Meine Kyphose...wie, was?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
Diana-sue
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Meine Kyphose...wie, was?

Beitrag von Diana-sue »

[color=white]Hallo Ihr Lieben, Hallo Toni :hallo:

Vielen Dank an Toni, der mir dieses informative Forum empfohlen hat.
Ich hab seit meiner Jungend Morbus Scheuermann. Bis nach der Geburt meiner Zwillinge hatte ich keine Probleme damit. Der Grad war früher nur sehr schwach und ich hatte nie Schmerzen; könnte damals auch noch gerade gehen. Durch die Östrogene in der Schwangerschaft sind meine Knochen total aufgeweicht. Auch das ständige Tragen der 2 Kleinen hat meinem Rücken nicht gut getan. Jetzt hab ich einen sehr üblen Buckel bekommen.
Die Schmerzen sind auch unerträglich. :tear: Heute war ich beim Knochenszintigramm der LWS und BWS; soweit alles o.k.. Der Radiologe war aber von meinen Röntgenbildern geschockt: Ich hätte eine wirklich sehr ausgeprägte Kyphose; " da müssen sie ja Schmerzen haben, so der Doc. . Am Do. muss ich zum MRT, man vermutet auch, dass im BWS-Bereich durch die starke Krümmung, Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden. Nächste Woche hab ich alle Befunde und dann will ich so schnell wie möglich zu Dr. Hoffmann fahren. Mal sehen, was er mir empfiehlt.
Ich habe Angst vor einer OP (laut Prof, dass einzige was mir helfen könnte). Weil sich meine Knochen innerhalb von Monaten so verbogen haben, hab ich Hoffung, dass ein Rahmouni-Korsettmein Rücken wieder etwas aufrichten könnte, und mir und Schmerzen lindert. Bekommt man als Erwachsener eine Kyphose-Orthese?
Ich bin jetzt 30J. geworden, wie stehen da meine Chancen auf Verbesserung des Grads? Wie lange muss man das Korsett tragen; wieviele Stunden am Tag/ wieviele Jahre........???

Noch eine paar Fragen zur Fitness: :jump: :jump: :jump:
Ist Rückenschwimmen bei Kyphose gut?
Ich habe durch den Mega-Schwangerschaftsbauch sehr schlaffe Bauchmuskeln bekommen; wie trainiere ich diese am besten, ohne meinem Rücken zu schaden? Wohl keine Sit-ups, oder?

Ich weiß, viele Fragen ......Vielen Dank für Eure Tipps und Ratschläge

Liebe Grüße :flower:
Diana
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IchBinJule
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Re: Meine Kyphose...wie, was?

Beitrag von IchBinJule »

Diana-sue hat geschrieben: Ich habe durch den Mega-Schwangerschaftsbauch sehr schlaffe Bauchmuskeln bekommen; wie trainiere ich diese am besten, ohne meinem Rücken zu schaden? Wohl keine Sit-ups, oder?
Liebe Diana,

diesbezüglich kann ich Dir sagen,doch es ist nicht grundsätzlich verkehrt Sit-Ups zu machen.
In Bad Sobernheim sagte man mir mal: Wenn die Bauchmuskeln trainiert sind wird auch der Rücken gestärkt..in welcher Form weiß ich nicht,aber es ist wieder für Kyphose noch für Skoliose schädig,wenn Du es nicht übertreibst UND es Dir keine Schmerzen bereitet !! :ja:
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Toni
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Beitrag von Toni »

Sit-Ups (in jeder Form!) sind für BWS-Kyphosen ABSOLUTES GIFT!!!!!! :krank: :stupid: :zunge: :buhu:
Es gibt viel Wirbelsäulenfreundlichere Methoden sich die Bauchdecke und die gerade und schräge Bauchmuskulatur aufzutrainieren, als Sit-Ups.
Z.B. RIESIGE Zahlen und Buchstaben mit dem gestreckten Fuß in die Luft schreiben, während man in geordneter Rückenlage, z.B. bei "Hocker ü.d.Kopf" mit Reissäckchen unter dem Kyphosescheitel und mit entlordoisierter LWS auf dem Boden liegt. Anfänger mit noch schwacher Bauchmuskulatur auch gerne IM Korsett auf dem Rücken liegend. Dann kann man als Bauchmuskeltraining fast ALLES machen, ohne Angst haben zu müssen dabei die Kyphose oder Hyperlordose zu verstärken.
Oder mit dem Rücken zur Sprossenwand hängend, die Oberschenkel 90° hochziehen und so im Hang "radfahren".
Auch das Korsett selbst ist ein sehr gutes Bauchmuskeltraining, wenn man/frau immer und immer wieder versucht, den Bauchnabel vom Bauchdruck des Korsettes weg nach innen/hinten weg zu ziehen und so oft wie möglich im Korsett so stark zu entlordoisieren, bis die LWS an der Korsettrückwand glatt anliegt und das versuchen so lang wie möglich zu halten.

Wenn Du ein Korsett verordnet bekommst, dann entscheidest DU allein und NUR DU!!!! wie lange Du es trägst in Stunden pro Tag und in Jahre im Leben. Bis Du wenigstens ein paar Stunden schmerzfrei/Schmerzarm bist oder bis Du mit geradem Rücken das Essbesteck für immer abgibst und in die Erdmöbel-Kiste hüpfst.
Wir Erwachsenen haben mit so einem Korsett nichts mehr zu verlieren, wir können nur gewinnen!
Ich hoffe, daß Du bald einen Weg aus der Krümmung und Schmerzfalle findest.
Mit einem Termin bei Dr. Hoffmann bist Du diesem Ziel schon einen großen Schritt näher.
Rückenschwimmen gilt immer noch als gut, bei Kyphose, aber nur wenn Du auch den Kopf gerade ins Wasser legst. Das ist aber in öffentl. Bädern fast unmöglich ohne ständig mit anderen Schwimmern zu kollidieren.
Ich mach Rückenschwimmen sehr intensiv nur noch im Fersenhang am Beckenrand. Egal was Du machst, gute Schroth-Kenntnisse wären von entscheidendem Vorteil!
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
augo
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Beitrag von augo »

Diese Übungen sind total kompliziert mit dem Reissack etc....
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Jessica
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Beitrag von Jessica »

augo hat geschrieben:Diese Übungen sind total kompliziert mit dem Reissack etc....
Welche Übungen sind kompliziert??

Also das von Toni beschriebene Kreisen z.B. ist überhaupt nicht kompliziert und wenn Diana noch nicht weiß, wohin die Reissäckchen gehören, kann sie diese Übung zunächst auch ohne Säckchen machen.

Eine ähnliche Bauchmuskelübung, die wir in der Kyphose-Gruppe in Sobernheim gemacht haben: Auf dem Rücken liegen, Pezziball zwischen die Füße, Beine nach oben und wieder ein Stück senken (dabei bitte darauf achten, nicht in die Lordose zu gehen, lieber erst etwas weniger senken), oder mit dem Pezziball zwischen den Füßen Kreise (kleine und große).

Sit Ups würde ich auf gar keinen Fall machen (wurde auch in Sobernheim nicht empfohlen).

lG
Jessica
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

IchBinJule hat geschrieben:In Bad Sobernheim sagte man mir mal: Wenn die Bauchmuskeln trainiert sind wird auch der Rücken gestärkt..in welcher Form weiß ich nicht,aber es ist wieder für Kyphose noch für Skoliose schädig,wenn Du es nicht übertreibst UND es Dir keine Schmerzen bereitet !!
Wie Toni schon eindringlich gesagt hat, ist das Gift.
Ich wundere mich ein bischen darüber, dass ausgerechnet in Bad Sobernheim, der Wiege des Schroths :) , so eine Empfehlung gegeben sein sollte!!
Wir diskutieren zwar gerade unter "FPZ", inwieweit es entgegen der Schroth-Prinzipien sinnvoll sein könnte, auch Bewegungen in die Kyphose hinein (und wieder heraus!) zu machen, um tieferliegende Muskulatur zu erreichen. Das ist aber der Anfang einer Diskussion und keineswegs so ohne weiteres zu übernehmen!!
augo hat geschrieben:Diese Übungen sind total kompliziert mit dem Reissack etc....
Wenn Du endlich mal eine REHA machst, ist das nicht mehr kompliziert! :)

Gruss
Klaus
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Jessica
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Beitrag von Jessica »

Klaus hat geschrieben: Wie Toni schon eindringlich gesagt hat, ist das Gift.
Ich wundere mich ein bischen darüber, dass ausgerechnet in Bad Sobernheim, der Wiege des Schroths :) , so eine Empfehlung gegeben sein sollte!!
In Sobernheim wird nicht empfohlen, Sit-ups zu machen und auch keine anderen Übungen, die irgendwie in die Kyphose gehen. Von Sit-ups wurde definitiv abgeraten.

lG
Jessica :flower:
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Beitrag von Klaus »

Hallo Jessica,

na dann hat @IchBinJule offenbar etwas gründlich missverstanden.

Gruss
Klaus
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Re: Meine Kyphose...wie, was?

Beitrag von IchBinJule »

IchBinJule hat geschrieben: diesbezüglich kann ich Dir sagen,doch es ist nicht grundsätzlich verkehrt Sit-Ups zu machen.
also ich hab nicht gesagt,dass es empfohlen wurde und es nervt mich,wenn man hier immer verbessert wird ,für dinge die gar nicht waren ... :angry:
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Beitrag von Klaus »

Also Jule, wenn Du sagst, dass es grundsätzlich nicht verkehrt sei und
IchBinJule hat geschrieben:Du es nicht übertreibst UND es Dir keine Schmerzen bereitet !!
dann suggeriert das zumindest, dass man diese Situps durchaus machen kann. Sicherlich ist damit keine Empfehlung gemeint, Sorry, das ist jetzt klar geworden, aber es steht trotzdem im Gegensatz zu der Aussage, dass es Gift für Kyphosen ist.

Du musst bedenken, dass viele Kyphotiker gerade beim Fitness-Training unheimlich viel falsch machen können und es noch nicht mal bemerken!!
Das ist ja das Fiese daran.

Ich bin das beste Beispiel dafür. Fast 20 Jahre habe ich etliche falsche Übungen gemacht, ohne das ich gelegentliche Schmerzen damit in Verbindung bringen konnte. Die Situps habe ich irgendwann nicht mehr gemacht, das lag aber an einer allgemeinen Abneigung dieser Übung gegenüber, Gottseisdank. :)
Auch bei meiner tiefen Kyphose sind die nämlich nicht gut.

Gruss
Klaus
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Klaus, ich glaube, du verstehst Jule falsch. Sie meinte, dass sie NICHT geschrieben hat, dass Sobernheim die Sit-Ups empfiehlt.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Dalia,

Ich habe das schon richtig verstanden:
Klaus hat geschrieben:Also Jule, wenn Du sagst, dass es grundsätzlich nicht verkehrt sei und

IchBinJule hat folgendes geschrieben:
Du es nicht übertreibst UND es Dir keine Schmerzen bereitet !!

dann suggeriert das zumindest, dass man diese Situps durchaus machen kann. Sicherlich ist damit keine Empfehlung gemeint, Sorry, das ist jetzt klar geworden, aber es steht trotzdem im Gegensatz zu der Aussage, dass es Gift für Kyphosen ist.
Das ist doch eindeutig.

Gruss
Klaus
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Beitrag von mohnblume.muenchen »

Sit-ups??? Neh, viel zu anstrengend, sich da hochzugurken.

Eine bequeme Übung ähnlich der von Toni und Jessica beschriebenen:
Rückenlage, Oberschenkel im 90°-Winkel auf einem Stuhl oder Hocker ablegen. Dann nur die Knie (wenige mm/cm) zur Decke strecken (senkrecht, also NICHT anziehen!!!!) , so dass sich der Po leicht hebt. Am Anfang genügt es, wenn der Po auf dem Boden bleibt und nur "leichter" wird. Zwischendurch kann man immer wieder die Beine auf dem Stuhl ablegen. Geht natürlich auch ohne Stuhl.
Die Übung wirkt anfangs sehr minimalistisch, aber man merkts am Muskelkater.
Nach paar Tagen hat man voll den harten, straffen Bauch - ehrlich wahr!!!

Das kann man vor´m Fernseher machen, oder beim Musikhören.


Nochwas @Diana-sue: Du bist 30 Jahre und hast eine Knochenszintigrafie mit Radioaktivität machen lassen :augenauf: ? Wer hat Dir denn dazu geraten? Das macht man eigentlich nur bei Frage nach Knochenmetastasen oder Differentialdiagnose Knochenkrebs/Athrose. Und Du bist ja noch jung. Um eine Kyphose/Bandscheibenvorfall zu diagnostizieren genügt ein Rö-Bild seitlich, bzw. ein MRT.
...und wenn wir keine Luft mehr kriegen, wenn die Wellen uns besiegen, weiß ich doch: wir hab´n die Perlen uns verdient. ("Perlentaucher" / Rosenstolz)
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Beitrag von Dalia »

Klaus, nein, du hast Jule nicht verstanden.

1. Ja, sie hat Sit-Ups befürwortert.
2. ABER sie hat nicht geschrieben, dass Sobernheim Sit-Ups empfiehlt, doch genau das behauptest du von ihr.

Doch vielleicht verstehe ich Jule auch falsch? Sie soll es selber richtigstellen.
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Beitrag von kessi »

Hallo mohnblume
mohnblume.muenchen hat geschrieben: Nochwas @Diana-sue: Du bist 30 Jahre und hast eine Knochenszintigrafie mit Radioaktivität machen lassen :augenauf: ? Wer hat Dir denn dazu geraten? Das macht man eigentlich nur bei Frage nach Knochenmetastasen oder Differentialdiagnose Knochenkrebs/Athrose. Und Du bist ja noch jung. Um eine Kyphose/Bandscheibenvorfall zu diagnostizieren genügt ein Rö-Bild seitlich, bzw. ein MRT.
Eine Szinti kann doch auch noch andere Indikationen haben und ist doch nicht altersabhängig (zumindest hatte ich mit 15 auch eines) ?! Vielleicht ging es eben darum, nicht die Kyphose/ Bandscheibenvorfall zu diagnostizieren, sondern um deren Ursachen oder um eine Ausschlussdiagnostik einer anderen Erkrankung.

Gruß, kessi
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Beitrag von mohnblume.muenchen »

Naja, also altersabhängig ist die Szinti natürlich nicht. Aber als MTA finde ich, dass man solche Strahlenbelastungen bei jungen Patienten eigentlich vermeiden sollte. Das Mittel geht ja in alle Knochen, bei einer Röntgenaufnahme machst Du das Bild ja nur von der WS (bis auf das bisserl Rö-Strahlung, was im Körper gestreut wird). Außerdem wird das Szinti-Mittel übers Blut geleitet, von Nieren und Blase ausgeschieden - das muss ja nicht sein!!

Nu gut, die Indikation stellt eh der Arzt und der muss ja die Strahlenschutzkunde besitzen, wenn er die Untersuchung gemacht hat. War nur eben so ne Frage.

Bei uns Kyphos / Scheuermännern reicht wie gesagt ein Rö-Bild, um die Ursache zu diagnostizieren. Bei V.a. Bandscheibenvorfall wie gesagt MRT.
Aber kann ja sein, dass sie noch sonst was rausfinden wollten.

Gut ist immer nachzufragen, ob diese Untersuchung wirklich sein muss, oder ob es auch eine Alternative gibt. Viele Ärzte (oder MTAs ;D ) sind dann zwar genervt, aber oft werden eben irgendwelche sinnlosen Untersuchungen angeordnet ohne weiter drüber nachzudenken.
Mit ner guten Begründung ist´s aber o.k.!
...und wenn wir keine Luft mehr kriegen, wenn die Wellen uns besiegen, weiß ich doch: wir hab´n die Perlen uns verdient. ("Perlentaucher" / Rosenstolz)
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Beitrag von Diana-sue »

Hallo Ihr Lieben :D

Vielen Dank für die Infos und Tipps.
Das die Sit-Ups eben Gift sind, hab ich schon geahnt.
In 2 Wochen fange ich mit Physio noch Schroth an.

Nächste Wochen hab ich alle Unterlagen; morgen muss ich noch zum MRT.
Ein Szintigramm musste bei mir übrigens wegen der schlimmen Schmerzen gemacht werden, damit sollte ein Geschwür oder sonst. Erkrankungen neben dem Scheuermann ausgeschlossen werden.
Ich hab über 2l in 3 h getrunken, dann soll das radioaktive Mittel ja schnell
wieder ausgeschieden werden. Man hat mir aber erklärt, dass die Strahlenbelastung auch nicht viel höher sei als beim Röntgen. Warum ist eine Szintigramm schädlich? *Angstbekommenhab* :grosseaugen:

Was mich noch interessiert:
Bei wem hat sich durch ein Korsett die Krümmung um einige Grad gebessert, oder ist das beim Erwachsen überhaupt möglich? :???:

Liebe Grüße
Diana, die morgen in die Röhre muss....
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Beitrag von mohnblume.muenchen »

Hilfe :erschreck: , wollte Dir keine Angst einjagen. Meinte nur, dass ein Szintigramm eben eine unnötige Strahlenbelastung bedeutet, wenn man´s auch mit nem normalen Rö-Bild abklären kann. Rein theoretisch kann jeder Strahl (ob Röntgen oder radioaktiv), den Du abbekommst, Krebs auslösen. Aber wenn Du im Flugzeug fliegst, kriegst Du ja auch Strahlung ab (Höhenstrahlung) oder beim Wandern in den Alpen. Also vergiss das lieber wieder!

Ausserdem, wenn Du viel trinkst :bia: (hast Du ja) wird´s eben schnell über die Blase ausgeschieden. Alte Omas, die nur 0,5 l am Tag trinken, haben da eine höhere Strahlenbelastung. Aber Krebs, der durch (Be-)Strahlen entsteht, tritt etwa 10 Jahren danach auf (also wenn), weshalb sich alte Omas auch nicht fürchten müssen, da die den Krebs somit wahrscheinlich eh nicht mehr erleben würden. Makaber, ist aber so.
Diana-sue hat geschrieben:damit sollte ein Geschwür oder sonst. Erkrankungen neben dem Scheuermann ausgeschlossen werden.
Das ist natürlich was anderes!!!
mohnblume.muenchen hat geschrieben:macht man eigentlich nur bei Frage nach Knochenmetastasen oder Differentialdiagnose Knochenkrebs/Athrose.
Um einen Knochentumor ausschließen zu können, bei starken Schmerzen, ist das natürlich absolut richtig. In sofern, ist es doch schön, dass es nicht Knochenkrebs ist :kleeblatt:

Was machen Deine Schmerzen jetzt??? Kannst Du Dich irgendwie entspannen oder hinlegen, dass es besser wird?
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Beitrag von Diana-sue »

Hallo Mohnblume :hallo:

Klar, hab ich ein mulmiges Gefühl bei der Sache gehabt. Die haben mir danach geraten, mich 24h von Schwanger und Kleinkinder fern zu halten,
das hat mich schon stuzig gemacht. Meine Zwillinge sind gerade mal 2J. und es war nicht möglich, mind. 1m Abstand zu ihnen zu halten. Die ersten paar Stunden hab ich's versucht, aber sie haben natürlich ständig nach der Mama geweint ....und wie jede Nacht kam Söhnchen zu mir ins Bett. Ich hab ihn dann wieder in seins gelegt, aber ich bin nach 1h bitterstes Weinen doch weich geworden. Dann hab ich die Steppdecke in die Mitte gelegt und Junior auf Papas Seite ...leider wollte er sich stänig an mich kuscheln. Nun, jetzt hab ich große Angst, er hat vielleicht zu viel Strahlung ab bekommen. Aber was hätte ich tun sollen? Auf die schnelle ein Tag verreisen?

Das mit dem Krebs ist so eine Sache. Vor 3.5J hab ich mal ein Lungenszinigramm bekommen (wg. zu hohem Didemer) ....da wurde ich ja dann auch schon radioaktive. Da Sorge ich mich natürlich schon.
Und wegen den Scheuermann wurde ich ja auch gerade geröngt.
Morgen will man per MRT sehen, ob die Kyphose meine Nerven einklemmt.
Nein, leider lassen die Schmerzen nicht nach, sie werden nur immer schlimmer, deshalb bin ich auch zum Ortho-Prof. der Uni Basel gegangen.
Aber so wie's aussieht, ist mein Buckel für dieses Leid verantwortlich.
Vielleicht sollte ich nun sagen: Gott sein Dank; denn Knochenkrebs wäre vernichtender.

Liebe Grüße :flower:
Diana
mohnbluemchen

Beitrag von mohnbluemchen »

Es gibt nuklearmedizinische Therapien (radioaktive Jod-Kapseln bei Schilddrüsenerkrankung), da muss man stationär bleiben und Urin und alles wird aufgefangen und Unterwäsche muss in den Sondermüll.

Die Knochenszinti wird aber mit Technetium-99m gemacht, was nur eine Halbwertszeit von 6 h hat. D.h., Du hast ja einmal schon viel Radioaktivität über die Blase ausgeschieden und warst sicher einige Stunden zur Untersuchung da und von dem Rest ist dann nach 6 h schon nur noch die Hälfte radioaktiv.

Mit dem "von Kindern fernhalten" ist theoretisch natürlich toll, praktisch aber kaum möglich. Kinder sind eben strahlenempfindlicher, weil noch im Wachstum, daher ist es Pflicht, darauf hinzuweisen. Du bist bestimmt auch gefragt worden, ob Du schwanger bist. Aber wenn Du z.b. im Bus fährst, weißt Du ja auch nicht, ob jemand neben Dir sitzt, der gerade zur Szinti war.

Bei uns in der Praxis haben wir auch oft Patienten, die gerade radioaktiv gespritzt worden sind. da halten wir halt etwas mehr Abstand, bzw. den Szinti-Arbeitsplatz darf man wenn man schwanger ist auch gar nicht machen.
Gut ist die medizinische Strahlenbelastung auf einem sog. "Röntgenpass" dokumentieren zu lassen. Vermeidet Doppeluntersuchung und schafft einfach Übersicht.
Auf die schnelle ein Tag verreisen?
Wäre übertrieben.

Wünsche Dir alles Gute und schreib mal, was beim MRT rausgekommen ist und wie´s Dir so geht! :hallo:

LG, :blume:
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