Rückenproblem und Gartenbau?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Hilfesuchende
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Rückenproblem und Gartenbau?

Beitrag von Hilfesuchende »

Hallo Forengemeinde,

ich(32) habe eine s-förmige Wirbelsäulenverkrümmung. Als Kind war ich auch in orthopädischer Behandlung und mußte Gymnastik machen. Heute geh ich reiten und wenn ich kann, schwimmen. Nun mein Problem: Ich bin in einer Fördermaßnahme für Behinderte(hier steht aber eine andere Behinderung im Vordergrund) und soll über mehrere Praktiken eventuell wieder Arbeit finden.
Da ich gelernte Floristin bin, wollen die Maßnahmeleiterinnen mich am liebsten in Richtung Gartenbau vermitteln(drängen trifft es wohl eher:rolleyes: ). Mit dem Gärtnerberuf habe ich kein Problem - im Gegenteil, ich finde es ist ein sehr schöner Beruf. Nur wegen meinem Rücken habe ich Bedenken und das habe ich den Damen auch mitgeteilt. Aber die meinten, es wäre ja kein Problem, wenn ich kurz was Schweres anheben müßte. Nein, natürlich ist das kein Problem, aber ich hatte die Vermutung, das aus dem kurz was Schweres anheben, dort ein kurz hintereinander was Schweres anheben und somit eine Dauerbelastung werden würde. Ich äußerte also meine Bedenken, aber das interessierte die nicht wirklich. Ich hab mir also ein Praktikum in einer Gärtnerei gesucht und bin nun seit einer Woche dort. Meine Vermutung hat sich bestätigt und ich habe bis auf Freitag die meiste Zeite Blumenkisten und schwere Paletten mit Erde hin und her transportiert. Abends hatte ich dann immer tierische Rückenschmerzen. Die Chefin ist sehr nett, aber sie hat auch gesagt, das sich die Arbeiten in einer Gärtnerei immer nur wiederholen. Nun weiß ich gar nicht, was ich machen soll! Mein Mann sagt jetzt auch noch das wäre ja alles bestimmt nicht so schlimm, hat allerdings keinen Einblick in meine Arbeit. Einerseits hab ich ein schlechtes Gewissen und denke "vielleicht haben die recht und du stellst du dich nur an?" auf der anderen Seite möchte ich nicht schon wieder einen Beruf, den ich dann bald wieder an den Nagel hägen muß! Hier sind sicher Leute, die auch schon mit beruflichen Problemen zu tun hatten. Habt ihr vielleicht einen Rat für mich? Würde mich freuen!

euere Hilfesuchende
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Sweepy
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Du Arme!

Beitrag von Sweepy »

Grüße Dich, Hilfesuchende! :halloatall:
Da ich selbst noch der Schule angehöre, kann ich Dir keine großen Tipps im Berufsleben und -alltag geben, dennoch möchte ich Dir folgenden Rat geben:
Achte primär darauf, was Dir gut tut! Die anderen haben natürlich leicht reden, wollen und können sich nicht wirklich in die Lage hineinversetzen. Wenn Du also Schmerzen hast, die dauerhaft bleiben, würde ich zu etwas anderem - gesünderen und für Dich angenehmeren - raten!
Viele liebe Grüße,
Sweepy :freude:
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Cäsar Otto Hugo Flaischlen, (1864 - 1920)
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Hallo HIlfesuchende,

ich wuerde als Skoliotiker auf keinem Fall einem Beruf nachgehen in dem man die ganze Zeit in mehr oder weniger gebueckter zwangshandlung verweilen musst und auch noch schwere Dinge durch die Gegend schleppen. Das sind alles Belastungen fuer die Gelenke und die Bandscheiben die sich mit der Zeit summieren und irgendwann stehst du da dumm da wenn die Probleme starker werden.

Wenn du jetzt schon Schmerzen hast ist dies ja kein gutes Zeichen. Ich denke dein Masnahmeleiterin will dir vor allem so schnell wie moeglich einen Job andrehen, dafuer wird sie wahrscheinlich auch bezahlt. Sie hat wenig AHnung ueber und vielleicht auch wenig Interesse an deiner Gesundheit. Du allein lebst mit deinem Koerper und kannst und musst sagen was dir gut tut und was nicht. Jemand anderes kann das schlecht einschaetzen. Schade dass dein Mann auch nur meint du sollst dich nicht so anstellen.

Gruss
David
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Dalia
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Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Auf keinen Fall Gartenbau!

Toni war mal Gärtner und schreibt darüber: viewtopic.php?p=38248#38248

Besser ist eine Tätigkeit, wo man zwischen Sitzen, Stehen und Gehen wechseln kann.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Hilfesuchende
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Beitrag von Hilfesuchende »

Hallo ihr,

erst einmal danke für euere Antworten, ihr habt mir sehr geholfen :)
David, du hast vollkommen recht! Die Damen werden dafür bezahlt, das ich schnell in Arbeit komme. Die wissen gar nicht, wie das ist und deshalb werde ich denen nun richtig klar machen, das es eben nicht geht!

vielen Dank,
die Hilfesuchende
Agrimon
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Therapie: Korsett von Rahmouni, laufen mit MBT Schuhen, Reha 30.10. bis 26.11.2013 Bad Salzungen, wegen Peritonitis Op 2017 Korsett abgesetzt, jetzt Lumbo Train Bandage, nächste Reha 2019 geplant
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Beitrag von Agrimon »

Hallo Hilfesuchende,
ich habe zur Zeit fast das gleiche Problem. ich bin zur zeit auch arbeitssuchend, was mich aufgrund meiner Skoliose und den vielen Problemchen, was ich noch weiter habe, als schwer vermittelbar eingestuft bin. Wenn mir jemand einen Job anbietet, der mit langem stehen, oder schweren tragen in Verbindung steht, lehne ich ihn ab. Meine Gesundheit geht vor. Dem Arbeitgeber bin ich ja auch nicht von nütze, wenn ich ständig wegen Rückenschmerzen, oder desgleichen ausfalle. Wenn die Damen dies nicht verstehen wollen, würde ich öfters krank machen, dann müssen sie reagieren.
P. S. ich bin gelernte Bürokauffrau und schwerbehindert mit 80 % GdB.

Gruß Agrimon
bin eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und noch Interesse für andere Dinge hat

Meine Skoliose-Geschichte: Meine Skoliose
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