Schroth bei Wirbelfehlbildung?

Skoliosen, die als Folge anderer Erkrankungen entstehen (Nerven- und Muskelerkrankungen, Wirbelfehlbildungen usw.)
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Gutemine
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Schroth bei Wirbelfehlbildung?

Beitrag von Gutemine »

Hallo zusammen,

bin relativ neu in diesem Forum, das ich seit ein paar Wochen mit grossem Interesse besuche und lese.
Ich bin 40 Jahre alt und habe eine sehr schwere Skoliose durch eine angeborene Fehlbildung mehrerer Lendenwirbel. Im Bereich der Lendenwirbel und auch zum Teil im Brustwirbelbereich ist meine Wirbelsäule steif. Mein Körper ist dem Bereich auch nicht viel gewachsen und aus diesem Grund & Skoliose bin ich auch nur 140 cm gross. Allerdings haben mir die Ärzte vor 20 Jahren gesagt, dass die Versteifung gut ist, da man dann wenigstens die WS nicht operativ versteifen muss. Bis zu meinem 16.-17. Lebensjahr hatte ich wöchentlich KG. Nachdem aber weder Arztbesuche noch KG mir irgendwie grossartig weitergeholfen haben, und ich jung und rebellisch war, hab ich weitere Arzt und KG besuche grundweg abgelehnt. Da ich (toitoitoi) weder Schmerzen noch Lähmungen habe,
konnte ich die letzten 20 Jahre die Skoliose auch recht gut verdrängen (obwohl sie nicht zu übersehen ist!). Ich schein da aber nicht die einzige in diesem Forum zu sein.
Aber man wieder eben älter und vernünftiger, und ignorieren lässt sich meine Skoliose doch nicht so einfach. Und somit bin ich in diesem Forum gelandet und habe zum ersten Mal was von Schroth gehört.
Und jetzt zu meiner Frage: Bringt es bei deformierten Wirbeln überhaupt was Schroth zu machen? Und bringt es was erst mit 40 damit anzufangen?
Ich hab mich schon ein wenig eingelesen, und bin mir bewusst, dass vieles vom Schroth Erfolg davon abhängt wie sehr man selbst dahinter steht (dh, mindestens 4 Wochen Therapie & täglich üben).
Mir ist auch klar, dass man bei mir wahrscheinlich keine grossartige Verbesserung der Verkrümmung erreichen kann. Aber was mir an der Schroth Geschichte besonders imponiert ist die Sache mit der Atmung. Ich habe derzeit ein zu 50% eingeschränkte Lungenfunktion und da schon für jede Verbesserung dankbar.

Wenn also irgend jemand Erfahrung hat oder all die erfahrenen Schrother im Forum mir Hinweise geben könnten würde ich mich sehr freuen. Habe schon im Forum gesucht, aber Fälle mit Wirbelfehlbildungen sind doch eher selten.

Gruss,
Gutemine
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Dalia
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Re: Schroth bei Wirbelfehlbildung?

Beitrag von Dalia »

Hallo Gutemine,

ich schrothe zu wenig. :embarrassed: Aber ich trage ein Korsett und habe damit psoitive Effekte in Bezug auf meine Vitalität erfahren.

Wie es bei dir sein wird, kann dir niemand antworten.

Eine Korrektur der Skoliose wirst du als Erwachsene leider nicht mehr erreichen, höchstens eine Verbesserung der Optik bei eisernem Üben, das aber auch nicht nachlassen darf. In Bezug auf die Lungenkapazität kannst du aber auf jeden Fall auf eine Verbesserung hoffen. Ob sie dann auch eintritt, kann dir aber niemand beantworten.

Probiere es einfach aus :)

Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo Gutemine,

willkommen im Verein. Schönes Bildchen hast Du ;)

Leider kenne ich mich Skoliosen nicht sehr gut aus und kann Dir daher nur einen Besuch bei Dr. Hoffmann in Leonberg empfehlen. Ich bin mir sicher, daß er auch Fälle von Wirbelkörperfehlbildungen behandelt hat.

Zu Deiner Frage: Ich bin mir sicher, daß Du Schroth lernen solltest. Wir haben hier Fälle oder Berichte davon, daß sich selbst operierte Skoliosen noch verschlechtern können. Außerdem ist bei Dir noch nicht klar, ob die WS "nur" fixiert oder verknöchert ist! Das ist ein Riesenunterschied. Ich galt als total fixiert und habe mich mit einem Korsett sogar noch aufrichten können. Allerdings habe ich eine Kyphose, was bei diesen im Vergleich zu Skoliosen einfacher ist.

Viel Erfolg,

Karlson vom Dach
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froggie71
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Beitrag von froggie71 »

Hallo Gutemine!
Auch von mir erst mal ein herzlich Willkommen :blume: hier im Forum.
Ja, es ist doch wirklich ein erstaunliches Phänomen. Im Kinder- und Jugendalter ist man rebellisch und will von all dem gar nichts hören und wissen, und je älter man wird, um so mehr befasst man sich wieder mit seinem Körper. Mir ging es genau so.
Ich selber bin jetzt 34 und seit 22 Jahren operiert. Genaueres kannst du bei Interesse in meinem Thread "Schrot für vor 22 Jahren operierte Skoliose" nachlesen.
Ich habe auch sehr viele Wirbelfehlbildungen. Deshalb konnte meine Skoliose während der OP auch nur auf 53° korrigiert werden. Auch kam eine Halobehandlung aus diesem Grund nicht in Frage. Wenn ich das richtig verstanden habe, hätte bei einer weiteren Streckung/Entdrehung wohl einiges an den Wirbeln kaputt gehen können. Ist ja eigentlich auch klar, wenn man sich das mal bildlich vorstellt, könnte da wohl das eine oder andere miteinander verkeilen, verkanten oder sogar splittern. Vielleicht kann man das ja auch auf Schroth beziehen. Jedoch, sicher bin ich mir da nicht, da ja beim schroten sicher keine derartig "gewaltige" Steckung und Entdrehung stattfindet (denke ich zumindest). Kommt sicher auch auf die Art und Stärke der Fehlbildungen an. Aber ganz sicher kann dir das nur ein Experte beantworten. Ich würde dir daher empfehlen mal einen solchen aufzusuchen. Ich habe mich auch nach vielen Jahren durch dieses Forum dazu animieren lassen. Und nichts bereut!
Leider kann ich auch kein Schroth, könnte mir aber vorstellen, dass einige Übungen auch bei einer Versteifung funktionieren. Vorallem die für das Lungenvolumen. Aber das finde ich sicher auch noch heraus.
Ich wünsche dir alles Liebe!
Grüßle.
froggie :jump:
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Gutemine, auch von mir ein herzliches Willkommen!
Bei Wirbelfehlbildung ist Schroth auch eine sehr gute Therapiemöglichkeit. Insbesonders für die verbesserung der Atmung, des Lungenvolumens und der Vitalkapazität bringt Schroth auch dann viel, wenn keine messbare Verbesserung der Gradzahlen erreichbar ist.
Ich würde Dir fast eher zu Bad Salzungen raten, da dort der "Schroth" weniger "orthodox" betrieben wird und andere Methoden wie Kinesiologie usw.. auch mit zur Anwendung kommen können.

Schroth fragt nicht nach der Ursache der Skoliose. Schroth ist völlig unabhängig, ob die Skoli wegen Polio, WK-Fehlbildung, kongenital, Kyphose oder idiopathische Skoliose usw.... verursacht ist, meistens in über 80% ist die Ursache eh im "mystischen Dunkel" idiopathisch= unbekannt.
Mit Schroth , so kompliziert und aufwändig es auch zu lernen ist, ist es doch im Grunde sehr einfach. Man lernt jede Menge Übungen, die alle potentielle Möglichkeiten sind. Daraus sucht man sich die für sich besten und effizientesten Übungen raus und übt sie gut ein. Das sind nicht unbedingt die, die einem am leichtesten fallen, sondern die, bei denen der Rücken am besten aussieht und bei denen Du trotz oft gewaltiger Anstrengung das innere Gefühl hast: "Wauh-- des bringts!"

Strebe unbedingt eine Reha an und kämpf sie durch!
Dazu kann ich Dir nur DRINGENDST raten!
Gruß Toni
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uhu
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Beitrag von uhu »

Toni hat geschrieben: ... im "mystischen Dunkel" ...
:lach: (stimmt genau!)
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Gutemine
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Beitrag von Gutemine »

Erst einmal vielen Dank für den herzlichen Empfang und all Eure Antworten ':)'

Es ist mir schon klar, dass keiner voraussagen kann ob mir Schroth was helfen wird. Aber das kann man ja eigentlich bei keiner Therapie.

Ich hatte eben nur irgendwo gelesen (weiss allerdings nichtmehr wo..aber ich glaub nicht in diesem Forum), dass Schroth bei Kongenitalen Skoliosen weniger bringt. Irgendwo kann ich das natürlich nachvollziehen, da natürlich Wirbelfehlbildungen dadurch nicht behoben werden können. Allerdings, sollte es ja trotzdem möglich sein mit Schroth die Vitalfunktionen und die Haltung zu verbessern. Und das ich damit nicht sooo falsch liegen könnte, habt ihr mir ja jetzt auch bestätigt (jaja, ich weiss...ohne Gewähr natürlich ';)')

Leider ist ja Schroth nicht was was man mal so über den Winter an der VHS lernen kann (aber vielleicht ist deswegen auch so effektiv). Bei mir kommt noch erschwerend dazu, dass ich zwar Deutsche bin, aber derzeit in Genf (CH) arbeite. Da ich nur eine Popel-Krankenversicherung habe, wird bei mir weder Arztbesuch noch REHA im Ausland übernommen. Für sowas braucht man Zusatzversicherungen und in die komm ich mit der Skoliose nicht rein (bzw die Skoliose wird nicht mitversichert...was mir auch nix nützt). Muss aber nochmal genau bei der Krankenkasse nachhaken,
Aber wahrscheinlich werd ich selbst in die Tasche greifen müssen. Aber was tut man nicht alles für die Gesundheit...
Auf jeden Fall werde ich jetzt erstmal einen Termin bei Dr. Hoffmann in Angriff nehmen, auch wenn ich es selbst zahlen muss. Wird langsam dochmal wieder Zeit das ein Arzt sich meine Skoliose anschaut und seine Meinung zu mir und Schroth hören.
Irgenwie plagt mich ja schon ein Weilchen das schlechte Gewissen ':embarrassed:', weil ich wirklich mal wieder zum Orthopäden sollte. Aber das mir der nächstbeste Orthopäde nix nützt war mir irgendwie auch klar (und auch eine gute Ausrede ';)' )
Also Danke für den Tip!

Gutemine
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Gutemine
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Beitrag von Gutemine »

froggie71 hat geschrieben:
Ja, es ist doch wirklich ein erstaunliches Phänomen. Im Kinder- und Jugendalter ist man rebellisch und will von all dem gar nichts hören und wissen, und je älter man wird, um so mehr befasst man sich wieder mit seinem Körper. Mir ging es genau so.
froggie :jump:
:cool: Tja, die jugendlich Rebellion
Aber ich hatte mit 17-18 auch wirklich die Nase gestrichen voll. Seit ich denken konnte wurde ich zu Ärzten gezerrt, einmal die Woche zur Krankengymnastik geschleppt und dann nervten noch die Eltern, dass ich auch noch die Übungen bitte schön zu Hause machen sollte. Was aber das wirklich frustierende war, dass ich keine Verbesserung sah (und auch keine Verschlechterung wenn ich die Übungen nicht machte). Wenn mir nur irgendwann mal Vorher-Nachher bilder wie hier im Forum oder auf der Schroth-webseite gesehen hätte, oder positive Erfahrungsberichte wie hier im Forum gehabt hätte, hätte die Welt schon ganz anders ausgesehen. Ich kannte niemanden mit einer Skoliose und KG wurde mir als was verkauft was man eben macht damit die ganze Geschichte nicht noch schlimmer wird. Und das ist für ein Kind/Teenager/junge Erwachsenen alles andere als motivierend. Naja, für einen älteren Erwachsenen eigentlich auch nicht ;-)
Hut ab vor diesem Forum. Klar ist Skoliose nicht gleich Skoliose und nicht bei jedem macht ein Korsett Sinn, nicht jeder spricht auf Schroth gleich gut an usw. Aber wenigstens zeigt man einem hier, dass es doch immer wieder Erfolgsstories gibt...und noch andere Leute mit Skoliose.

Grüsse,
gutemine
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froggie71
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Beitrag von froggie71 »

Hallo Gutemine ;D !
toll, dass du Dr. Hoffmann aufsuchen willst :gut: . Damit hast du schon einen wichtigen "ersten Schritt" gemacht! Wir freuen uns, dann auch in Zukunft weiter von dir lesen, wenn du uns von deinen Eindrücken und Erfahrungen berichtest! Interessiert mich insbesondere, da ich ja auch Wirbelfehlbildungen habe.
Ich hoffe, dass du nicht so lange auf einen Termin beim Doc warten musst. Bei mir ging es damals ziemlich schnell, so dass ich noch voll in der "Motivationsphase" war. Ich hatte Bedenken, dass - wenn ich lange auf einen Termin warten müsste - mich dann wieder der Mut verlässt.
War aber nicht so!!
Alles Liebe!
froggie :jump:
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.
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Gutemine
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-die Antwort vom Fachmann

Beitrag von Gutemine »

Nachdem ich die Frage bzgl Schroth und Wirbelfehlbildung schon gestellt habe, sollte ich vielleicht auch die Antwort von Dr Hoffmann dazu liefern ;) und die lautet "könnte schon was helfen".
Aber was er mir sogar zuerst empfiehlt ist ein Korset....und somit werde ich auch zur Oldie-Turtle. Manche bekommen mit 40 eine Midlife-crises, andere ein Korset :-)
Sorry, hab gerade nicht soviel Zeit zum schreiben...versuche aber demnächst mehr nachzuliefern.


Gutemine
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Beitrag von Bommenate »

Hallo Gutemine,

toll, dass du beim Doc warst und auch toll, dass du bald zu den Oldie-Turtles gehört. Willkommen im Club!!! Bild

Verräts du uns noch deine neu ausgemessenen Grade??? Du sprichst am Anfang deines Threads von einer "schweren Skoliose". Mich interessiert das deshalb, weil ich 110°/104° habe und seit 8 Wochen ein Korsett.

Viele Grüße,

Bommenate
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Gutemine
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Beitrag von Gutemine »

Vielen Dank für den Willkommensgruss Bommenate :-)

Das Problem bei mir ist nicht unbedingt die Gradzahl (ich weiss, da haben andere mehr zu bieten), sondern in die Gesammtkonstellation.

Habe Blockwirbel im LWS- und BWS-bereich. Ausserdem ein paar Wirbel zu wenig. Bogen habe ich nur einen (oder laut Rahmouni "einen Knick") von 60° COBB. Dadurch hänge ich (bzw die rechte Schulter) nach rechts. Dadurch, dass mir auch noch Wirbel fehlen ist mein Oberkörper stark verkürzt. Somit liegen die Rippen auf der Hüfte auf und besonders meine rechte Lunge hat sehr wenig Platz. Zusätzlich hab ich noch ein paar zusammengewachsene Rippen, und eine Rückenmarksfixierung (aber das wusste ich bereits vor meinem Besuch bei Dr. Hoffmann).
Im Bereich des Knicks bin ich sehr steif (und das ist schon von Kindheit an so), und selbst Rahmouni glaubt, dass man da nicht viel ausrichten kann. Aber an den beweglicheren Stellen lässt sich vieleicht noch was rausholen, so dass ich aufrechter werde und die rechte Seite ein wenig gestreckt wird (und die Lunge ein wenig Platz bekommt), wenigstens solange ich im Korsett bin. Auf alle Fälle denken Dr Hoffmann und Rahmouni, dass es einen Versuch wert ist. Allerdings war sich Rahmouni bei mir noch nicht sicher ob er sehr viel Druck ausüben möchte. Aber er hat mich schon auch gefragt, ob ich belastungsfähig bin ;-)

Insgesammt war der Besuch bei Dr. Hoffmann und Rahmouni ein sehr positives Erlebnis. Und ich scheue normalerweise Ärzte wie der Teufel das Weihwasser. Mit dem Korsett hatte ich eigentlich gar nicht gerechnet. Allerdings, zum Glück, hier im Forum recht viel darüber gelesen. Als ich dann plötzlich zum Gipsen geschickt wurde, wusste ich wenigstens was auf mich zu kommt. War schon lustig, irgendwie kam mir das ganze schon fast vertraut vor, war aber trotzdem überrascht wie schnell und relaxed die ganze Sache von statten geht. Hatte als Kind ein Gipsbett, und das zu machen war jedesmal ein Riesenakt,...

Jetzt muss ich nur noch meine schweizer Krankenkasse davon überzeugen, dass sie die Kosten für einen Schildkkrötenpanzer (grün mit Tropfen) übenimmt :gruebel:
Bin für jeden Tip dankbar :help:

gutemine
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Beitrag von Bommenate »

Liebe Gutemine,

nach Lesen deines Posts muss ich doch feststellen (und wie so oft im Forum), dass ich bis auf die immensen Grade keine nennenswerten Anomalitäten vorweisen kann. Gott-sei-Dank!!! :D

Durch die vielen Info´s im Forum fand ich das Gipsen eigentlich auch klasse. Diese Vertrautheit, obwohl man das vorher nicht kennt, kann ich nachempfinden.

Oohh, du kriegst auch so einen tollen Panzer in Grün mit Tropfen!!! Ich bin fast neidisch, obwohl mein Jeans-Design auch toll aussieht.

Auf jeden Fall drücke ich dir die Däumchen, dass die KK ein Einsehen hat!!!!

Viele Grüße,

Bommenate
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Gutemine
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Beitrag von Gutemine »

Bommenate hat geschrieben:

Auf jeden Fall drücke ich dir die Däumchen, dass die KK ein Einsehen hat!!!!
Danke fürs Daumendrücken.
Im Notfall bezahle ich den Turtlepanzer eben selber. Von einer bockigen KK lass ich mir die Chance auf eine Verbesserung nicht nehmen :fight: besonders da ich mega-motiviert was gegen meine Skoliose zu tun.
Aber wenn man regelmässig seinen (nicht gerade kleinen) Beitrag zahlt und was für seine gesundheitliche Verbesserung tun möchte, wäre es natürlich schon nicht schlecht wenn mich die KK dabei unterstützt.

Viele Grüsse,
gutemine
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Adult-korsett bei Wirbelfehlbildung

Beitrag von Gutemine »

Eigentlich sollte ich jetzt einen Thread mit “Adult-korsett bei Wirbelfehlbildung” eröffnen, aber ich mach trotzdem mal hier weiter. Schroth kommt ja eh wahrscheinlich noch irgendwann dazu. Ausserdem ist es für neue Mitglieder im Forum mit ähnlicher Diagnose leichter zu verfolgen welche Therapie angewendet wurde…

Also ich bin jetzt auch stolze Besitzerin eines echten Rahmouni und somit offiziell eine Adult-turtle. Das gute Stück (grün mit Tropfen) hat auch einen Namen:
“Scarabaeus”
Denn es gibt mir:
- ein insekten-mässiges Aussenskelett (von wahrscheinlich besserer Qualität als mein menschliches Innenskelett)
- Glück (was man immer brauchen kann). Schon die alten Ägypter wussten ihn als Glücksbringer zu schätzen
- einen äusserst attraktiven Grünschimmer (& ein paar Tautropfen)
- und wenn es Schwierigkeiten macht ist es eben immer noch der gute alte Mistkäfer

Tragezeit am ersten Tag war eine Stunde & halbe Stunde am roten Strich. Fand es ganz erträglich. Was bei mir half war abwechselnd zu Stehen, Gehen, oder Sitzen. Wenn ich zulange in einer Postition verharrte war es irgendwie schwerer auszuhalten.
Allerdings hat AR schon gemeint, dass er bei mir erstmal keinen zu grossen Druck ausüben möchte. Habe also eher eine light-version. Allerdings meinte AR, dass ich das Korsett auch gerne über den roten Strich hinaus zuziehen kann wenn ich möchte und man später auch noch den Druck erhöhen kann (daran hatte ich eh keine Zweifel ;))

Jetzt müssen Scarabaeus und ich uns eben ein wenig aneinander gewöhnen und lernen ein Bett zu teilen (möglichst nicht nebeneinander liegend ;D). Aber das wird noch ein Weilchen dauern…

I will keep you posted,

gutemine
Wirbelwind
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Beitrag von Wirbelwind »

...
Zuletzt geändert von Wirbelwind am Mi, 06.05.2009 - 11:37, insgesamt 1-mal geändert.
Bommenate
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Beitrag von Bommenate »

Hallo Gutemine,

mir gefällt Scarabaeus (obwohl ich es ja persönlich mit den Krabbelviechern nicht so hab´)!!! Da hast du dir wirklich was bei gedacht!!! :respekt:

Ich bin schon auf deine weiteren Berichte gespannt. :ja:

Viele Grüße,

Bommenate
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Gutemine
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Beitrag von Gutemine »

Hallo :hallo:

hier ist ein kleiner Zwischenbericht nach einer Woche Korsetterfahrung:

Scarabaeus und ich haben uns mittlerweile schon recht gut aneinander gewöhnt. Nachdem der Meister Rahmouni bei der Anprobe zu mir meinte, dass ich es langsam angehen lassen soll hab ich jeden Tag meine Tragzeit ein wenig erhhöht und komme jetzt auf 5 Stunden (am roten Strich) :ja: !
Am meisten zu schaffen macht mir meine Haut und diese blöden Korsetthemden :schimpf:. Hab meinen Hauptdruck auf einer Pelotte unter der Achsel und da ein falten-und nahtfreies Korsetthemd zu haben ist fast unmöglich.
Ansonsten komm ich ganz gut mit dem Käfer zurecht, am Besten gehts eigentlich wenn ich mich bewege und stehe. Sitzen kann ich nicht all zu lange. Was ich sehr zu schätzen gelernt habe ist mein Swopper (Anm. das ist ein Sitzmöbel http://www.swopper.de), da man dort ständig die Postion ändern kann. Ist irgendwie wie auf einem Pezziball, aber wesentlich stabiler.
Was wirklich positiv ist, ist die Tatsache, dass die Schulterschmerzen unter denen ich seit etwa einem halben Jahr leide sofort weg sind sobald ich das Korsett anziehe. Auch sehr angenehm empfinde ich die streckende Wirkung des Korsetts und merke wie sich bei mir Verspannungen im Brust- und Halswirbelsäulenbereich lösen (an die ich mich über die Jahre hinweg schon fast irgendwie gewöhnt hatte). Was mich wirklich beeindruckt, ist die Tatsache, dass ich unmittelbar nach dem Ausziehen wirklich gerader dastehe (aber vielleicht bilde ich mir das auch ein).

Meinen ersten Schlafversuche im Korsi hab ich auch schon gestartet, die waren allerdings weniger erfolgreich: beim ersten Mal musste ich aber nach einer Weile aufgeben, und gestern Nacht hab ich wenigstens mal 1.5 Stunden auf dem Bauch schlafend zugebracht. Das war zwar nicht optimal, da der Hals dabei verdreht wird, aber fürs Eingewöhnen muss man eben gewisse Abstriche machen. Das grösste Problem beim Schlafen ist eigenlich nicht unbedingt das Korsi sondern die blöden Arme die irgendwie immer im Weg sind oder so gebettet werden müssen, dass sie nicht einschlafen usw. Aber daran werde ich mich auch noch irgendwie gewöhnen. Obwohl ich mir solche Experimente eigentlich nur am Wochenende leisten kann, da ich während einer anstrengenden Arbeitswoche einfach meinen Schlaf brauche :zzz: .

@Bommenate
Ich bin selbst schon auf meine zukünftigen Berichte gespannt ;D

A bientôt,

Gutemine
Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo Gutemine,

Glückwunsch zu den 5 Stunden und den nicht mehr vorhandenen Verspanungen! Das geht ja gut voran bei Dir!
Wichtig, gerade in der Eingewöhnungszeit, ist die Hautpflege. Die meisten von uns machen die besten Erfahrungen mit PC30V.
Zu den Armen: Es gibt hier eine Beschreibung von Tonis Armschlucht-Methode. Schau mal unter der Suchfunktion; ich habe sie allerdings nie begriffen.

Weiterhin viel Erfolg,

Karlson
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Beitrag von Bommenate »

Hallo Gutemine,

5 Stunden bei den roten Strichen??? Bild Ich bin beeindruckt!!!! Dabei hast du Scarabaeus erst eine Woche...... TOLL!!!!

Viele Grüße,

Bommi
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