Hallo zusammen,
wie wir alle wissen, kann ein gutes und vor allem richtig ausgeführtes Krafttraining eine Therapiemöglichkeit bei Skoliose sein.
Ein gutes Muskelkorsett ist auch ein Korsett...
Habe hier im Forum lange und viel herumgestöbert, aber dabei fast nur diskussionen über die richtigen trainingsmaschinen und Übungen gefunden.
Nun ist es oft so, daß eine Skoliose mit einer links-rechts seitigen muskulären Dysbalnce einhergeht.
Kennt jemand Literatur oder links oder weiß aus eigener Erfahrung wie ein krafttraining auf die konvexe bzw. konkave Seite der Wirbelsäule abgestimmt werden kann um eben der Verkrümmung muskulär entgegenzuwirken? Welche seite sollte verstärt trainiert, welche gedehnt werden... wie wirken die einzelnen muskelgruppen zusammen...
Dazu gibt es nach meinen Recherchen leider sehr wenig Informationen im Netz oder in der einschlägigen Literatur.
Freue mich auf eine rege Diskussion mit euch und natürlich besonders auf produktive Denkanstösse
MFG
richtig trainieren bei skoliose
-
gauklerdavid
- Vielschreiber

- Beiträge: 513
- Registriert: Di, 18.02.2003 - 09:40
Hallo Filou
Das zentrale Problem bei einer Skoliose ist meines Erachtens folgendes:
durch die Verkrümmung der Wirbelsäule sind die Muskeln die für die Haltung und Aufrichtung zuständig sind nicht mehr am richtigen Platz und sie sind verkürzt oder überdehnt. In einem überdehnten oder verkürztem Zustand kann ein Muskel NICHT richtig arbeiten und dementsprechend kann er auch nicht kräftiger werden. Das heist zuerst muss die WS in einen entdrehten und begradigten Zustand gebracht werden, so daß die Muskulatur wieder richtig "ausgerichtet" ist, erst dann können die Muskeln aktiviert und trainiert werden.
Soviel ich weis ist SCHROTH Gymnastik die einzige Therapie die das leistet, hier ist die Begradigung, Entdrehung und Kräftigung (durch isometrische Anspannung) in jeder Übung integriert.
Isoliert eine Seite zu trainieren oder eine Seite zu dehnen dürfte auch nicht funktionieren solange die WS nicht richtig ausgerichtet ist. Das hängt auch damit zusammen daß jeder Bogen und jede Drehung der WS auch eine funktionelle Gegenbewegung hat (siehe auch die Kritik von Frau Schroth den den sog. schwedischen Umkrümmübungen)
Wichtig ist auch zu unterscheiden zwischen den eher äußer liegenden Muskeln , die für das verrichten von "externer", eher kurzzeitiger Arbeit zuständig sind (Wie z.B Sprinten, oder ein Gewicht stemmen) und den innerliegenden Muskeln, die für die Haltung und Stabilisation der eigenen WS zuständig sind und damit für langandauernde Arbeit ausgelegt sind.
Im gegensatz zu Bodybuildern, die vor allem ihre äußere Muskulat trainieren (und damit zwar ein breites Kreuz aber trotzdem Bandscheibenvorfälle bekommen) würde ich Menschen mit krummen Wirbelsäulen oder Haltungschwächen (aber eigentlich jedem) dazu raten sich zuerst auf die eher innenliegende Stützmuskulatur zu konzentrieren. Auch hier ist SCHROTH sehr effektief.
Erst wenn man SCHROTH beherscht und die WS in nahezu jeder HAltung entdrehen und begradigen kann würde ich an Gerätetrainig denken.
Spricht natürlich nichts dagegen zusätzlich auch normalen Sport zu machen, wenn er die Gelenke nicht zu sehr belastet und wenn keine zu starke Stauch oder Rotationsbewegungen ausgeführt werden.
Klettern , Schwimmen oder Nordic Walking sollen ja ganz Prima sein.
Auch wenn man einen Sport sehr gut beherscht ist das natürlich von Vorteil.
Gruß
David
Das zentrale Problem bei einer Skoliose ist meines Erachtens folgendes:
durch die Verkrümmung der Wirbelsäule sind die Muskeln die für die Haltung und Aufrichtung zuständig sind nicht mehr am richtigen Platz und sie sind verkürzt oder überdehnt. In einem überdehnten oder verkürztem Zustand kann ein Muskel NICHT richtig arbeiten und dementsprechend kann er auch nicht kräftiger werden. Das heist zuerst muss die WS in einen entdrehten und begradigten Zustand gebracht werden, so daß die Muskulatur wieder richtig "ausgerichtet" ist, erst dann können die Muskeln aktiviert und trainiert werden.
Soviel ich weis ist SCHROTH Gymnastik die einzige Therapie die das leistet, hier ist die Begradigung, Entdrehung und Kräftigung (durch isometrische Anspannung) in jeder Übung integriert.
Isoliert eine Seite zu trainieren oder eine Seite zu dehnen dürfte auch nicht funktionieren solange die WS nicht richtig ausgerichtet ist. Das hängt auch damit zusammen daß jeder Bogen und jede Drehung der WS auch eine funktionelle Gegenbewegung hat (siehe auch die Kritik von Frau Schroth den den sog. schwedischen Umkrümmübungen)
Wichtig ist auch zu unterscheiden zwischen den eher äußer liegenden Muskeln , die für das verrichten von "externer", eher kurzzeitiger Arbeit zuständig sind (Wie z.B Sprinten, oder ein Gewicht stemmen) und den innerliegenden Muskeln, die für die Haltung und Stabilisation der eigenen WS zuständig sind und damit für langandauernde Arbeit ausgelegt sind.
Im gegensatz zu Bodybuildern, die vor allem ihre äußere Muskulat trainieren (und damit zwar ein breites Kreuz aber trotzdem Bandscheibenvorfälle bekommen) würde ich Menschen mit krummen Wirbelsäulen oder Haltungschwächen (aber eigentlich jedem) dazu raten sich zuerst auf die eher innenliegende Stützmuskulatur zu konzentrieren. Auch hier ist SCHROTH sehr effektief.
Erst wenn man SCHROTH beherscht und die WS in nahezu jeder HAltung entdrehen und begradigen kann würde ich an Gerätetrainig denken.
Spricht natürlich nichts dagegen zusätzlich auch normalen Sport zu machen, wenn er die Gelenke nicht zu sehr belastet und wenn keine zu starke Stauch oder Rotationsbewegungen ausgeführt werden.
Klettern , Schwimmen oder Nordic Walking sollen ja ganz Prima sein.
Auch wenn man einen Sport sehr gut beherscht ist das natürlich von Vorteil.
Gruß
David
- Alana
- aktives Mitglied

- Beiträge: 142
- Registriert: Di, 08.08.2006 - 00:42
- Wohnort: Bonn
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Hallo zusammen,
wie das genau mit den Muskeln funktioniert frage ich mich auch öfters, wenn ich Schroth-übungen mache. Einerseits sollen ja die Muskeln z.B. in der schwachen Stelle gestärkt werden, aber andererseits ist auch Muskelkraft auf der entgegengesetzten Seite erforderlich um die Wirbelsäule zunächst zu entdrehen.
So beispielsweise bei den Übungen Muskelzylinder oder den Thorakolumbalübungen. Zunächst muskuläre Entdrehung des Lendenwulstes nach vorne oben innen und dann noch Anspannung der schwachen Stelle, also Spannung auf beiden Seiten. Werden da jeweils verschiedene Muskeln benutzt oder dieselben Muskeln anders gespannt? Denn die Übung soll letzten Endes doch eine zielgerichtete Wirkung haben.
Mit Schrothübungen habe ich bislang ebenfalls nur positive Erfahrungen gemacht und würde diese Elemente auf jeden Fall in ein eventuelles Gerätetraining einbeziehen.
Gruß Alana
wie das genau mit den Muskeln funktioniert frage ich mich auch öfters, wenn ich Schroth-übungen mache. Einerseits sollen ja die Muskeln z.B. in der schwachen Stelle gestärkt werden, aber andererseits ist auch Muskelkraft auf der entgegengesetzten Seite erforderlich um die Wirbelsäule zunächst zu entdrehen.
So beispielsweise bei den Übungen Muskelzylinder oder den Thorakolumbalübungen. Zunächst muskuläre Entdrehung des Lendenwulstes nach vorne oben innen und dann noch Anspannung der schwachen Stelle, also Spannung auf beiden Seiten. Werden da jeweils verschiedene Muskeln benutzt oder dieselben Muskeln anders gespannt? Denn die Übung soll letzten Endes doch eine zielgerichtete Wirkung haben.
Mit Schrothübungen habe ich bislang ebenfalls nur positive Erfahrungen gemacht und würde diese Elemente auf jeden Fall in ein eventuelles Gerätetraining einbeziehen.
Gruß Alana