12. Bad Sobernheimer Skoliose-Workshop am 24.04.2010

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Dr. Steffan
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12. Bad Sobernheimer Skoliose-Workshop am 24.04.2010

Beitrag von Dr. Steffan »

Ich freue mich den 12. Bad Sobernheimer und meinen ersten Skolioseworkshop in Bad Sobernheim ankündigen zu dürfen.

Als Referenten haben sich namhafte Spezialisten auf dem Gebiet der Skoliosetherapie angekündigt.
  • PD Dr. Niemeyer wird über operative Möglichkeiten sprechen,
  • Herr Nahr und Dr. Wilke über Konzeption und Primärkorrektur des Cheneau Korsetts,
  • Herr Roevenich über die Messung mit dem Skoliometer,
  • Frau Schumann über Skoliofit, das Schroth Konzept in der ambulanten Therapie,
  • Frau Bauknecht über alternativen zur Schroththerapie und
  • Frau Rutschke zum Thema Schwangerschaft und Skoliose.
  • Ich selbst werde Allgemeines zur Skoliosetherapie sagen und den weiteren Weg der Skoliosetherapie in Bad Sobernheim darstellen.
  • Unsere Psychologen werden begleitend zum Programm eine Ausstellung zur Korsett-Akzeptanz anbieten.
Ich würde mich über eine rege Beteiligung freuen.
Zuletzt geändert von Dr. Steffan am Fr, 29.01.2010 - 13:30, insgesamt 1-mal geändert.
Dr. K. Steffan
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Herr Dr. Steffan,

ich nehme mal an, dass es noch keinen konkreten Termin mit Uhrzeiten und weiteren Details zur Anmeldung gibt ??

Die Organisation ist für mich als Bahnfahrer vermutlich anders, als in Bad Salzungen. :)

Gruss
Klaus
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sloopy
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Beitrag von sloopy »

Hallo Klaus,

der Termin ist der 24.04.2010.

@Dr. Steffan: ich war mal so frei und hab den Threadtitel editiert und das Datum hinzugefügt.

Lieben Gruß,
sloopy
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Beitrag von Dr. Steffan »

sloopy hat geschrieben:Hallo Klaus,

der Termin ist der 24.04.2010.

@Dr. Steffan: ich war mal so frei und hab den Threadtitel editiert und das Datum hinzugefügt.

Lieben Gruß,
sloopy
Ups, das kommt davon, wenn man telefoniert, Briefe unterschreibt und gleichzeitig im Forum schreibt. :D
Dr. K. Steffan
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Beitrag von minimine »

Hallo Herr Dr. Steffan,

mich würde auch interessieren, ob schon eine konkrete Zeit feststeht (v.a. ob Vormittag oder Nachmittag), wie man sich dafür anmeldet und wieviel der Workshop kostet.

LG
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Bärle

Tagungsprogramm

Beitrag von Bärle »

Hallo zusammen,

auf den Seiten des Skolioseverbandes wird folgende
mail Adresse angegeben.
Dort solle man Genaueres zum Workshop nach fragen können

arzt.sekretariat.badsobernheim@asklepios.com

viele Grüße
Thomas
Dr. Steffan
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Beitrag von Dr. Steffan »

Beginn ist am 24.4.10 um 10:00. Ab 16:15 ist die Podiumsdiskussion geplant.

Die Teilnahmegebühr beträgt 40€, incl. Kaffee, Mittagsimbiss und Getränke.
Tel. Nr. des Tagungssekretariats: 06751-874151
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Beitrag von sloopy »

Bis wann muss man sich eigentlich anmelden und bezahlen?

sloopy
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Beitrag von mamaratlos »

:hallo: Hallo Zusammen


Habe da mal angerufen und mich erkundigt :ja: ;) :D
Also man kann sich 14 Tage vor dem Termin noch anmelden .Bezahlt wird vor Ort :ja: Also genügend Zeit das ich das eventuell noch finanziel hinbekomme :lach: ;D



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Beitrag von Nisesmum »

Hallo Ihr Lieben,

ich wäre auch gerne dabei, aber es ist leider nicht machbar.
Ich wünsche allen die an dem Workshop teil nehmen viel Spass
und freue mich über Eure Berichte und vielleicht ein paar Bilder.

LG
Yvonne
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Beitrag von sloopy »

Hallo!

minimine und ich haben uns heute vor Ort zum Workshop angemeldet.
Thomas hat geschrieben:Ich hab mich getern übrigens mal per mail für den Workshop angemeldet, hab aber noch keine Antwort erhalten.
Auf dem Flyer zum Workshop steht "Ihre Anmeldung ist verbindlich, eine Eingangsbestätigung erfolgt nicht."

Lieben Gruß,
sloopy
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Beitrag von sloopy »

Klaus hat geschrieben:ich nehme mal an, dass es noch keinen konkreten Termin mit Uhrzeiten und weiteren Details zur Anmeldung gibt ??
Hallo Klaus,
hab mir mal die Mühe gemacht, die Infos abzutippen. (Hab leider grad keinen Scanner zur Verfügung...) Hoffe, wir sehen uns?!

Lieben Gruß, sloopy



Tagungsprogramm

10:00 - 10:15 Uhr
Begrüßung

Dipl. Kfm. Peter Schmitz, GF
Asklepios K-S-K, Bad Sobernheim (Asklepios K-S-K, Bad Sobernheim)

10:15 - 10:45 Uhr
Das konservative Therapiemanagement der Skoliose/Hyperkyphose

Dr. med. Kay Steffan (Asklepios K-S-K, Bad Sobernheim)

KAFFEEPAUSE

11:15 - 11:45 Uhr
Die klinische Messung der Oberflächenrotation bei Skoliose mit dem Skoliometer nach Bunnell

Udo Roevenich, Dipl. Sportlehrer (Asklepios K-S-K, Bad Sobernheim)

11:45 - 12:15 Uhr
Skoliofit: Das Schroth-Konzept in der ambulanten Therapie

Katja Schumann, Dipl. Sportwiss. (Skoliofit, Paderborn)

12:15 - 12:45 Uhr
Skoliose Therapie einmal anders!

Kathrin Bauknecht, PT, (Regensburg)

MITTAGSPAUSE

14:30 - 15:00
Operative Therapie der Skoliose - Möglichkeiten und Grenzen

PD Dr. Thomas Niemeyer (Asklepios Klinik St. Georg, HH)

15:00 - 15:45 Uhr
Konzeption und Primärkorrektur des modifizierten Chêneau-Korsetts

Dr. med Stefan Wilke, Kinderorthopäde (Berlin, Bad Sobernheim)
Klaus Nahr, Orthopädiemechaniker-Meister (Fa. CCtec, Berlin, Bad Sobernheim)

15:45 - 16:15 Uhr
Schwangerschaft und Skoliose- ein lebendiges Thema führt ein Schattendasein

Ines Rutschke, App. psychologische Psychotherapeutin (Berlin)

ab 16:15 Uhr
Podiumsdiskussion


Begleitend zum Tagesprogramm findet eine Ausstellung zum Thema "Korsett-Akzeptanz" statt. Dabei besteht die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch.



Tagungspreis:

Die Teilnahmegebühr von 40,00 Euro (inkl. Kaffee, Mittagsimbiss und Getränke) ist an der Tageskasse zu zahlen.



Tagungsort

Asklepios Katharina-Schroth-Klinik
Korczakstr. 2, 55566 Bad Sobernheim

Tagungssekretariat
Tel.: 06751/874-151 (Mo-Fr 09:00 - 11:00 Uhr)
Fax: 06751/874-170
Mail: arzt.sekretariat.BadSobernheim@asklepios.com

Um Rückantwort mittels umseitigem Formular (Flyer) oder per email wird bis spätestens 09.04.2010 gebeten.
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Beitrag von sloopy »

Liebe User,

wie versprochen bekommt ihr natürlich auch einen Bericht zum Bad Sobernheimer Skoliose-Workshop.

Der Workshop fand in der Katharina-Schroth-Klinik in Bad Sobernheim statt. Der sichtlich nervöse Herr Schmitz, Geschäftsführer der AKSK, begrüßte die sehr zahlreich erschienenen (ca. 360) Gäste, bevor er das Wort an Dr. Steffan, Chefarzt der AKSK, übergab. Sehr zu unserer Freude wurden in der Begrüßung sogar neben Ärzten, PTs und Selbsthilfegruppen "die Patienten des Skoliose-Info-Forums" erwähnt. Danke, wir haben uns wirklich gefreut :ja: Moderiert wurde die Veranstaltung von Axel Hennes.

Dr. Steffan referierte über das konservative Therapiemanagement der Skoliose und Hyperkyphose und berichtete über die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Kliniken Bad Sobernheim und Bad Salzungen sowie dass man an einer neuen Klassifikation für die konservative Behandlung arbeitet. Er erklärte Formen und Ursachen von Wirbelsäulendeformitäten (Skoliose oder Hyperkyphose) und betonte, dass die Diagnosestellung unbedingt am unbekleideten Patienten erfolgen muss, Teilaufnahmen keine Alternative zu Wirbelsäulenganzaufnamen sind und Röntgenaufnahmen im Liegen absolut unbrauchbar sind. Dr. Steffan sagte weiterhin, dass Cobb-Winkel bei der Behandlung nicht alles sind und vielmehr das Lot und das Sagitalprofil von hoher Bedeutung sind. Er zeigte eine Tabelle (Alter/Gradzahl), die vor allem für niedergelassene Orthopäden entworfen wurde, um als grobe Richtlinie für die Korsettversorgung zu dienen. Nach wie vor ist die Entscheidung pro und contra Korsett-Therapie eine Einzelfallentscheidung, die von viel mehr Faktoren abhängt als nur Alter und Grad der Verkrümmung. Desweitern berichtete Dr. Steffan, dass in Sobernheim die Fotodokumentation wieder eingeführt wird :top: und demnächst in der Klinik ein Laser-Messgerät getestet werden soll, dass genauere Messergebnise liefern soll als das herkömmliche 3D-Verfahren.

Nach einer Kaffeepause, in der es auch viele leckere Snacks gab, folgte ein Vortrag von Dr. Niemeyer, WS-Chirurg in der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg. Dr. Niemeyer zeigte anhand von Beispielen Möglichkeiten und Ergebnisse der operativen Skoliose-Therapie. Er erklärte die verschiedenen OP-Methoden (dorsaler Zugang vs ventraler Zugang) und wann welche davon angewendet wird. Eine OP-Indikation liegt laut Dr. Niemeyer bei einer idiopathischen Skoliose größer 50° mit gleichzeitig nachgewiesener Progredienz vor. Bei Lähmungsskoliosen liegt die OP-Indikation bereits bei 20°, da hier die Sitzfähigkeit der Patienten erhalten bleiben soll. Die teils blutigen Bilder von Wirbelsäulen-OPs bestärkten manch einen anwesenden Patienten in seiner Meinung, sich nicht operieren lassen zu wollen ;) Dr. Niemeyer begrüßte die Zusammenarbeit mit Bad Sobernheim auch für operierte Patienten.

Es folgte ein Vortrag von Katja Schumann, ehem. Sobernheimer Schroth-Therapeutin und auch Userin in unserem Forum. Sie stellte ihr Unternehmen vor und zeigte, wie sie das Schroth-Konzept in der ambulanten Therapie umsetzt. Ihre Patienten werden in Kleingruppen aufgeteilt, starten in einer Anfängergruppe und können dann Folgekurse belegen. Jede Therapie beginnt mit einem einstündigen Gespräch mit Sichtung der Röntgenbilder, Bestimmung des Skoliometerwertes und Besprechung von Korsett-Qualität und -Tragezeiten. Katja behandelt Patienten im Alter von 3 bis >70 Jahre und kann bisher große Erfolge in der ambulanten Therapie verzeichnen, meßbar u.a. am Skoliometerwert und anhand von Fotodokumentationen. Da Katja Sportwissenschaftlerin und keine ausgebildete Physiotherapeutin ist, erfolgt die Abrechnung leider ausschließlich auf privater Basis.

Den letzte Beitrag am Vormittag hielt Frau Bauknecht, niedergelassene Physiotherapeutin aus Regensburg. Unter dem Motto "Skoliose Therapie einmal anders!" zeigte sie u.a. wie man Schroth-Übungen in den Alltag integrieren kann. Ein selbst ernanntes "Highlight" ihrer Therapie ist ein Skoliosetanz, in den alle möglichen Schrothübungen und -bewegungen eingebaut sind. An sich eine tolle Sache für junge Mädels, die keine Lust auf immer die gleichen langweiligen Übungen haben, aber meiner Meinung nach teils auch etwas grenzwertig. Frau Bauknecht hat z.b. in ihren Tanz den Muskelzylinder eingebaut, den die Mädels innerhalb 30 Sekunden dreimal ausführten, was ich persönlich nicht sinnvoll finde, wenn man bedenkt, dass auch ein geübter Schrothianer bei dieser Übung schon fast ne halbe Minuten braucht, bis alle Korrekturen richtig ausgeführt sind. Auf ein Gespräch im Anschluß an den Vortrag ging sie leider nicht ein und faßte meine Kritik wohl als persönlichen Angriff auf- sehr schade!

Nach einer ausgedehnten Mittagspause mit leckerem Essen begann der Nachmittag mit einem Vortrag von Udo Rövenich über "die klinische Messung der Oberflächenrotation bei Skoliose mit dem Skoliometer nach Bunnell". Herr Rövenich sagte, dass ein Skoliometerwert von 5° in etwa 11° nach Cobb entsprechen und Anlass zur weiteren Untersuchung gibt, ob eine strukturelle Skoliose vorliegt. Er erklärte Unterschiede sowie Vor- und Nachteile verschiedener Skoliometer, vor allem dem "normalen" und dem neu entwickelten digitalen Skoliometer. Herr Rövenich erklärte, dass ein Skoliometer nicht nur zur Bestimmung des Skoliometerwertes sondern auch zur Vermessung der Cobb-Winkel am Röntgenbild geeignet ist- hierzu legt man das Skoliometer an den jeweils am meisten gekippten Wirbel an und addiert die beiden Winkel. Das herkömmliche Skoliometer hat seine Grenze bei einem Neigungswinkel von 30°, daher können nicht alle Röntgenbilder damit vermessen werden. Weiterhin zeigte Herr Rövenich die Ergebnisse eines Vergleichs der Messung im Stehen (Adams-Vorneige-Test), im Sitzen und in Bauchlage. Eine Studie in der Klinik brachte ähnliche Ergebnisse im Sitzen und Stehen, daher ist es zu empfehlen, bei Schmerzpatienten oder unruhigen Kleinkindern die Untersuchung im Sitzen durchzuführen.

Es folgte der Beitrag "Konzeption und Primärkorrektur des modifizierten Cheneau-Korsetts" von Dr. Wilke, Kinderorthopäde und Klaus Nahr, Orthopädiemechaniker-Meister. Dr. Wilke zeigte einen Vergleich von früheren Korsettkorrekturen im Vergleich zu heute möglichen. Er betonte die Wichtigkeit der Primärkorrektur im Korsett nach sechs bis acht Wochen Tragezeit und appellierte an die niedergelassenen Orthopäden, solche Ergebnisse von ihren OTs auch zu fordern. Wenn Änderungen am Korsett nötig sind, sollten diese unbedingt vor dem Kontrollröntgen vorgenommen werden, ebenso die Aufpellottierung. Die Pelotten müssen für die Röntgenaufnahme unbedingt markiert werden, ohne eine solche Markierung ist ein Kontrollröntgen sinnlos und es muss dann nochmal geröngt werden, was natürlich vermieden werden soll. Er stellte eine neue Korsett-Bauweise vor, bei der sehr viel Wert auf die Streckung der schwachen Seite gelegt wird (siehe auch Niesemums Korsett) und erklärte dass man eine größtmögliche Streckung erzielen möchte und daher das Korsett erst bei der ersten Kontrolle nach sechs bis acht Wochen ändert oder kürzt. Eine -wie ich finde- sehr wichtige Aussage von Dr. Wilke war, dass das von Chirurgen beliebte Argument möglichst frühzeitig zu operieren keine Gültigkeit mehr hat und verwies dabei auf Dr. Niemeyer, der selber berichtet hat, auch noch 60-jährige (Alters)Skoliosen erfolgreich zu operieren.

Herr Nahr erklärte die Unterschiede von seinem neuen dynamischen Korsett zur "veralteten" statischen Variante. Seine Korsette wirken am besten, wenn das Kind/der Jugendliche in Bewegung ist. Neben der Korrektur des Röntgenbildes ist es ihm sehr wichtig, seine Patienten zurück ins Lot zu bringen und so das äußere Erscheinungsbild zu verändern/verbessern. Die empfohlene Korsett-Tragezeit liegt (in Einklang mit Dr. Steffan) bei lediglich 16-18 Stunden, Herr Nahr empfiehlt den Kids, das Korsett während der Schulzeit nicht zu tragen, da man dort sowieso nur sitzt, dafür dort aber die Schroth-Korrekturen in alle möglichen Bewegungen (z.b. das Aufzeigen im Unterricht) einzubauen. Laut Herr Nahr ist es egal, wer ein Korsett baut, hauptsache, es erzielt die notwendige Korrektur und ist für den Patienten die vorgegebene Zeit tragbar. Auch bei ausgewachsenen Jugendlichen sollte durch eine Korsett-Therapie versucht werden, eine OP zu vermeiden und (Zitat) "wenn das in nur einem Fall gelingt, dann haben wir alles richtig gemacht".

Der letzte Beitrag des Workshops kam von Frau Rutschke, die in Zusammenarbeit mit Frau Többen und Katja Schumann einen Fragebogen entworfen hat, der sich mit dem Thema "Schwangerschaft mit Skoliose" beschäftigt. In diesem Fragebogen ging es um Ängste, Sorgen und Wünsche von skoliotischen Frauen mit Kindern oder Kinderwunsch. Frau Rutschke las vor, was die befragten Frauen in ihrem Fragebogen geantwortet hatten. Man konnte raushören, dass manche Frauen eine problemlose und schmerzfreie Schwangerschaft hatten, andere dagegen massive Schmerzen hatten. Ich vermute, man hätte kein anderes Ergebnis bekommen, wenn man Frauen ohne Skoliose befragt hätte. Die Frage aus dem Publikum, ob man Kinder erst ab 30 bekommen sollte, verneinte Dr. Steffan.

Ich hoffe, dass ich euch damit einen kleinen Einblick in den Workshop geben konnte (danke minimine für deine Ergänzungen!). Schade und etwas unglücklich fand ich, dass Herr Hennes die Fragerunden im Anschluß an die Beiträge fast immer beendete, obwohl noch offene Fragen waren, was aber daran lag, dass er sehr darauf bedacht war, den vorgegebenen Zeitplan einzuhalten. Alles in allem war es ein sehr gelungener, sehr gut organisierter und höchst informativer Tag. Wir freuen uns auf eine Einladung zu "50 Jahre Schroth in Bad Sobernheim" im nächsten Jahr.

Unser persönliches Forumsfazit ist, dass doch alles gar nicht so falsch ist, was wir den Usern hier tagtäglich schreiben ;)

Herzliche Grüße,
sloopy
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Beitrag von Dalia »

Hallo sloopy,

DANKE für deinen sehr informativen Bericht, er macht Appetit, beim nächsten Mal dabei zu sein. ;) Ui, ein Jubiläum im nächsten Jahr? Da schreit ja nach einer Wiederholung eines Forumstreffens. :)

Ich finde es ja klasse, dass das SIF erwähnt wurde. Hoffentlich haben dann auch einige hier vorbeigeguckt. ;)

Der Vortrag von Dr. Steffan beinhaltete einige sehr wichtige Infos, und absolut super, dass die Fotodokumentation wieder eingeführt werden soll.

Dr. Niemeyer würde ich gern kennenlernen, habe ihn ja quasi vor meiner Haustür, aber einfach nur hingehen, wenn ich weiß, dass ich keine OP will, ob das Sinn macht? Ein Arzt mit Menschenkenntnis erkennt, was der Patient wünscht und richtet seine Empfehlungen danach aus.

Dass Schumann die Therapie mit Fotos zu dokumentieren scheint, finde ich gut. Turnen die Patienten denn auch zuhause selbstständig weiter, hat se dazu was gesagt?

Ich finde es gut, wenn du Frau Bauknecht auf deine Bedenken hingewiesen hast. Ich meine auch, dass Schroth etwas sein sollte, das nur in Purform wirklich effektiv ist, es muss nicht alles Spaß machen. ;)

Dr. Wilke hat einige sehr wertvolle Hinweise geracht, hoffentlich waren bei diesem Vortrag genügend Orthopäden und Orthopädietechniker anwesend.

Die Auffassungen von Herrn Nahr, das Korsett nur 16 bis 18 Stunden und während der Schulzeit nicht zu tragen, teile ich ganz und gar nicht. Es macht einen großen Unterschied, ob ich mit oder ohne Korsett sitze, und während des Unterrichts denke ich nicht an Schroth bzw. habe ich keine Lust, mich auch noch zu einer geraden Haltung zu zwingen. Ich merke bereits einen Unterschied, wenn ich mein Korsett eine Zeitlang nur 5 Stunden und eine Zeitlang 8 Stunden trage. Schade, dass ein so fähiger OT solche Aussagen macht.

Den Fragebogen zur Schwangerschaft finde ich interessant, man müsste mal eine Kontrolluntersuchung mit Frauen ohne Skoliose machen.

Herzlichen Dank für den Bericht, danke auch an minimine für die Ergänzungen. :)
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Beitrag von mamaratlos »

:hallo: Hallo Zusammen

Sag mal wir macht ihr das :gruebel: Ich war ja auch da aber habe nur wenn überhaupt nur die hälfte von allem behalten :D :lach:
Für mich selber war es eine fülle an Informationen die ich selber noch am Sortieren bin ;)
Ansonsten war es eine gelungene Veranstaltung :gut: :bindafür: .

@ Sloopy und Minimine : Euer Beitrag ist Spitze .Da kann ich auch nochmal nachlesen was mir entfallen ist :ja: :respect: :zustimm:

[equote]Wir freuen uns auf eine Einladung zu "50 Jahre Schroth in Bad Sobernheim" im nächsten Jahr. [/equote]


Dem kann ich nur Zustimmen.Diesmal komme ich dann aber wieder mit der Bahn ;)



Viele liebe grüße aus den Ruhrpott


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Beitrag von Emily »

Hallo!

Vielen Dank Sloopy für den Bericht, wirklich sehr interessant, wäre gerne dabei gewesen (leider zu weit aus der Schweiz... aber nächstes Jahr dann vielleicht? ;)

Womit wurde denn begründet, dass möglichst frühzeitige OPs zu befürworten keine Gültigkeit mehr hat? Haben sich die OP Methoden in sofern geändert, dass ältere Menschen diese nun besser verkraften?

Ich denke die 16-18 Stunden Korsetttragezeit werden wahrscheinlich auch viel mit der Akzeptanz zu tun haben. Vielleicht ist es einfach wichtiger, das Korsett überhaupt zu tragen über weitgehend den ganzen Tag, und wenn dabei 6 Stunden Schulzeit beim Tragen ausgelassen werden, weil dort das Korsett nicht akzeptiert wird, ist es besser als wenn man es gar nicht trägt. So könnte ich mir das erklären.

LG
Grüssle
--Emily
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Beitrag von Skolimama »

Hallo Sloopy,

vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Die Themen mit der Korsetttragezeit von 16 - 18 h und dass es egal ist wer das Korsett baut hätten mich auch interessiert. Ich glaube es kommt auch ganz auf die Schwere der Skoliose an. Meine Tochter mit 55 ° hatte ein halbes Jahr ein Korsett, das zwar auch gut korrigiert hat (auf 18 °) - das neue Rahmouni Korsett auf 15 °. Ich stelle aber einen großen Unterschied fest, wenn sie das Korsett auszieht - mit dem neuen Korsett ist der Rücken viel gerader -beim alten Korsett stand sie sofort wieder schief da!! Vielleicht machen das die Reklinationshörnchen aus, die bei ihr notwendig sind - das alte Korsett hatte keine.
Auch die Tragezeit von 20 - 23 h sind nach meiner Meinung bei ihr dringend notwendig und jetzt nach 2 Monaten mit Rahmouni-Korsett kein Problem mehr - sie hat auch keine nennenswerten Druckstellen!!! Also absolut tragbar! Letzte Woche hatte sie das Korsett 3 Tage nicht in der Schule an (wegen Schulaufgaben und Sport) - Rücken sah nachmittags wieder viel schlimmer aus. Es fehlen dann ja nicht nur 6 h, sondern mit Duschen, Schulweg, Mittagessen, Schrothgymnastik mindestens 8 - 9 h! Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass sie in der Schule viel an ihre Sitzhaltung und Schrothkorrekturen denkt!
Versuche, das nächste Mal auch zum Treffen zu kommen.

LG Skolimama
minimine
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Beitrag von minimine »

Erstmal herzlichen Dank an Sloopy für das Verfassen und Einstellen des Berichts. :bussi: Ich habe lediglich Stichpunkte beigetragen, aus denen sie dann auch Text formuliert hat (allein die Stichpunkte nahmen schon 2 DIN a 4 Seiten ein). Deshalb hat Sloopy großen :respekt: verdient. :ja:

Bezüglich der Korsetttragezeit bitte nichts falsch verstehen. Dr. Steffan sagte schon, dass das individuell entschieden wird und auch die Flexibilität der Krümmung bei der Entscheidung mit einbezogen wird. Desweiteren wurde diese Tragezeit erstens damit begründet, dass dieses neue dynamische Korsett v.a. wirkt, wenn das Kind/der Jugendliche in Bewegung ist. In der Schule beim Sitzen bewegt man sich allerdings nicht viel. Zweitens wurde es damit begründet, dass v.a. die Schulzeit mit Korsett für Kinder eine Belastung darstellt und wenn es früher hieß, das Korsett 23 Stunden zu tragen, wurde es eben nicht diese vorgeschriebene Tragezeit über getragen. Deshalb sagt man heute ca. 16-18 Stunden, die dann aber auch wirklich getragen werden sollen, mit der Betonung darauf, dass dies Mindestwerte sind und das jeweilige Kind es auch mehr tragen könnte.
Ich denke aber auch, dass die Kinder nicht immer auf Schroth-Haltungen im Unterricht achten werden bzw. die Tendenz ja eher hin zu Ganztags-Schulen geht, was dann auch wieder eingeplant werden müsste.
Womit wurde denn begründet, dass möglichst frühzeitige OPs zu befürworten keine Gültigkeit mehr hat? Haben sich die OP Methoden in sofern geändert, dass ältere Menschen diese nun besser verkraften?
Chirurgen begründen ja immer damit, dass die Krümmung noch flexibel sein sollte. Mit sehr guten Korsetts lassen sich ja aber auch gute Ergebnisse erzielen, so dass ein Versuch immer gerechtfertigt ist. Herr Nahr griff darauf auch zurück und sagte, wenn nur ein einziger von der OP bewahrt wurde, hätten sie alles richtig gemacht.
Ich denke mir einfach, es war gemeint, dass OP´s genausogut nach diesem Korsettversuch möglich sind. :bindafür:
Zweitens auch bezüglich der Narkosefähigkeit, so dass eben auch ältere die OP verkraften.

LG
Minimine
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Thomas
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Beitrag von Thomas »

Sloopy, vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ich hätte aus dem Gedächtnis sicher nicht mehr alle Einzelheiten zusammengebracht ;D

Vielleicht noch eine kurze Eränzung zur von Klaus Nahr und Dr. Steffan empfohlenen Korsett-Tragezeit: Bei den 16 bis 18 Stunden handelt es sich um die Mindesttragezeit. Dr. Steffan hat ausdrücklich erwähnt, dass es keinem verwehrt ist, das Korsett länger zu tragen.

Aber aus der Erfahrung wissen die beiden, dass eben viele Patienten nur auf eine durchschnittliche Tragezeit von 16 bis 18 Stunden täglich kommen und viele das Korsett in der Schule nicht tragen. Und ich hatt das Gefühl, dass die beiden dieser Patientengruppe damit sagen wollten, dass die 16 bis 18 Stunden eben auch wesentlich besser sind als das Korsett gar nicht zu tragen. Aber wie gesagt, niemand ist es verwehrt, das Korsett länger zu tragen, und wenn das klappt, ohne dass die Lebensqualität zu sehr eingeschränkt ist, dann ist das sicherlich positiv zu sehen.

Noch ein Punkt zu Dalia und Dr. Niemeyer: Dr. Niemeyer hat extra betont, dass er in Hamburg ein umfassendes Skoliose-Zentrum aufbauen will, das die Patienten sowohl konservativ als auch operativ behandelt. Daher ja auch die Kooperation mit Klaus Nahr. Dalia, ich würde mir an Deiner Stelle ruhig mal einen Termin dort besorgen und eine Zweitmeinung abholen.

Gruß Thomas
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Beitrag von Klaus »

Hallo sloopy,

vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht.

Das hat mich natürlich gefreut:
Dr. Steffan referierte über das konservative Therapiemanagement der Skoliose und Hyperkyphose
zumal es ja über Begriffe unterschiedliche Ansichten in unserem Forum gibt. :D

Das Thema Erwachsenen Korsette gab es wahrscheinlich nicht ?

Was wurde im kleinen Kreis besprochen, wenn es für die Öffentlichkeit bestimmt ist ? :)
Thomas hat geschrieben:Noch ein Punkt zu Dalia und Dr. Niemeyer: Dr. Niemeyer hat extra betont, dass er in Hamburg ein umfassendes Skoliose-Zentrum aufbauen will, das die Patienten sowohl konservativ als auch operativ behandelt.
Heisst das im Klartext, dass das noch eine Zeit braucht ??
Zumindest für Norddeutschland fände ich das ganz wichtig!

Gruss
Klaus
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