Neustadt oder WWK in Bad Wildungen?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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Silas
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Registriert: Sa, 06.11.2004 - 23:34
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Schroth KG

Beitrag von Silas »

Zu dem Thema möchte ich mich auch mal äußern.

Ich bin Moderatorin im Skoliose-OP-Forum und bekomme vieles mit, was in keinem Forum geschrieben wird und war - wie Toni, nur einige Tage danach - in Neustadt und kann all das, was Nelli geschrieben hat bestätigen - das sind Tatsachen.

Durch die kritischen Äußerungen einiger mutiger Patienten und dadurch, dass das ganze hier in den Foren öffentlich diskutiert wurde (und es gibt Ärzte in Neustadt, die in den Foren mitlesen), hat sich in Neustadt gerade in Sachen Schmerztherapie einiges geändert.
Die Patienten müssen nicht mehr um jedes mg Schmerzmittel betteln und den Sorgen wird besser zugehört - allein aus diesem Grund sind Beiträge, wie der von Nelli, extrem wichtig. Nur indem man auf Mißstände aufmerksam macht, kann auch daran etwas geändert werden.

In beiden Kliniken gibt es Dinge, die sehr gut laufen und andere, die jeder Beschreibung spotten.

Eine gute Mischung aus den positiven Dingen der WWK und Neustadt wäre optimal. Für mich würde das folgendermaßen aussehen:

1. kurze Wartezeiten und menschlicher Umgang im Patientengespräch (da führt Neustadt; das Thema Einfühlsamkeit in der WWK wird sehr unterschiedlich empfunden, die mir bekannten Meinungen sind überwiegend negativ)

2. umfassende Voruntersuchungen (hier führt die WWK eindeutig, da in Neustadt nur in begründeten Fällen entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden - manche Dinge, die während einer so großen OP zu Problemen führen können, sind aber nicht offensichtlich)

3. Verwendung eines primärstabilen Instrumentariums, bevorzugt HZI (die vagen Begründugsversuche der WWK überzeugen mich überhaupt nicht und die Tatsache, dass Stabbrüche und verschlechterung nach OP dort an der Tagesordnung sind - auch wenn das meist ohne schwerwiegende Folgen bleibt - bekräftigen die Notwendigkeit moderner Implantatsysteme)

4. intensive, einfühlsame Versorgung und Information nach der OP, insbesondere konsequente Schmerztherapie, nachhaltige physiotherapeutische Betreuung, die auch auf den Alltag nach dem Klinikaufenthalt vorbereitet, kompetentes Pflegepersonal, gute Kooperation Ärzte-Pflegeteam, ausführliche Information über OP-Ergebnis (hierbei haben beide Kliniken noch starkes Optimierungspotential, es würde schon sehr helfen, wenn man den Patienten zuhören und deren Ängste und Schmerzen erst nehmen würde)

5. Korsettversorgung auf Wunsch (auch wenn das bei primärstabilen Implantaten nicht notwendig ist, so würden sich gerade ältere Patienten damit sicherer fühlen, da sie die Sicherheit haben, dass schädliche Bewegungen nicht möglich sind, d. h. sie würden sich von Anfang an mehr zutrauen und schneller mobil werden; viele fügen sich durch ungewollte Bewegungen Schmerzen zu und geraten dann in Panik, es könnte etwas passiert sein)

6. gute Auststattung mit Informationen + Medikamente und Verbandsmaterial für die nächsten 3 Tage (Papiere für die behandelnden Ärzte vor Ort, Verhaltensmaßregeln, die Sicherheit geben; Patienten gewinnen einen Tag Zeit zur Erholung nach der anstrengenden Fahrt, müssen nicht sofort zum Hausarzt)
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
Gast25

Beitrag von Gast25 »

Hallo Silas,das hast Du sehr schön geschrieben! :jump:
Funsel
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Danke

Beitrag von Funsel »

Hallo alle zusammen!

Ich wollte mich noch für eure Antworten bedanken.

Ich hatte vor einiger Zeit jetzt einen Termin in Neustadt.

Dort wurde ich nochmal neu vermessen. Dabei hat sich heraus gestellt, dass meine Skoliose nicht 47° sondern schon 56° beträgt :-(

Der OP-Termin ist jetzt für den 21. Oktober angesetzt.
Ich kann nur sagen dass ich da wirklich sehr gut beraten wurde u. die sich auch sehr viel Zeit für mich genommen haben!

Hab ziemlich viel Schiss vor der OP - aber ich werd das schon schaffen...

Drückt mir alle die Daumen!

Würd mich freuen nochmal was zu hören!

Ganz viele liebe Grüße!
Steffi
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