Hallo Timo,
Ich finde ich kann mich aufjedenfall noch gut aufrichten, aber ein kleiner „buckel“ bleibt trotzdem.
Eine normale BWS Kyphose liegt im Bereich von 25-40 Grad, ein kleiner Buckel sollte deshalb auch vorhanden sein.
Eine normale LWS Lordose liegt im Bereich von 35-55 Grad und ist der Gegenbogen zur Kyphose. Nur so gibt es die notwendige Stabliltät der Wirbelsäule. Bei Deinen Fotos sehe ich nicht unbedingt eine Hyperlordose (Hohlkreuz), aber das kann täuschen, weil die Optik von der tatsächlichen Wirbelkörperstellung abweichen kann.
Ich vermute trotzdem mal, dass es sich bei mir mehr um fehlhaltung als fehlstellung handelt?
Ja, das kann man vermuten und sollte Dich bis zum Termin erst einmal beruhigen.
Und was meinst du genau mit dem Schmerzsignal?
Ich meinte das Schmerzsignal, was falsches Training anzeigt. Also Verstärkung von bestehenden Schmerzen oder neue andere Schmerzen.
Schmerzen habe ich leider auch schon, ich denke das kommt aber vorallem davon das meine Wirbelsäule dieses aufrechte stehen einfach nicht gewohnt ist oder? Die Schmerzen befinden sich eigentlich genau in der mitte vom Rücken unter der Kyphose
Ich hatte ja schon gesagt, dass hier Verkürzungen in den Strukturen eine große Rolle spielen können. Wenn Du versuchst, dich aufzurichten, gehst Du in eine notwendige Dehnung, die aber nicht bleibt. Dazu muss längerfristig eine gezielte Dehnung erfolgen, wobei die Muskeln eher reagieren, als die Bänder und Sehnen. Dazu kommt, dass es Verkürzungen überall im Körper geben kann und man alles gleichzeitig angehen muss. Typisch bei Hyperkyphose sind z.Bsp. Verkürzungen im Oberschenkel.
Bei einer stationären Schroth REHA lernt man das innerhalb von 3-4 Wochen, wobei es mindestens 20 Wochenstunden gibt. Hier hat man auch den Austausch mit anderen Patienten, was man nicht unterschätzen sollte. Die Kasse zahlt das auf Antrag, wobei ein täglicher Zuzahlungsbetrag fällig ist, wenn man nicht sogar befreit ist. Ich schreibe das, weil Frau Dr. von Richthofen gern auch von Spiraldynamik als Behandlungsoption spricht. Diese Therapie ist eigentlich keine Kassenleistung und ist nach meiner Ansicht eher als mögliche weitere Option bei Skoliose gedacht.
Schmerzen können aber auch durch die Tatsache entstehen, dass die beiden Bögen Kyphose und Lordose nicht symmetrisch zueinander sind.
Also eine Hyperkyphose und eine normale Lordose sind ungünstig. In dem Fall sollte man auch die HWS betrachten, weil dort eine Steilstellung auftreten kann. Es geht hier um den Versuch des Körpers bei Fehlstellungen einen Ausgleich derart zu finden, dass der Körper im Lot steht. Das gelingt aber nicht immer, was die Sache komplizierter macht.
Du siehst, dass man hier sehr viele Details beachten und den Körper immer ganzheitlich sehen muss. "Morbus Scheuermann oder nicht" sagt also überhaupt nicht aus.
Noch am Rande: eine leichte skoliose besitze ich laut Meinem orthopäden auch.
Das ist typisch bei Hyperkyphose und bedarf in der Regel keiner Extra-Behandlung. Von leichter Skoliose spricht man bei einem Winkel von 10-20 Grad. Unter 10 Grad ist es bestenfalls eine skoliotische Fehlhaltung und belanglos.
Gruß
Klaus