danke für die Aufnahme in diesem Forum! Dies ist mein erster Post und ich erhoffe mir die vielleicht ein oder adere erhellende Antwort.
Zu mir: Ich bin 32 lebe in Saarbrücken. Der Vollständigkeit halber sei zu erwähnen, dass ich als Säugling links einen Klumpfuß hatte, der mit einem Gips behandelt wurde. Im Kindergartenalter trug ich dann (sofern von meinen Eltern erinnerlich) orthopädische Schuhe OHNE Höhenausgleich. Relevante Gangstörungen, Asymmetrien etc wurden von meinen Eltern bei meinen "Recherchen" verneint. Im Grundschulter trug ich dann sogar wieder normale Schuhe, ich selber habe auch keine Längendifferenz o.ä in Erinnerung.
Im Alter von 13 oder 14 ca wurde dann bei mir eine schwere idiopathische thorakolumbale linkskonvexe Skoliose mit linksseitigem Becknschiefstand und Beinlängendifferenz links festgestellt. Seither trage ich eine Schuherhöhung von 3 cm links. Den genauen Grad nach Cobb kenne ich nicht mehr, Spoiler: dieses Jahr wurde bekannt, dass die Skoliose ca 80° betrug. Ich hatte bis zum Sommer letzten Jahres eigentlich keine nennenswerten Beschwerden oder Schmerzen, habe mich ehrlicherweise auch wenig bis gar nicht mit dem Thema beschäftigt und es so hingenommen. Der damalige behandelnde Orthopäde hatte mir im Jugendalter zwar Physiotherapie verschrieben, von Schroth, Korsett oder OP wurde uns jedoch nie etwas erzählt, sondern, wie ich heute weiß, eher zugeschaut. Im vergangenen Sommer dann gingen die Beschwerden dann los: Taubheitsgefühle im linken Oberschenkel bei längerem Stehen und Gehen sowie starke Schmerzen im LWS-Bereich. Der damals noch behandelnde Orthopäde meinte daraufhin allen ernstes, dass ich eben eine "sch*** Wirbelsäule" habe und diese immer mal wieder Probleme machen würde. Physio bringe da nichts, das sei rausgeschmissenes Geld. Ich solle einfach Krafttraining machen, in jedem Fitnesstudio seien Leute, die sich damit auskennen. Eine OP führe man bei sowas auf gar keinen Fall durch, so er. Die Bandscheiben waren bis dato bereits alle massiv degeneriert und ich hatte eine Spondylarthrose sowie Bandscheibenprotusionen.
Dies war für mich dann das klare Signal, den Orthopäden zu wechseln. Der neue Orthopäde hat daraufhin nur den Kopf geschüttelt und mich zunächst an eine Wirbelsäulenchirurgie eines speziellen Krankenhauses im Saarland verwiesen. Er sowie die Orthopädin dort zogen eine OP bzw. die Vorstellung in einer entsprechenden Klinik in Betracht und überwiesen mich auch dort hin. Auch bekam ich nun Physiotherapie. Die Orthopädin in der Klinik nahm sich der von mir einmal angesprochenen Beinlängendifferenz per Augenmaß an und meinte, die Beine selbst seien eigentlich gar nicht unterschiedlich lang, sondern die DIfferenz komme zum einen ein Stück weit vom Klumpfuß, der bis heute minimal kleiner und kürzer ist als der rechte sowie eben funktionell vom Beckenschiefstand durch die Skoliose.
Nach Vorstellung in der Klinik im Februar 2026 wurde ich schließlich am 15.06.2026 und am 22.06.2026, also in zwei Sitzungen operiert und bin seit genau einer Woche wieder zu Hause. Die Skoliose konnte auf ca 30° korrigiert werden, der Beckenschiefstand von ehemals 1,7 cm links beträgt nun noch ca 0,5 cm. Nun, nach der OP bemerke ich jedoch weiterhin die Beinlängendifferenz. Zur Verbildlichung: Wenn ich auf dem rechten Bein stehe und das Knie normal durchgestreckt habe, hebt die linke Ferse ab und ist ein paar cm vom Boden entfernt. Stehe ich voll durchgedrückt auf dem linken Bein, steht das rechte Bein etwas angewinkelt daneben.
Der Physio dort in der Klinik meinte, dies sei normal, da sich Weichteile, Muskeln, Bänder, Sehnen etc noch an die neue Statik gewöhnen müssen und es einige Wochen bis Monate dauern werde, bis diese "nachrücken". Mein jetziger körperlicher Zustand sei noch nicht der Endzustand, das ganze sei nun ein "Prozess", mein Körpergefühl jetzt sei nicht dasselbe wie in zwei, sechs oder in 12 Wochen. Er gehe davon aus, dass die BLD wohl nicht vollständig zurück gehe (Thema Klumpfuß), ich aber wohl 70-80% der BLD verlieren werde.
Wo ich mich nun ein bisschen verloren fühle, ist das Thema Umgang mit Schuhen bzw. Gehtraining. Draußen gehe ich aktuell noch am Rollator und habe natürlich Schmerzen und bin noch recht unbeweglich. Die Klammern am Rücken werden auh erst morgen entfernt.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. bei sich bemerkt, ob die BLD tatsächlich zurück geht? Natürlich mache ich mir Gedanken, wie viel strukturelle Komponente durch den ex-Klumpfuß ist (als KInd wie gesagt kein Höhenausgleich nötig) und wie viel strukturell durch die Skoliose ist.
Ich bin mir außerdem nicht ganz sicher, ob ich nun die nächsten drei Monate bis zum Kontrolltermin lieber ohne Schuherhöhung (habe mir sogar neue Schuhe gekauft) oder doch noch mit dieser gehen soll? Mache ich mir das Becken nicht gleich wieder kaputt bzw. eigne mir eine Fehlstellung/haltung an, wenn ich ohne Schuherhöhung so ungleichmäßig, "watschelig" gehe? Ich trete quasi mit links ja immer "ins Leere". Da bin ich mir nicht sicher.
Eine Beinlängenmessung bzw. Röntgen ist bisher noch nicht erfolgt, möchte ich morgen beim Orthopäden sowieso mal ansprechen.
Ich weiß, dass dieser Post sich inhaltlich vielleicht auch etwas mit dem Thema "OP-Erfahrungen" überschneidet, vielleicht mache ich ach dort noch einen Post.
Ich würde mich sehr über den ein oder anderen Ratschlag oder ähnliche Erfahrungsberichte freuen!
Schönen Sonntag und liebe Grüße!
Tim


