Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

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Molly
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Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

Beitrag von Molly »

Hallo,

hatte bereits vor einigen Monaten eine ähnliche Frage gestellt.
Wollte aber erneut mit meiner Frage alle Skoliose Patienten sensibilisieren, die Ursache ihrer Skoliose zu suchen, wenn sie vermehrte Probleme haben.
Ich selbst wurde jetzt 20 Jahre nur wegen meiner Skoliose therapiert ( KG nach Schroth ), Nacken - Schulter / Armschmerzen.... wurden immer auf meine Skoliose geschoben. Ich selbst hatte aber das Bauchgefühl, dass es andere Schmerzen sind und habe dann auf ein MRT gedrängt. Mit 40 Jahren wurde dann erstmals ein MRT gemacht mit dem Ergebnis, dass ich eine angeborene Chiari - Malformation I und eine ausgeprägte Syringomyelie HWK I - BWK 9 habe !
Habe zum Glück sofort den Weg zu einer Selbsthilfegruppe gefunden, die mir einen Spezialisten weiterempfohlen haben.
Wurde dann jetzt Mitte Oktober in Ulm an der Chiari operiert.
Da die Neurochirurgen sich jedoch nicht mit KG nach Schroth auskennen, bin ich mir unsicher, ob ich diese Form von Gymnastik mit meiner Diagnose noch machen kann.
Da meine Skoliose im BWS - Bereich jedoch auch schon 38° beträgt und durch die Schroth Therapie bisher immer ziemlich konstant geblieben ist, habe ich jetzt Angst, dass sich meine Skoliose verschlechtert.
Wer hat ähnliche Erfahrungen und kann mir weiterhelfen?

LG Molly
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rejoy
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Re: Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

Beitrag von rejoy »

Hallo Molly,

leider kann ich zu deiner Frage nicht viel sagen und ich fürchte, das wird keiner von uns hier wirklich können. Dein Krankheitsbild ist doch etwas komplexer und ich würde behaupten, dass wir hier zu sehr Laien sind um sagen zu können, ob Schrothen geht oder nicht. Ich vermute du willst eher wissen, ob das überhaupt irgendwann wieder geht und nicht ob es jetzt schon geht, oder?
Denn jetzt wäre das sicherlich noch zu früh. Die Op ist ja noch nicht mal 4 Wochen her, oder?

Hast du oder hattest in den letzten Monaten einen ambulanten Schroththerapeuten? Wenn ja könnte er / sie das ja vielleicht eher einschätze. Oder du könntest einen der hier empfohlenen Ärzte aufsuchen, der sich dann zwar nicht unbedingt mit Chiari auskennt ( das weiß ich nicht, ob das der Fall wäre ), aber immerhin mit Schroth. Vielleicht kann von denen jemand einschätzen ob das gehen würde. Und 3. denke kannst du das ja vielleicht auch selbst ein bisschen einschätzen, oder? Ich denke du kennst deinen Körper am besten und wenn du schon so lange schrothest kennst du dich auch da gut aus und kannst entsprechend Übungen wählen, die vielleicht anfangs erstmal "harmloser" sind als andere.

Ich denke du solltest das trotzdem mit deinen Ärzten bzw. entsprechenden Spezialisten besprechen, denn wir können das noch schlechter einschätzen, als sie.

Tut mir leid, dass ich nicht mehr sagen kann.

LG Rejoy
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Re: Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

Beitrag von Klaus »

Hallo Molly,
Wollte aber erneut mit meiner Frage alle Skoliose Patienten sensibilisieren, die Ursache ihrer Skoliose zu suchen, wenn sie vermehrte Probleme haben.
Du hast Deine Frage hier in "ANDERE WIRBELSÄULENDEFORMITÄTEN" gestellt.
Hat Deine Situation mit der Skoliose irgend etwas damit zu tun? Ich kann mit "eine angeborene Chiari - Malformation I und eine ausgeprägte Syringomyelie HWK I - BWK 9" nämlich nichts anfangen, aber wenn das eine Ursache für die Skoliose ist, muss geklärt werden, ob aktive gezielte Muskelpflege (Schroth ist prinzipell nichts anderes) förderlich ist oder nicht. Dazu kommt natürlich, dass generell nach einer OP die Situation anders ist, insbesondere nach so kurzer Zeit, wie rejoy schon gesagt hat.
Es ginge dann aber um eine Skoliose OP ?? und nicht um eine andere Fehlstellung.

Gruß
Klaus
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Re: Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

Beitrag von rejoy »

Chiari ist eine Fehlbildung des Kleinhirns bzw. des Schädelknochens, bei der wegen zu wenig Platz die Tonsillen (die unteren Ausläufer) des Kleinhirns in den Rückenmarkskanal verlagert sind. Dort ist dafür eigentlich kein Platz, weswegen der Fluss des Hirnwassers, der ja das Rückenmark umgibt, gestört ist, was dann zu Ödemen des Rückenmarks führt (Syringomyelie). Man kann sich das vorstellen wie ein verstopfter Abfluss, weil was drin steckt. In der OP entfernt man einen Teil des Schädelknochens um mehr Platz zu erzeugen und verlagert die Tonsillen zurück in den Schädel. Manchmal reicht das nicht aus, dann müssen Teile der ersten Halswirbel entfernt werden, eventuell verbunden mit Versteifung.
Deshalb ist Chiari-OP auch nicht gleich Chiari-OP, das Ausmaß der OP ist sehr unterschiedlich.

Falls ihr euch wundert woher ich das weiß :D. Bei meiner Grunderkrankung ist Chiari keine Seltenheit (ich selbst habe es auch ganz leicht. Man sagt alles ab 5mm ist eine "richtige" Chiari, bei allem was drunter liegt, hängt es vom jeweiligen Mediziner ab. da gibt es unterschiedliche Meinungen. Bei mir sind es weniger als 5 mm).

Ich denke schon, dass deine Frage Sinn macht, ob Schroth da gut ist oder nicht. Man bringt ja auch eine gewisse Spannung auf die WS beim Schrothen und ob das gut wäre oder nicht, weiß ich auch nicht. Deswegen meinte ich in meiner ersten Antwort ja auch, dass das wohl nur ein Mediziner wirklich beantworten kann und es letztlich wohl auch auf einen Versuch ankommt.

LG Rejoy
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Re: Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

Beitrag von Klaus »

rejoy hat geschrieben:Ich denke schon, dass deine Frage Sinn macht, ob Schroth da gut ist oder nicht.
Die Frage von Molly ist für mich zunächst auch eine Sache, die ich bezüglich Fehlstellungen einordnen wollte. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es hier aber um die Auswirkung Skoliose.
Und da um eine spezielle Situation, die wir hier bezüglich Schroth unmöglich klären können.

Ein klares Beispiel wäre, wenn jemand hier in dieser Rubrik nach Rundrücken bei Morbus Bechterew fragt. Dann können wir aufgrund der Ursache sagen, dass Schroth KG zwar möglich ist, aber rheumatische Erkrankungen eben noch zusätzliche Therapien erfordern. Und man muss auch feststellen, dass es bislang nur wenige User gibt, die dann mit entsprechenden Tipps weiterhelfen können.

Gruß
Klaus
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Re: Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

Beitrag von Molly »

Hallo,

danke erstmal für die Antwort.
Hatte die Hoffnung, dass es mittlerweile mehrere Skoliose-Patienten gibt, die meine Probleme haben und somit das Krankheitsbild kennen. Da es sehr kompliziert ist, wollte ich nicht zu viel mediz. schreiben. Die Chiari und Syringomyelie sind eben sehr seltene Erkrankungen, mit denen kaum jemand was anfangen kann. Ich selbst habe vorher auch noch nie was davon gehört, bei meinem Hausarzt bin ich seit 30 Jahren Parxiserfahrung der 1. Patient mit dieser Diagnose.
Die Chiari hat Enjoy bereits super erklärt. Bei mir wurde das Hinterhauptsloch ( Foramen magnum ) erweitert und Teile des Atlasbogens entfernt, sowie Verwachsungen gelöst und das Subarachnoidalraumes erweitert.
Dies ist eine angeborene Grunderkrankung ( die aber jetzt erst erkannt wurde ) und Haupursache der weiteren Erkrankungen. Durch diese Chiari hat sich im Laufe der Jahre eine Syrinx ( Höhle im Rückenmark ) gebildet. Durch diese ist wohl bei mir die Skoliose entstanden, da die Skoliose bei mir erst mit 20 festgestellt wurde. Manchmal entwickelt sich auch durch eine Skoliose eine Syringomyelie. Auf jeden Fall stehen alle 3 Diagnosen im ursächlichen Zusammenhang, weswegen ich mich auch hier ans Skoliose - Forum gewandt habe. Durch die Chiari - Op soll nun erreicht werden, dass die Syrinx sich bestenfalls komplett zurückbildet ( eine minimale Verkleinerung war schon 1 woche nach OP sichtbar ! ) und somit auch weniger Druck auf die Wirbelsäule ausgeübt wird und die Nervenversorgung im Rückenmark wieder verbessert wird.
Bin ja auch in der Syrinx - Selbsthilfegruppe, nur dort konnte mir keiner meine Frage beantworten, da keiner der Skoliose Patienten Schroth Therapie gemacht hat.
Meine Schroth Therapeutin kennt sich auch nicht mit Syringomyelie aus, so dass sie auch nicht wirklich weiß, welche Übungen sie machen soll.
Die meisten Syrinx Patienten machen nur cranio - sacrale Therapie. Der Neurochirurg sagte mir auch, man sollte auf seinen Körper hören. Wenn eine Übung nicht gut tut, läßt man sie halt weg.
Zur Zeit darf ich natürlich noch gar keine Gymnastik machen, ist ja noch viel zu früh.
Gehe jetzt am Samstag auf einen Ärztevortrag von einer Rehaklinik , die spezialisiert ist für Syringomylie. Vielleicht kriege ich dort ja noch weitere Infos.
Trotzdem danke für eurer Interesse, gehe es jetzt erst mal langsam an , vielleicht kann ich ja nächstes Jahr wenigstens ein paar Übungen machen.

LG Sandra
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Klaus
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Re: Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

Beitrag von Klaus »

Molly hat geschrieben:Hatte die Hoffnung, dass es mittlerweile mehrere Skoliose-Patienten gibt, die meine Probleme haben und somit das Krankheitsbild kennen.
Bist Du damit einverstanden, wenn ich Deinen Beitrag in die Rubrik Skoliose verschiebe?
Da besteht die Möglichkeit, dass das mehr Skoliose Patienten lesen.

Das war auch mein Anliegen, Dich hier effektiv richtig einzuordnen. ;)

Gruß
Klaus
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Re: Schroth - Therapie weiter möglich nach Chiari OP ?

Beitrag von Molly »

Hallo Klaus,

ja, Du kannst meinen Beitrag gerne in das Thema Skoliose verschieben.

Vielen Dank!

LG Molly
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