Autismus, Skoliose und die Suche nach Hilfe

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Tara-T
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Diagnose: Skoliose

Re: Autismus, Skoliose und die Suche nach Hilfe

Beitrag von Tara-T »

Nachdem ich heute morgen meinen Termin beim Orthopäden hatte, bin ich etwas "schlauer". Aber von vorne.

Im Wartezimmer lief ein Videoband in Dauerschleife, wo unter anderem angegeben wurde, was in der Praxis gemacht wird, da tauchte unter anderem schon mal Skoliosebehandlung und Korsettversorgung auf. Dass man bei dem Orthopäden sehr lange Wartezeiten trotz Termin hat, hatte ich im Internet schon gelesen und hat mir auch eine Person gesagt, die ebenfalls eine leichte Skoliose hat und in dieser Praxis behandelt wird.


Ich hatte ja im Januar Röntgenbilder machen lassen und die CD heute dabei. Hätte ich mir sparen könne, ich wusste nicht, dass der Orthopäde auch selbst Aufnahmen macht. Na gut, er hat sich die Bilder angeschaut und ein paar Sachen dazu gesagt. Vorneweg: Winkelbestimmung konnte er nicht machen, da es Fremdbilder waren - das könne er nur bei eigenen Bildern machen. Er meinte aber, das würde auch für die Behandlung erstmal gar keine Rolle spielen. Irgendwann will er evtl die HWS röntgen, die ist auf den Bildern nicht drauf.
Den Bericht, den ich beim Röntgen trotz Nachfrage nicht erhalten hatte (sei nur intern), will er anfordern.

Er meinte, das Becken ist gerade. Die Skoliose nicht sehr ausgeprägt, sie ist rechtskonvex thorakolumbal/Hauptkrümmung rechtskonvex thorakal, der Gegenschwung (LWS?) ist linkskonvex (logisch...). Ausgeprägter sei die Hyperkyphose (das sagte der Arzt beim Röntgen ja auch schon), mehr hat er dazu aber nicht gesagt.
Die Bilder zeigen, dass das Kreuzbein waagerecht stehen würde, was kein Wunder sei, da die LWS ja ins Hohlkreuz ausgleicht - eine Hypermobilität der LWS sei wahrscheinlich und bei so einem Bild nicht ungewöhnlich.

Auffällig sei, dass die Dornfortsätze der LWS nicht seitlich gedreht, sondern komplett dorsal (hinten) stehen. Erst in der BWS sind sie dann gedreht.

Meinen Schwindel konnte er noch nicht einordnen, da möchte er erst abwarten, ob sich was durch Übungen verändert. Therapeutisch sei KG und Bauchmuskeltraining angesagt. Da ich auf normale KG mit starken Kopfschmerz reagiere, muss ich halt sehen, was geht, das meinte er auch. Ich sagte ihm, dass ich mir einen Schroth-Therapeuten gesucht habe, was er sehr positiv fand. Ein KG-Rezept hatte ich ja schon beim Röntgentermin bekommen, aufgrund Krankheit des Therapeuten hatte ich erst einen Termin bisher. Zwei Rezepte kann ich mir dann noch beim Orthopäden abholen, dann will er mich wieder sehen.
Er war auch interessiert, zu welchem Physiotherapeuten ich gehe und wusste, dass es an dem Ort drei Praxen gibt. Er sagte, wenn der Physiotherapeut irgendwas mitteilen oder Kontakt will, kann er den Orthopäden gern anrufen, das sei kein Problem. Das hat mich überrascht, kenne ich so gar nicht.

Ich hab ihm erzählt, dass der Arzt beim Röntgen gemeint hatte, Schroth würde ja nur bei Kindern was bringen - da war der heutige Orthopäde richtig entrüstet. Klar kriegt man die Krümmung nicht mehr ganz weg, aber dass es beim Erwachsenen nichts bringt sei komplett falsch (womit er ja recht hat).

Außerdem erwähnte der heutige Orthopäde, man könne mit Rehasport und evtl stationärem Aufenthalt arbeiten, aber aufgrund meiner Situation mit Autismus und Energiemandel durch Depression würde er das erstmal alles hinten an stellen und ich soll zu Hause Übungen machen. Er hat mir zum Schluss noch ein Blatt mit 12 Rückentrainingsübungen gegeben, die ersten 7 solle ich machen, wenn es geht.


Also insgesamt bin ich doch positiv überrascht von diesem Orthopäden. Man merkte, dass er durchaus Ahnung von Wirbelsäulenkrümmungen hat.
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