Hyperlordose & Hyperkyphose - Dr. Hoffman oder Dr. Wilke?

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tengal
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Hyperlordose & Hyperkyphose - Dr. Hoffman oder Dr. Wilke?

Beitrag von tengal »

Moin moin,

ich bin in den letzten Wochen zu mehreren Orthopäden hier in Hamburg gefahren, weil ich eine Überweisung zu Dr. Niemeyer haben wollte (mein 20. Geburtstag naht, also war etwas Zeitdruck). Habe sowohl eine Hyperlordose als auch eine Hyperkyphose, möglicherweise auf einem abgelaufenen M. Scheuermann. Dazu eine leichte Skoliose (Gradzahl wurde bisher nicht ermittelt). Schmerzen haben ich quasi keine, neben der absolut nicht zufriedenstellenden Optik und der Angst vor Schmerzen in einigen Jahren, stört mich vor allem dass mein rechtes Schulterblatt raussteht. Einer der Orthopäden sprach in diesem Zusammenhang von einer "torsalen Wulst" (oder so ähnlich), man sieht auch wenn ich mich nach vorne beuge dass im Brustkorb rechts so eine Wölbung ist. Ist immer wenn man sich irgendwo anlehnt sehr unangenehm...

Lange Rede kurzer Sinn, keiner der Ärzte hat mir eine Überweisung geben wollen, da man da eh nichts machen könne. Habe nun auf dieses Rumgegurke keine Lust mehr, weshalb ich bei einem vernünftigen Orthopäden vorstellig werden möchte, der auch Ahnung von solchen Wirbelsäulendeformitäten hat. Für mich als Hamburger ergibt sich damit zwangsläufig eine längere Anreise, was grundsätzlich kein Hindernis ist. Nun bin ich allerdings zwischen Dr. Hoffman und Dr. Wilke hin- und hergerissen... Über Dr. Hoffman ließt man ja wirklich viel gutes, wobei Stuttgart natürlich schon ne Ecke weiter ist als Berlin.

Lohnt sich eurer Meinung nach der längere Weg bis nach Stuttgart/Leonberg, oder kann man "bedenkenlos" auch in die Hauptstadt fahren?

Und dann noch zwei kleine Fragen, wobei hier mangels genauer Diagnose wohl nur eine kurzer und oberflächliche Antwort möglich ist:
-> Ich fahre zwar unvoreingenommen zu Dr. Wilke/ Dr. Hoffman, gebe aber zu dass ich mich mit dem Gedanken an ein Korsett gar nicht anfreunden kann. Trage nichtmal Uhren, weil mich der "Fremdkörper" stört. Ist eine (deutliche) Normalisierung der Wirbelsäule grundsätzlich auch ohne Korsett und nur mit intensiver Physiotherapie möglich, oder definitiv ausgeschlossen?
-> Ist so ein "Rippenbuckel" überhaupt korrigierbar (ohne OP), oder bleiben die Knochen da bei konservativer Therapie wo sie sind?

Viele Grüße
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Silas
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Re: Hyperlordose & Hyperkyphose - Dr. Hoffman oder Dr. Wilke

Beitrag von Silas »

Bei beiden Ärzten wirst Du eine saubere Diagnose und eine kompetente Therapie erhalten.

So wie Du das schilderst, hört sich das schon nach einer ausgeprägten Wirbelsäulendeformität an, wobei sich ohne saubere Diagnose schwer etwas dazu sagen lässt.

Bei größeren Krümmungen und relativ unbeweglicher Wirbelsäule wird es schwer, nur mit Physiotherapie große Erfolge zu erzielen - aber keine Regel ohne Ausnahmen.

Du musst eben abwägen, was Dir wichtiger ist.

Ggf. bleiben eben Korsett und OP, wobei ich mir an Deiner Stelle gerade letzteres sehr gut überlegen würde, da Du aktuell keine Beschwerden hast, was sich dadurch ändern könnte.
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Klaus
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Re: Hyperlordose & Hyperkyphose - Dr. Hoffman oder Dr. Wilke

Beitrag von Klaus »

Tengal hat geschrieben:Lohnt sich eurer Meinung nach der längere Weg bis nach Stuttgart/Leonberg, oder kann man "bedenkenlos" auch in die Hauptstadt fahren?
Also ausgehend von einem möglichen Korsett, wäre Berlin mit dem Korsettbauer CCTec die bessere Adresse, weil die auch in Hamburg zu erreichen sind. Viele beschreiben auch, dass diese Korsette "tragbarer" seien, als die von Rahmouni. Das ist aber insgesamt ein "heißes" Thema. :)

Die häufigste konservative Methode ist die Schroth KG bzw. die entsprechende REHA. Da sieht es nach den Erfahrungsberichten so aus, als ob Dr. Wilke da zurückhaltend sei und eher auf Spiraldynamik setzt, die nach meiner Ansicht eher bei reiner Skoliose angebracht ist. Ich kenne auch nicht den aktuellen Stand bezüglich Kostenübernahme einer solchen Behandlung. Sie ist auf jeden Fall nicht vergleichbar mit einer 3-4 wöchigen stationären Schroth REHA, die einen erheblichen positiven Schub bringen kann.
Ich würde aber trotzdem den relativ kurzen Weg nach Berlin terminieren und mich hier im Forum intensiv einlesen, um dann bei entsprechender Indikation auch eine Schroth REHA im Gespräch "intensiv" einbringen. ;)

Die Details zu Dr. Wilke bezüglich Röntgenaufnahmen bei Auswärtigen sind bekannt?

Gruß
Klaus
tengal
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Re: Hyperlordose & Hyperkyphose - Dr. Hoffman oder Dr. Wilke

Beitrag von tengal »

Silas hat geschrieben:Ggf. bleiben eben Korsett und OP, wobei ich mir an Deiner Stelle gerade letzteres sehr gut überlegen würde, da Du aktuell keine Beschwerden hast, was sich dadurch ändern könnte.
Mir ist zwar klar, dass eine OP eine mögliche Behandlung wäre. Viel weiter habe ich aber nicht gedacht, da es letztlich eh der Arzt entscheiden muss ob es Sinn macht oder nicht. Grundsätzlich stehe ich Operationen aber auch eher skeptisch gegenüber, es sei denn sie sind wegen akuter Schmerzen/Einschränkungen unausweichlich.
Klaus hat geschrieben: Ich würde aber trotzdem den relativ kurzen Weg nach Berlin terminieren und mich hier im Forum intensiv einlesen, um dann bei entsprechender Indikation auch eine Schroth REHA im Gespräch "intensiv" einbringen. ;)
Termin bei Dr. Wilke ist für Anfang September gemacht, ich bin gespannt. Einlesen ist immer so eine Sache. Natürlich kann ich hier kreuz und quer durchs Forum lesen (was ich auch schon getan habe), letztlich ist mir aber nicht ganz klar wie ich einen Fachmann umstimmen soll, wenn er nunmal eine andere Therapiemethode vorschlägt. Denn auf eine sinnvolle fachliche Diskussion kann sich ein Laie wohl eher nicht einlassen...
Das hat nichts damit zu tun, dass ich mir die Mühe sparen will mich einzulesen, sondern vielmehr mit dem Gedanken, dass ich ja nicht innerhalb von zwei/drei Wochen zu einem Wirbelsäulenexperten werden kann, der letztlich selbst den vermeintlich beste Therapieansatz bestimmt...

Eine andere Sache ist, dass ich aktuell schlichtweg keine Zeit für eine knapp einmonatige Auszeit habe. Anfang Oktober geht das Studium los und die ersten Semesterferien wo es möglich wäre, sind nächsten Sommer. Ich vermute einfach mal, dass Dr. Wilke nicht mit einem so langen Vorlauf einer Reha zustimmen wird, vor allem wenn er eh schon nicht ganz überzeugt davon ist... Wobei das natürlich kein Grund wäre, es im Gespräch nicht wenigstens zu versuchen.
Klaus hat geschrieben:Die Details zu Dr. Wilke bezüglich Röntgenaufnahmen bei Auswärtigen sind bekannt?
Nein. Ich habe beim der Terminvereinbarung extra gesagt dass ich aus Hamburg komme und es dementsprechend wichtig wäre, dass alles an einem Tag erledigt wird - also inkl. Röntgenaufnahmen. Die Dame am Telefon hat dann nur gesagt, dass das Dr. Wilke entscheiden müsste wenn er mich sieht und dass sie das nicht beeinflussen könne...

Viele Grüße
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Klaus
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Re: Hyperlordose & Hyperkyphose - Dr. Hoffman oder Dr. Wilke

Beitrag von Klaus »

Hallo tengal,
...sondern vielmehr mit dem Gedanken, dass ich ja nicht innerhalb von zwei/drei Wochen zu einem Wirbelsäulenexperten werden kann, der letztlich selbst den vermeintlich beste Therapieansatz bestimmt...
Konservative Behandlungsempfehlungen gibt es nicht viele, deshalb ist es nur wichtig zu wissen, dass es Schroth KG gibt und so eine stationäre REHA neben den Schroth Übungen auch andere zusätzliche Übungen in einer lockeren Atmosphäre durchführt. Da bekommt man auch durch die Kontakte mit anderen Patienten eine ganz andere Sicht der Dinge. Insofern reicht es auch, dass man im Beratungsgespräch diese REHA anspricht und erzählt, dass man viel gutes gehört hätte. Da gibt es ja auch die entsprechende Rubrik.
Eine andere Sache ist, dass ich aktuell schlichtweg keine Zeit für eine knapp einmonatige Auszeit habe. Anfang Oktober geht das Studium los und die ersten Semesterferien wo es möglich wäre, sind nächsten Sommer. Ich vermute einfach mal, dass Dr. Wilke nicht mit einem so langen Vorlauf einer Reha zustimmen wird, vor allem wenn er eh schon nicht ganz überzeugt davon ist...
Mal abgesehen davon, dass man schon vor der Situation stehen kann, Prioritäten bezüglich Gesundheit setzen zu müssen, wird eine REHA sowieso in der Regel nur "nach Ausschöpfung von ambulanten Maßnahmen" genehmigt. D.h. es muss z. Bsp. ca. 3x6 KG vorweg gelaufen sein, bei der man in der Regel auch keine Verbesserung erreicht. Dies kann aber auch z. Bsp. erst einmal EXTRA-Dehnung sein, um zu gucken, was dadurch erreicht werden kann.
Auf jeden Fall ist natürlich praktisch zu klären, ob eine evtl. Empfehlung für spiraldynamische Übungen auch vor Ort umgesetzt werden kann und was das evtl. kostet.
Klaus hat geschrieben:Die Details zu Dr. Wilke bezüglich Röntgenaufnahmen bei Auswärtigen sind bekannt?
Nein. Ich habe beim der Terminvereinbarung extra gesagt dass ich aus Hamburg komme und es dementsprechend wichtig wäre, dass alles an einem Tag erledigt wird - also inkl. Röntgenaufnahmen. Die Dame am Telefon hat dann nur gesagt, dass das Dr. Wilke entscheiden müsste wenn er mich sieht und dass sie das nicht beeinflussen könne...
Das war schon völlig richtig von Dir. Ob Dr. Wilke dann wirklich Röntgenaufnahmen macht, ist eine andere Sache. Nach meiner Ansicht ist das aber immer notwendig, wenn nicht aktuelle relevante Röntgenaufnahmen mitgebracht werden. Und das sind optimalerweise Ganz-Aufnahmen der Wirbelsäule von vorn und von der Seite. Die gibt es nicht überall.

Gruß
Klaus
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