Frage zu konservativen Methoden im Erwachsenenalter
Frage zu konservativen Methoden im Erwachsenenalter
Hallo und guten Abend!
Angenommen mir (31) wird aufgrund der Skoliose eine OP empfohlen. Ich bin damit aber noch nicht einverstanden und würde mich z. B. für Korsett und Schroth entscheiden. Würde dann vielleicht für 5 oder 10 Jahre Korsett tragen und dann es nicht mehr wollen. Wie stehen die Chancen, daß nach Ablegen des Korsetts sich meine Wirbelsäule nicht wieder verschlimmert? Ich wieder am Anfang stehe und dazu dementsprechend noch älter bin. Müßte ich das Korsett nicht mein ganzes Leben tragen um die Skoliose zumindest auf dem jetzigen Stand zu halten? Wäre eine OP nicht mit 40 oder 50 risikobehafteter als mit 31?
Ich weiß, es sind viele "was wäre wenn"-Fragen, aber ich möchte im Moment einfach nur jede Menge (objektive) Informationen sammeln. Ich weiß, daß ich irgendwann vor einer Entscheidung stehen werde. Seid mir nicht böse.
Liebe Grüße
Doro
Angenommen mir (31) wird aufgrund der Skoliose eine OP empfohlen. Ich bin damit aber noch nicht einverstanden und würde mich z. B. für Korsett und Schroth entscheiden. Würde dann vielleicht für 5 oder 10 Jahre Korsett tragen und dann es nicht mehr wollen. Wie stehen die Chancen, daß nach Ablegen des Korsetts sich meine Wirbelsäule nicht wieder verschlimmert? Ich wieder am Anfang stehe und dazu dementsprechend noch älter bin. Müßte ich das Korsett nicht mein ganzes Leben tragen um die Skoliose zumindest auf dem jetzigen Stand zu halten? Wäre eine OP nicht mit 40 oder 50 risikobehafteter als mit 31?
Ich weiß, es sind viele "was wäre wenn"-Fragen, aber ich möchte im Moment einfach nur jede Menge (objektive) Informationen sammeln. Ich weiß, daß ich irgendwann vor einer Entscheidung stehen werde. Seid mir nicht böse.
Liebe Grüße
Doro
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Dr. Steffan
- Arzt / Ärztin

- Beiträge: 1466
- Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
- Geschlecht: männlich
Entscheidend ist erst einmal ihr Skoliosewinkel. Bei erwachsenen Patienten muß die Op in der Regel nicht dringend erfolgen. Sie können zunächst die konservatieven Therapiemethoden ausprobieren. Erst bei deutlichen Einschränkungen der Herz-Lungenfunktion sollte zeitnah operiert werden.
Dr. K. Steffan
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Karlson vom Dach
- treues Mitglied

- Beiträge: 413
- Registriert: Fr, 17.09.2004 - 22:08
- Wohnort: München
Hallo Doro,
Deine Frage ist nicht einfach zu beantworten, da in der Regel Erwachsenen keine Korsette verschrieben werden. Dr. Hoffmann und ? sind hier eher die Ausnahme. Ferner ist dann natürlich auch ein gutes (Erwachsenen-)Korsett notwendig, wobei viele OTs damit keine Erfahrung haben.
Hier im Forum gibt es einige, die es mit einem Korsett und entsprechender Tragedauer versuchen. Allerdings sind, so glaube ich, keine dabei, die das Korsett länger als 3 Jahre tragen und alle eine Hyperkyphose haben. Eine Ausnahme ist hier Dalia, die jetzt mit 30 eine Skoliose mit einem Korsett bekämpft aber auch erst einige Wochen dabei ist. (Was wir alle mit Spannung beobachten
)
Es kann sein, daß hier alle "lebenslänglich" bekommen, was das Korsi-Tragen angeht. Allerdings meine ich mich daran zu erinnern, daß Toni seine Tragezeiten versuchsweise reduzieren möchte, da er inzwischen gerade ist. (Toni, korrigiere mich bitte, falls ich etwas falsches geschrieben habe
)
Ich bin 37 und hatte eine Hyperkyphose von 65° mit ein paar Extras wie Morbus Bechterew. Ich habe mich auch für eine (Rahmouni-)Korsett-Therapie entschieden, da ich auf keinen Fall eine OP möchte, obwohl mich das Korsett eventuell mein ganzes Leben 23h täglich begleiten wird.
Zum einem hat mich das gute Stück seit 09/2004 auf 50° korrigiert (Stand 01/2005) und mir sämtliche schlimmste Schmerzen genommen. Ich hätte nie gedacht, daß es mir mal wieder so gut geht! Übrigens: 35° wären bereits ein "gerader" Rücken... (Kyphosewinkel hängt vom Alter ab)
Ich habe mich so an den Panzer gewöhnt, daß ich diesen manchmal gar nicht mehr wahr nehme, was am Anfang unvorstellbar war. Inzwischen ist das gute Stück meine zweite Haut geworden und ich mache damit fast ALLES.
Wie Du bereits geschrieben hast, gehört zum Korsett die KG nach Schroth, die die ganze Therapie wunderbar ergänzt. 1+1 ist hier definitiv nicht 2!
Zu den OP-Risiken kann ich Dir nichts sagen, da ich diese wohl nicht erleben werde
und ich mich nicht damit beschäftige.
Viele Grüße,
Karlson
Deine Frage ist nicht einfach zu beantworten, da in der Regel Erwachsenen keine Korsette verschrieben werden. Dr. Hoffmann und ? sind hier eher die Ausnahme. Ferner ist dann natürlich auch ein gutes (Erwachsenen-)Korsett notwendig, wobei viele OTs damit keine Erfahrung haben.
Hier im Forum gibt es einige, die es mit einem Korsett und entsprechender Tragedauer versuchen. Allerdings sind, so glaube ich, keine dabei, die das Korsett länger als 3 Jahre tragen und alle eine Hyperkyphose haben. Eine Ausnahme ist hier Dalia, die jetzt mit 30 eine Skoliose mit einem Korsett bekämpft aber auch erst einige Wochen dabei ist. (Was wir alle mit Spannung beobachten
Es kann sein, daß hier alle "lebenslänglich" bekommen, was das Korsi-Tragen angeht. Allerdings meine ich mich daran zu erinnern, daß Toni seine Tragezeiten versuchsweise reduzieren möchte, da er inzwischen gerade ist. (Toni, korrigiere mich bitte, falls ich etwas falsches geschrieben habe
Ich bin 37 und hatte eine Hyperkyphose von 65° mit ein paar Extras wie Morbus Bechterew. Ich habe mich auch für eine (Rahmouni-)Korsett-Therapie entschieden, da ich auf keinen Fall eine OP möchte, obwohl mich das Korsett eventuell mein ganzes Leben 23h täglich begleiten wird.
Zum einem hat mich das gute Stück seit 09/2004 auf 50° korrigiert (Stand 01/2005) und mir sämtliche schlimmste Schmerzen genommen. Ich hätte nie gedacht, daß es mir mal wieder so gut geht! Übrigens: 35° wären bereits ein "gerader" Rücken... (Kyphosewinkel hängt vom Alter ab)
Ich habe mich so an den Panzer gewöhnt, daß ich diesen manchmal gar nicht mehr wahr nehme, was am Anfang unvorstellbar war. Inzwischen ist das gute Stück meine zweite Haut geworden und ich mache damit fast ALLES.
Wie Du bereits geschrieben hast, gehört zum Korsett die KG nach Schroth, die die ganze Therapie wunderbar ergänzt. 1+1 ist hier definitiv nicht 2!
Zu den OP-Risiken kann ich Dir nichts sagen, da ich diese wohl nicht erleben werde
Viele Grüße,
Karlson
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Rose59
- treues Mitglied

- Beiträge: 278
- Registriert: Sa, 17.05.2003 - 19:28
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Morbus Scheuermann
Kyphose 93 Grad - Therapie: Kyphose-Op 2004
Begradigung auf 53 Grad - Wohnort: NRW
Hallo Doro
Schließlich hast Du je nach Skoliose und Op-Art eine Riesen- Op vor Dir oder auch zwei.
Da sind durchaus bis zu 8 oder 9 Stunden Opzeit möglich.
Welche Langzeiterfahrungen hat man mit den heute verwendeten Implantaten, z.B.: HZI oder MPDS (wäre vielleicht interessant für einen neuen Thread).
und noch etwas:
Wer weiß heute, was sich in den nächsten 10 oder 20 Jahren noch ändern wird im Bereich Skoliose/Kyphose-Op. Vielleicht neue Op-Methoden, vielleicht neue Implantate....
Warte doch einfach mal die Untersuchung in Neustadt ab, vielleicht hat sich die Grübelei für Dich nach dem Gespräch schon erledigt.
Laß es einfach auf Dich zu kommen, ich weiß, das ist leicht gesagt, aber erst wenn Du Fakten hast, kannst Du gezielt darüber nachdenken.
Ich drücke Dir für die Untersuchung ganz fest die Daumen.
Herzliche Grüße
Petra
Vielleicht wäre der körperliche Allgemeinzustand schlechter als mit 31.DoroHB hat geschrieben:Wäre eine OP nicht mit 40 oder 50 risikobehafteter als mit 31?
Schließlich hast Du je nach Skoliose und Op-Art eine Riesen- Op vor Dir oder auch zwei.
Da sind durchaus bis zu 8 oder 9 Stunden Opzeit möglich.
Und ich möchte noch etwas in den Raum werfen:DoroHB hat geschrieben:Ich weiß, es sind viele "was wäre wenn"-Fragen, aber ich möchte im Moment einfach nur jede Menge (objektive) Informationen sammeln. Ich weiß, daß ich irgendwann vor einer Entscheidung stehen werde. Seid mir nicht böse.
Welche Langzeiterfahrungen hat man mit den heute verwendeten Implantaten, z.B.: HZI oder MPDS (wäre vielleicht interessant für einen neuen Thread).
und noch etwas:
Wer weiß heute, was sich in den nächsten 10 oder 20 Jahren noch ändern wird im Bereich Skoliose/Kyphose-Op. Vielleicht neue Op-Methoden, vielleicht neue Implantate....
Warte doch einfach mal die Untersuchung in Neustadt ab, vielleicht hat sich die Grübelei für Dich nach dem Gespräch schon erledigt.
Laß es einfach auf Dich zu kommen, ich weiß, das ist leicht gesagt, aber erst wenn Du Fakten hast, kannst Du gezielt darüber nachdenken.
Ich drücke Dir für die Untersuchung ganz fest die Daumen.
Herzliche Grüße
Petra
Rose59 war ehemals als lurchi im Forum unterwegs
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Sabona
- treues Mitglied

- Beiträge: 363
- Registriert: Mo, 23.05.2005 - 20:38
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Skoliose, 89 und 87 Grad
- Therapie: Schroth
- Wohnort: OÖ.
Konservative Methoden im Erwachsenenalter
Hallo Doro,
ich bin zwar etwas älter als du, (48 Jahre, w. ) und ich habe mich zur Zeit gegen eine OP entschieden. Vor ca. 2 Jahren empfahl mir ein Skoliosearzt bei einer Kontrolle (die 1. nach 28 Jahren) eine sofortige OP. Meine Gradzahl beträgt 89 und 87. Mit 20 Jahren hatte ich ca. 70°. Damals wurde in Wien eine OP aufgrund der Risiken abgelehnt. (Da wollte ich unbedingt.) Ich holte verschiedene Meinungen ein (ein Arzt meinte ich sollte das Leben genießen so lange es geht. Man weiß nie wann es vorbei ist. Eines weiß er aber.Nach der OP bin ich ein "Krüppel") Andere meinten wieder, laut Lehrbuch muß ich mich sofort operieren lassen. Gott sei Dank landete ich dann irgendwann bei Dr. Steffan und der beantragte sofort eine Reha für mich. Und seitdem schrothe ich fast jeden Tag ca. 20 min. und fühle mich wohl. Und ich kann weiterhin schifahren, bergsteigen, Joggen uvm. machen. Bei meiner letzten Röntgenuntersuchung beim hiesigen Orthopäden wurde sogar eine Verbesserung von über 10° festgestellt. (Ich glaube aber mein Orthopäde ist mit dem Ausmessen nicht so fit.) Auf jeden Fall will er mir demnächst einen neuen Rehaantrag stellen.
Bevor du dich für eine OP entscheidest solltest du dir noch die Meinung von Dr. Steffan einholen.
Liebe Grüße
ich bin zwar etwas älter als du, (48 Jahre, w. ) und ich habe mich zur Zeit gegen eine OP entschieden. Vor ca. 2 Jahren empfahl mir ein Skoliosearzt bei einer Kontrolle (die 1. nach 28 Jahren) eine sofortige OP. Meine Gradzahl beträgt 89 und 87. Mit 20 Jahren hatte ich ca. 70°. Damals wurde in Wien eine OP aufgrund der Risiken abgelehnt. (Da wollte ich unbedingt.) Ich holte verschiedene Meinungen ein (ein Arzt meinte ich sollte das Leben genießen so lange es geht. Man weiß nie wann es vorbei ist. Eines weiß er aber.Nach der OP bin ich ein "Krüppel") Andere meinten wieder, laut Lehrbuch muß ich mich sofort operieren lassen. Gott sei Dank landete ich dann irgendwann bei Dr. Steffan und der beantragte sofort eine Reha für mich. Und seitdem schrothe ich fast jeden Tag ca. 20 min. und fühle mich wohl. Und ich kann weiterhin schifahren, bergsteigen, Joggen uvm. machen. Bei meiner letzten Röntgenuntersuchung beim hiesigen Orthopäden wurde sogar eine Verbesserung von über 10° festgestellt. (Ich glaube aber mein Orthopäde ist mit dem Ausmessen nicht so fit.) Auf jeden Fall will er mir demnächst einen neuen Rehaantrag stellen.
Bevor du dich für eine OP entscheidest solltest du dir noch die Meinung von Dr. Steffan einholen.
Liebe Grüße
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ginagrappa
- aktives Mitglied

- Beiträge: 81
- Registriert: Mo, 02.05.2005 - 16:03
hallo sabona,
gute einstellung!
ich sehe das ganz genauso.....und ich verstehe auch den wandel nicht! damit meine ich, das heutzutage die ärzte sehr schnell zu einer op raten. früher war das anders...... und es gibt m.e. nur ganz wenig gründe für eine op. das ist so die letzte station die man anfährt und vorher muss man einfach alles andere (Reha nach schroth, korsett ) ausprobiert haben und wenn man dann trotzdem massive problem hat, dann muss man immer noch den nutzen abwägen. zumal eine garantie dass es einem nach der op besser geht - wer gibt mir die??? keiner!
ich bin fast 40 jahre alt und haben oben 76 und unter 48...vor 20 jahren hatte ich oben 56 und unten 28.......lebe glücklich ohne stange!!!!
gruß gina
gute einstellung!
ich sehe das ganz genauso.....und ich verstehe auch den wandel nicht! damit meine ich, das heutzutage die ärzte sehr schnell zu einer op raten. früher war das anders...... und es gibt m.e. nur ganz wenig gründe für eine op. das ist so die letzte station die man anfährt und vorher muss man einfach alles andere (Reha nach schroth, korsett ) ausprobiert haben und wenn man dann trotzdem massive problem hat, dann muss man immer noch den nutzen abwägen. zumal eine garantie dass es einem nach der op besser geht - wer gibt mir die??? keiner!
ich bin fast 40 jahre alt und haben oben 76 und unter 48...vor 20 jahren hatte ich oben 56 und unten 28.......lebe glücklich ohne stange!!!!
gruß gina
