Korsett versus OP

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Amadora
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Korsett versus OP

Beitrag von Amadora »

Guten Tag miteinander,
als neues Mitglied freue ich mich, diese Plattform gefunden zu haben und begrüße alle recht herzlich.

Bei meinem Sohn, 15 Jahre wurde im Okt. 2013 eine idiopathische Skoliose Lenke 1c (Cobb Winkel 35°, lumbaler Gegenschwung unter 15°) . Der Arzt (Orthopäde und Chirurg) empfiehlt eine dorsale Spondylodese. Er nannte Studien, die beweisen, dass eine Korsetttherapie nicht zu nachhaltigem Erfolg führt, ebenso sei Physiotherapie bei dieser Diagnose wirkungslos.

Auch aus der Sicht von Prof. Harms (Ethianum Heidelberg), besteht eine klare Operationsindikation. Er empfiehlt eine ventrale Korrekturspondylodese von Th5 bis Th12.
Er nannte zudem die ausgeprägte Endkyphosierung der Brunstwirbelsäule mit apikaler Lordose bei Th8.

Ein Orthopäde und Physiotherapeuten vor Ort sprechen sich gegen eine OP aus. Unser Sohn hat nur zeitweise Schmerzen und bisher keine andere Therapie, außer 12 Einheiten Krankengymnastik nach Schroth, gemacht. Sie sind der Meinung, eine OP könnte auch später noch durchgeführt werden. Erst sollten wir die konservative Therapie probieren.
Die Empfehlungen gehen also total auseinander.
Wir sind jetzt sehr verunsichert und suchen eine Klinik, die offen für beide Behandlungsmethoden ist. Noch haben wir keine Entscheidung getroffen, welche Richtung wir einschlagen werden. Unser Sohn will natürlich kein Korsett und hat bisher auch nicht die notwendige Disziplin für sein KG Übungen. Er hörte die Aussage des Arztes zum Thema KG.

Wir freuen uns sehr über Anregungen, Erfahrungsaustausch und erhoffen uns dadurch eine Unterstützung in unserer Entscheidungsfindung.
Vielen Dank!
Herzliche Grüße aus dem Süden Deutschlands (PLZ 88)
Amadora
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Tammi
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Re: Korsett versus OP

Beitrag von Tammi »

Hallo Amadora,

und :welcome: !

Eine OP bei 35° finde ich viel zu früh! Prof. Dr. Harms ist zwar ein guter Chirurg, aber bekannt dafür, viel zu früh eine OP zu empfehlnen.
Dein Sohn braucht allerdings ein gutes Korsett. Du solltest dich am besten an einen Spezialisten für die konservative Behandlung von Wirbelsäulenfehlstellungen wenden, das sind: Dr. Wilke (Berlin), Dr. Hoffmann (Leonberg) und Dr. Verres (Bad Sobernheim). Jenachdem wo ihr hingeht, solltet ihr dann bei Cctec oder Rahmouni ein Korsett anfertigen lassen. Rahmouni in Stuttgart, Cctec in Bad Sobernheim und Berlin.
Ein gutes Korsett führt sehr wohl zum Erfolg, aber es gibt eben nicht sehr viele gute Korsettbauer!
Auch kann euch einer der genannten Spezialisten dabei helfen, eine Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen zu beantragen, wo dein Sohn dann KG nach Schroth lernt :).

LG
Tammi
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Klaus
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Re: Korsett versus OP

Beitrag von Klaus »

Hallo Amadora,
Tammi hat geschrieben:Prof. Dr. Harms ist zwar ein guter Chirurg, aber bekannt dafür, viel zu früh eine OP zu empfehlnen.
Und bekannt dafür, ein Korsett als wirkungslos zu bezeichnen. (Bitte auch mal interne Suchfunktion mit "Prof. Harms" benutzen.)

Hier übrigens Details zu den erwähnten Spezialisten:
viewtopic.php?f=25&t=6472

Gruß
Klaus
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Força
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Re: Korsett versus OP

Beitrag von Força »

Aktueller Verlauf mit Força carregar (Korsett)
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Re: Korsett versus OP

Beitrag von Bernd »

Meine Skoliose wurde etwa zur selben Zeit wie bei Deinem Sohn bekannt. Ich habe vergleichbare Gradzahlen, BWS ca. 40 Grad und LWS ca. 15 Grad. In meiner Jugend wurde ich auch von Ärzten mit diversen Prognosen und Diagnosen "beglückt", von OP-Empfehlung bis zu der Aussage "Sie werden ab 30 vor Schmerzen nicht mehr gehen können". Inzwischen bin ich 46 Jahre alt und es zwickt und zwackt immer mal wieder in meinem Kreuz, ab und zu auch mal länger (siehe meine Postings in diesem Forum). Das ist aber immer noch nichts, was nur annähernd eine OP rechtfertigen würde.
Also an Deiner Stelle würde ich das Thema "OP" für die nächste Jahre erstmal ersatzlos streichen.
Amadora
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Re: Korsett versus OP

Beitrag von Amadora »

Herzlichen Dank für die Antworten und Empfehlungen! Die vielen Tipps helfen mir und uns wirklich gut weiter. Dr. Hoffmann in Leonberg ist für uns gut erreichbar. Wir sind ja schon in Stuttgart, hier allerdings bei Dr. Vazifehdan (Diakonie Klinikum) gewesen.
Wer kennt ihn? Ich habe hier im Forum bisher nichts von ihm gefunden.

Danke Forca für deine Infos zur Effizienz von Korsetts!
Wir werden von den weiteren Erfahrungen berichten...
Euch allen noch einen schönen Sonntag!
Amadora
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Re: Korsett versus OP

Beitrag von Saphira »

Hallo Amadora,

von dem Diakonie Klinikum in Stuttgart habe ich bislang noch nichts gehört, dass die dort besonders skoliosekompetent wären. Wenn, dann eher noch das Olgahospital in Stuttgart. Und die würden in dem Fall bei einem 15-jährigen auch eher ein Korsett empfehlen. Aber Dr. Hoffmann ist da nun wirklich nicht mehr so arg weit mehr entfernt. Bevor ihr euch zu einer OP entschließen solltet, solltet ihr wirklich erst sämtliche konservative Maßnahmen ausprobieren. Mit den angegebenen Gradzahlen besteht eigentlich noch nichtmal eine OP-Indikation! Und eine OP ist nicht mehr rückgängig zu machen, ein Korsett könnte man wieder ausziehen, wenn es einen bei bestimmten Tätigkeiten (z.B. beim Sport) nervt.

Ich wünsche euch viel Erfolg.

Grüßle,

Saphira
Wer immer nur vom großen Glücke träumt, der findet nichts, weil er das kleine Glück versäumt.
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Re: Korsett versus OP

Beitrag von Força »

Amadora hat geschrieben: Danke Forca für deine Infos zur Effizienz von Korsetts!
Wir werden von den weiteren Erfahrungen berichten...
Euch allen noch einen schönen Sonntag!
Amadora

Freut mich sehr dass der Link geholfen hat zu überzeugen :) Jaa, unbedingt weiter berichten, wäre super zu hören wie es bei euch weiterging!
Wie die andern schon gesagt haben - ich würde wenn Dr. Hoffmann am Nächsten ist einfach dort einen Termin ausmachen und schauen wie er es einschätzt - denn ein Korsett bringt einem natürlich nur etwas wenn man es etwa mind. 8-12 Stunden täglich trägt (nach Eingewöhnungsphase) (bei Jugendlichen eigentlich etwa 23 Stunden, wobei 12 natürlich besser sind als gar kein Korsett) und auch nur wenn es gut gebaut ist. Hilfreich wäre vielleicht wenn dein Sohn nachlesen kann wie Leute im Wachstum ihre Gradzahlen und vor allem ihre Haltung auch nochmal verbessern konnten, also nicht nur aufhalten. Wurde denn bereits ein Antrag auf Schroth-Reha in Bad Sobernheim gestellt? Falls nicht - dann mach das mal, geht sowohl bei Hoffmann als auch beim Orthopäden daheim. Ich würde das schnellstmöglichst machen damit er spätestens für die Ferien im Sommer noch einen Platz bekommt. Dort lernt er Schroth optimal und trifft vor allem auch auf viele gleichaltrige Jugendliche mit ähnlichen Diagnosen, viele mit Korsett. Solch ein Erfahrungsaustausch war damals unglaublich wichtig für mich, sowohl bei Tipps zur Korsetteingewöhnung und überhaupt mal Überzeugung das zu versuchen, als auch allgemein zu Wirbelsäulendeformitäten. Stand mit vielen noch Jahre später im Kontakt und hab mich dadurch nich so allein mit allem gefühlt.
Ebenfalls noch einen schönen Sonntag! :)
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