Hallo Klaus.
zu deinen Anmerkungen:
Ok, Dein Hausarzt hat Dir auf Dein Wirken hin geholfen. Das ist schon mal eine gute bemerkenswerte Erfahrung.
Ja, finde ich auch. In seiner Praxis wird sehr gerne gesehen, wenn Patienten selbstbestimmt handeln. Da wird man als erstes gefragt, ob man an seinen Beschwerden wirklich etwas ändern möchte, oder ob man seine Krankheit eigentlich "braucht" in seinem Leben. Das fand ich zuerst sehr irritierend. Aber inzwischen verstehe ich das besser. Die nehmen einen nur als Patient wenn man zum Konzept passt.
Eigentlich sollte es so sein, dass eine konkrete Diagnose mit Winkeln vorliegen sollte, ehe die REHA durchgeführt wird. Eine REHA ist nur die Maßnahme aufgrund einer vorliegenden beschriebenen Situation. Was hat denn der Hausarzt in seiner Begründung für den REHA-Antrag geschrieben?
Natürlich kennen die Ärzte in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim dieses Dilemma mit der oft ungenügenden Diagnose und reagieren entsprechend. Du solltest ein möglichst aktuelles Röntgenbild mitnehmen.
Natürlich lag eine klare Diagnose vor. Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt.
Ich bin jetzt einundfünfzig Jahre alt, mit vierzehn etwa wurde die Skoliose diagnostiziert. Zuerst sind meine Eltern mit mir nach Kiel gefahren, dort gab es eine Skoliose-Sprechstunde. Dort sagte man, es wäre nicht mehr genug Wachstum zu erwarten, um ein Korsett zu rechtfertigen.
Dann sind wir nach Hamburg/Eppendorf, um eine zweite Meinung zu hören. Die waren für damalige Verhältnisse echt fortschrittlich, glaube ich. Sagten, das Restwachstum könnte, ohne Korsett, durchaus eine große Verschlechterung bringen.
Damals wurden auch die Winkel beider Bögen gemessen. Ich weiß aber nicht mehr wieviel das in der BWS war. Auf jeden Fall weniger als unten. Vielleicht etwas in den Zwanzigern.
Mein Korsett war dann so, wie die damals eben waren. Keine Aussparungen auf der Gegenseite der Pelotte und nicht so schön farbig wie heute.

Aber auch wenn sie bunt sind, man würde wohl immer lieber drauf verzichten.
Habe das Ding aber tüchtig getragen. Der ganze Aufstand es zu bekommen, hat mir wohl die Wichtigkeit vor Augen geführt. Außerdem hab ich ein bisschen für die Ärzte geschwärmt, die wollte ich nicht enttäuschen. Das macht viel aus!
Nach zwei oder drei Jahren Korsett, wurde ich dann ins weitere Leben entlassen. Mit großen Pausen bin ich immer mal wieder bei unterschiedlichen Orthopäden gewesen. Aber geröntgt wurde ich nur sehr selten, dann eher weil ich das unbedingt wollte. Ich glaube höchstens zweimal in den ganzen Jahren. Einmal davon im liegen. Gemessen wurde nur der größere Bogen, soweit ich mich erinnere.
Als es mit den Atemproblemen losging, hatte ich schnell den Verdacht, das könnte an der Skoliose liegen. Aber der Orthopäde, bei dem ich zu der Zeit war, hat ein bisschen amüsiert gemeint, dafür wäre meine Skoliose bei weitem nicht schlimm genug. Ich glaube der hat mich nur untersucht, ohne zu röntgen. Das habe ich dann so hingenommen. Man hat ja auch noch anderes zu tun im Leben. Außerdem habe ich zu dem Zeitpunkt auch noch sehr auf das Wissen der Ärzte vertraut.
Um auf den Punkt zu kommen: Der Hausarzt hat in die Begründung für den Reha-Antrag den Winkel des unteren Bogens eingetragen. Den hat mein jetziger Orthopäde gemessen. Und er hat darauf hingewiesen, dass trotz Reha-Sport und Präventionskursen, erhebliche Beschwerden bestehen.
An Bildern nehme ich alles mit was da ist. Ist nicht sehr viel.
Also 39 Grad ist nicht als "eher leicht" zu bezeichnen. Dann ist auch die Frage, welchen Winkel der "Nebenbogen" im oberen Bereich hat?
Also für mich persönlich sind 39 Grad auch vollkommen ausreichend, um zu sagen, das ist eine ganz fiese!
Zumal man die Stärke der Beschwerden ja auch nicht immer an der Gradzahl festmachen kann.
Aber, wenn ich im Netz recherchiert habe war bei unter vierzig Grad meist von einer leichten Skoliose die Rede. Und ich sehe hier bei einigen ja viel höhere Werte. Da denke ich, bei mir geht es ja noch einigermaßen.
Liebe Grüße
Netti
