Gestern wurde beim Sohn Soliose diagnostiziert

Skoliosen, die als Folge anderer Erkrankungen entstehen (Nerven- und Muskelerkrankungen, Wirbelfehlbildungen usw.)
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Britta158

Gestern wurde beim Sohn Soliose diagnostiziert

Beitrag von Britta158 »

Hallo, war gestern mit meinem Sohn zum Röntgen. Er ist 7 Jahre und hat seit er zur Schule geht oft Kopf und Rückenschmerzen. Der Befund war skoliose. Wie immer informiere ich mich im Internet. Jetzt bin ich sehr durcheinander. Wer sagt mir was da noch kommt. Wir sollen erstmal Krankengymastik machen. Wie gut sind die Heilungschancen?
Wer hat schon Erfahrungen gemacht
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Wiebi
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Beitrag von Wiebi »

hallo!
gerade in dem alter sollte man unbedingt handeln. wurde er gröngt und wurden gradzahlen ausgemessen? das wär sehr wichtig zu wissen, um den schweregrad einschätzen zu können.
skoliose ist eine seitverbiegung der wirbelsäule mit zusätzlicher rotation der rippen (es entstehen hügel und täler auf dem rücken). gerade wenn sich kinder noch im wachstum befinden ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die skoliose verschlimmert. rauswachsen tut sie in den wenigsten fällen.
dein sohn ist nun noch sehr jung, mit den richtigen mitteln und dem richtigen arzt kann man da, bspw. durch ein korsett sehr gut entgegenwirken. diese obligatorische kg die von den ärzten verschrieben wird bringt absolut nichts, außerdem gibt es nach 2 rezepten keine weiteren. ihr solltet euren sohn aufjedenfall einem fachmann vorstellen. diese sind leider sehr selten. woher kommt ihr? es gibt 2 sehr gute skoliosespezialisten in deutschland, einmal dr. hoffmann in stuttgart (da würdet ihr gegebenenfalls auch ein sehr gutes korsett dazu bekommen) und einmal dr. steffan in bad salzungen (thüringen, nähe erfurt/eisenach).
ich kann nur raten, zu einem dieser beiden spezialisten zu fahren, dann kann man einen schlimmen verlauf der skoliose (der im schlimmsten fall zur op führen kann) verhindern.
LG Wiebke

[i]Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.[/i]
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Toni
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Re: Gestern wurde Beim Sohn Soliose diagnostiziert

Beitrag von Toni »

Britta158 hat geschrieben:Hallo, war gestern mit meinem Sohn zum Röntgen. Er ist 7 Jahre und hat seit er zur Schule geht oft Kopf und Rückenschmerzen. Der Befund war skoliose.
Nur das Wort Skoliose? Sonst nichts? Keine Gradzahl? Rotation?
War das ein Ganz-Wirbelsäulenaufnahme im Stehen bei gleichbelasteten Beinen gemacht?
Ist irgend eine Ursache für die Skoliose erkennbar: Beckenschiefstand, Wirbelfehlbildung, usw....?
Ist Dein Sohn der sportliche Typ oder ehen Stubenhocker? Status der Rückenmuskulatur?
Bitte Britta verlange von dem Arzt (War es ein Orthopäde?) ein GENAUE und SORGFÄLTIGE Diagnose! Dazu gehört ein Beschreibung der Skoliose (z.B. Lumbal linkskonvex, 25° COBB, Thorakal rechtskonvex 23°Cobb, Rotation II nach Nash&Moe.)
Hast Du das Röntgenbild? Damit Du Dir eine Zweitmeinung einholen kannst.
Britta158 hat geschrieben:Wie immer informiere ich mich im Internet. Jetzt bin ich sehr durcheinander. Wer sagt mir was da noch kommt.
Ohne eine Genaue Diagnose kann man keine Prognose erstellen!
Das Wort Skoliose ist viel zu wenig. Ist es eine idiopathische Skoliose oder hat die Skoliose Ursachen?
Britta158 hat geschrieben:Wir sollen erstmal Krankengymastik machen.
Was für KG? Bitte erkundigt Euch nach einer Physiotherapeutin die ein SCHROTH und VOJTA-Ausbildung hat oder eine Physiotherapiepraxis in der BEIDES gemacht wird!
Alles Andere könnt Ihr vergessen! Ist sinnlose Zeitverschwendung.....!
Mit 7 Jahren kann er bereits schroth-fähig sein oder noch Vojta brauchen.Ideal wäre esin dem Alter nach Bedarf kombinieren zu können.
Britta158 hat geschrieben:Wie gut sind die Heilungschancen?
Wie gesagt, in dem Alter und OHNE genaue Diagnose KEINE Prognose!
Das könnte mit Schroth-KG in Griff zu bekommen sein (günstigstenfalls) oder sich progredient zu einer "großen" Skoliose verkrümmen, die nur mit einer Versteifungsoperation der Wirbelsäule zu stoppen ist. Zwischen diesen 2 Extremen sind unzählige Varianten möglich. Das hängt von sehr vielen Faktoren ab:
Im Moment von DEINEN Entscheidungen und DEINER Beharrlichkeit.Wie GUT Du Dich informierst und von den Ärzten "Qalitatives Skoliose-Management" einforderst.
Von Deinem Sohn ob er versteht was das vorgeht und wie er damit umgeht. Ob er sich durchhängen lässt oder bereit ist für seine Wirbelsäule zu kämpfen!
Von der Qualität der Physiotherapie....
Wenn Dein Sohn über 15° ist oder gar schon über 20°, dann braucht er AUF JEDEN FALL ein gutes Korsett.
Ich würde da NICHT erst warten bis die Krümmung schlimmer wird.
Ein Korsett kann die Wirbelsäule um so leichter begradigen, je jünger das Kind und je geringer die COBB-Grade sind.
Später und bei mehr Graden wird es nur noch unangenehmer.
Jetzt habt ihr noch sehr gute Chancen auf eine möglicherweise völlig gerade Wirbelsäule, wenn ihr ein erstklassige qualitative Behandlung erhaltet und sehr konsequent seid. Dann ist die Prognose positiv!
Ich würde das SEHR SEHR ERNST nehmen wenn es mein Sohn wäre!
Britta158 hat geschrieben: Wer hat schon Erfahrungen gemacht
Ich hoffe von den Eltern meldet sich hier auch noch jemand....?
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
britta158

Sohn mit Skoliose

Beitrag von britta158 »

Hallo Toni,
herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Leider sind die Ärzte ja heute immer in Eile. Auf der Verordnung steht noch Muskeldysplasie mehr nicht. Es wurde noch gesagt, dass es evtl. durch Wachstumsschübe kommt. Mein Sohn ist sehr groß für sein alter.

Werde mir als nächstes erst mal einen Physiotherapeuten suchen der Schroth und Vojta kann .

Vielen Dank
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Re: Sohn mit Skoliose

Beitrag von Toni »

britta158 hat geschrieben:Hallo Toni,
herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Leider sind die Ärzte ja heute immer in Eile. Auf der Verordnung steht noch Muskeldysplasie mehr nicht. Es wurde noch gesagt, dass es evtl. durch Wachstumsschübe kommt. Mein Sohn ist sehr groß für sein alter.

Werde mir als nächstes erst mal einen Physiotherapeuten suchen der Schroth und Vojta kann .

Vielen Dank
Liebe Britta, schnell wachsende Kinder sind anscheinend besonders anfällig für Wirbelsäulendeformationen, die sich in Wachstumsschüben verschlechtern. Dabei kommen die wirklich "großen" Wachstumsschübe "erst" so richtig in der Pubertät.

Zu diesem Arzt hätte ich weniegr vertrauen als zu einer ausgewachsenen Klapperschlange!

Du solltest UNBEDINGT in Erfahrung bringen, wieviel Grad COBB die Krümmung beträgt und ob die Wirbelsäule bereits rotiert (torsions-verdreht) ist.

Das wäre ein Alarmsignal da es dann eine "echte" Skoliose wäre und nicht nur eine statische Fehlhaltung wegen Muskeldyspasie. (sehr pauschalierende "Schlamperdiagnose"!)
Bitte schau mal genau diese Downloads an:
viewtopic.php?t=2707

Gruß Toni
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Schroth KG

Beitrag von Silas »

Hallo Britta,

... zudem ist es wahrscheinlich, dass der Arzt Dysplasie mit Dystonie verwechselt.

Eine Verkrümmung in Folge Dystonie zu vermuten wäre noch irgendwie vertretbar, aber eine Muskelfehlbildung von außen zu sehen (und so etwas wäre den Eltern ebenfalls aufgefallen) halte ich für ein Gerücht.

Dein Sohn ist noch sehr jung für eine Wirbelsäulenverkrümmung und wenn die richtige Behandlung nicht augenblicklich einsetzt, verschlechtert diese seine Prognosen dramatisch.

Ihr müsst JETZT etwas unternehmen, fahrt zu Dr. Hoffmann nach Leonberg und lasst eine saubere Diagnose stellen, damit dann schnell und zielgerichtet die entsprechenden Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden können, falls dies erforderlich ist.

Viele Grüße
Silas
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
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