass man in einer solchen "freien Situation" damit leben muss, dass es Methoden wie die "Geistheilung" gibt, die man selbst einschätzen muss. Das ist für uns Aufgeklärte natürlich kein Vergleich (!!), aber schon für viele andere, die sich erst orientieren müssen. Denen kann man das nicht einfach "verbieten" :) , sondern sollte schon konkrete Informationen liefern.
(Du hast allerdings recht, dass man u.U. Kinder vor Eltern schützen muss!)

Dazu gehört ganz eindeutig, dass es nun mal suggestive Methoden gibt, die anders sind, als die rein physikalischen Methoden.
Bei Skoliose/Hyperkyphose kommt es auf die Korrektur von Fehlstellungen an, die man in den meisten Fällen nur durch hohe pysikalische Kräfte angehen kann. Das ist mit Suggestion allein sicher nicht zu erreichen.
So muss es auch nicht verwundern, dass es keine Grad Angaben bei den entsprechenden Usern bzw. Foren gibt. Die Leute behaupten, es gehe ihnen besser. Das zu widerlegen ist aber schon eine heikle Angelegenheit, weil dazu auch jedes subjektive positive Gefühl nach z. Bsp. Massagen, Magnetfeldtherape, Autogenes Training, Therapie nach Dorn usw. usw. gehört. Je mehr Geld das kostet, desto überzeugter sind die Leute und desto weniger sind sie bereit, auch zuzugeben, dass das eigentlich immer nur eine temporäre Sache ist.
Wir können hier nur davon überzeugen, dass möglichst viele objektive Gesichtspunkte einfliessen müssen, um auch langfristig tatsächlich von einer Verbesserung sprechen zu können. Und die suggestiven ganz persönlichen Vorlieben helfen als Unterstützung, aber nicht als alleinge Maßnahme. Das ist hier im Forum sicherlich völlig unbestritten.
Wenn jemand sein Bett an einen anderen Ort platziert, weil ein Wünschelrutengänger dort eine "Wasserader" lokalisiert hatte (in Deutschland liegt das Grundwasser flächig vor, d.h. es gibt keine Wasseradern), ist das Privatvergnügen und sollte jedem überlassen sein
Solche "Glaubensfragen" sind auch suggestive Dinge, die selbstverständlich wie alle anderen suggestiven passiven und aktiven Methoden Privatsache sein sollten.
Und da die Dummen nie aussterben werden, muss man manche Menschen vor sich selbst schützen.
Da hast Du wohl Recht. :D
Aber bei aller Reglementierung trifft das leider auch die Patienten von inkompetenten Orthopäden, die die Leute vor optimaler Therapie "schützen". Und viele nehmen den "Gott in weiß" ernst.

Gruss
Klaus
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