Kennt jemand Spiraldynamik?

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Findus

Kennt jemand Spiraldynamik?

Beitrag von Findus »

Hallo ihr!

Ich habe gerade bei physio.de etwas von Spiraldynamik bei Skoliose gelesen. Dort hat man auch eine Internetseite empfohlen: www.Spiraldynamik.com
Hab dort mal reingeschaut und tatsächlich steht dort auch Skoliose als Indikation. Wenn man auf der Startseite bei dem Thema "Ausbildung" auf "Therapie" klickt ist dort namentlich "Skoliose" erwähnt.
Hat da jemand vielleicht schon Erfahrungen gemacht oder weiß etwas darüber. Über Antworten würde ich mich sehr freuen
Matthias
Findus

Beitrag von Findus »

Entschudigung!
Nicht auf "Ausbildung" klicken, sondern auf der Startseite bei "Institut" auf "Therapie" klicken.
Sorry
Swan
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Beitrag von Swan »

Hallo LeserInnen,

ich halte die Spiraldynamik für ein sehr intelligentes Bewegungs- und Anatomie-Konzept. Ich habe das Gefühl, seit ich das Physiotherapie-Lehrbuch von Christian Heel gelesen habe, verstehe ich Bewegung.
http://www.amazon.de/Lehrbuch-neuen-Den ... 394&sr=1-2

Die SD hat medizinisches und anderes Wissen über Bewegung (Tanz, Yoga, Tai Chi, Kinesiologie usw) zu einem handhabbaren Modell zusammengebracht, was natürlich immer "work in progress" ist, d. h. in ständiger Weiterentwicklung.

In der Spiraldynamik- Privatklinik in Zürich kann man sich und durchchecken seine Probleme physiotherapeutisch behandeln lassen.
http://www.spiraldynamik.com/is0200_therapie.html

Ich selbt habe eine gute Pilates-Trainerin und eine gute Physiotherapeutin mit Spiraldynamik-Ausbildung. Optimal, um ungünstige Bewegungsmuster zu korigieren nund Schäden durch Über- oder Fehlbelastung von Bändern, Gelenken, Muskeln vorzubeugen. Natürlich kann man damit keine kaputten Bandscheibenl oder schwere Skoliosen heile machen. Aber auch Leute mit Wirbelsäulenproblemen, die noch gut bewegungsfähig sind, profitieren sehr wohl davon. Auch Haltungsfehler, Fußprobleme usw. lassen sich damit beheben.

Man muß schon viel üben, wenn man wirkliche Erfolge will, aber das ist bei jeder Methode des Bewegungslernens oder -umlernens so, egal ob Schroth oder Tai Chi oder Yoga oder Tanz oder sonst was. Jeder Hobby- oder Profi-Sportler bzw. -tänzer sollte sich damit mal befassen, finde ich.

Hier ein Text des Physiotherapeuten Tobias Amshoff zur SD-Skoliosetherapie.

http://www.paediatrica.ch/cms/upload/do ... 2D7BD3.htm

PS: Bei aller Liebe zur Bewegung. Ich glaube, daß Physiotherapie alleine meist nicht hilft. Ergänzend wären da z. b.:

Sensomotorische Körpertherapie (hier die informative website von Dr. Helga Pohl):
http://www.koerpertherapie-zentrum.de/b ... uster.html

Energetische Therapien wie Osteopathie, Homöopathie, Rotlicht etc. beseitigen Energieblockaden und zielen auf die Selbstregulationsfähigkeit.

Schließlich der psychologische Blick: Rheumatische Krankheiten als Folge unterdrückter Lebensbedürfnisse in Familie und Arbeitswelt
Nach der Lektüre von Dr. Benita von Eberstein ist man umfassend informiert zu dem Thema:
http://bibliothek.wz-berlin.de/pdf/1996/p96-204.pdf

Beste Grüße
Swan
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo swan,

wenn ich mir so Deine Posts insgesamt angucke, frage ich mich schon, was Dein Anliegen hier im Forum ist.
Du stellst hier Therapiemethoden vor, ohne auf Deine eigene Situation konkret einzugehen.

Für mich ist schon entscheidend, was für praktische Erfahrungen man selbst gemacht hat. Je konkreter das wird, desto besser.

Natürlich sind Hinweise auf andere Methoden immer gut und ich sehe so auf die Schnelle schon Parallelen zu Schroth, Bewegung in Form von Räkeln und Atmung in die entsprechenden Stellen.

Wenn man z.Bsp. bei der REHA in Bad Salzungen war, weiss man, dass ausser dem "statischen" Schroth noch sehr viele andere (spielerische)Bewegungsübungen gemacht werden, ganz abgesehen vom Gerätetraining, dass statisches und dynamisches Muskeltraining kombiniert.
Das gesamte Behandlungskonzept bei Skoliose/Kyphose geht also über das reine Schroth hinaus.

Und wer positiv an die Sache rangeht, der erreicht möglicherweise noch mehr. Dafür sorgen sicherlich viele Zusatztherapien und suggestive Methoden, die individuell unterschiedlich wirken.

Gruss
Klaus
Swan
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Beitrag von Swan »

Klaus hat geschrieben:
wenn ich mir Deine Posts angucke, frage ich mich , was Dein Anliegen hier im Forum ist. Du stellst hier Therapiemethoden vor, ohne auf Deine eigene Situation konkret einzugehen.Für mich ist schon entscheidend, was für praktische Erfahrungen man selbst gemacht hat. Je konkreter das wird, desto besser.
Gruss
Klaus
Hallo Klaus,
mein Anliegen ist einfach: ich will Informationen zu Schroth-Therapie und deren Erfolgschancen bzw. über die Klinik in Bad Salzungen und was da gemacht wird. Davon habe ich nämlich keine Ahnung, außer das ich mal in den Büchern von Dr. Weiß rumgelesen habe.

Meine persönlichen praktischen Erfahrungen mit Pilates und Spiraldynamik Training sind gut. Wenn ich das ganz en detail beschreiben wollte, warum mir das hilft, beser als alles, was ich vorher gemacht hatte, würde ich den Textumfang, der für ein Mailforum noch erträglich ist, erheblich überschreiten. Es wäre auch nutzlos, weil sich meine individuellen Bewegungskompetenzen und -defizite , Entwicklungsbedürfnisse und -notwendigkeiten nicht auf Andere übertragen lassen. Also kondensiere ich meine Infos auf die Aspekte, die m. E. von allgemeinerem Interesse und Nutzen sind.

Ich sehe andere intelligente Konzepte gar nicht in Konkurrenz zu Schroth.
Da hast Du was mißverstanden. Diese Intensiv-Therapie scheint ja bei Skoliosen optimal zu sein.
Da in diesem Forum aber auch allgemeiner Themen zu Trainings- und Rehamöglichkeiten über Skoliose und Schroth-Therapie hinaus diskutiert werden, habe ich Informationen, die mir in diesem weiteren Horizont nützlich scheinen, gepostet. Die Frage, ob jemand etwas über Spiraldynamik weiß, stand ja konkret im Forum und veranlaßte mich zur Antwort. Getreu dem allgemeinen Usus von Mailforen , daß diese von den Beiträgen ihrer Teilnehmer leben und man wenn möglich auch Wissen reingibt und nicht nur rausholt.

Beste Grüße
Swan
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Also ich finde die Sachen die Swan hier vorgestellt hat sehr interessant.Prima Übersicht. Danke!.Wenn Schmerzproblematiken vorlegen die nicht durch Schroth verschwinden so ist es sicher sehr interessant verschiedene andere Systeme auszuprobieren.

David
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Swan,

ich weiß leider immer noch nicht, ob Du Skoliose/Kyphose hast und wie gross der Winkel ist und wie Deine Behandlungswege tatsächlich auf die Skoliose eingewirkt haben.
Hat sie sich verbessert?
Sind evtl. Schmerzen reduziert worden?
Waren das immer nur kurze Verbeserungsphasen oder hatte das einen langfristigen Effekt?

Ich habe Dich bisher nur dahingehend wahrgenommen, dass Du viele Quellenzitate gepostest hast, die selbstverständlich für den einen oder anderen interessant sind. Aber Deine eigene Situation fand ich nicht wieder.

Üblicherweise läuft das in diesem Forum so, dass Leute sich mit ihrer konkreten Situation einbringen, über die bisherigen Erfahrungen berichten (bewerten), dann konkret nach anderen Möglichkeiten fragen und schliesslich auch mal alternative Methoden in den Raum stellen, wie Du es getan hast.
Letzteres stand bei Dir am Anfang und deswegen reagiere ich jetzt vielleicht für Dich mißverständlich. Ist auf keinen Fall böse gemeint!
mein Anliegen ist einfach: ich will Informationen zu Schroth-Therapie und deren Erfolgschancen bzw. über die Klinik in Bad Salzungen und was da gemacht wird. Davon habe ich nämlich keine Ahnung, außer das ich mal in den Büchern von Dr. Weiß rumgelesen habe.
Da gibt es sicherlich erst mal eine Menge an Erfahrungsberichten hier im Forum zu lesen, die alle für sich sprechen.
Schroth ist etwas, was man im Detail nicht erklären kann, weil es über das Erlernen eines individuell richtigen Körpergefühls geht.
Da ist nur optimal in 3-4 Wochen in täglichem intensiven Kontakt zum Therapeuten möglich und das bei ca. 20 Stunden "reines" Schroth pro Woche. Zusätzlich die üblichen Therapien, wie Fango, Atemmassage, Ultraschall/Strom Kombi usw. sowie diverse Bewegungs-Übungen und in Bad Salzungen das sogennante Sequenztraining, angepasstes Fitness Training vorwiegend an Geräten.

Die Schroth Elemente sind
Muskelaufbau
Muskelkorrektur (incl. Bänder und Sehnen)
Atmung (Hilfsmittel zur Korrektur)

Dazu kommen je nach Körperlage sogenannte Unterlagerungen (Reissäckchen), die richtige Korrekturbewegungen ermöglichen.

Wer eine REHA gemacht hat, kann natürlich im Detail über Schroth diskutieren und kann auch mit diversen Büchern etwas anfangen.

Gruss
Klaus
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

OFFTOPIC

Hallo david,

wie sieht es den mit dem Skoliose Symposium in BaSa aus?

Gruss
Klaus
Swan
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Beitrag von Swan »

Klaus hat geschrieben:
ich weiß leider immer noch nicht, ob Du Skoliose/Kyphose hast und wie gross der Winkel ist und wie Deine Behandlungswege tatsächlich auf die Skoliose eingewirkt haben.

Üblicherweise läuft das in diesem Forum so, dass Leute sich mit ihrer konkreten Situation einbringen, über die bisherigen Erfahrungen berichten (bewerten), dann konkret nach anderen Möglichkeiten fragen und schliesslich auch mal alternative Methoden in den Raum stellen, wie Du es getan hast.
Schroth ist etwas, was man im Detail nicht erklären kann, weil es über das Erlernen eines individuell richtigen Körpergefühls geht.


Hallo Klaus,
Ok, ich sehe das Problem. ich habe in dem Forums-Ablauf offensichtlich Schritt 3 und 4 vor Schritt 1 und 2 gemacht.
Also konkreter:
Ich habe eine kleine Skoliose, deswegen habe ich sie selbst nicht bemerkt. Den Winkel weiß ich nicht. Kein Arzt kam auf die Idee mal messen zu lassen, das werde ich jetzt tun.
Ich weiß auch nicht, ob ich eine "Skoliose" oder eine "skoliotische Fehlhaltung" habe. Wie kann man das feststellen? Das ist ja wichtig für die Heilungschancen.

Über meine Skoliose wurde jahrzehntelang von Ärzten nicht informiert, ebensowenig wie über meine anderen "Problemzonen". Folglich konnte ich auch therapeutisch nichts tun. ich war ja "gesund". Deshalb litt ich nur hilflos und ahnungslos unter den Symptomen: Muskuläre Dysbalancen, verhärtete Muskulatur, inflexible Rippen usw.

Die Gefahr weiterer gravierender Schäden durch die chronische Fehlbelastung von Wirbelgelenken, Muskeln, Bändern etc macht mir schon Höllenangst. Kniegelenke, Wirbelgelenke und eine Bandscheibe sind schon beschädigt. Deshalb forsche ich rum, was mir zur Korrektur meiner schiefgelaufenen Bewegungsontogenese verhelfen könnte und habe schon einiges gefunden.

Ich habe nicht nur das Skoliose-Problem, sondern das, was die Spiraldynamiker "Koordinationsumkehr" nennen: ich habe als Kind nie den aufrechten Gang richtig gelernt , wie ich heute weiß: D. h., Fußstatik, Beinachsen, Beckenaufrichtung und -bewegung, Beckenboden-Aktivität, Schultergürtelorganisation, Brustkorb- und Rippenbewegung lief bei mir alles falsch, nicht wie bei gesunden Menschen. Jetzt habe ich die Folgen davon. :<

Ich habe zwei Jahre Pilates-Gerätetraining gemacht, das hat viel gebracht, sowohl um zu merken, was ich alles falsch mache , als zur realen Verbesserung von Aufrichtung und Zentrierung und für genauere Körperwahrnehmung. Ich tanze auch deutlich besser, allerdings neurdings mit Rückenschmerzen. Mein Laufstil beim Joggen ist besser, dadurch kann ich Knie- und Rückenschmerzen beim Laufen fast völlig vermeiden, trotz Knie- und Bandscheibendefekten.
Nur beim Kampfsport wird's schwierig mit dem Knie, bei der klassischen Boxerstellung mit schneller Beinarbeit und Klettern geht z. Zt. gar nicht, die hohen Antritte belasten halt die Kniegelenke und mit meinen verkürzten Adduktoren kriege ich die Beine nicht auseinander.
Bei Yoga und Gymnastik bin ich inzwischen koordinierter, kann falsche Ausführung eher erkennen und vermeiden. Auch meine Mitmenschen (TanzpartnerInnen, Tanzlehrerkollegen, Pilatestrainerin etc) spiegeln mir die Veränderung: ich habe offensichtlich bessere physische Präsenz, Haltung und Ausstrahlung. Klar, vorher war ich unbewußt muskulär im alten Angst- und Traumamuster "gefangen". (siehe mein Link Helga Pohls Sensomotorischer Therapie: Streßreflexe - Angst- und Traumamuster).
Andererseits bin ich mit Pilates auch an Grenzen gestoßen, die nicht nur mit der zu geringen Frequenz (1 mal die Woche, mehr konnte ich nicht bezahlen) ) zu tun haben.

Dann habe ich eine gute Spiraldynamik-Physiotherapeutin gesucht und gefunden. Das mache ich jetzt seit 18 Trainings von ca. 60 Minuten.
Auch da konkrete Ergebnisse: ich erfahre noch mehr über Koordinations-, Flexibilitäts- Tonusdefizite und meine Unfähigkeit, bestimmte Muskeln überhaupt aktiv anzuspannen oder loszulassen (Fuß, Beine, Beckenboden, Rippen, Brustkorb, Schulterregion). Sensomotorische Amnesie nennt das der Körpertherapeut Thomas Hanna (siehe meinen Link zur Sensomototischen Körpertherapie).

Und auch hier wieder reale Erfolge: erweitertes Körpergefühl, ich lerne unter der assistierten Führung der Therapeutin, "unbekannte" Muskeln zu finden und zu benutzen und erstmals (!) Veränderung am Skoliosemuster. Die Therapeutin meint, meine Wirbelsäule hätte sich seit zwei oder drei Sitzungen verändert. Im Spiegel sehe ich: die LWS sieht gerade aus, nicht mehr seitlich gebogen. Die obere BWS sieht allerdings noch schlimm aus: krumm, schief, Rotation. Auf jeden Fall tut sich was in der Wirbelsäule. Ich übe ja auch ständig "spiraldynamisches Bewegen":
die korrekte Beckenspirale, Bein- und Fußverschraubung, Beckenaufrichtung, Psoasdehnung - nicht nur als Übung, sondern integriert in Gehen, Laufen, Treppensteigen. Das ist noch nicht das tolle Ergebnis, aber es ist etwas in Bewegung.

Jetzt will ich Gyrotonic-Gerätetraining ausprobieren, das soll effektiver sein für Mobilisierung im Rumpf als Pilates. Da ich im Brustkorb hypomobil bin, brauche ich alles, was die Stase in Bewegung bringt.

Muskelkräftigung ist in meinem Fall nutzlos bis schädlich, deshalb habe ich auch mit Klettern und Krafttraining aufgehört. Meine chronisch verspannten Muskeln sind eh nicht trainierbar, kein verspannter Muskel kann Kraft haben, dazu müßte er erst mal loslassen können.

Ich habe einen Heilpraktiker, der meint, diese verspannten Muskeln seien Folge von Energieblockaden und mit seiner Lichttherapie könne er die beseitigen. Er sagt, damit habe er bessere, vor allem dauerhaftere Ergebnisse als mit Akupunktur, Manueller Therapie, Homöopathie.
Na mal sehen, ob er recht hat. Schön wär's.

Ich habe auch Helga Pohl befragt (mein Link sensomotorische Körpertherapie) und sie meinte, sie könnte mir helfen. Ich habe es nur aus finanziellen Gründen noch nicht versucht.
Das ist nämlich das Grundproplem mit all den feinen Therapien: Es geht nur in kleinen Portiönchen , weil ich bei 40 - 50 € pro Stunde pro Therapeut intensive Nutzung mit 6, 10 oder 20 Stunden pro Woche natürlich nicht bezahlen kann. Deshalb die Vorstellung, eine stationäre Intensiv-Therapie zu machen, obwohl ich wirklich nicht scharf auf Krankenhaus bin und lieber intensiv ambulant arbeiten würde. Tja, wenn ich irgendwann mal was erbe, dann ginge das schon eine Weile. Aber bis dahin wird's schon zu spät sein.

Wenn die BfA die Reha in Bad Salzungen bewilligen würde, wäre das eine gute Möglichkeit, genügend intensiv zu arbeiten, zumindest an den Wirbelsäulenproblemen. Und ein grundsätzlicher Körperumbau, egal mit welcher Methode, erfordert nicht nur gutes, sondern auch viel Training.
Wenn die BfA das nicht tut - die Bewilligungspraxis wird ja immer restriktiver- würde ich mir schon genau überlegen, ob ich die 4 Wochen Klinik mache. Eben dann, wenn sie für Skoliose-Korrektur tatsächlich effizienter ist, also mehr Korrektur bringt als für das gleiche Geld, was die Klinik mich als Selbstzahler kostet , intensiv meine ambulanten Therapien zu nutzen. Deshalb meine Anfrage hier: Was kann man mit Schroth erreichen an (Selbst-)Korrektur und was nicht?

Ich meine wirklich Korrektur, also Tonusregulierung der verspannten Muskeln, Beseitigung der Hypomobilitäten, Wirbelsäule gerader kriegen als sie jetzt ist, wenn auch vielleicht nicht hundertprozentige Derotation und Entlateralisieung.

Ich hoffe, das war jetzt konkret genug. :)
Danke für Dein freundliches Interesse.

Sonnige Grüße aus Berlin
Swan
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Swan,

bei dieser Komplexität kann ich natürlich verstehen, dass Du Wege gegangen bist bzw. gehen möchtest, die sich auf Deinen gesamten Körper auswirken sollen bzw. müssen.
Und da ist auch ein hohes Potential von unterschiedlichsten Therapien vorhanden, die nach meiner Meinung das Risiko tragen, ganz schnell ins "Abzocken" zu geraten.
Ich habe mich vor einiger Zeit mal über die Geistheilung informiert, da ging es um "Wirbelsäulen Begradigung". Die Heilerin hat dann in einem kurzen persönlichen Gespräch ziemlich schnell die Grenzen aufgezeigt, aber auch nur deshalb, weil ich ganz gezielt und kritisch gefragt habe.
Die Sache war für mich dann erledigt.

Wir können hier im Forum in erster Linie natürlich mit Erfahrungen bei Skoliose/Kyphose dienen und da steht die Schroth Therapie ganz oben.
Selbstverständlich kann man das mit vielen anderen Verfahren ergänzen, insbesondere die Muskelverspannung ist auch bei Schroth keine gute Vorraussetzung.

Deswegen wirst Du bei einer REHA, zumindest in Bad Salzungen, wie schon geschrieben, viele andere ergänzende Dinge machen.
Das ging bei meiner REHA soweit, dass ein Patient eine Tanzstunde veranstaltet hat. Dabei ging es auch um Koordination, die mir teilweise schwer fiel. Das wusste ich aber schon vorher. :)
Und es gibt ja noch eine Menge von üblichen zusätzlichen Behandlungen, wie Atemmassage, Ultraschall, Elektrotherapie, Fango usw., die die Muskulatur in der Arbeit unterstützen sollen.

Es muss natürlich erst mal eine kompetente Diagnose gestellt werde, die sich mit der gesamten Wirbelsäule beschäftigt.
Dann sollte der Arzt auch Schroth kennen, um so einen REHA-Antrag erfolgreich bei der Deutschen Rentenversicherung durch zu bekommen.
Allerdings könnte das schwierig werden, wenn die Skoliose tatsächlich gering sein sollte.

Ist evtl. noch ein Rundrücken oder/und Hohlkreuz vorhanden?

Viele Spekulationen, Du brauchst erst mal zu Deinem "Detail-Thema Skoliose" eine klare Antwort, möglicherweise hängen andere Dinge davon ab.

Gruss
Klaus
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Beitrag von Charp »

Die Gefahr weiterer gravierender Schäden durch die chronische Fehlbelastung von Wirbelgelenken, Muskeln, Bändern etc macht mir schon Höllenangst.
Swan, wie Du selber schriebst, ist deine Skoliose höchstwahrscheinlich nicht sonderlich ausgeprägt. Ich nehme an, gravierende Schäden sind nicht zu befürchten.

Man kann auch kerzengrade sein und Rückenschmerzen bekommen. Oder krumm und schief sein, und keine haben.

Grüße,
Charp
Swan
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Beitrag von Swan »

Charp hat geschrieben: Swan, wie Du selber schriebst, ist deine Skoliose höchstwahrscheinlich nicht sonderlich ausgeprägt. Ich nehme an, gravierende Schäden sind nicht zu befürchten.
Hallo Charp,

die gravierenden Folgeschäden sind leider schon eingetreten. Eine krumme Wirbelsäule macht sich nun mal leider selbst kaputt (durch ständige Fehlbelastung der Wirbelgelenke, Bandscheiben etc). Deswegen werde ich alles versuchen, die Wirbelsäule wieder gerade zu kriegen. Wenn ich brauchbare Ärzte gehabt hätte, die mich überhaupt erst mal über meinen Defekt informieren, hätte ich schon vor 20 Jahren was tun können. Je länger der pathologische Zustand andauert, desto schwieriger wird eine Korrektur. Ich habe von Leuten gehört, die ihre Skoliose nicht wegkriegen konten, aber auch von einzelnen Leuten, die ihre Wirbelsäule wieder voll aufrichten konnten. Da meine Skoliose klein ist (sonst hätte ich sie längst selbst bemerkt), sehe ich noch nicht völlig schwarz.

Beste Grüße
Swan
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Beitrag von Charp »

Ich glaube eher nicht, dass man durch eine kleine Skoliose "gravierende Schäden" davonträgt. Ich war diverse Male im MRT und kenne die Schäden, die meine WS durch knapp 50° Cobb mit tüchtiger Rotation hat. Diese Schäden lesen sich erschreckend, Protrusionen, Osteochondrose, Spinalarthrose oder so was ähnliches und noch mehr, ich merke davon aber (noch) nichts.

Ich habe Dir v.a. geantwortet, weil Du von Höllenangst gesprochen hast. Die Angst halte ich für das größere Problem.

Liebe Grüße,
Charp
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Thomas
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Beitrag von Thomas »

Hallo Swan,

ich würde mich hier auch nicht verrückt machen, solange Du nicht einmal weißt, ob Du überhaupt eine Skoliose oder nur eine skoliotische Fehlhaltung hast.

Eine skoliotische Fehlhaltung (Cobb-Winkel unter 10 Grad) haben die meisten Menschen, und die meisten leben auch gut damit. Und auch bei echten Skoliosen ist nicht gesagt, dass sie unbedingt später Beschwerden auslösen. Beschwerden hängen nicht direkt vom Cobb-Winkel ab!

Also nehm's etwas lockerer und warte leiber die Resultate einer vernünftigen Diagnose ab!

Viele Grüße

Thomas
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