Geeignete Sportarten

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Dolphingirl94
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Dolphingirl94 »

Hallo,
also Schwingen auf dem Trampolin nutzt meine KG sogar als Therapie ( alles bei Bewegung schön gerade halten :tot: ).
Ich persönlich kann Ballett auch empfehlen - wenn es einen Spiegel gibt und man weiß, worauf man achten muss, kann man auch hier aktiv korrigieren. Und hier sind (bei einmal wöchentlichen Training) denke ich auch nicht sooo viele Sprünge dabei. Achtet eben auf den richtigen Lehrer/Trainer (das gilt überall). Die sollten schon in der Lage sein, euch zu helfen.
LG, Dolphingirl
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Skoliotiker
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Skoliotiker »

sloopy hat geschrieben:Man kann und will ja nicht sein ganzes Leben nach der Skoliose ausrichten.

Gruß,
sloopy

Das und NUR das ist der entscheidende Ansatz. Alles was man im Leben tut hat Konsequenzen. Ob mit oder ohne Skoliose. Konsequenzen die sich auf ganz unterschiedliche Arten niederschlagen können, pyhsisch wie psychisch. Hört doch einfach mehr auf euch selbst als auf euren Arzt. Letztere werden euch ohnehin endlos viele Meinungen auftischen.

Wenn ihr immer nur aus Angst handelt, mehr Unglück zu verhindern, werdet ihr irgendwann ganz sicher unglücklich sein.
Darren
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Darren »

was ist mit karate? das würde mich noch reizen. würfe macht man im gegensatz zu judo bsw. kaum welche, so dass man mit dem rücken auch nicht auf die matte fliegt.
das einzigste problematische wären wieder die sprünge, aber es ist ja auch nicht so, dass man da in typischer karate-manier ständig sprungkicks macht.

ich wüsste nicht, was groß gegen karate sprechen würde. hat da jemand vielleicht sogar erfahrungen?
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Kandra »

Kommt auf den Stil an. Ich mache seit ca. 5 Jahren Shotokan-Karate, das geht prima. Und Sprünge hab ich auch noch nie gemacht, hab allerdings auch erst den orangen Gürtel. Du bist ja auch nichtmal operiert, da steht dem sowieso nix im Wege denke ich. Man muss ja immer auf seine Haltung achten und steht so automatisch gerade.
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Afra92 »

Hallo,
von manchen Ärzten wird auch Reiten empfohlen. Springreiten sollte man vielleicht lieber sein lassen, wegen der Stauchung der WS beim aufkommen des Pferdes nach dem Hinternis und meiner Meinung nach erhöhten Sturzgefahr. Aber so ist Reiten bestimmt gut, denn man muss da ja auch die ganze Zeit gerade Sitzen und darf sich nicht irgendwie verdrehen.
Ich bin selbst mal 2 Jahre geritten, habe aber nach der Feststellung meiner Skoliose damit aufgehört. Beim Reiten hatte ich schon immer leichte Schmerzen im Bereich meiner Hauptkrümung und habe diese Schmerzen nach der Diagnose dann auf die Skoliose geschoben.
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von minimine »

Hallo Uspe,

ganz ehrlich, aber ich würde ihr das Trampolinpringen lassen. Deine Tochter trägt so motiviert ihr Korsett und ich denke auch nicht, dass es auf Dauer gut ist, wenn alles verboten wird. Solange sie ihr Korsett nach dem Trampolinspringen wieder anzieht, ist doch alles in Ordnung. Übrigens gibt es in Sobernheim ja mehrere Kleingruppen-Therapien und eine davon besteht sogar aus Trampolinspringen. ;)
Es wird noch soo viel kommen in ihrem Leben, dass nicht sonderlich gut für den Rücken ist, aber man einfach nicht lassen kann/will. Und auch die Therapie wird noch soo lange dauern, da sollte man doch wenigstens etwas haben, was einem Spaß macht und man auch mal abschalten kann vom ständigen Korsetttragen, um einfach mal "normal" zu sein.
Ich finde auch, dass Sportarten unbedingt Spaß machen sollten und nicht alles immer mit Therapie und Skoliose in Verbindung gebracht werden sollte. Klar wäre Klettern vielleicht besser für den Rücken, aber ich bezweifle, dass man das auf Dauer durchhalten würde, wenn es jemanden überhaupt keinen Spaß macht.
Es ist wichtig, dass man auch mal was macht, ohne ständig an die Skoliose zu denken. :ja:

Hallo Darren,

ich wäre schon vorsichtig mit solchen Kontaktsportarten, aber auch hier gilt sicherlich, dass man einfach abwägen muss. Es kommt eben darauf an, wie oft du die Sportart machst, welche Beschwerden du hast (wenn du Schmerzen davon bekommst, gehe ich mal davon aus, dass du es freiwillig wieder sein lässt) welche Therapien du nebenher machst und wie deine Wirbelsäule sich entwickelt.

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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Raven »

Hallo minimine,

ich würde das Trampolinspringen auch nicht untersagen.
Bei häufig vorkommenden sehr heftigen Sprüngen würde ich aber durchaus versuchen ein bisschen darauf einzuwirken, dass sie es seltener macht :)

Auch ich habe mich etliche Zeit nicht wirklich um meinen Rücken gekümmert. Gut, ich bin keine "Sportskanone", und wäre daher sowieso nie auf die Idee gekommen, Trampolin zu springen oder mit Karatetraining zu beginnen - aber ich meine so Alltagsdinge. Ich habe mich auch abgemüht, trotz meiner langen Versteifungsstrecke auf Übernachtungsparties zu gehen (... die Rückenschmerzen nach Sofa- oder Luftmatratzenübernachtungen...), Frösche im Dorfteich gefangen, mir von Kinobesuchen Rückenschmerzen geholt (und etliche Zeit den Zusammenhang nicht ganz kapiert), bin Zelten gegangen... Klar, war alles nicht so ideal, aber mir war's die Sache oft doch wert, auch, wenn's den nächsten Tag oder die nächsten Tage Schmerzen gegeben hat.

Was nicht wirklich gefährlich ist, kann man ruhig ausprobieren - mitunter merkt man selbst, dass es nichts ist ;)

Viele Grüße,
Raven
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Alex_activitas
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Alex_activitas »

Raven hat geschrieben: Was nicht wirklich gefährlich ist, kann man ruhig ausprobieren - mitunter merkt man selbst, dass es nichts ist ;)
Das ist eine sehr gute Anmerkung!
Es gibt einen Grundsatz: "Alles, was gut tut (oder nicht weh tut) ist erlaubt".
Wenn man nur etwas Körpergefühl hat und auch auf die Reaktionen des Körpers hört, kann man fast jede Sportart zumindest mal ausprobieren.
Danach dann ehrlich zu sich selber sein und "überprüfen", wie man sich fühlt, ob man das Gefühl hat, dass es geschadet hat oder gut getan hat.

Wichtig ist, dass der Spaß dabei erhalten bleibt. Wenn mir eine Sportart Spaß macht, dann führe ich sie auch "lockerer" durch und sie macht mir weniger Probleme.
Macht sie mir keinen Spaß und ich mache es nur, weil ich was machen muss, wird sie mir früher oder später Probleme bereiten.

Es muss ja nicht gleich Hammerwerfen, Dreisprung oder Bungee-Jumping sein... ;)

Gruß,
Alex
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Raven
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Raven »

Hallo Alex,
Alex_activitas hat geschrieben:
Raven hat geschrieben: Was nicht wirklich gefährlich ist, kann man ruhig ausprobieren - mitunter merkt man selbst, dass es nichts ist ;)
Das ist eine sehr gute Anmerkung!
Es gibt einen Grundsatz: "Alles, was gut tut (oder nicht weh tut) ist erlaubt".
wobei ich da aber den Punkt "was nicht wirklich gefährlich ist" wichtig finde.
Ohne ärztlichen Hinweis hätte ich z.B. nicht gewusst, dass Stauchendes bei Skoliose nicht gut ist.
Mit Versteifung merke ich vieles, das nicht gut ist, recht bald, weil es entweder gar nicht geht oder Schmerzen verursacht,
aber hätte vor der OP nur auf mein Körpergefühl gehört, hätte mich nichts davon abgehalten, Korsett und Physiotherapie sein zu lassen und auch andauernd derbe Sprünge zu machen (auf Sprünge und anderes Stauchendes zu verzichten, fiel mit nach entsprechendem ärztlichem Hinweis leicht).
Mit "ausprobieren" meinte ich daher auch eher "einmal machen, selten machen" - mal das Trampolin bei Freunden ausprobieren, mal das Hüpfspiel beim Geburtstag, wenn bei einer Gartenparty die Badmintonschläger ausgepackt werden evl. eine Runde mitspielen... Sowas der Art. Bei regelmäßig ausgeübten Sportarten würde ich doch eher auf ärztlichen Rat hören und mich nicht trauen, nur allein aufs Körpergefühl zu achten.
Stauchende Sportarten müssen ja auch nicht gleich Beschwerden verursachen, können aber auf Dauer etwas verschlechtern.

Viele Grüße,
Raven
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von minimine »

Hallo Raven,
Was nicht wirklich gefährlich ist, kann man ruhig ausprobieren - mitunter merkt man selbst, dass es nichts ist
finde ich auch. Manchmal muss man einfach auch eigene Erfahrungen machen, um daraus zu lernen. Was dem einen gut tut, muss noch lange nicht jemand anderem gut tun und umgekehrt.
Danach dann ehrlich zu sich selber sein und "überprüfen", wie man sich fühlt, ob man das Gefühl hat, dass es geschadet hat oder gut getan hat.
Ich werde das auch so machen. Ich habe es ehrlich gesagt "satt", von Ärzten zu hören, dies und das wäre gut. Der eine sagt, ich soll viel Schwimmen, der nächste sagt, ne Schwimmen baut keine Muskulatur auf, ich soll ins Fitnessstudio gehen. Davon bekam ich aber Schmerzen, was man mir dann ausreden wollte. Beides macht mir aber sowieso keinen Spaß, von daher hätte ich sowieso nicht lange durchgehalten, weil immer so ein "Zwang" und auch immer die Skoliose im Hintergrund stand.
Stauchende Sportarten müssen ja auch nicht gleich Beschwerden verursachen, können aber auf Dauer etwas verschlechtern.
Interessant wäre zu wissen, ob dies tatsächlich bewiesen ist. Klar, wir bekommen das irgendwie "eingetrichtert", aber ist es tatsächlich der Fall, dass sich bei Menschen, die stauchende Sportarten ausführen, die Skoliose stärker verschlechtert?
Was anderes sind natürlich schon Beschwerden, die erst mit der Zeit auftauchen können. Bei mir war das z.B. beim Fitnessstudio der Fall. Die Schmerzen kamen nach 3 Monaten, als ich natürlich schon einen Jahresvertrag unterzeichnet hatte. Aber auch da kann ich nur sagen, ich bin eben nun um eine Erfahrung reicher.

LG
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Alex_activitas »

minimine hat geschrieben:Interessant wäre zu wissen, ob dies tatsächlich bewiesen ist. Klar, wir bekommen das irgendwie "eingetrichtert", aber ist es tatsächlich der Fall, dass sich bei Menschen, die stauchende Sportarten ausführen, die Skoliose stärker verschlechtert?
Hallo minimine,

ob es die Skoliose tatsächlich stärker verschlechtert weiss ich nicht. Ich weiss auch nicht, ob es hierzu irgendwelche Studien gibt.
Was aber der Fall ist, ist dass durch die Krümmungen der Wirbelsäule die Bandscheiben auf der Innenseite des Bogens schon ohne stauchende Einflüsse deutlich mehr belastet werden, als auf der Aussenseite. Stauchende Belastungen verstärken dies durch die Krümmunen sehr. Somit kann (!) es leichter z.B. zu Bandscheibenproblemen kommen.
Sprich: die biomechanischen Abläufe sind deutlich anders, als bei einer nicht-skoliotischen Wirbelsäule.
Das macht auch das Krafttraining im Fitness-Studio schwierig, da hier der betreuende Mitarbeiter wissen muss, wie sich die Krümmungen auf die Statik, die (Bio-)Mechanik und die Hebel auswirkt. Die Geräte sind in der Regel auf gleichstarke, symmetrische Rückenhälften ausgerichtet.

Das ist auch der Grund, warum grundsätzlich von stauchenden Sportarten abgeraten wird. Damit ist man (Arzt, Therapeut) auf der sicheren Seite.
Meiner Meinung nach muss man das von Fall zu Fall entscheiden. Wenn ich meine Patienten kenne und auch weiss, wie sie an eine Sache rangehen, dann kann ich ihnen schon mal raten, das auszuprobieren.
Wenn aber mein Patient eher zum "überschiessenden Typ" gehört, d.h. er geht gleich in die Extreme, dann werde ich mich hüten, ihm irgendeine stauchende Sportart anzuraten.

Gruß,
Alex
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Klaus »

Alex_activitas hat geschrieben:Es gibt einen Grundsatz: "Alles, was gut tut (oder nicht weh tut) ist erlaubt".
Na ja, wenn ich das Fitness Training mal als Sport ansehe, bin ich das beste Beispiel dafür, dass man zumindest bei Hyperkyphose ohne Schmerzen so falsch trainieren kann, dass man erst nach vielen Jahren die entsprechenden Beschwerden so ganz allmählich bekommen kann.
Heute weiß ich mit meinen Schroth Kenntnissen, was da schief gelaufen ist und wie ich das verhindern kann.

Mit individuell richtigem Körpergefühl wird es sicherlich einfacher, einzuschätzen, welche Sportarten besser nicht gemacht werden sollen. Auch wenn man den Spaß am Sport nicht unterschätzen sollte, der nicht dauernd an die Skoliose/Hyperkyphose denken lässt.

Gruss
Klaus
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Alex_activitas
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Alex_activitas »

@Klaus:

die Einschränkungen zu dem von mir genannten Grundsatz habe ich ja genannt. Und nichts ist tatsächlich ohne Ausnahme.

Dass das Trainieren im Fitneß-Studio problematisch ist, habe ich auch schon beschrieben. Hier ist ein anatomisch und funktionell sehr gut ausgebildeter "Betreuer" notwendig, der sich optimalerweise auch mit der Skolioseproblematik auskennt. Aber diese anzutreffen ist sehr schwierig....

Gruß,
Alex
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Ani88 »

Hallo Uspe!
Eigentlich war sie voll die Turnerin, mit geliebten Saltos, Radwenden, flipflop, rythmischer Sportgym..... alles vorbei...???!!!
Du schreibst von Rhythmischer Sportgymnastik. Das habe ich auch mit Skoliose gemacht! Wenn sie das schon gemacht hat und es ihr Spaß macht, weshalb nicht das? Da muss man halt unterscheiden, in welcher Ausprägung man das das macht. Ich habs jetzt nicht als Hochleistunsgsport gemacht, aber habe Wettkämpfe geturnt. Allerdings irgendwann dann nicht mehr, sondern eben nur trainiert (2mal die Woche) und bei Auftritten mitgemacht. Hat mich damals beweglich gehalten und hat mir gut getan, also hatte nie Schmerzen danach oder so. Dabei darf man jetzt aber nicht an die RSGlerinnen ausm TV denken, die sich so übel verbiegen, das wäre sicher alles andere als gut.
LG, Ani
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von uspe »

Oh hallo Ani,

danke für deine Antwort,
nach dem tollen Tag in Bad Sobernheim mit all den Vorträgen und gesprächen mit Ärzten und anderen Betroffenen
seh ich das alles jetzt sowieso etwas gelassener!
Sie soll das weitermachen, da hängt sie mit ganzem Herzen drin, und es ist grad mal 1x dei Wochen, vor Auftritten ertwas öfters.
genauso ihr Turnen, trampolinspringen.... alles in maßen, sie ist nirgends bei großen Wettkämpfen dabei, einfach Sport und bewegung die gut tut
für Körper UND Seele!

Bin froh, dass ich diesen Tag erlebt hat, der mich und meine Ängste, Sorgen und Gedanken um die Skoliose echt possitiv beeinflusst und verändert hat! :lach:

Viele Grüße, uspe
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heaven
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von heaven »

Was ist denn das Problem bei Training im Fitness Studio bei Kyphose? Was kann man denn hier falsch machen?

Weiß jemand vielleicht, ob auch Powerplate schädlich ist? Können die Schwingungen der Powerplate auch stauchen und die Krümmung der WS verstärken?
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Alex_activitas »

heaven hat geschrieben:Weiß jemand vielleicht, ob auch Powerplate schädlich ist? Können die Schwingungen der Powerplate auch stauchen und die Krümmung der WS verstärken?
Hallo heaven,

Vibrationstraining muss nicht generell schlecht für die Krümmungen der WS sein.
Ein Problem liegt hier eher im angewandten Gerät. PowerPlate z.B. arbeitet mit sehr hohen Frequenzen (25 bis 50 Hz), mit denen der Körper unter Umständen größere Probleme bekommen kann. Daher rate ich eher davon ab.
Ein eindeutiger Hinweis hierzu ist, dass PowerPlate die Medizingeräte-Zulassung aberkannt bekommen hat...

Wir haben uns viel umgeschaut und uns letztlich für eine Galileo-Vibrationsplatte entschieden, weil diese auch mit niedrigeren Frequenzen arbeitet und wir so gezielter auf die Patienten eingehen können. In der Regel arbeiten wir mit 12 bis 14 Hz.
Ein weitere Unterschied zur PowerPlate ist, dass Galileo seitenalternierend, sprich: wie eine Wippe rechts-links arbeitet.

Eine sehr sehr gute Variante ist auch die SRT (stochastische Resonanz-Therapie), die auch mit einer Art Vibrationen arbeitet. Da das Gerät jedoch extrem teuer ist, ist es meist nur in Instituen oder Universitäten zu finden. Ich hätte auch gerne eines bei uns, aber es übersteigt definitiv das Budget... :rolleyes:

Wichtig: gerade mit spezifischen Rückenproblemen ist eine befundorientierte Einweisung und Übungsauswahl entscheidend. Dann steht einem Vibrationstraining nichts entgegen.
Fazit: der das Vibrationstraining begleitende Betreuer sollte über die anatomischen und biomechanischen Aspekte der Skoliose (oder eben auch der kyphotischen Fehlhaltung) Bescheid wissen und dies bei der Übungsauswahl beachten.

Gruß,
Alex
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Klaus »

heaven hat geschrieben:Was ist denn das Problem bei Training im Fitness Studio bei Kyphose? Was kann man denn hier falsch machen?
Ich gehe mal davon aus, dass Du (noch) kein Fitness Training machst?
Da Du schon Schroth Erfahrungen hast, würdest Du schnell merken, dass es bei den gerätegestützten Übungen je nach Geräteart Bewegungsabläufe gibt, die Dich in die Hyperkyphose hineinziehen können. So etwas kann man vermeiden, indem man Variationen hineinbringt oder bestimmte Geräte vermeidet.
Typisches Beispiel ist der Butterfly, den man bei der BWS Hyperkyphose rückwärts ausführen sollte. Oder die sogenannten Sit Ups für die Bauchmuskeln, die man unbedingt immer vermeiden sollte.
Bei den nicht Geräte gestützten Übungen ist noch mehr Vorsicht angesagt, da sollten aber die Schroth Kenntnisse helfen.

Im übrigen kann man im Gegensatz zur Skoliose bei Hyperkyphose schon eine Menge machen, weil in der symmetrischen Ausführung auch die Möglichkeit der Korrektur steckt. Das sehen selbst Spezialisten immer noch ein bischen anders, wie ich am letzten Wochenende feststellen musste :) , aber das ändert nichts an meinen Erfahrungen damit.

Gruss
Klaus
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von heaven »

Vielen Dank Ihr zwei, Alex und Klaus, für Eure Antworten.

Wegen Powerplate bin ich jetzt doch sehr unsicher geworden. Ich habe bisher nur gemerkt, dass es mir nicht gut tut, wenn ich vorher eh schon Schmerzen habe. Sonst habe ich es immer gut vertragen.

Über Sit-Ups habe ich jetzt auch schon verschiedene Meinungen gehört. Die einen meinen, so wie Du Klaus, dass das nichts bei Kyphose sei. Andere sagten, man könne das schon machen. Ich weiß es eigentlich nicht. Ich mache die dann manchmal mit, gehe aber nicht so weit hoch und nicht so stark in die Krümmung nach vorne rein. Meinst Du das geht noch? Oder würdest Du generell davon abraten?
LG, Heaven
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Re: Geeignete Sportarten

Beitrag von Sarius »

Hallo,

vorhin gings mal um Ringen, das wäre nicht gut. Ich mache seit 3 Jahren Judo und habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht. Weiß jemand von euch was darüber?

Sarius
Wenn du einen Menschen glücklich machen willst,
dann füge nichts zu seinen Reichtümern hinzu,
sondern nimm ihm ein paar von seinen Wünschen.
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