Da ja nun schon einige Zeit verstrichen ist und ich mich (eigentlich) schon ganz gut an meinen neuen Begleiter gewöhnt habe, wollte ich euch einfach mal über meine Erfahrungen, die ich bislang gemacht habe berichten. Am Anfang dachte ich, ein Korsett in meinem Alter? Niemals, da ich ja nach Meinungen der Orthopäden hier vor Ort ausgewachsen bin und man nur noch mit entsprechender Wassergymnastik und Sportlichen Aktivitäten die Muskulatur stärken könne und zur Not kann man ja auch noch auf Schmerztabletten zurückgreifen
Naja, ich denke, diese Oberarme kommen einfach von der Arbeit, denn so gesehen, arbeite ich in einer Knochenmühle, wo so mancher Knochen schonmal anfängt zu knacken und einige Muskeln sich auch zu Wort melden, was ich durch meinen letzten Hexenschuss schmerzlich erfahren musste
Nun bin ich durch dieses Forum zu Dr.Hoffmann und Hr. Rahmouni gelangt und trage nun nach meiner ausführlichen und für mich am Anfang erschreckenden Diagnose 87 Grad nach Stagnara ein Korsett. Ein Korsett wäre für mich nichts neues, denn hatte bereits in meiner Kindheit schonmal Erfahrungen mit einem Korsett sammeln können, wenn auch nicht in guter Erinnerung. Ich habe damals dieses Teil gehasst, traute mich nicht zur Schule, denn die anderen könnten ja dummes Zeug erzählen und vor allem, was sollen die Jungs davon halten. All diese Fragen gingen mir damals durch den Kopf. Meine Eltern übten ständig Druck aus und mein Vater kontrollierte, ob ich das Korsi auch Nachts trug, indem er immer wieder bevor er ins Bett ging bei mir reinschaute. Das war damals so fürchterlich für mich und außerdem, hatte ich ständig Scheuerstellenauf der Haut. Damals hatte ich nie etwas von einem Korsetthemd oder PC30 V gehört. Das Resultat war dann irgendwann letztendlich, dass das Korsi in der Ecke als Staubfänger stand, denn meine Eltern haben den ständigen Kampf dann aufgegeben. Warum sollte ich dieses Korsett denn auch tragen, hatte ja schließlich damals kaum Schmerzen. Nun denke ich schon anders darüber, denn ich denke so manches mal, hätte ich das Korsi konsequenter getragen, wärst du wahrscheinlich nicht so krumm wie heute.
Nun nach all den Jahren, bin ich doch froh, wieder die Chance mit einem Korsi zu bekommen und hoffe, dass es mich aus der OP-Indikation holt. Ich weiß, dass ich nie ganz gerade werden kann, aber ich kann doch etwas gegen die Schmerzen tun und das ist mir sehr wichtig, denn ich möchte nicht ein leben lang von Schmerzmedis abhängig sein, dafür fühle ich mich noch ein wenig zu jung. Das Korsi, welches anfänglich einen anderen Namen hatte, nenne ich nun Jeans-Fritz, da ich mich für ein Jeans-Design entschieden habe. Dachte es passt ganz gut, denn ich bin ja auch so eine leidenschaftliche Jeansträgerin und manchmal sieht das Korsi einfach aus wie eine Jeansweste. Die Tragzeiten habe ich am Anfang nur sehr langsam gesteigert, denn der Druck war schon enorm und ich war in so ziemlich allen Bewegungen eingeschränkt. Ging so manches mal wie ein Klapperstorch durch die Wohnung und habe mich auch erst garnicht nach draußen getraut, musste ja auch erstmal nach passender Kleidung schauen. Nach ca. 3 Wochen habe ich dann das Korsi auf der Arbeit getragen, habe natürlich vorher meine Arbeitskollegen geimpft. Hätte nie gedacht, dass es doch so gut klappt, denn die Bewegungen im Korsi waren, wenn auch ein wenig anders alle möglich und ich konnte schon nach einiger Zeit sogar Auto fahren, denn am Anfang bin ich vom Hof garnicht runter gekommen, weil ich durch die störenden und ziemlich hochsitzenden Reklis nicht richtig schalten konnte. Aber ich habe gelernt mit den Reklis zu spielen und kann ihnen so manches mal ausweichen
LG
lya



