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Dehnung und OP

Verfasst: Sa, 13.01.2007 - 15:51
von Petra,41
Hallo,

ich habe einige Fragen zur Dehnung vor Wirbelsäulen OPs:

In einigen Fällen wird die Wirbelsäule vor der OP in Narkose gedehnt, weiß jemand von euch, wie dies genau vonstatten geht ?

Wird die Dehnung nur bei jüngeren Menschen durchgeführt oder welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit die Wirbelsäule überhaupt gedehnt werden kann ?

Auch nachdem die Wirbelsäule in Narkose vorgedehnt wurde, wird diese Dehnung noch einige Wochen weitergeführt, soviel ich weiß. Auch hierzu möchte ich gerne wissen, ob diese Dehnung nur bis zu einem bestimmten Alter möglich ist, wenn die Bänder noch flexibel sind und wie dies genau technisch gemacht wird.

Außerdem werden Wirbelsäulen OPs bei einigen Patienten auch ohne vorherige Dehnung durchgeführt.

Wie ist es ohne vorherige Dehnung überhaupt möglich, Die Wirbelsäule in einem einzigen OP-termin soweit aufzurichten, daß man die Krümmung beseitigen kann, da ja infolge der Verkrümmung auch die Bänder, Sehnen und Muskeln verkürzt sind, so daß ich mir nicht vorstellen kann, wie es technisch vonstatten geht, die Wirbelsäule ohne vorherige Dehnung in einer OP zu begradigen.

Außerdem würde ich noch gerne wissen, wie man den Krümmungswinkel bei einer Kyphose ausmißt.

vielen Dank im voraus und liebe Grüße
Petra

Re: Dehnung und OP

Verfasst: Sa, 13.01.2007 - 20:42
von Dalia
Hallo Petra,
Petra,41 hat geschrieben:In einigen Fällen wird die Wirbelsäule vor der OP in Narkose gedehnt, weiß jemand von euch, wie dies genau vonstatten geht ?
meinst du eine Dehnung mittels Halo?
Außerdem würde ich noch gerne wissen, wie man den Krümmungswinkel bei einer Kyphose ausmißt.

Dazu hast du ja schon einige Antworten im anderen Thread bekommen: viewtopic.php?t=6915

Verfasst: Sa, 13.01.2007 - 23:58
von Toni
Es gibt mehrere Methoden der Wirbelsäulen-Streckung:

1. Extension nach Dr. COTREL vor der OP .
Die Wirbelsäule wird zwischen einer in der Taille verlaufenden Gurtung und einer Glisson-Schlinge gespannt. Der Patient bestimmt selbst den Höchstzug mit den Füßen und Händen. Der Dauerzug wird durch Zuggewichte eingestellt. Danach wird entweder operiert oder ein korrigierendes Korsett oder Risser-EDF-Cotrel-Gipskorsett gegeben. http://milwaukee.brace.nu/Text/Cotrel.html

2. Extension kann statt im liegen auch mit einer Extensionsvorrichtung am Korsett gemacht werden. (Ich selbst habe eine Kopfstütze am Rahmouni-Korsett, mit dem ich auch die ganze Wirbelsäule selbst einstellbar langziehen und strecken kann). http://milwaukee.brace.nu/Text/HSO.html
Am Annastift Hannover wurden solche Extensionsorthesen entwickelt und angewendet, bis diese durch die Halo-Traktion abgelöst wurde, die für med. Laien zwar grauslicher aussieht, für den Patienten aber wesentlich „angenehmer“ ist, als der ständige Druck auf Kinn, Kiefer und Zähne.

Extension kann der OP-Vorbereitung dienen oder Teil der konservativen Therapie sein. Extension OHNE Stabilisierung führt aber zur Mobilisierung und kann ohne nachfolgende OP oder Korsett-Therapie & Schroth zur Destabilisierung und Mobilisierung führen. Das ist UNERWÜNSCHT, da es sogar ei Erwachsenen eine Progredienz auslösen kann!


3. Halo Traktion.
Bei der Halo-Traktion wird eine sogenannte „Dornenkrone“ fest mit Pins in den Schädelknochen geschraubt.
(für Piercing-Freaks die absolute "Krönung" :D )
Im Gegensatz zu Patienten mit HWS-Verletzungen bleibt der Kopf aber trotz Halo relativ beweglich.
Die Halo-Traktion wird meistens bei und nach einer Release-OP eingesetzt. Dabei wird zuerst in einer ersten OP die Bandscheiben aus dem zu versteifenden Bereich entfernt. Dann liegt der Patient 2 bis mehrere Wochen mit täglich steigenden Zuggewichten am Kopf bis die für die Versteifung gewünschte Streckung und Begradigung möglichst OHNE Nervenzerrung des Rückenmarks erreicht ist. Erst dann erfolgt die Implantation des Versteifungsinstrumentariums in einer 2. OP.

http://www.skoliose-op.info/frameseite_ ... infos.html
http://milwaukee.brace.nu/Text/HaloHoop.html

Ich hoffe, damit konnte ich Deine Fragen einigermaßen beantworten.
Nun hab ich ein paar Fragen:
Wie schlimm ist denn Deine Kyphose?
Was hast Du bisher konservativ unternommen?
Was hast Du vor, daß solche Fragen stellst?
Gruß Toni