Hallo Lulu,
lulu20 hat geschrieben:hab euch eine Skoliose 66 grad und dachte bis jetzt immer, ich sei damit
alleine auf der Welt.
schön, dass du hergefunden hast
Die Ärzte sagen da kann man nichts machen...
Das ist leider eine typische Aussage - "nichts machen" stimmt aber nicht.
Sicherlich, es ist unrealistisch, die Skoliose vollständig zu begradigen, aber eine Verschlechterung aufhalten, eine Verbesserung (Gradzahlen, Optik, Schmerzen) erzielen,
oder notfalls eine OP, ist machbar.
Es mit Schroth-Physiotherapie und einem Erwachsenenkorsett probieren, würde ich dir auch empfehlen
weiß denn einer von euch vllt. wie das Ganze
denn abläuft? Ist der Rücken danach ganz steif? kann man sich denn überhaupt drehen oder
Bücken? Ich bin gerade mal 20
Bei mir wurde eine solche OP vor 14 Jahren durchgeführt, da war ich 13.
Was hierbei an Implantaten eingesetzt wurde und wie die Korrektur dadurch aussieht, siehst du, wenn du unter meinem Posting auf den Link "OP-Röntgenbilder" klickst.
Nun, wie ist das Leben mit der Versteifung? Im betroffenen Bereich ist die Wirbelsäule steif, unbeweglich (vergleichbar zu einem großen Knochen). Drehen und Bücken geht im versteiften Bereich somit nicht. Dies muss man durch andere Bewegungen kompensieren. Anstatt mich zu bücken, gehe ich z.B. in die Hocke, Drehungen erfolgen aus der Hüfte oder werden durch ein Umdrehen mit dem ganzen Körper ersetzt.
Selbst bin ich damit zufrieden und habe die OP bislang noch nicht bereut.
Aber:
- es muss nicht jede OP super laufen (ich rede da nicht nur von schweren Komplikationen wie Querschnittslähmungen; es kommen, und das häufiger, auch kleinere bis mittlere Probleme vor, wie z.B. (erneute, andere) Schmerzen, Empfindungsstörungen, weniger Ausdauer bei Sitzen oder Stehen o.ä.)
- auch, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt alles bestens ist, kann sich dies noch ändern; es geht hier ja nicht nur um die Existenz oder Nichtexistenz von OP-Komplikationen, sondern auch um spätere Verschleißerscheinungen
- Jeder verlangt etwas anderes von seinem Körper, um sich gut zu fühlen; ich bin z.B.
kein sehr körperbezogener Mensch, und die Dinge, die mit Versteifung schlecht funktionieren oder eher unterlassen werden sollten, würde ich auch ohne nicht tun, sodass ich da nichts vermisse (ich bewege mich zwar durchaus gerne, würde aber nicht explizit "Sport treiben", Achterbahn fahren o.ä.), auch der von mir gewählte Beruf ist damit gut zu vereinbaren. Sicherlich psychisch schwieriger für jemanden, der überwiegend Hobbies und einen Beruf hat, bei dem/ bei denen hier zu erwarten ist, dass diese mit Versteifung nicht mehr durchgeführt werden können.
Ich wünsche dir jedenfalls einen guten Austausch hier, und dass du aufgrunddessen eine vernünftige Behandlung - erst mal, wenn möglich, noch ohne OP - bekommst
Viele Grüße,
Raven