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nach OP im Rollstuhl???
Verfasst: Sa, 24.06.2006 - 11:24
von burrzl
Hallo an alle,
gibt es auch jemand der schön mal gehört hat, dass man eventl. nach einer OP im Rollstuhl sitzt? Ich meine jeder hat sicher Angst vor so einer OP, aber ist das schon vorgekommen? Und hat jemand Erfahrung mit Korsetts nach dem die Wibelsäule schon versteift wurde? Bringen sie dann noch eine Besserung????
Verfasst: Sa, 24.06.2006 - 11:44
von Fine
Hallo Burzzl,
das Risiko, dass man nach einer Skoliose OP für den Rest des Lebens im Rollstuhl sitzen muss, weil bei der OP was schief gegangen ist, ist sehr gering.
Ich kenne niemanden.
Vielleicht gibt es welche, aber bekannt ist mir keiner, aber es schreiben ja auch nicht alle Skoliotiker hier im Forum mit.
Ziehst du es denn in Erwägung dich operieren zu lassen?
Nach einer OP ein Korsett zu tragen bringt glaub ich nicht mehr allzu viel. Je nach dem in welcher Klinik zu dich operieren lässt, musst du maximal ein halbes Jahr nach der OP ein Korsett tragen. Eher als Stütze und Sicherheit, aber Korrektur kommt da keine mehr dabei raus.
Aber in den meisten Kliniken wird heutzutage ein Korsett nach der OP nicht mehr benötigt. Es gibt ich glaub noch ein paar Kliniken, bei denen es nach der OP noch ein Korsett für ein halbes jahr gibt, weil sie andere OP Methoden oder so haben.
Es bleibt natürlich noch die Frage offen, dass wenn du 2 Krümmungen hast und nur eine vertseift wird, ob man die andere Krümmung, die nicht versteift wurde, mit einem Korsett verbessern könnte.
Ich hoffe, ich konnte dir deine Fragen beantworten.
LG Fine
Verfasst: Sa, 24.06.2006 - 12:53
von Toni
Ich weis von 3 Fällen, bei denen 3 Mädchen vor ca. 25 Jahren "in den Rollstuhl" operiert wurden. Das war die zeit als Prof. Zielke noch im fanz. Militärkrankenhaus in Tübingen Skoliose-OP´s gemacht hat. da haben ein paar WS-Chirurgen in der Uniklinik Ulm auch geglaubt: Das können wir auch.
Nach dem 3 Mädchen hintereinander im Rollstuhl gelandet sind, haben sie es (gottseidank) aufgegeben.
Es gab vor 2 Jahren einen Todesfall nach einer Skoliose-OP in der Uniklinik Münster. Bei einem erfolgreich operierten 19-Jährigen jungen Mann trat einiege Wochen NACH der OP eine Schwellung des Rückenmark-Kanals auf, die die Herz-Lungen Nerven so abgequetscht hat, daß er daran verstorben ist.
Mir sind einige Fälle bekannt, bei denen ansonsten erfolgreich Operierte inkontinent geworden sind, also Harn und Stuhl nicht halten können, bezw. Erwachsenen-Windeln tragen müssen.
Die Wahrscheinlkichkeit, daß es heutzutage bei WirbelsäulenOP´s zu Beschädigungen der nerven und des Rückenmarks kommt ist zwar tatsächlich sehr gering, aber leider NICHT zu 100% ausgeschlossen.
Es ist eine Frage der Erfahrung und Sorgfalt des Operateurs, aber auch eine Frage der OP-Vorbereitung und Vorbehandlung ( Möglicherweise wäre z.B. Fines neurologische Komplikation mit einem Halo-Streck VORHER oder einer COTREL Extension VORHER nicht oder nicht in dieser Schwere passiert?). Es ist auch einen Frage ob sich ein Neurochirurg mit im OP-.Team befindet oder ob nur begradigungsehrgeizige Orthopäden drauflosoperieren.
zur Frage Korsett für Operierte
da muss man erst klären das das Ziel ist!
Am Operierten Bereich sollte und kann man wohl kaum mit großen Derotationskräften herumdrücken. Insbesondere bei Harringtons!
Andererseits habe ich in Bad Salzungen in der Operietengruppe sehr gut beobachten können, wie sich z.B. Zielke-Harrington-Operierte erstaunlich gut auch im langstreckig versteiften bereich korrigieren konnten! z.B. Paket raffen und schwache Seite, schwache Stelle weitatmen. zumindest optisch konnte das die OP nicht erreichen was Schroth bewirkt hat.
Also könnte ich mir auch durchaus vorstellen, daß ein schonendes aber atemlenkendes Korsett das nach den Schroth-Prinzipien gearbeitet ist, durch aus eine kosmetische Verbesserung des Rückenprofils bewirken könnte.
das 2. thema ist aber die oft bei Operierten beobachtete Verschlechterungstendenz und Krümmungszunahme in den noch unversteiften Bereichen der WS ober- und unterhalb der Fusionsstrecke.
Da kann ein gut angepasstes Korsett durchaus eine Alternative zur Nachoperation und Verlängerung der Versteifungsstrecke sein und wurde von Rahmouni schon öfters gemacht.
Gruß Toni
Verfasst: Sa, 24.06.2006 - 14:54
von burrzl
Also ich wurde bereits mit 7 Jahren nach harrington operiert, in Heidelberg. Habe aber immer noch 80 Grad nach Cobb und eine Krümmung. Da ich aber oft Beschwerden habe ( das Becken setzt auf den Rippenbogen auf) wollte ich mich über mögliche Varianten der Verbesserung informieren. Gibt es da überhaupt noch welche????
Verfasst: Sa, 24.06.2006 - 15:11
von Toni
Ich kann Dir nur raten, Dich einmal bei Dr. Hoffmann in Leonberg vorzustellen und gründlich diagnostizieren zu lassen.
Eventuell auch dann, wenn Prof. Halm gerade bei Dr. Hoffmann zur gemeinsamen Sprechstunde für potentielle OP-Kandidaten in Leonberg ist.
Gruß Toni
Re: nach OP im Rollstuhl???
Verfasst: Sa, 24.06.2006 - 23:44
von BZebra
burrzl hat geschrieben:gibt es auch jemand der schön mal gehört hat, dass man eventl. nach einer OP im Rollstuhl sitzt? Ich meine jeder hat sicher Angst vor so einer OP, aber ist das schon vorgekommen? Und hat jemand Erfahrung mit Korsetts nach dem die Wibelsäule schon versteift wurde? Bringen sie dann noch eine Besserung????
Fälle von Querschnittslähmung durch Skoliose-Operation von denen hier im Forum berichtet wurde sind (neben Fine) hier zu finden
http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=1222
http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=670
http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=1466
eine davon irreversibel, die andere ist wieder aus dem Rollstuhl rausgekommen, einer ist in Folge der Querschnittslähmung verstorben.
Ansonsten kenne ich einen Jungen der eine "bösartige" oder "rebelliernde" Skoliose hatte, die allem an Korrekturversuchen widerstanden hat. Wurde auf eigenen Wunsch vor gut 10 Jahren in der WWK operiert (die Ärzte hatten davon abgeraten); das zunächst auch erfolgreich, Stäbe haben der Spannung durch die Skoliose aber nicht standgehalten, sind gebrochen, Rollstuhl. Ob er wieder rausgekommen ist weiß ich nicht.
Verfasst: Di, 27.06.2006 - 22:07
von Clawi
Hallo!
Ich finde es interessant! Wenn es notwendig ist, kann mal im Rollstuhl nach OP sitzen. Wenn der Arzt was vorschlagen und besser zu sagen kann. Ich finde es gut, wenn es Patienten eine starke Probleme mit WS, Skoliose - OP haben, kann mal kurze Zeit im Rolli sitzen. Normal kann nicht lange sitzen, da schmerzt mehr. Da kann auch sicher an der Arzt fragen.
Bei mir muss auch meine Aktivrolli benutzen, weil ich nicht besonders gut laufen, mit Korsett darf nie laufen, muss mal sitzen bleiben, wenn nach OP ist, soll mal auch gleichzeitig nehmen.
@BZebra:
Du hast sehr gute Information den Link! Ich kann ja verstehen. Es ist nicht so leicht wie man mit Querschnittslähmung betroffen und kann immer mit Nervproblem passiert! Hoffentlich bleiben die Patienten immer Erfolg ohne Lähmung in Zukunft...denke ich.
Gruß Anna