Ich bin erst seit kurzem bei diesem Forum angemeldet. Zuerst habe ich mir, da ich selbst vor ungefähr einem Jahr operiert wurde, die Beiträge über die Operationen durchgelesen. Und dabei ist mir aufgefallen, dass es vor allem über deutsche Klinken geschrieben wird (klar, ist ja auch ein deutsches Forum). Also habe ich mir gedacht, ich schreibe mal ein bisschen was über mich und die Behandlung in Österreich. Da man ja auch als Österreicher ziemlich schnell auf dieses Forum stößt.
Also meine Skoliose wurde im Mai 2005 von meiner Schulärztin erkannt. Von ihr wurde ich zu meinem Orthopäden geschickt. Dieser stellte eine s-förmige Skoliose von über 70Grad fest. Ich war zuerst total geschockt, ich hatte noch nie etwas von Skoliose gehört. Man sah auch nur wenig, da ich ziemlich rundlich war. Nur wenn ich mich bückte konnte man den berühmten Rippenbuckel sehen. Mein Ortopäde empfiehl mir ein Korsett. Doch als ich schließlich wieder zur Anpassung in die Praxis kam, sagte man mir, dass ein Korsett bei einer solchen Gradanzahl keinen Sinn mehr machen würde und ich mich lieber sofort operieren lassen sollte. Aber für mich kam zu dieser Zeit noch keine OP in Frage. Also fing ich damit an in einem physikalischen Zentrum Gymnastik zu machen. Und im Herbst 2005 begann ich eine Schroth-Terapie. Doch eine Besserung ließ sich nicht erkennen. Und schließlich dachte ich dann doch über eine mögliche OP nach. Meine Eltern und ich gingen zu verschieden Ärzten und jeder empfohl mir eine Operation. Im Jänner 2006 entschied ich mich dann schließlich dazu, mich im Juni 2006 in Speising operieren zu lassen. Die OP ließ ich von dem dortigen Primarius durchführen. In nur einem Einem Jahr hat sich meine Krümmung um 6Grad vergrößert.
Am 21.6.2006 war es dann schließlich soweit. Natürlich hatte ich rießige Angst. Vor allem hatte ich Angst nach der OP mehr Schmerzen zu haben, als vor der OP. Die OP dauerte 9 Stunden. Ich wurde zwischen Th4 und L4 versteift. Aufgewacht bin ich auf der Intensivstation. Bewegen konnte ich mich nicht wirklich, ich war mit Schmerzmittel zugepumpt und mein Rücken war so schwer, dass ich dachte,dass mein ganzer Rücken eingegipst wäre, aber das war er natürlich nicht. Nach einem Tag, musste ich dann aufstehen, um in mein Stationsbett zu gelangen. Alleine hätte ich das sicher nie geschafft. Als ich dann auf der Station lag, war ich am verzweifeln. Wie sollte ich je wieder normal leben? Aber Gott sei Dank sind ja dann wieder meine Eltern und meine Schwester gekommen, die mich wieder aufgemuntert haben. Ich war insgesamt zwei Wochen im Spital, danach musste ich mich sechs Wochen zu Hause schonen. Diese sechs Wochen waren wirklich hart. Aber mit der Zeit geht es bergauf. Ich konnte zum Beispiel am Anfang nicht mal zehn Minuten sitzen. Aber ich glaube, dass ist auch von Patient zu Patient verschieden.
Natürlich gab es auch viele schöne Momente z.B. wenn man sich das erste Mal ohne Hilfe aufsetzen kann, aufstehen kann, einen Spaziergang machen kann, wieder länger sitzen kann usw. Und irgendwann führt man dann wieder ein normales Leben..klar, es ist nicht mehr so wie voher. Aber ich habe mit mir selbst vereinbart, dass die Skoliose zu mir gehört, das sie ein Teil von mir ist. Ach ja nach der OP habe ich 3 Monate lang eine Therapie gemacht zum Muskelaufbau usw. Das hat mir auch sehr geholfen und ich mache die Übungen heute noch.
Heute, ein Jahr danach, bin ich eigentlich vollkommen zufrieden. Ich betreibe mehr Sport, als vor der OP und bin auch viel selbstbewusster.
Übrigens bin ich um 6 Zentimeter größer.
Also meine "Krankengeschichte" ist jetzt doch ziemlich lang geworden.
Wenn ihr auch aus Österreich seid und Fragen über meine OP in Speising habt oder einfach jemanden zum Reden braucht dann meldet euch. Natürlich könnt ihr mir auch schreiben wenn ihr aus Deutschland seid. Würde mich freuen, wenn ich mit meinen Erfahrungen jemanden helfen kann.
Liebe Grüße
Isabella