Alternative Heilweisen bei Skoliose?

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ingrid50
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Alternative Heilweisen bei Skoliose?

Beitrag von ingrid50 »

Liebe ForumUser,
es beschäftigt mich schon seit längerem die Frage, ob auch alternative Heilweisen bei Skoliose helfen können.
Meine Tochter ist 14 und hat eine ideopathische Adoleszentenskoliose (thorakal 37°, lumbal 19°). Sie trägt ein Korsett und macht KG nach Schroth.
Gibt es alternative Heilweisen, die sie zusätzlich unterstützen können?
Habt ihr Erfahrungen mit der Dorn-Methode, Homöopathie, chinesischer Medizin........?
Über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen!

Liebe Grüße,
Ingrid
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Ingrid 50
Ich habe mich mal mit Frau Lehnert-Schroth darüber unterhalten. Ich glaube niemand hat mehr und längere Erfahrung als sie.
Sie war ein Leben lang auf der Suche nach noch besseren, noch wirksameren Methoden als die Methode ihrer Mutter, die sie laufend ergänzt und verbessert hat. Sie hat sogar mal Herrn Dorn versuchen lassen Skoliosen zu heilen, nachdem er es behauptet hat. Sie hat bei ihm auch eine Dorn-Ausbildung gemacht. Hilfreich bei Blockaden und Verspannungen aber unwirksam bei Skoliosen! LEIDER. Zumindest keine nachhaltige Wirkung.
Osteophatie: Ein Junge (Mitglied von Skoliose Aktiv e.V. in Stuttgart hat sich in einem Jahr mit intensivster (2 x pro Woche bei der angeblich besten Osteophatin in Baden-Würtenberg um 40° (!!!!) verschlechtert.
Homöophatie kann eventuell helfen- kommt leider sehr auf den Homöophaten an. Bisher ist Homöophatie in randomisierten Doppelblindstudien bei KEINER Krankheit mit KEINEM Präparat über die Wirksamkeit von Placebos statistisch hinausgekommen, was nicht bedeutet, daß es nicht auch wirken KANN.
Frau Lehenrt-Schroth hält heute nach 50 Jahren Erfahrung in der Skoli-Behandlung die Kombination von SCHROTH-Therapie und Rahmouni-Korsett für das Beste was man ihrer Meinung nach machen kann.
Ihr Sohn. Dr. Hans-Rudolf Weiß experimentiert auch mit alternativen Heilmethoden herum. TCM und Familienaufstellungen usw... Er wechselt rel. häufig die von ihm getesteten Methoden, so daß er offensichtlich bisher auch noch nicht die "ultima ratio" gefunden zu haben scheint.

Aber es gilt der Grundsatz: WER HEILT HAT RECHT!

Ihr seid nun ohnehin auf dem besten Weg.
Wir haben noch keine Berichte in diesem Forum, daß etwas Besseres, außer dem was Ihr nun ohnhin schon macht, gefunden und erprobt worden sei.
Versucht was ihr für glaubwürdig, vernünftig und richtig haltet. Aber bitte belastet Lena nicht mit zuviel Therapiezeug!
Wenn sie fleißig und konsequent schrothet und mit höchstmöglicher Compliance ihr neues Rahmouni trägt, dann macht sie ohnehin mehr mit und durch, als die allermeisten "schlaff-kidis " zu ertragen bereit wären!
Lieben Gruß
Toni
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ingrid50
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Beitrag von ingrid50 »

Hallo Toni,
danke für deine schnelle Antwort! Ich habe mit großem Interesse gelesen, was du geschrieben hast. Irgendwie sind wir ja wirklich noch "Skoliose-Anfänger" und es beschäftigen einen viele Fragen rund um das Thema. Irgendwie bin ich jetzt erst mal beruhigt, wir sind auf dem richtigen Weg, wie du schreibst, und ich finde, Lena macht das alles wirklich toll!
Sie war auch die treibende Kraft, die uns nach Stuttgart geführt hat.
Gut so!
Alles Liebe,
Ingrid
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Dalia
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Hallo Ingrid,

ich lese, dass ihr in Stuttgart ward. Dann hat Lena also ein Rahmouni-Korsett und macht Schroth-Therapie. WUNDERBAR! Ich wüsste auch nicht, was ich sonst noch empfehlen würde. Deine Tochter sollte in korsettfreien Zeiten auch ein bisschen drandenken, eine skoliosengerechte Haltung einzunehmen. Aber einfach ist das nicht, ich mach's auch oft genug nicht, und mich hat meine Mutter immer extremst genervt, wenn sie mich bat, doch gerade zu sitzen.

Liebe Grüße,
Dalia
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Beitrag von Gruseline »

Hallo Ingrid
Das ihr soweit alles richtig macht, ist Euch ja schon bestätigt worden.

Meine Tochter 12 Jahre ,Korsettversorgt,geht zusätzlich alle 6-8 Wochen zu einer Osteopathin.
Sie löst eventuelle Blockaden ,ebenso behandelt sie das Hüftgelenk,was manchmal nicht genau in der Pfanne sitzt.Das mit dem Hüftgelenkverrutschen passiert aber nicht nur speziell den Skoliosemenschen.
Kann schon passieren ,wenn man ständig die Beine übereinander schlägt.

Da meine Tochter auch eine feste Klammer(Breckies) trägt ,kommmt sie leider nicht so gut an die Kiefermuskulatur heran.Diese festen Klammern ,haben ja unter Umständen auch einen Einfluß auf die Wirbelsäule.
Die Verspannungen in der Hals-SchulterRückenregion ,kommen bei meiner Tochter mit ,von den Breckies.
Wir überlegen nun mit einem Bionator zu arbeiten und die Breckies entfernen zu lassen.
Bei ganzheitlich arbeitenden Kieferorthopäden ,wird eine Zusammenhang mit Beschwerden
der Wirbelsäule und dem Kiefer gesehen.

Es gibt dazu zum Beispiel eine Internetseite ,wo das "Ganzheitliche" wunderbar erklärt ist. www.drpfeifer.de

Aber das sind alles nur begleitende Massnahmen und ersetzten keinenfalls unseren (Korsett/SchrothKG)Behandlungsweg.
Lieben Gruß
Gruseline
Gutes Holz wächst nicht einfach so.
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Gruseline hat geschrieben:Da meine Tochter auch eine feste Klammer (Breckies) trägt, kommmt sie leider nicht so gut an die Kiefermuskulatur heran. Diese festen Klammern haben ja unter Umständen auch einen Einfluß auf die Wirbelsäule.
Die Verspannungen in der Hals-Schulter-Rückenregion, kommen bei meiner Tochter mit von den Breckies.
Wir überlegen nun mit einem Bionator zu arbeiten und die Breckies entfernen zu lassen.
Ich hab eben mal im Internet geschaut, was denn überhaupt ein Bionator sein soll. Dabei habe ich gesehen, daß ich ja selbst auch so einen hatte. Meiner sah so aus:

BildBild
BildBild

Das Ding hat meines Erachtens einen großen Nachteil gegenüber einer festen Spange. Es ist rausnehmbar und mein Modell damals hat mich etwas beim sprechen behindert (soweit ich gehört habe die heutigen Bionatoren wohl immernoch). Ich habs deshalb auch nur nachts und im Bestfall noch zu Hause getragen. In der Öffentlichkeit war mir das zu peinlich.

Über die Wirksamkeit kann ich natürlich keine Aussage machen. Trotz geringer Tragezeit hat es mir die danach angedachte zweiteilige Spange, feste und Außenspange erspart. Ganz gerade sind meine Beißerchen allerdings auch nicht geworden und den größten (schiefsten) Problemzahn hatte ich mir irgendwann dann ohnehin herausgefallen und eine Krone bekommen.

Also wenn das so ein Eumel werden soll wie dieser da oben und eine Tragzeit über den ganzen Tag verlangt wird: Vergiss es!
Gegen den Sprachfehler ist ein Korsett noch richtig unauffällig.

Gruß,
BZebra

p.s.: Ach ja, vor dem Bionator war meine Wirbelsäule noch gerade! ;)
ingrid50
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Beitrag von ingrid50 »

Hallo, BZebra, Gruseline und Dalia!
Danke für eure Beiträge! Lena hat übrigens auch seit ca. 2 Jahren eine Kieferregulierung, davon ca. 1 Jahr mit einem Bionator (den hat sie allerdings nur nachts getragen und bei den Hausaufgaben). Weil jetzt noch eine größere Sache anstand (Zahn ziehen, weil der Zahn darunter nicht angelegt ist, und eine feste Spange...) haben wir erst mal eine Behandlungspause bei der Kieferorthopädin eingelegt... irgendwie hatten wir genügend mit Terminen wegen Lenas Skoliose zu tun!
Es bleibt so ein leicht mulmiges Gefühl, BZebra, wenn ich das von dir mit dem Bionator höre. Lena hatte vor der Kieferregulierung auch noch nichts von ihrer Skoliose gewusst. Gibt es da Zusammenhänge? Ich weiß nicht.
Alles Liebe, Ingrid
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

ingrid50 hat geschrieben:Es bleibt so ein leicht mulmiges Gefühl, BZebra, wenn ich das von dir mit dem Bionator höre. Lena hatte vor der Kieferregulierung auch noch nichts von ihrer Skoliose gewusst. Gibt es da Zusammenhänge?
NEEEIIINNNN!!!! Natürlich kann man daraus auf KEINEN Zusammenhang schließen!

Ich wollte das hier nur mal so anbringen, weil hier schon des öfteren Leute meinten, alle Rückenprobleme kämen vom Kiefer und mit diesem Wundergerät Bionator ließe sich das alles beheben ... .

Alle Welt sucht immer krampfhaft nach möglichen Gründen und Zusammenhängen für eine Verschlechterung und hofft auf diese Weise dann einen bequemen effektiven Therapieweg finden zu können. Das ist Wunschdenken.

Man kann nicht von irgendwelchen Ereignissen, die in irgendeinem zeitlichem Zusammenhang zueinander stehen auf einen causalen Zusammenhang schließen.

Der Verlauf einer Skoliose und die Biomechanik ist weitgehend bekannt und auch logisch. Wenn man sich damit mal ein bißchen auseinader setzt dürfte einem schnell klar werden, daß die meisten alternativen Versprechungen eine Skoliose zu heilen jeglicher naturwissenschaftlicher Grundlage entbeeren, also rein homöopathisch sind.

Und Homöopathie ist nichts anderes als sich mit irgendeinem "Bimborium" belügen zu lassen. Die Wirkung der Homöopathie beruht auf einem psychologischen Effekt. Wie heißt es so schön, "der Glaube versetzt Berge". Das trifft hier haargenau zu.
Psyche und Immunsystem sind miteinander gekoppelt, Psyche und Schmerzempfinden, Psyche und Muskel(ver)spannungen und Psyche und Haltung ebenso ... dies sind Teile unseres vegetativen Steuerungsystems und Reliquien aus unser evolutionären Entwicklung vom Tier zum Mensch (Instinkte).

Es liegt bei einem selbst zu entscheiden, wieviel Geld einem das belügen lassen wert ist, oder ob es vielleicht auch andere Möglichkeiten gibt, seine innere Einstellung selber positiv zu beeinflussen.
Susan

Rolfing

Beitrag von Susan »

Liebe Ingrid,

ich bin 30 und habe eine mittelschwere Skoliose (thorakal ca. 40°, lumbal ca. 20°). Entdeckt wurde die Skoliose, als ich 11 war (damals noch thorakal um die 20°) und mit verschiedenen KGs (z.B. nach Vojta) behandelt. Ein Korsett, das mir geschneidert wurde, habe ich nicht getragen. Die Schmerzen und die psychische Belastung waren zu groß. Ich bereue es auch nicht, ich hatte sicher mehr Spaß und weniger Schmerzen in meiner Jugend als mit Korsett und hätte viele Erfahrungen sonst nicht machen können. Ich habe dann natürlich immer nach alternativen Behandlungmöglichkeiten gesucht und einige ausprobiert. Wenn ich mich ausreichend bewege, habe ich auch jetzt keine Schmerzen.

Während ich durch die übliche KG immer mehr Verspannungsschmerzen bekam, hat mir das Rolfing ( http://www.rolfing.org/ ) geholfen, wieder schmerzfrei zu werden. Mit 17 bin ich zum ersten Mal zum Rolfing gegangen. Seit dem Zeitpunkt ist die Gradzahl nicht schlechter geworden und die Skoliose ist weitaus weniger sichtbar als vorher. Die Muskeln fügen sich wohl besser um die Wirbelsäule und die Rippen, so dass ich während meiner Tanzturnierzeit auch rückenfreie Kleider tragen konnte.
Später habe ich auch mal Cranio-Sacral-Therapie probiert (das hat den Vorteil, dass manche Physiotherapeuten das beherrschen und man es nicht selbst bezahlen muss). Es entspannt ungemein, hat bei mir aber keine dauerhafte Verbesserung gebracht.

Was Sport angeht, habe ich die besten Erfahrungen mit allen Sportarten gemacht, die die Balance schulen, wie Inline-Skaten, Schlittschuhlaufen und Tanzen.
Wenn für Sport keine Zeit ist, reicht auch eine halbe Stunde auf der Skolisohle (die kann man gut nebenbei beim Abwaschen oder so tragen). Hier ist eine Abbildung der Skolisohle: http://www.praxisniestegge.de/page8.htm . Ich habe sie bei der Firma podo medi bestellt, die im Internet allerdings komischerweise nur Nahrungsergänzungsmittel anbietet. An anderer Stelle in diesem Forum wurden auch die Flexi-Bar und Power-Plate erwähnt. Die kenne ich zwar nicht, ich vermute aber, dass es bei all diesen Dingen das selbe Prinzip ist, dass Balance die tieferen Muskeln trainiert, so dass man sich sofort viel aufrechter fühlt.
Ansonsten kann ich das Buch "Yoga für den Rücken" von Alois Raab empfehlen, welches man leider nur noch gebraucht bekommt. Es sind keine klassischen Yoga-Übungen, sondern reine Drehbewegungen, die mir wesentlich mehr Spaß machen als die statischen Hatha-Yoga-Übungen. Ich mache sie meistens abends vor dem Schlafengehen, dann sind die Muskeln schön entspannt für die Nacht und der Rücken kann sich während des Liegens noch besser erholen.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... 40-7786407

Ich wünsche Deiner Tochter alles Gute und bin für jede Frage offen.

Liebe Grüße,
Susan
ingrid
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Beitrag von ingrid »

Hallo Susan!
Gehst du jetzt noch immer zum Rolfing? Wie oft u. was kostet das?
Muss die Skolisohle jeder Person individuell angepasst werden, oder gibt es diese "von der Stange" zu kaufen? Muss man da vorher zur Untersuchung?
Susan

Rolfing und Skolisohle

Beitrag von Susan »

Hallo Ingrid,

Beim Rolfing habe ich mit 17 zunächst eine Serie von 10 Behandlungen gemacht. Das ist ein bestimmter Ablauf, in dem der ganze Körper nacheinander behandelt wird. Zwischen den einzelnen Behandlungen sind mehrwöchige Pausen notwendig, damit der Körper sich an die veränderte Muskelstruktur gewöhnt. Dasselbe habe ich mit etwa 22 nochmal gemacht. Seit ungefähr 3 Jahren gehe ich jetzt regelmäßig alle 6 Wochen zum Rolfing, weil ich merke, dass es mir immernoch hilft, besonders wenn ich beruflich Stress habe.
Einige Rolfer bieten eine Probebehandlung an, die erstmal umsonst ist. Erst wenn man sich danach entscheidet weiterzumachen, muss man sie bezahlen.
Ich bezahle 77 EUR für eine Behandlung, die ungefähr 90 Minuten dauert. Das ist nicht wenig, aber mir ist es das auf jeden Fall wert. Wenn man privat versichert ist, kann man auf eine Erstattung der Kosten hoffen. Bei meiner gesetzlichen Krankenkasse hatte ich kein Glück.
Ich habe gestern noch einen (englischsprachigen) Artikel von einem Rolfer entdeckt, der anscheinend einige Erfahrung mit Skoliose-Patienten hat.
http://www.somatics.de/ScoliosisPropriocept.html

Die Skolisohle gab es in zwei Standardgrößen zu kaufen, ich weiß aber nicht mehr, welchen Schuhgrößen die jeweils entsprachen. Die Halbkugeln kann man dann in zwei Positionen in die Sohle schrauben. Mitten unter den Fuß oder unter die Ferse. Man muss zu keiner Untersuchung. Es wird als "Sportgerät" verkauft, mit dem man alleine trainieren kann. Eine Zusammenarbeit mit einem Therapeuten wird aber empfohlen. Ich habe die Skolisohle mal meinem Orthopäden gezeigt. Er hat sie allerdings belächelt und meinte, ich könne es ja probieren, schaden würde es wohl nicht. Ich finde es wie gesagt nach einem Tag im Büro sehr angenehm, dann erstmal ein bisschen darauf zu balancieren und wenn ich sie regelmäßig benutze, kann ich meinen Rücken ohne Anstrengung sehr aufrecht halten.

Hier die Kontakt-Adresse von podo medi in Deutschland (ist ein niederländischer Hersteller):

podo medi
Feldstraße 2
Postfach 1110712
48231 Warendorf
Tel.: 0800/93151515

Ups, ich habe gerade gesehen, dass Du aus Österreich kommst, dann müsste die Telefonnumer wohl vollständig 0049-800-93151515 lauten.

Lieben Gruß,
Susan
netkitty
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Beitrag von netkitty »

Hi Susan,
ich habe mir gerade mal die Webseite mit den Bildern von der Skolisohle angesehen. :rolleyes:
Ich weiß ja nicht, aber da ist mir das Konzept der MBT Schuhe schon etwas einleuchtender. Mal ganz davon ab das schon allein der Name etwas suggeriert, was ich als sehr unvernünftig erachte.
Es heißt Skolisohle und soll speziel für Skoliosen gemacht sein?????
Wenn ich mir das Bild von dem Mädel unten auf der Seite anschaue, dann hat sie eindeutig keine Skoliose, sodern steht auf dem 1. Bild einfach nur schief! So kann sie dann natürlich auf dem 2. Bild ganz toll gerade stehen, wenn sie nicht mehr eine Skoliose simulieren muß, die sie garnicht hat.
Eine Skoliose hat äußerst vielfältige Formen, es gibt 3 oder 4 Bogige Skoliosen, thorakal und/oder lumbal, linkskonvex oder rechtskonvex, etc.
Da fällt es mir äußerst schwer zu glauben (ich halte es persönlich sogar für quatsch) das man damit etwas gegen eine Skoliose tun kann.
Mal ganz davon ab, dass es die Dinger deiner Aussage zufolge nur in zwei Standardgrößen geben soll.
Wenn sie dir gegen Schmerzen helfen, dann ist das eine ziemlich individuelle Angelegenheit, ich weiß allerdings nicht, ob das so einfach auf andere übertragbar ist.
Ebenso kritisch stehe ich deinen Beiträgen zur Cranio-Sacral-Therapie gegenüber.
Wir haben schon mehrfach darüber berichtet, wie eine Mutter mal bei Rahmouni darüber berichtete, dass ein Arzt ihrem Sohn zu Cranio-Sacral-Therapie geraten hatte und meinte das wäre die beste Therapie gegen die Skoliose. Diese Mutter war dann nach einem Jahr ziemlich entsetzt, als sie erfahren mußte, dass sich die Skoliose nicht nur nicht aufhalten lassen konnte, sondern dass sie sich sogar wesentlich verschlechtert hatte.
Bei allen diesen alternativen Behandlungsformen ist es extrem Wichtig, immer gleichzeitig zu erwähnen, das sie nur ergänzend und zur Schmerztherapie sinnvoll sind, aber nie als alleinige Heilmethode geeignet sind.
Das du Susan selber dein Korsett nicht getragen hast und dadurch glaubst, du hättest eine bessere Jugend gehabt halte ich für deinen persönlichen Krankheitsverlauf für legitim, alledings lesen hier im Forum eben genau die Jugendlichen mit, die gerade ein Korsett tragen und sich mit ziemlicher Sicherheit auch oft fragen warum.
Wenn sie dann deinen Beitrag lesen und auf die Idee kommen das Korsett tragen wäre nicht soooo wichtig für sie, im Vergleich zu einer lust- und spaßvollen Jugend, dann haben viele Eltern und dann natürlich auch die Kinder ein großes Problem.
Eine Korsett Behandlung verlangt viele Opfer, das ist durchaus richtig, aber die meisten haben gar keine Wahl.
Wenn deine Skoliose sich nur bis 40° verschlechtert hat, dann hast du ziemliches Glück gehabt, bei vielen ist es allerdings anders und die finden sich nach einigen Jahren mit einer 60 -70° Skoliose wieder.
Außerdem denke ich, das deine Schmerzen ja nun nicht von ungefähr kommen. Bist du mal auf die Idee gekommen, dir Gedanken darüber zu machen, dass es bei mehr Korsettcompliance vielleicht anders wäre?
Ich will dich hier nicht belehren, oder "was wäre wenn Hypothesen" aufstellen, aber bitte schreibe keine Beiträge mehr über deine Meinung vom Sinn des Korsettragens, viele Jugendliche könnten es falsch verstehen.

Danke!
Liebe Grüsse
Nicole
[size=100][i]Ever tried. Ever failed.
No matter.
Try again. Fail again.
Fail better.[/i]
Samuel Becket[/size]
Susan

Beitrag von Susan »

Hi Nicole,

ich habe wirklich nur meine ganz persönlichen Erfahrungen beschrieben. Ich wollte niemandem Ratschläge erteilen, was für eine Therapie er machen soll. Das steht mir gar nicht zu, ich bin ja Patient und kein Therapeut oder gar Arzt.

Ob anderen die Skolisohle auch gegen einen verspannten Nacken und Rückenschmerzen hilft, weiß ich natürlich nicht. Jeder kann ja selbst entscheiden, ob er es probieren will. Dasselbe gilt für das Rolfing.

Was Du über die restlichen Internetseiten schreibst, auf der unter anderem die Skolisohle abgebildet ist, sehe ich genauso. Ich finde den Vorher-Nachher-Vergleich auch sehr suspekt. Ich habe nur leider nirgendwo anders im Internet eine Abbildung von der Skolisohle gefunden und war zu faul, meine zu fotografieren und einzuscannen. Sorry.
Der Name der Skolisohle kommt wohl wirklich daher, dass sie an der Fachhochschule Münster zur Behandlung von Skoliosen und Haltungsschäden entwickelt wurde. Für den Namen dieses Gerätes werde ich mich hier aber jetzt nicht entschuldigen.

Auf den Internetseiten von MBT ( http://www.mbt-uk.com/ ) steht folgendes zum Konzept der MBT-Schuhe:

"The function of MBT is similar to that of balancing a ball under the foot"

Wenn die MBT-Schuhe gut sind, kann die Skolisohle eigentlich nicht so schlecht sein, oder?

Lieben Gruß,
Susan
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Susan
In Bad Salzungen hhaben wir im Trainingsraum auch zum Teil auf einer Holzplatte geübt, die unten so eine Halbkugel hatte. Da stand man mit BEIDEN beinen drauf- vom Prinzip gleich wie die Skolisohle. Training der balanzierenden, auf Körpermitte und Schwerpunkt ausrichtenden autochtonen Muskulatur. Insofern kann ich mir vorstellen, daß diese "Skolisohle schon etwas bringt.
Ich trage seit Jahren die MBT
www.swissmasai.com
und der Effekt ist so als häte man einen schwammigen, schlecht aufgeblasenen Minni-Pezziball unter den Füßen.
Hauptunterschied: Man kann mit ausreichedem Training (BZebra z.B. ab sofort problemlos) die MBT im Alltag und überall tragen.
Mit den Skolisohlen z.B. kann ich mir nicht vorstellen Kundenbesuche auf Biogasanlagen oder Banken zu machen!
Die Grundidee, sich etwas unter die Füße zu schnallen, das einen Zwingt sich auf die Körpermitte, den Schwerpunkt und die Lotlinie auszurichten ist aber super! (Für Skolis genauso wie für Kyphos!)
Gruß Toni
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