nun doch Korsett

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Minimine hat es schon erklärt. Ich habe gesucht, wo ich das geschrieben habe. Und zwar dort: http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=20843 - da steht auf S. 5:
Dalia hat geschrieben:Deine Mini-Ungleichheiten würde ich mit meinem Nachtkorsett garantiert wegbringen.
Das gilt für die optische Ungleichheit und das gilt auch nur unter der Bedingung, dass das Nachtkorsett zeitlebens (!) getragen wird.

Ich habe allerdings im selben Thread auch geschrieben (siehe Fettdruck):
3. Klar muss dir auch sein, dass für eine durch konservative Methoden erreichte Begradigung zeitlebens gearbeitet werden muss. Das heißt, wenn du auf Reha warst und eine tolle Begradigung erreicht hast, wirst du möglicherweise früher oder später in die alte Krümmung zurückfallen, wenn du nicht auf deine Haltung achtest und nicht regelmäßig Schroth machst.
Was für Schroth gilt, gilt auch für das Korsett. Das kannst du aber im gesamten Forum an verschiedenen Stellen lesen.

Ich glaube, du hast das Problem, dass du nur das liest, was du lesen willst, und das, was nicht so angenehm zu lesen ist, blendest du einfach aus.

Du willst das Korsett am besten nur ein paar Monate tragen und dann nie wieder was für die Skoliose tun. So funktioniert das nicht. Deine Wirbelsäule muss ein Leben lang gepflegt werden, selbst wenn du operiert bist.

Geh aufs Ganze oder lass es bleiben.

Mein ursprüngliches Ziel war es, das Korsett 10 Jahre lang ganztägig zu tragen. Als erkennbar wurde, dass meine Skoliose außerordentlich schwierig zu korrigieren ist und die Chancen auf eine dauerhafte Verbesserung äußerst gering sind, habe ich das Ziel umdefiniert: Keine Korrektur mehr, dafür ein Aufhalten der Progedienz, eine bessere Körperhaltung und Beschwerdefreiheit. Alle diese Ziele erreiche ich mit dem Nachtkorsett mühelos.

Aber je mehr Tage/Nächte ich ohne Korsett bin, desto mehr falle ich zurück. Daher habe ich mich für ein Nachtkorsett entschieden, das ich zeitlebens trage. Und jeder, der behauptet, dass ich mich kasteie und quäle, der hat keine Ahnung. Ich bin sehr gut ans Korsett gewöhnt und schlafe darin mühelos ein. Ich fühle mich wohl im Korsett.

Wenn du die Einstellung hast, hm, naja, ich will nicht, ich hasse das Korsett jetzt schon, ich will es bald wieder abschulen und dann mich nie wieder um meine Skoliose kümmern müssen, dann erschwerst du dir die Korsetttherapie.
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Beitrag von minimine »

Das gilt für die optische Ungleichheit und das gilt auch nur unter der Bedingung, dass das Nachtkorsett zeitlebens (!) getragen wird.
Naja, ganz so allgemein würde ich das jetzt nicht sehen. Es geht hier schließlich um eine 20°-Skoliose bei einem 20-jährigen. Ich würde da erstmal abwarten, welche Erfolgsaussichten Dr. Hoffmann und Rahmouni sehen. Wir wissen hier ja nicht, wie beweglich robinho noch ist oder wie zugänglich die Krümmung an sich ist.

Ich denke eher, es kann eine Korrektur erreicht werden. Dann muss eben geschaut werden, ob du diese Korrektur auch ohne Korsett eine längere Zeit halten kannst. Das wird überprüft, indem man das Korsett eine oder auch mehrere Wochen nicht trägt und anschließend zum Röntgen geht. Wenn du das dann halten konntest, dann ist auch anzunehmen, dass du z.B. nur mit Schroth die Korrektur aufrecht erhalten bleibt (oder mit Nachtkorsett).
Das ist aber bei Jugendlichen ganz genauso. Es gibt ja zahlreiche Studien, die festgestellt haben, dass die Korrektur, die nach Korsettabschulung erreicht wurde, über die Jahre wieder verloren ging und die Jugendlichen wieder bei ihren Ausgangswerten waren. Ich gehe da jetzt mal stark davon aus, dass eine solche Studie anders aussehen würde, wenn die Jugendlichen weiterhin auf ihre Wirbelsäule geachtet hätte, geschrothet hätten etc.
Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass es bei Erwachsenen viel anders aussehen soll, außer, dass evtl. von vornherein eine geringere Korrektur nach Korsettabschulung erreicht wird.
Im Prinzip passiert bei Schroth ja ganz genau dasselbe (evtl. nur nicht ganz so stark). Man richtet die Wirbelsäule auf. Wenn man irgendwann aber mit Schroth aufhört, dann ist in der Momentaufnahme wohl noch eine Verbesserung erkennbar, die aber verloren geht, wenn man nicht weitermacht.

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Dalia
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Beitrag von Dalia »

minimine hat geschrieben:
Das gilt für die optische Ungleichheit und das gilt auch nur unter der Bedingung, dass das Nachtkorsett zeitlebens (!) getragen wird.
Naja, ganz so allgemein würde ich das jetzt nicht sehen. Es geht hier schließlich um eine 20°-Skoliose bei einem 20-jährigen. Ich würde da erstmal abwarten, welche Erfolgsaussichten Dr. Hoffmann und Rahmouni sehen. Wir wissen hier ja nicht, wie beweglich robinho noch ist oder wie zugänglich die Krümmung an sich ist.
Ich rede von einem Nachtkorsett. Hier eine dauerhafte Korrektur bei regelmäßiger Anwendung zu erwarten, halte ich persönlich für utopisch.

Bei 20° im Alter von 20 jahren (hatte ich nicht mehr im Kopf) halte ich eine Korrektur allerdings auch für möglich, allerdings nicht "in schlafender Form". Doch robinho möchte versuchen, auf 16 Stunden zu kommen. Nach Abschulen des Korsetts müsste aber Schroth gemacht und die Wirbelsäule immer im Auge behalten werden, damit die Korrektur auch bleibt.

Also, Chancen auf eine Korrektur bestehen - wenn sie genutzt werden. Wie gut, können Hoffmann und Rahmouni am besten beurteilen, wobei ich hier eher auf Rahmouni hören würde, da er mit den Patienten ja in regelmäßigem Kontakt steht (sofern sie mitarbeiten ;)).
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Beitrag von minimine »

Ich rede von einem Nachtkorsett. Hier eine dauerhafte Korrektur bei regelmäßiger Anwendung zu erwarten, halte ich persönlich für utopisch.
Sorry, wer lesen kann ist klar im Vorteil. :embarrassed: Ich hab das zwar gelesen, aber irgendwie nicht so richtig registriert (die Hitze ist schuld ;D ). Da stimme ich dir natürlich absolut zu. Mit nur einem Nachtkorsett wird eine dauerhafte Korrektur schwierig werden. Da musst du damit rechnen, dass du dann zwar tagsüber aufgerichtet bist, im Laufe des Tages aber wieder zusammenfällst (je nachdem, wie du das halten kannst).

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Beitrag von robinho »

Die 20° stimmen nicht-unerfahrener Orthopäde.

Wie dem auch sei, ich will auf jeden Fall kämpfen.
Schade dass ich diesen Ehrgeiz nicht schon vor 5 Jahren hatte :(
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Beitrag von Silas »

... ganz so pessimistisch würde ich das mittlerweile nicht mehr sehen.

Durch Umstände, die mit der Skoliose nichts zu tun haben, konnte ich das Korsett in den letzten Monaten nur sehr eingeschränkt tragen.

Ich war selbst darüber erstaunt, wie wenig sich die erreichte Korrektur verschlechtert hat.
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Beitrag von Fireflies »

Hey, robinho.

Schön, dass du nun scheinbar doch den richtigen Weg einschlägst.
robinho hat geschrieben:Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie ein Leben ohne Skoliose wäre...
Wie ist denn dein hartes Leben mit Skoliose?
Machst du überhaupt Schroth?
Hast du starke Schmerzen oder überhaupt Schmerzen?
Befürchtest du einen starken Fortschritt deiner Skoliose? Und wie darf man denn verstehen, dass 20° jetzt doch nicht stimmen? Sind es mehr oder weniger?
Oder ist es doch nur der Rippenbuckel?

Also: Warum entscheidest du dich jetzt plötzlich für ein Korsett?
Sowas sollte man sich auch gut überlegen. Tausche ich einen Rippenbuckel.. gegen ein Korsett ein? Was davon ist schlimmer?

Wie Dalia schon sagte: Geh aufs Ganze oder lass es bleiben.
Aber deine Gründe sind vermutlich triftig.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Entschluss & vielleicht auch viel Spaß mit deinem baldigen Korsett.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, was Dr. Hoffmann sagen wird.
Viel Glück. ;)

Edit: So besser, Silas? Man kann manche Sachen auch echt völlig missverstehen. Robinho ist 20 Jahre alt, er hätte es wohl verkraften können und anstatt ihm jetzt Zucker in den Hintern zu pusten, habe ich auch die andere Seite beleuchtet.
Und außerdem habe ich noch nie gehört, dass jemand an einem Pseudo - Rippenbuckel gestorben ist. [/Diskussion]
Zuletzt geändert von Fireflies am Mi, 14.07.2010 - 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Silas »

Fireflies, auch wenn Du Dich noch so toll und witzig bei Deinen Kommentaren fühlst, ich finde diese unangemessen und herablassend!

Du warst sicherlich noch nicht in der Situation, aber auch psychosomatische Beschwerden oder psychischer Leidensdruck ist ernst zu nehmen und kann als sehr belastend empfunden werden. Um es drastisch auszudrücken, an solchen Störungen sterben bei weitem mehr Menschen als an Skoliose.

Auch in diesem Fall verdient ein Patient Respekt und taktvollen Umgang mit seinem Leid.

Wenn mit einem Korsett geholfen werden kann - umso besser.

Natürlich wäre es auch sinnvoll, die eigene Wahrnehmung zu überdenken und sich ggf. psychologische Unterstützung zu suchen, um sich selbst akzeptieren zu lernen und das Körperschema zu verändern.

Das gibt Dir aber nicht das Recht, Dich über andere lustig zu machen.
Ich bitte Dich einfach darum, Dich auf hilfreiche Kommentare zu beschränken und den Spott für Dich zu behalten.
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Beitrag von robinho »

Ich habe nie bestritten dass ich psychische Probleme habe. Die habe ich ganz sicher, ich denke ständig an die Skoliose... Deswegen meinte ich ja ein Leben ohne Skoliose wäre viel ruhiger für mich, weniger Aufwand, weniger Stress...
Aber ich bezweifle stark dass mir ein Psychologe helfen kann.
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Fireflies
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Beitrag von Fireflies »

Wieso gehst du denn davon aus, dass ein Psychologe dir nicht helfen kann?
Dein Problem liegt vermutlich eher beim Selbstbewusstsein, als bei deiner Skoliose selbst, denke ich.

Mal ehrlich. Gerade deine Skoliose sieht man kaum und der Rippenbuckel ist echt lächerlich klein.
Wieso beschäftigt dich denn gerade dieser kleine Fehler?
Und nochmal: Machst du überhaupt Schroth o.ä?
So ein großer Aufwand ist das ja nun wirklich nicht.

Also mich persönlich beschäftigen da eher andere Sachen und dabei habe ich sozusagen ein "Vollzeit"korsett, was bei dir ja gar nicht mehr nötig ist.
Würdest du überhaupt mit mehr als einem Nachtkorsett klar kommen?
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Beitrag von robinho »

Ich denke schon dass ich mit 16h Tragezeit zurecht kommen würde. Auf der Seite von Rahmouni stehen ja auch einige positive Beispiele zu Erwachsenkorsetts. Ach ich probiere es einfach.
"Lebe für nichts oder stirb für etwas", aber wenn man einen Weg wählt dann auch mit voller Kraft!

Schroth mache ich sicherlich nicht wirklich, weil ich ja noch nie zur Reha war, aber ich nehme an Dr. Hoffmann wird mir eine verschreiben.

Wie gesagt, mich stört diese Ungleichheit meines Rückens schon arg. Klar gibt es viel schlimmeres, ich war auch mal auf einer Station für krebskranke Kinder-was ich da gesehen habe hat mich unheimlich bewegt und gerührt. Und trotzdem lächeln sie! Ich musste da wirklich um Haltung ringen in diesem Moment...

Und firefiles: Du bist ganz schön frech für deine 14 Jahre nur mal so nebenbei...
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Beitrag von minimine »

Hallo robinho,

mich wundert es ehrlich gesagt nicht, wenn du einige kritische bis zynische Bemerkungen bekommst. Mit deinen Beiträgen im anderen Thread hast du ziemlich viele Leser verletzt und dich wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten.

@Fireflies: Allerdings finde ich, dass man das nun auch mal ruhen lassen sollte. Jeder hat ne zweite Chance verdient. ;)
Aber ich bezweifle stark dass mir ein Psychologe helfen kann.
Du sagst das, weil du der Meinung bist, er kann dir die Skoliose auch nicht wegzaubern. Das stimmt, allerdings solltest du dir vielleicht mal überlegen, ob überhaupt die Skoliose an sich das Problem ist oder nicht eher deine Akzeptanz bzw. dein Umgang mit dieser.
Wenn du mithilfe eines Psychologen besser mit deiner Skoliose umgehen kannst, sie annehmen kannst etc. dann stört sie dich doch auch nicht mehr, also Ziel erfüllt.

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Beitrag von robinho »

Hallo, heute hatte ich meinen Termin in Neustadt, und bin nebenbei etwas mehr als 1000km Auto gefahren, das war schon grenzgängig...

Jedenfalls finde ich dass das ein tolles Krankenhaus ist, das Personal ist super nett, die Lage am Meer einfach toll.

Die beiden Chirurgen waren sehr sympathisch. Sie meinten sie können mein Anliegen verstehen, nichtsdestotrotz haben sie mir von einer OP abgeraten. Mir wurden sehr ausführlich alles möglichen Komplikationen erläutert. Jedenfalls meinten sie, an Rippen soll man besser nicht rumsägen, denn die heilen ganz schlecht, da sie schon allein durchs Atmen ständig in Bewegung bleiben.
Meine Krümmung haben sie mit oben 30° und unten 15° vermessen, also so wie ich. Mein Skoliometer beträgt 12°. Es sind ziemlich grenzgängige Indikationen für so eine OP.
Der eine meinte dann sogar, es wäre sinnvoller Silikonimplantate zum Ausgleich zu implantieren. Das halte ich aber für abartig, welcher normale Mensch wählt schon solch einen Weg?

Überraschenderweise sagten sie, die Krankenkasse würde das höchstwahrscheinlich übernehmen. Dennoch würde sie es in Neustadt nur ungern machen, aber wenn ich es wirklich will, dann finde ich auf jeden Fall in Deutschland einen Chirurgen.


Nun ja, für mich ist das Thema OP erledigt, der Aufwand ist einfach zu groß. An und für sich nannten sie alle Risiken, die hier auch benannt wurden, aber das schöne war eben, dass die beiden mich verstanden haben und nicht wie hier im Forum, wo ich für verrückt erklärt wurde...

Als ich ihn darauf ansprach, dass ich nächsten Mittwoch zum Dr. Hoffmann fahre, meinte er das kann nur helfen. Allerdings hatte er auch die Auffassung, dass ein Korsett nur im Wachstum was bringt. Das war natürlich wieder mal ein Dämpfer für mich.
Mal sehen was Dr. Hoffmann sagt, ich könnte auch mal eine gute Nachricht gebrauchen...
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Beitrag von Dalia »

Hallo robinho,

jetzt bin ich doch etwas überrascht, dass Neustadt abgesagt hat. Spricht aber auch für die Klinik und die Seriosität, trotz Kritiken, die sie auch einstecken musste. Ich finde es sehr gut, dass du dich an kompetenten Stellen informierst und beraten lässt. Ich gehe davon aus, dass Dr. Hoffmann dir ein Korsett und eine Schroth-Reha vorschlagen wird, und ich denke, er wird positiver klingen. ;) Rahmouni wird es vermutlich auch positiv sehen, sofern du dich wirklich für ein Korsett entscheidest.

Ein Chirurg ist einem Korsett gegenüber im Normalfall negativ eingestellt, kein Wunder, er bekommt vor allem diejenigen zu Gesicht, bei denen die Korsetttherapie aus welchen Gründen auch immer gescheitert ist oder für die das kein gangbarer Weg (mehr) war.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Konsequenz angesagt ist, wenn du eine echte Verbesserung erreichen möchtest, und es ändert auch nichts an der Tatsache, dass du ein Leben lang an der verbesserten Haltung arbeiten musst, z.B. durch ein Nacht- oder Teilzeitkorsett, Krankengymnastik, ein- bis zweijährliche Kontrollen beim Arzt, durch Vermeidung haltungsschädigender Tätigkeiten.
Zuletzt geändert von Dalia am Fr, 30.07.2010 - 17:14, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von robinho »

Ich habe mich schon damit abgefunden, dass ich mein Leben lang mit der Skoliose leben muss. Und dazu gehört auch tägliches Training usw. Das sehe ich aber nicht schlimm, ich finde es schön wenn man für ein Ziel arbeitet und dann mit guten Ergebnissen belohnt wird.

Nun, abgesagt haben sie nicht wirklich. Sie haben mir abgeraten, aber sie hätten es schon gemacht wenn ich unbedingt wollte. Allerdings hat er auch klipp und klar gesagt, dass ich höchstwahrscheinlich mit dem optischen Ergebnis unzufrieden sein werde (ganz abgesehen von den Schmerzen, er meinte wörtlich die OP wäre ein "Riesending"), und das ist der Punkt. Wenn ich wüsste, dass nach meinetwegen 6 Monaten das Ergebnis weitesgehend perfekt ist, würde ich diesen Leidensweg auf mich nehmen. Aber so...

Naja, am Mittwoch werde ich wissen, wie es weiter geht. Ich hoffe wirklich auf was positives, denn zur Zeit bin ich psychisch ziemlich am Boden...
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Beitrag von minimine »

Hallo robinho,

auch mit OP müsstest du täglich auf deinen Rücken achten, KG machen etc. Nur nach der OP wäre die Motivation für KG etc. wohl noch schwieriger als ohne, denn da kannst du nicht mehr auf ein Ziel hinarbeiten. Also gib Gas und gerade im Optischen hast du noch gute Chancen.

Die Meinung zum Erwachsenenkorsett in Neustadt würde ich auch nicht so sehen, das sind eben Chirurgen. Schroth trägt nachweislich zur Verbesserung der Rotation bei, also wird ein Korsett mindestens genauso gut wirken. ;) Eigentlich besser, weil du ja Schroth noch zusätzlich machen musst. Die Plappern halt nach, was sie irgendwann mal gelernt haben ohne mal logisch zu überlegen.

Und du hast doch nichts zu verlieren, du kannst nur gewinnen. Aber sei dir im Klaren darüber, dass es nicht einfach sein wird, ein Korsett zu tragen!!

Alles gute für Mittwoch!

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Beitrag von robinho »

Noch was: Ich fand es ziemlich amüsant, dass der Chirurg in Neustadt Dr. Hoffmann als "netten Kerl" bezeichnet hat. :)
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Beitrag von robinho »

So, heute war ich also in Stuttgart und Leonberg. Die Fahrt war leider sehr beschwerlich, es sind lauter Dinge schief gegangen... Aber ich hab mindestens dort all das geschafft, was ich mir vorgenommen habe.

Ich wurde natürlich geröntgt, und wie erwartet etwas mehr als 30°, denn ich hatte ja im Liegen schon 30°. Dr. Hoffmann hat 34° oben und 26° unten ausgemessen, also schon auf alle Fälle behandlungsbedürftig.

Er war sehr nett und Herr Rahmouni natürlich auch, aber für die 65€ hat er doch ziemlich wenig gesagt, es waren kaum 7 Minuten.

Ich sagte ihm, dass ich versuchen möchte, so viel rauszuholen wie noch möglich. Krankengymnastik bringt in meinem Alter nicht mehr wirklich viel, sagt er (!), vermutlich meint er da die optische Komponente. Und er ging dann sofort auf das Korsett ein und sagte mir, dass er da bei mir Potential sieht. Herr Rahmouni meinte das auch, sonst würde er es ja auch nicht anfertigen (hoffe ich). Man muss natürlich sagen, die beiden verdienen damit ne Menge Geld und die haben natürlich was davon, wenn ihre Patienten ein Korsett bekommen.
Dann hat er noch 12° Rippenbuckel und 5° Lendenwulst gemessen und das wärs gewesen, wenn ich nicht noch nach der Reha gefragt hätte. Da habe ich also auch noch einen Antrag für Bad Sobernheim bekommen.

Danach bin ich nach Stuttgart gefahren und ließ den Gipsabdruck vornehmen. Ich hab also unterschrieben, dass ich im Falle der Ablehnung die Kosten selbst übernehme.

Jedenfalls hoffe ich dass mir das Korsett was bringt. Am 6.9. ist es fertig, leider gehen sie jetzt erst mal in den Urlaub.

Und dann war noch schön, dass ich zum ersten Mal viele andere Betroffene gesehen habe, und zu meiner zugegeben Verwunderung waren die Mädels, die ein Korsett gekriegt haben, wirklich sehr hübsch, fand ich :). Das ist es vielleicht, was mir psychsich so zusetzt, dass ich bislang die Auffassung hatte, wer eine krumme Wirbelsäule hat, kann kein attraktiver Mensch sein, und in diese "Schublade" wollte ich nicht rein. Heute habe ich zum ersten Mal gedacht, dass es diese Schublade gar nicht gibt :)
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Würmchen

Beitrag von Würmchen »

Das mit dem "Nachtkorsett" wurde mir jetzt auch empfohlen und ich probiere es einfach mal aus... in 3 Wochen hole ich es ab.
Ich wäre froh gewesen, wenn man mir vor 7 Jahren ein Korsett gegeben hätte, dann hätte ich jetzt nicht die Probleme.
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Beitrag von robinho »

Zu den Tragedauern hat man mir noch nichts gesagt. Ich denke aber mal, ich soll am Anfang versuchen es so lange wie möglich, also 16-20h, zu tragen und, nachdem sich mit der Zeit Erfolge eingestellt haben, nur noch nachts.

Ja, ich frage mich auch ständig warum ich nicht schon eher "aufgewacht" bin... Mit 14 jahren hatte ich 16°, hätte ich da ein korsett gehabt wäre ich wohl heute fast komplett gerade. Gut, ich habe noch das Problem mit der anatomischen Beinverkürzung, sieht man auch auf dem Röntgenbild (da stand ich auf keiner Erhöhung, ich denke mal mit Erhöhung sieht es beim mir lumbal etwas besser aus).
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