Miri1989 hat geschrieben:Bin vor kurzem an meiner Skoliose operiert worden und nun würde mich interessieren wie lange die Stäbe eigentlich brechen können also ob die Gefahr irgendwann abnimmt.
Nach 2 Jahren geht man i.d.R. von einer vollständigen Verknöcherung aus, was jedoch nicht heißt, dass sie tatsächlich ganz vollständig ist bzw. Stabbrüche, die relativ häufig vorkommen (je nach Material), deuten auf unvollständige Verknöcherungen hin, also darauf dass im verteiften WS-Abschnitt noch Mini-Bewegungen möglich sind. Aber zumindest nimmt nach 2 Jahren dann die Gefahr ab.
Miri1989 hat geschrieben:Außerdem frag ich mich ob wann das eigentlich passieren kann auch wenn ich mich nur ganz normal bewege oder wenn ich sport mache?
Beim Sport ist die Wahrscheinlichkeit natürlich größer, aber es kann bei jeder normalen Bewegung, auch beim umdrehen im Bett passieren.
Wenn das Materiel stabil genug ist, dann bricht nicht der Stab, sondern der Knochen, sprich das Implantat reißt aus seinen Verankerungen aus (ausgerissene Schraube).
Mit zunhemender Knochenentkalkung steigt dann natürlich dieses Risiko auch, das heißt im Alter und falls man Ostheoporose bekommt.
Außerdem ist der stillgelegte Wirbelsäuelenabschnitt auch noch zusätzlich wegen der mangelden Bewegung und den kaum vorhandenen Muskelzügen an den Knochen besonders anfällig für Knochenentkalkung und Ostheoporose und dann natürlich für Schraubenausbrüche, weshalb gerade isometrische Spannungsübungen, die auch die tiefe Rückenmuskulatur erreichen (in der Hoffnung, dass noch ein paar Muskeln bei der Operation am Knochen drangeblieben sind) wichtig wären, um den Knochenstoffwechsel wenigstens etwas anzuregen, wenn schon keine richtigen Bewegungen mehr möglich sind die der Knochen eigentlich bräuchte.
Und natürlich zur muskulären Stabilisation der Übergangsbereiche der Wirbelsäule vom verteiften zum nichtversteiften Teil, der die meiste Kompensationsarbeit übernimmt.
Wie bei technischen Geräten halt auch. Das Stromkabel, das aus dem Föhn austritt, wird auch durch eine dickere weniger flexible Gummiummantelung stabilisiert, damit sich die Bewegung und der Verschleiß möglichst auf das gesammte Kabel verteilt und gleichmäßig abnutzt. Wäre dem nicht so, dann würde das Kabel an der Austrittsstelle ziemlich schnell brechen.
So passiert es dann auch oft mit den an die Verteifung angrenzenden Wirbelsäulenbereichen, die dann vorzeitig abgenutzt sind (vor dem "Verfallsdatum" des restlichen Körpers quasi) und dann zu Problemen und zu Nachoperationen wie Fusionstreckenverlängerung nach oben und unten führen können.
Schätzungsweise jeder vierte der heute Operierten, geht man von aus, wird im Laufe der Jahre aufgrund solcher Dinge so große Probleme bekommen, das mindestens eine Nachoperation notwendig wird, wobei weder ein Stabbruch noch ein Schraubenausriss ein dringender Grund für eine Operation darstellen muss, solange sie keine Probleme bereiten.