Du darfst hier mal test lesen
lexikon/index.php/Skoliose (Seite ist noch nicht öffentlich hier verlinkt, weil noch nicht ganz fertig) und das hier bezüglich OP-Indikation:
skoliose-operation.php
Was OP oder nicht angeht, das kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt sehr schöne unproblematische Skoliosen, trotz hoher Gradzahl, die ohne OP kaum Probleme machen.
Aber unbehandelt würde ich sie in keinem Falle lassen. Wenn, dann würde ich auf alle Fälle erst mal eine Reha nach Schroth machen und auch eine Nacht-Korsett-Versorgung in Erwägung ziehen.
Wenn Du die OP weiter hinausschiebst, profitierst Du von dem Fortschritt, den die Medizin macht. Wenn man zurück blickt, dann sieht man, daß er schon innerhalb der letzten 15 Jahre gewaltig war.
Operation bedeutet heutzutage leider immer noch eine irreversible Versteifung der Wirbelsäule. Das heißt, Deine Bandscheiben werden Dir entnommen. So etwas ist dann nicht mehr rückgängig zu machen und wenn es später evtl. viel bessere Methoden gibt, bei denen vielleicht die Beweglichkeit der WS erhalten bleiben kann, werden sie Dir nichts mehr nutzen.
Auf der anderen Seite musst Du, wenn Du zunächst keine OP möchtest (weil Du z.B. kaum oder keine Beschwerden hast) dafür sorgen, daß sich die Skoliose nicht weiter verschlimmert (unbehandelt wird sie dies mit größter Wahrscheinlichkeit tun) und auch, daß sich die Krümmung nicht einsteift, weil dann die Fusionsstrecke (die Strecke, über die die Wirbelsäule versteift wird) länger wird, was mehr Belastung und mehr Verschleiß für die angrenzenden Wirbel ober- und unterhalb der Versteifungsstrecke bedeutet.
Außer der Verschlechterung und der Einsteifung von Nebenkrümmungen (dem Du auf alle Fälle entgegen wirken solltest) gibt es noch oft das Argument des erhöhten Bandscheibenverschleißes durch die Skoliose. Ich persönlich finde das etwas absurd (wird wahrscheinlich benutzt um den Patienten Angst zu machen, Verkaufsargument für OPs), weil man hier ja in erster Linie genau von den Bandscheiben spricht, die die Operateure planen ganz rauszunehmen, für die also als Alternative zum drohenden vermehrten Verschleiß ein "vorgezogener Totalschaden" vorgesehen ist. Und nach der OP hat man dafür dann im Gegenzug den erhöhten Verschleiß an den angrenzenden Wirbeln.
Der beste Weg herauszufinden, wie schlimm Deine Skoliose wirklich ist und welcher Therapieweg für Dich der richtige ist, wäre eine Reha nach Schroth zu machen.
Ich selbst hatte mal ca. 60 Grad (auch eine Thorakolumbalskoliose), und wenn ich diese Skoliose, so wie sie damals war, heute noch hätte (ohne Beschwerden ...), dann würde ich keinen Grund sehen, sie operieren zu lassen. Ich würde sie dann konservativ mit Schroth und einem Nacht-Korsett behandeln und mir eine OP für später aufheben. Die heutigen OP-Methoden wären mir dafür noch zu schlecht.
Gruß,
BZebra