Langzeitergebnisse ca. 21 Jahre nach OP

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
Kaethelschen
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Beitrag von Kaethelschen »

Hallo Anne,

na, dann erstmal Herzlichen Glückwunsch!!
Ist doch schön zu sehen, dass man alles soweit gut überstanden hat!
Allerdings geht es mir mit meinem Inneren Schweinehund genauso wie dir.
Sobald ich wieder ein bißchen Schmerzen habe, will ich wieder was tun und mache wenigstens hin und wieder KG. Wenn aber wieder alles okay ist, kann ich mich schon wieder nimmer aufraffen. Es ist wirklich schade, aber leider ist es so!

Die Sache mit den Ärzten ist wirklich so. Mein Operateur sagte damals zwar schon zu mir, dass ich endlich richtigen Muskelaufbau machen soll. Aber sobald ich daheim war, wussten die meisten Orthopäden bei denen ich war gar nicht, was sie mit mir anstellen sollen. Naja, mich würde mal interessieren, was die so in der Uni über Skoliose lernen. Nächstes Semester versuche ich mal, ob ich in eine Vorlesung über WS-Chirurguie reinkomme. Dann werde ich mal schauen, was da so erzählt wird.

Wünsche dir weiterhin Alles Gute,
Kaethelschen
anne
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Beitrag von anne »

Danke Kaethelschen für die Glückwünsche!
Es ist tatsächlich für mich so etwas wie eine Art Geburtstag, in etwa "mein Leben vorher - mein Leben nachher" und ich habe es bis heute keine Sekunde bereut. Damals war es das Neueste und die beste OP-Methode und ich war sehr glücklich, davon profitieren zu können. Aus heutiger Sicht ist das alles natürlich längst überholt und die OP-Methoden sind sehr beeindruckend weiterentwickelt worden. Deshalb kann man die heute Operierten mit ihren Ergebnissen sicher nicht mit damals vergleichen und entsprechende, vergleichbare Prognosen stellen. Sicher ist nur, dass auch in den nächsten 30 Jahren eine technische Weiterentwicklung stattfinden wird und das ist gut so. Mein Stab macht übrigens auch nach so langer Zeit keine Probleme (auf Holz klopf!) Das Material ist V2, also das was auch für den Bau von Kanonen genommen wird, wobei mir diese friedliche Nutzung bedeutend lieber ist. Scheint vom Material aber ganz gut geeignet zu sein.

Deine Absicht, mal in eine WS-Chriurgie-Vorlesung reinzukommen, finde ich gut und es ist sicher interessant mal zu hören, was unseren zukünftigen Orthopäden so gelehrt wird. Meine Sicht der Ärzte ist inzwischen sehr nüchtern geworden: Es ist im Prinzip wie bei allen Berufsgruppen: Die Qualität der Arbeit ist nicht nur abhängig von dem was gelehrt wurde, hier werden m. E. lediglich die Weichen gestellt, sondern es ist letztlich Eigeninitiative und Motivation gefragt, um sich intensiv mit dem Gelehrten auseinanderzusetzen und es muss durch eigenes Studium (in Literatur oder Praxis) ergänzt werden. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Leider gibt es im Bereich der Orthopädie nur ein paar Weizenkörner, wenn man das mal so sagen darf, und die muss man eher wie die Nadel im Heuhaufen suchen. Zum Glückgibt's das Forum, wo man sie schon gefunden hat und anderen bei der Suche hilft.

In diesem Sinne wünsche ich einen erfolgreichen Tag, ich gehe heute mal shoppen, auch wenn die Mode im Moment für mich zu tailliert ist und ich auf Übergrößen, so sie denn nicht zu lang sind, ausweichen muss. Aber das hatten wir alles schon mal und es kommt auch wieder andere Mode, in der Regel ist bald das genaue Gegenteil zu erwarten (also alles wieder schön weit), damit die Garderobe wieder erneuert werden muss, um modisch aktuell zu sein! :/ :)

Anne
Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt,
der andere packt sie kräftig an und handelt (Dante)
Nichtschwimmer
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Re: Langzeitergebnisse ca. 21 Jahre nach OP

Beitrag von Nichtschwimmer »

SteffiH hat geschrieben:Leuts, heute war ich beim Knochenklemptner wegen der Vergleichwerte vorher -> Nachher -> jetzt
Als ich die Ergebnisse sah, wäre ich, wenn ich nicht schon gesessen wäre, beinahe auf den A.... gefallen.
Hier mal zum Vergleich meiner Werte nach jahrelangem Nichtstun:

Oben Unten
Vor OP 52° 32°
Nach OP 34° 20°
Jetzt 36° 42°

Versteift wurde bei mir vom 6. BW bis 3. LW.

LG Steffi
Gibt´s denn so etwas, Verschlechterung trotz OP?
BZebra hat geschrieben:
SteffiH hat geschrieben: Vor OP 52°
Oh, bist Du also auch so eine, die wegen nix operiert worden ist. ;)

Tja, Steffi, da gibts wohl nur eins. Fleißig KG machen und Kur:
Ärmel hochkrämpeln und los gehts. :box:
Dachte nach OP ist KG überflüssig? Wurde mir so noch vor etwa vier Wochen mitgeteilt! Was ist denn nun der aktuelle Stand. Nach OP KG oder eher nicht?

LG Nichtschwimmer
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Dalia
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Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Die Antworten wurden bereits gegeben. ;)

Wer nichts für seine Wirbelsäule, riskiert eine Verschlechterung. Das gilt für JEDEN mit einer Skoliose/Kyphose, egal ob er früher erfolgreich ein Korsett getragen hat oder nicht, ob er operiert wurde oder nicht.

Wäre Steffi nicht operiert worden, wäre die Verschlechterung vermutlich noch schlimmer, außerdem gilt beim Ausmessen eine Messtoleranz von 5°. Dr. Hoffmann hat bei mir sogar am selben Röntgenbild 10° schlechter als mein Orthopäde vorher gemessen.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Beitrag von Nichtschwimmer »

Dalia hat geschrieben:Die Antworten wurden bereits gegeben. ;)
Ja, ausführlicher Bericht von Toni liegt vor. Er beschreibt die Situation aber als Nichtoperierter. Habe von Operierten selten gelesen, dass eine Verschlechterung eingetreten ist. Deswegen bin ich auch etwas erschrocken gewesen.

Dachte immer, der nicht versteifte Bereich ist OK und demzufolge kann keine Verschlechterung eintreten.

Es ist aber auch gewiss so gewesen, dass weder die Klinik, in der ich operiert worden bin, noch die Orthopäden mich zur KG geschickt haben. Die denken wohl alle kostenorientiert und verschreiben KG nur bei Schmerzpatienten. Sie haben eigentlich die Pflicht, den Patienten uneingeschränkt aufzuklären. Darunter fällt jedenfalls die Verpflichtung, den Patienten auch ungefragt über weitere Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Zu mir meinten die Ärzte alle nur, es sei ja alles OK. Von KG ist leider nie die Rede gewesen.

LG
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