Schmerzen am Oberarm-Verbindung zu Skoliose?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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PetraAnna

Schmerzen am Oberarm-Verbindung zu Skoliose?

Beitrag von PetraAnna »

Hallo, ich bin seit 25 Jahren nach Harringthon operiert. Meine Restverkrümmung beträgt noch 70 Grad. Seit einiger Zeit schmerzt mir der rechte Oberarm. Mittlerweile zieht dieser Schmerz bis in die Schulter. Ich kann eigentlich nichts großes machen mit diesem Arm. Kann es eine Verbindung zur Wirbelsäule geben?
Gruß PetraAnna
Chaney
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Beitrag von Chaney »

Hallo Petra-Anna,

dieselben Beschwerden hatte ich auch -- hat zwei Jahre und einige Arztbesuche gekostet, zu erfahren, daß ich eine HWS-Kyphose und dadurch bedingt diese Schmerzen habe. Ich kenne allerdings auch genug Menschen, die diese Beschwerden (man spricht übrigens von einer "Zervikobrachialgie", falls Du mal googlen willst) in Verbindung mit einem Bandscheibenvorfall in der HWS haben.

Was sagt Dein Orthopäde dazu?

Mir hat manuelle Therapie geholfen, aber in Anbetracht dessen, daß Du operiert bist, ist vielleicht eher ein Besuch beim Osteopathen angesagt ... :nixweiss:

Gruß
Chaney
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Petra Anna

Zervikobrachialgie oder PHS?

Beitrag von Petra Anna »

Hallo, ich habe wegen meinem Arm in 2 Wochen einen Termin beim Orthopäden. Auf was muß ich dabei achten? Mein Hausarzt hat als Diagnose auf die Überweisung v.a. "PHS" geschrieben. Kann jemand etwas damit anfangen?
Im voraus danke für Eure Antworten.
netkitty
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Beitrag von netkitty »

Hallo Petra Anna,

manchmal hilft ein bißchen googeln.... ;)
Auf dieser Website: http://www.medis-tv.de/themen/schu_0802.htm habe ich folgenden Text gefunden.
Periarthritis humeroscapularis, abgekürzt PHS: die häufigste Beschwerdeursache

PHS ist ein Sammelbegriff für Schmerzzustände am Schultergelenk, die von den umliegenden Weichteilen verursacht werden. Zu den Weichteilen gehören die drei Muskeln, die den Oberarm an die Gelenkpfanne am Schulterblatt ziehen und ihn dort halten, die lange Sehne des Bizeps-Muskels und die Schleimbeutel. Möglich sind aber auch Schmerzen vom Schulterblattgelenk oder der Halswirbelsäule.

In den meisten Fällen gehen die Schmerzen jedoch vom sogenannten Supraspinatus aus (einer der Muskeln der sogenannten Rotatorenmanschette, die für die Rotation des Arms sorgen). Durch die hohe Beanspruchung in Form von Druck, Zug, Reibung und Biegung kann es zu einer mehr oder weniger starken Schädigung, bis zum Riss der Sehne dieses Muskels kommen. Schmerzen treten erst nach ausgedehnten Schäden auf, insbesondere dann, wenn das Sehnengewebe durch chronische Reizung zur Verkalkung neigt.

Haltungsschäden zählen zur Hauptursache der PHS. Wenn die Schultern zu weit nach vorne fallen wird die Sehne des Supraspinatus-Muskels permanent eingeengt und chronisch gereizt. Das führt zu Schmerzen und massive Sehnenschäden bis hin zum Sehnenriss.


Grundsätzlich gilt:

Bewegungseinschränkungen im Schultergelenk sollten nicht verharmlost werden - auch wenn sie kaum schmerzen. Unbehandelt kann die PHS zur völligen Versteifung des Schultergelenkes führen. Wird mit der Behandlung zu spät begonnen, können die Beschwerden manchmal nur noch gelindert werden.

Es kommt immer wieder vor, dass die PHS nicht ausreichend untersucht und nicht exakt behandelt wird. Man gebe sich also nicht mit der Diagnose PHS zufrieden, bis die Ursache für die Erkrankung geklärt ist.

Die Therapie umfasst krankengymnastische Übungen, Wärmebehandlung, Injektionen mit entzündungshemmenden Mitteln, und die Korrektur von Haltungsfehlem. Ist es zum Riss der Supraspinatus-Sehne gekommen ist, kann eine Operation notwendig werden


Ausstrahlschmerzen in die Schulter:

Schulterschmerzen können auch woanders als in der Schuler lokalisiert sein: z.B. bei Zwerchfellhochstand, Gallensteine oder einer Leberprellung nach einer Sportverletzung. Häufig strahlen dann die Schmerzen reflektorisch in die Schulter aus. Das kann auch bei Überlastungsschmerzen im Ellenbogengelenk geschehen. Im Volksmund spricht man dann von einem "Tennisarm". Dabei handelt sich um eine Bindegewebserkrankung im Sehnen-Ansatz-Bereich der Muskeln am Ellenbogen oder Oberarmknochen, die durch eine akute oder chronische Überanstrengung ausgelöst wird (übrigens trainierte Sportler haben so ein Phänomen meistens nicht). Dabei kommt zu einer Irritation der sensiblen Rezeptoren im Sehnenansatz durch lokale Zellstoffwechselstörung und lokale Schwellung.

Die Folge ist ein Spontan- oder Bewegungsschmerz im Bereich des betroffenen Fortsatzes des Gelenkkopfs mit typischen Schmerzen beim Anspannen der Muskulatur und Druckschmerz im Bereich der Muskelansätze.

Die Behandlung erfolgt zunächst konservativ z.B. mit Salbenverbänden, Umspritzungen mit einem lokalen Schmerzmittel oder Anästhetikum, Mikrowellenbehandlung. Normalerweise vergehen die Symptome nach Wochen von alleine, falls keine Besserung zu erzielen ist, muss das Ellenbogen- und Handgelenk für zwei bis drei Wochen im Gipsverband ruhiggestellt. Bringt auch dies keine Besserung, muss u.U. operiert werden.


DIAGNOSTIK UND THERAPIE GENERELL

Eine ausgiebige Befragung des Patienten ermöglicht schon einen Hinweis auf die Diagnose. Zur Absicherung werden dann meist bildgebende Verfahren hinzugezogen, wie Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT):

Werden Fehlstellungen, Verschleißerscheinungen, entzündliche Veränderungen vermutet, wird in der Regel geröntgt.

Weichteilverletzungen -veränderungen z.B. von Sehnen, Muskeln, Bändern und Gelenkkapsel lassen sich per Ultraschall nachweisen. Damit lassen sich auch gut frühe Entzündungszeichen nachweisen, die auf Röntgenbildern meist nicht sichtbar sind.

Sollen ebenfalls umliegende Strukturen wie Nerven und Blutgefäße erfasst werden, wird von der CT und Kernspintomographie Gebrauch gemacht.

Bei Verdacht auf rheumatische Erkrankungen ist eine Blutuntersuchung sinnvoll.


Therapiemöglichkeiten:

Zu den herkömmlichen konservativen Verfahren zählt die Mikrowellenbehandlung. Sie soll den Stoffwechselprozess in der Schulter anregen und Entzündungserscheinungen schneller abbauen helfen.

Bei Verspannungen können die Schmerzen in der Schulter durch Wärmekissen und bei Entzündungen durch Kälteanwendungen gelindert werden. Salbenverbände ob an der Schulter oder am Ellenbogen können ebenfalls eine Besserung herbeiführen.

Bei der sogenannte TENS-Behandlung wird durch den physikalischen Reiz die Durchblutung verbessert und die Muskulatur entspannt.

Zu den alternativen Behandlungen zählt die Magnetfeldtherapie. Noch nicht vollständig erforscht soll sie aber Schmerzen reduzieren und angeblich den Knorpel wieder aufbauen helfen. Untersuchungsergebnisse liegen vor, müssen aber noch überprüft werden. Darum wird diese Methode von den Krankenkassen auch noch nicht anerkannt und die Behandlungskosten (zirka 10 mal, kostet zwischen 900 und 1500 Mark) müssen selber getragen werden.

Eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) ermöglicht sowohl die Diagnostik (Einblick in das Gelenkinnere) als auch die Therapie (Glättung von Gelenkstrukturen, Bänderrisse etc.). Durch dieses minimalinvasive Verfahren können offene Operationen und damit Narbenbildungen vermieden werden, die ihrerseits häufig wieder zu Beschwerden führen.

Zur besten Therapie gehört noch immer die Bewegung. Mit Hilfe von Mobilitätsübungen dehnt und bewegt der Physiotherapeut die betroffenen Sehnen und Gelenke. Übungen, die der Patient zuhause machen kann, runden die Therapie ab.
Liebe Grüsse
Nicole
[size=100][i]Ever tried. Ever failed.
No matter.
Try again. Fail again.
Fail better.[/i]
Samuel Becket[/size]
PetraAnna

Danke für die Antwort

Beitrag von PetraAnna »

Hallo Nicole, vielen Dank für deine Bemühungen.
Gast

Beitrag von Gast »

Hier gibt es auch noch Infos: http://www.zervikobrachialgie.de/
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