Starke Beschwerden nach OP ohne wirkliche Indikation. Bitte um Rat!!
Verfasst: Do, 04.11.2021 - 19:51
Liebe Forenmitglieder,
Ich möchte euch hier gerne um Rat fragen und euch zunächst meine Geschichte mit Skoliose und meine Erfahrung der OP erzählen:
Ich habe im April dieses Jahres eine Skoliose OP in der Charité in Berlin gemacht, die ich unglaublich bereue und welche der größte Fehler meines Lebens war. Zur Vorgeschichte: Ich wurde als Jugendliche diagnostiziert und habe damals eine Korsett Therapie abgelehnt, da ich leidenschaftlich Klettern als Leistungssport betrieben habe und das Korsett bedeutet hätte, dass ich dies nicht mehr hätte machen können. Bis zur OP blieb meine Skoliose unbehandelt- Ich hatte nie Physiotherapie, Osteopathie oder ähnliches. Ich hatte wohl eine total dummes Annahme, das dies alles nichts bringen würde, von der ich nicht weiß, woher sie kommt. Mit der Zeit habe ich gespürt, wie meine Skoliose schlechter wird, allerdings war ich nur alle paar Jahre beim Arzt und die Röntgenaufnahmen ergaben eine Verschlechterung von 30 Grad zu 40 Grad und dann vor der OP zu 50 Grad. 2019 ging ich seit längerer Zeit das erste Mal wieder zu einem Orthopäden, welcher zu mir meine, dass in meinem Fall Physiotherapie etc alles nichts mehr bringen würde und ich in die Charité zur Skoliosesprechstunde gehen sollte. Er rat mir, ich solle eine OP in Betracht ziehen- OPs seien heutzutage nicht mehr so schlimm. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer wieder Schmerzen durch die Skoliose und ein unangenehmes, ‘verdrehtes (ihr kennt das wohl alle) Körpergefühl dadurch. Zusätzlich bilde ich mir ein, schlechter Luft bekommen zu haben, wobei diese Hypothese nie richtig überprüft wurde. Das angespannte Atmen könnte ebenfalls eine Konsequenz von Depression, starkem Stress, Anxieties etc sein.
Als ich dann zur Skoliose Sprechstunde in die Charité ging, wurde ich geröntgt und beschrieb meine Symptome: Schmerzen, potentiell schlechteres Atmen (wurde wieder nicht kontrolliert), verdrehtes Gefühl. Ich sagte, dass ich nie Physiotherapie gemacht hatte und auch sonst nichts probiert hatte. In der Sprechstunde wurde die OP so dargestellt, als sei das keine besonders krasse Sache. Ich hatte vorher nichts dazu im Internet recherchiert, was ich extrem bereue, allerdings hatte ich angenommen, den Ärzten in der Charité trauen zu können. Ich bin von Beruf DJ und fragte konkret, wie lange es nach der OP dauern würde, bis ich in ein anderes Land fliegen und dort nachts im Club einen 2 Stunden Gig spielen könnte. Der Arzt meinte: 1 Monat!!!!!! Auf die Frage, wann ich größtenteils schmerzfrei sein sollte und uneingeschränkt im Alltag rumlaufen könnte, antworteten dieser Arzt, sowie später vor der OP eine weitere Ärztin 4-6 Wochen !!!!! Der Arzt in der Sprechstunde meinte weiterhin, dass vermutlich nur ein kleiner Teil der Brustwirbelsäule versteift werden würde. Zu keinem Zeitpunkt wurde mir gesagt, dass dies eine riesige komplizierte OP sei, bei der man lange Zeit danach Schmerzen hat. Ich wurde dazu ermutigt, einen baldigen OP Termin im Frühjahr zu nehmen, da ich dadurch im Sommer dann ja wieder fit sein könnte. Leider lies ich mich darauf ein.
Als ich einen Tag vor der OP im Krankenhaus aufgenommen wurde, hatte ich ein weiteres Gespräch mit einer Ärztin, die nur zu mir meinte ‘eigentlich wissen sie ja schon alles’ und mir schnell alle Unterschriften abknöpfen wollte, sodass ich wieder gehen konnte. Zu keinem Zeitpunkt wurde mir gesagt, dass ein riesiger Teil meines Rückens versteift werden würde und diese OP mit Schmerzen für eine längere Zeit als 6 Wochen verbunden ist. Ich kann nur wiederholen, wie sehr ich mich ärgere, dass ich nie diese OP im Internet recherchiert hab, das ist so unglaublich dumm und ich weiß wirklich nicht, warum ich das nicht getan habe.
Ich kam also morgens in den OP und dachte ich hätte ein Sache vor mir, bei der nur ein kleiner Teil meiner Brustwirbelsäule versteift werden würde und deren Nachsorge und Komplikationen ich nach 6 Wochen überwunden hätte…Ich wachte auf mit einer Versteifung von T4 bis L4.
Seitdem ist mein Leben die Hölle. Mir geht es so so so so viel schlechter als vorher. Ich hatte wirklich keine großen Schmerzen, war in keinster Weise darin eingeschränkt, wie lange ich stehen/laufen/tanzen etc kann. Nun habe ich nach wie vor starke scherzen beim stehen und gehen. Seit kurzem kann ich wieder in Berlin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und das ist eine große Errungenschaft. Trotzdem schmerzt jeder Schritt. Wenn ich morgens 100 Meter weiter zur Bäckerei mir einen Café holen und wieder zurück zur Wohnung gehe, bin ich danach k.o. Meinen Beruf als DJ kann ich nurnoch unter großem Leiden nachgehen. In ein anderes Land fliegen und dort spielen ist mit mehr Stress als Freude verbunden. Ich kann nicht einfach in einer fremden Stadt losgehen, spazieren gehen und mich der Eindrücke erfreuen. Tanzen ist so gut wie nicht mehr möglich und fühlt sich wegen der Versteifung absolut besch***en an. Jegliche Fachkräfte, seien es Ärzte, Orthopäden oder Physiotherapeuten, die ich frage, können mir keine Progrnose oder Auskunft darüber geben, wann diese Schmerzen abklingen sollten. Ganz oft hörte ich die Marke 3-Monate und dann 6-Monate, wobei beides nun um ist und es nicht wesentlich besser ist. Die Verbesserung, die ich merke, ist, dass ich nun meistens die Bahn nehmen kann, um in der Stadt umher zu kommen und ich beim Auflegen 2 Stunden mit starken, aber nicht mehr extremsten Schmerzen stehen kann. Sitzen kann ich ebenfalls auch nur auf Stühlen mit guter Lehne und Kissen im Rücken.
Diese OP ist der größte Fehler, den ich je gemacht habe. Mir ging es es nicht sonderlich schlecht vorher und jetzt lebe ich mit starken Schmerzen und bin extrem eingeschränkt. Ich habe zwei Fragen, die mir auf der Zunge brennen und wenn ich irgendwie Hilfe, Rat und Erfarhungsberichte von euch bekommen könnte, währe ich extrem dankbar, weil ich niemanden kenne, der sonst diese OP hatte:
1. Sollte ich, wenn genug Zeit vergangen ist, irgendwann keine Schmerzen mehr beim Gehen und Stehen haben und wie andere Leute rumlaufen, wandern etc gehen können.
2. Ist es möglich diese OP zu revidieren und das Implantat entfernen zu lassen? Ich finde dazu überhaupt nicht, allerdings habe ich hier einige Erfahrungsberichte von Leuten gelesen, die das haben machen lassen. Sollte es irgendwie möglich sein, wäre ich bereit jeglichen Betrag zu zahlen und sonst wohin zu reisen, um dies machen zu können.
Wie gesagt, über jegliche Beiträge würde ich mich unglaublich freuen, da ich aktuell absolut alleine bin mit meiner Situation und nicht wirklich weiter weiß.
Alles Liebe,
Charly
Ich möchte euch hier gerne um Rat fragen und euch zunächst meine Geschichte mit Skoliose und meine Erfahrung der OP erzählen:
Ich habe im April dieses Jahres eine Skoliose OP in der Charité in Berlin gemacht, die ich unglaublich bereue und welche der größte Fehler meines Lebens war. Zur Vorgeschichte: Ich wurde als Jugendliche diagnostiziert und habe damals eine Korsett Therapie abgelehnt, da ich leidenschaftlich Klettern als Leistungssport betrieben habe und das Korsett bedeutet hätte, dass ich dies nicht mehr hätte machen können. Bis zur OP blieb meine Skoliose unbehandelt- Ich hatte nie Physiotherapie, Osteopathie oder ähnliches. Ich hatte wohl eine total dummes Annahme, das dies alles nichts bringen würde, von der ich nicht weiß, woher sie kommt. Mit der Zeit habe ich gespürt, wie meine Skoliose schlechter wird, allerdings war ich nur alle paar Jahre beim Arzt und die Röntgenaufnahmen ergaben eine Verschlechterung von 30 Grad zu 40 Grad und dann vor der OP zu 50 Grad. 2019 ging ich seit längerer Zeit das erste Mal wieder zu einem Orthopäden, welcher zu mir meine, dass in meinem Fall Physiotherapie etc alles nichts mehr bringen würde und ich in die Charité zur Skoliosesprechstunde gehen sollte. Er rat mir, ich solle eine OP in Betracht ziehen- OPs seien heutzutage nicht mehr so schlimm. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer wieder Schmerzen durch die Skoliose und ein unangenehmes, ‘verdrehtes (ihr kennt das wohl alle) Körpergefühl dadurch. Zusätzlich bilde ich mir ein, schlechter Luft bekommen zu haben, wobei diese Hypothese nie richtig überprüft wurde. Das angespannte Atmen könnte ebenfalls eine Konsequenz von Depression, starkem Stress, Anxieties etc sein.
Als ich dann zur Skoliose Sprechstunde in die Charité ging, wurde ich geröntgt und beschrieb meine Symptome: Schmerzen, potentiell schlechteres Atmen (wurde wieder nicht kontrolliert), verdrehtes Gefühl. Ich sagte, dass ich nie Physiotherapie gemacht hatte und auch sonst nichts probiert hatte. In der Sprechstunde wurde die OP so dargestellt, als sei das keine besonders krasse Sache. Ich hatte vorher nichts dazu im Internet recherchiert, was ich extrem bereue, allerdings hatte ich angenommen, den Ärzten in der Charité trauen zu können. Ich bin von Beruf DJ und fragte konkret, wie lange es nach der OP dauern würde, bis ich in ein anderes Land fliegen und dort nachts im Club einen 2 Stunden Gig spielen könnte. Der Arzt meinte: 1 Monat!!!!!! Auf die Frage, wann ich größtenteils schmerzfrei sein sollte und uneingeschränkt im Alltag rumlaufen könnte, antworteten dieser Arzt, sowie später vor der OP eine weitere Ärztin 4-6 Wochen !!!!! Der Arzt in der Sprechstunde meinte weiterhin, dass vermutlich nur ein kleiner Teil der Brustwirbelsäule versteift werden würde. Zu keinem Zeitpunkt wurde mir gesagt, dass dies eine riesige komplizierte OP sei, bei der man lange Zeit danach Schmerzen hat. Ich wurde dazu ermutigt, einen baldigen OP Termin im Frühjahr zu nehmen, da ich dadurch im Sommer dann ja wieder fit sein könnte. Leider lies ich mich darauf ein.
Als ich einen Tag vor der OP im Krankenhaus aufgenommen wurde, hatte ich ein weiteres Gespräch mit einer Ärztin, die nur zu mir meinte ‘eigentlich wissen sie ja schon alles’ und mir schnell alle Unterschriften abknöpfen wollte, sodass ich wieder gehen konnte. Zu keinem Zeitpunkt wurde mir gesagt, dass ein riesiger Teil meines Rückens versteift werden würde und diese OP mit Schmerzen für eine längere Zeit als 6 Wochen verbunden ist. Ich kann nur wiederholen, wie sehr ich mich ärgere, dass ich nie diese OP im Internet recherchiert hab, das ist so unglaublich dumm und ich weiß wirklich nicht, warum ich das nicht getan habe.
Ich kam also morgens in den OP und dachte ich hätte ein Sache vor mir, bei der nur ein kleiner Teil meiner Brustwirbelsäule versteift werden würde und deren Nachsorge und Komplikationen ich nach 6 Wochen überwunden hätte…Ich wachte auf mit einer Versteifung von T4 bis L4.
Seitdem ist mein Leben die Hölle. Mir geht es so so so so viel schlechter als vorher. Ich hatte wirklich keine großen Schmerzen, war in keinster Weise darin eingeschränkt, wie lange ich stehen/laufen/tanzen etc kann. Nun habe ich nach wie vor starke scherzen beim stehen und gehen. Seit kurzem kann ich wieder in Berlin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und das ist eine große Errungenschaft. Trotzdem schmerzt jeder Schritt. Wenn ich morgens 100 Meter weiter zur Bäckerei mir einen Café holen und wieder zurück zur Wohnung gehe, bin ich danach k.o. Meinen Beruf als DJ kann ich nurnoch unter großem Leiden nachgehen. In ein anderes Land fliegen und dort spielen ist mit mehr Stress als Freude verbunden. Ich kann nicht einfach in einer fremden Stadt losgehen, spazieren gehen und mich der Eindrücke erfreuen. Tanzen ist so gut wie nicht mehr möglich und fühlt sich wegen der Versteifung absolut besch***en an. Jegliche Fachkräfte, seien es Ärzte, Orthopäden oder Physiotherapeuten, die ich frage, können mir keine Progrnose oder Auskunft darüber geben, wann diese Schmerzen abklingen sollten. Ganz oft hörte ich die Marke 3-Monate und dann 6-Monate, wobei beides nun um ist und es nicht wesentlich besser ist. Die Verbesserung, die ich merke, ist, dass ich nun meistens die Bahn nehmen kann, um in der Stadt umher zu kommen und ich beim Auflegen 2 Stunden mit starken, aber nicht mehr extremsten Schmerzen stehen kann. Sitzen kann ich ebenfalls auch nur auf Stühlen mit guter Lehne und Kissen im Rücken.
Diese OP ist der größte Fehler, den ich je gemacht habe. Mir ging es es nicht sonderlich schlecht vorher und jetzt lebe ich mit starken Schmerzen und bin extrem eingeschränkt. Ich habe zwei Fragen, die mir auf der Zunge brennen und wenn ich irgendwie Hilfe, Rat und Erfarhungsberichte von euch bekommen könnte, währe ich extrem dankbar, weil ich niemanden kenne, der sonst diese OP hatte:
1. Sollte ich, wenn genug Zeit vergangen ist, irgendwann keine Schmerzen mehr beim Gehen und Stehen haben und wie andere Leute rumlaufen, wandern etc gehen können.
2. Ist es möglich diese OP zu revidieren und das Implantat entfernen zu lassen? Ich finde dazu überhaupt nicht, allerdings habe ich hier einige Erfahrungsberichte von Leuten gelesen, die das haben machen lassen. Sollte es irgendwie möglich sein, wäre ich bereit jeglichen Betrag zu zahlen und sonst wohin zu reisen, um dies machen zu können.
Wie gesagt, über jegliche Beiträge würde ich mich unglaublich freuen, da ich aktuell absolut alleine bin mit meiner Situation und nicht wirklich weiter weiß.
Alles Liebe,
Charly