VBT- neue operationsmethode?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
Nelly
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Nelly » Do, 28.03.2019 - 19:24

Also ich finde es ganz gruselig, wie die neue OP Technik Dynamische Skoliosekorrektur hier schlecht geredet wird. Und gerade von Ihnen Dr. Steffan...
Meine Tochter wurd im September 2017 von Dr. Trobisch operiert. Okay, sie hatte leider keine so gute Korrektur, aber wir sind so undenklich dankbar für diese OP. Sie hätte komplett versteift werden müssen und wäre dadurch in ihrer Beweglichkeit sehr eingeschränkt geworden. Ihr geht es sehr gut und sie ist voll bewegllich und glücklich, dass sie ihr Korsett los ist. Dr. Trobisch ist ein wundervoller Arzt der die Cob Winkel sicherlich nicht falsch misst. Er ist sehr genau, sehr menschlich aber auch sehr sachlich und schwatzt einem die OP nicht auf. Er sagt einem auch, wenn man nicht für diese OP Technik geeignet ist. Die Rotation in der Lendenwirbelsäule hat sich sehr verringert, in der Brustwirbelsäule leider nicht, aber das hab ich auch schon bei Versteifungen gesehen. Umsonst gibt es nicht die Rippenbuckelresektion! Es kann auch sein, daß das Seil kaputt geht, aber brechen nicht auch manchmal Stäbe oder lockern sich Schrauben bei einer Versteifung? Wenn Ihr Euch besser informieren wollt, dann meldet Euch auf Facebook in dieser englischen Gruppe an:
https://www.facebook.com/groups/1287873 ... =bookmarks
Sehr viele Mitglieder bzw. die Kinder wurden von Dr. Trobisch operiert.
Es gibt aber auch eine deutsche Gruppe, die allerdings "noch" ziemlich klein ist
https://www.facebook.com/groups/VBT.Deutschland/

Übrigens gibt es auf der Seite von der Eifelklinik in Simmerath einige vorher und nachher Röntgenbilder:
https://www.st-brigida.de/de/fachbereic ... aeule.html
Ihr müssst auf Dynamische Skoliosekorrektur gehen.

Auch wenn meine Tochter vielleicht irgendwann nochmal operiert werden muss, haben wir diese Entscheidung nie bereut und würden es wieder tun. Diese OP Technik schlecht zu reden obwohl man selbst noch nicht viele Ergebnisse gesehen hat, finde ich sehr schwach :/ ! Diemeisten Ergebnisse die ich gesehen habe, sind wahnsinnig gut ! Ach ja, direkt nach der OP ist der Körper nicht mehr zentriert, das gibt sich aber nach ein paar Monaten, der Körper richtet sich neu aus, denn er kann es, weil nichts versteift wurde. Auch die Rotation kann durch Schroth noch verringert werden.

Übrigens sagte meine Tochter nach dem letzten Check up bei Dr. Trobisch
Mensch Mama, dieser Arzt macht soviele Menschen glücklich! Wie muß sich das bloß für ihn anfühlen ... :)

Wir müssen auch die ganze Klinik sehr loben, ein wirklich tolles Team, einfach wunderbare Menschen! Wir haben uns trotz der Umstände dort sehr sicher und wohl gefühlt und kommen auch gerne zu den Nachuntersuchungen zurück, obwohl wir fast 700km entfernt sind.

Viele Grüße!

Dr. Steffan
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Dr. Steffan » Fr, 29.03.2019 - 08:43

Hallo Nelly, es tut mir sehr leid, dass sie sich durch meinen Kommentar angegriffen fühlen, das war nicht beabsichtigt.
Dr. Trobisch ist ein Netter, auch sein Team ist sicher sehr kompetent und nett. Das ist für sie und ihre Tochter entscheidend und die Entscheidung zu dieser Op. Methode aus dieser Sicht sicherlich die Richtige.
Ich muß das Ganze allerdings aus einer anderen Perspektive betrachten und aus dieser ist diese Methode und das ist meine persönliche Meinung, als Ersatz oder zusätzliche Option zu den bisherigen OP Verfahren nicht geeignet.

Nelly
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Nelly » Mi, 03.04.2019 - 14:33

Aber anscheinend sind Sie an Informationen interessiert? Oder warum sind Sie jetzt in der VBT Deutschland Facebook Gruppe? Vielleicht sollten Sie sich Informationen, Vorher und Nachher Bilder usw. direkt von Dr. Trobisch holen und nicht über eine FB Gruppe in der nur Betroffene bzw. Eltern von Betroffenen sind. Mit Ihrer Meinung werden Sie auch keinem weiterhelfen können, wenn Sie so dagegen sind.
Tut mir leid aber das hat mich jetzt schon sehr verwundert!

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Dr. Steffan » Mi, 03.04.2019 - 16:04

Nelly hat geschrieben:
Mi, 03.04.2019 - 14:33
Aber anscheinend sind Sie an Informationen interessiert? Oder warum sind Sie jetzt in der VBT Deutschland Facebook Gruppe? Vielleicht sollten Sie sich Informationen, Vorher und Nachher Bilder usw. direkt von Dr. Trobisch holen und nicht über eine FB Gruppe in der nur Betroffene bzw. Eltern von Betroffenen sind. Mit Ihrer Meinung werden Sie auch keinem weiterhelfen können, wenn Sie so dagegen sind.
Tut mir leid aber das hat mich jetzt schon sehr verwundert!
Warum so aggressiv? Nur weil ich nicht ihrer Meinung bin??
Ich bin in vielen Foren angemeldet um zu informieren zu beraten und für Fragen da zu sein. Nicht viele Ärzte machen das. Die, die an meiner Meinung nicht interessiert sind, können mich ja blocken oder einfach ignorieren.
Zudem sehe ich es als meine Pflicht auch mal etwas in Frage zu stellen, wenn ich der Meinung bin es schadet den Patienten.
Ich erlaube mir auch von einer Op abzuraten wenn ich sie nicht für sinnvoll erachte. Auch wenn ich dabei gegen die Auffassung eines Operateurs bin.

Täte ich das nicht würde sicher einige Patienten mehr schon ab 30° operiert werden.

Ich sehe leider täglich Patienten, die durch falsche oder unzureichende Beratung einen langen Leidensweg durchlaufen. Wenn ich das nur ab und an verhindern kann ist das für mich in Ordnung.

Vorher - Nacherbilder sind nur ein Teil der Medaille viel wichtiger ist es wie es dem Patienten geht, wie die optischen Veränderungen korrigiert wurde, ob es zu postoperativen Krümmungszunahmen oder gar neu entstandenen Krümmungen kommt und ob die Op Methode wirklich den versprochenen Vorteil gegenüber den herkömmlichen Methoden bringt.

Sehen sie, ich bin doch gar kein Operateur, dem durch eine neue Methode Patienten verloren gehen. Mich muß es doch gar nicht interessieren ob da plötzlich jemand anders operiert als alle anderen. Kann mir ja eigentlich egal sein. Ist es aber nicht. Und was denken sie warum????
Ich sage es ihnen....weil ich eben Ergebnisse gesehen habe, die alles andere als zufriedenstellend waren, weil ich Studien zu dieser Technik gelesen habe und sehe, dass dort ganz andere Indikationen beschrieben wurde als die, die derzeit versorgt werden, weil keinerlei Langzeitergebnisse vorliegen und weil ich schon so ein bisschen weiß was und wie operiert werden kann und ein Verständnis von Anatomie, Bewegungslehre und Op-Techniken habe.

Ich glaube sagen zu können, dass ich im europäischen Raum der einzige Arzt bin der regelmäßig in Foren schreibt und Tipps gibt, der anbietet Rö.-Bilder anzuschauen, auch wenn es gar nicht meine Patienten sind, der auch am Wochenende oder sogar im Urlaub regelmäßig mitliest und auch antwortet und das obwohl ich nicht wirklich einen Mangel an Patienten habe.

Ich mache das weil mir die Skoliosepatienten einfach am Herzen liegen und ich ihnen dadurch Leid ersparen will. Sonst ist ja kaum einer für sie da.

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Lady S » Mi, 03.04.2019 - 18:10

Ich glaube sagen zu können, dass ich im europäischen Raum der einzige Arzt bin der regelmäßig in Foren schreibt und Tipps gibt, der anbietet Rö.-Bilder anzuschauen, auch wenn es gar nicht meine Patienten sind, der auch am Wochenende oder sogar im Urlaub regelmäßig mitliest und auch antwortet und das obwohl ich nicht wirklich einen Mangel an Patienten habe.
Und das über Jahre. Das wissen wir auch sehr zu schätzen und ich möchte mich dafür ausdrücklich bedanken.
Grüsse, Lady S

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Dr. Steffan » Mi, 03.04.2019 - 18:53

Lady S hat geschrieben:
Mi, 03.04.2019 - 18:10
Ich glaube sagen zu können, dass ich im europäischen Raum der einzige Arzt bin der regelmäßig in Foren schreibt und Tipps gibt, der anbietet Rö.-Bilder anzuschauen, auch wenn es gar nicht meine Patienten sind, der auch am Wochenende oder sogar im Urlaub regelmäßig mitliest und auch antwortet und das obwohl ich nicht wirklich einen Mangel an Patienten habe.
Und das über Jahre. Das wissen wir auch sehr zu schätzen und ich möchte mich dafür ausdrücklich bedanken.
Grüsse, Lady S
Das mache ich wirklich gerne. Andernfalls würde ich es nicht machen.

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Mama69 » Mi, 03.04.2019 - 21:31

Ich schätze das auch sehr, Herr Dr. Steffan, dass Sie für uns und andere, die nicht Ihre Patienten sind, Zeit investieren. Das machen tatsächlich nicht viele Ärzte.

Ich verstehe auch, dass Betroffene oder betroffene Eltern es sich vermutlich nicht leicht gemacht haben, eine Entscheidung für oder gegen eine OP Methode zu fällen (die Situation, eine OP zu benötigen ist schon schwer genug). Es ist gut, dass man dann hinter der Entscheidung steht und sie verteidigt. Und natürlich tut es weh, etwas Negatives darüber zu hören.

Aber ein sachliches Pro und Contra ist wertvoll und wichtig, weder Schönreden noch Schlechtmachen ist für Menschen, die vor einer solchen schwerwiegenden Entscheidung stehen, hilfreich.

Wir stehen leider auch wider Erwarten vor der Situation, uns mit einer OP auseinander setzen zu müssen, trotz 5 Jahre Tragen von gut korrigierender Korsette. Aber VBT kommt in unserem Fall wegen einer zu Grunde liegenden Muskelerkrankung nicht in Frage.

Als allerdings damals die Nachricht über VBT kam, muss ich sagen, waren wir sehr hellhörig und empfanden die Vorstellung, nicht komplett versteifen zu müssen, sehr interessant. Nicht für uns aber für eine bestimmte Zielgruppe. Die Langzeitstudien werden zeigen, was sich positiv und was negativ im Vergleich zur herkömmlichen Methode entwickelt. Denn auch die altbewährte Versteifung hat ihre Schwächen und Nachteile.

Die beste OP ist immernoch die, die man nicht braucht :ja:

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Dr. Steffan » Do, 04.04.2019 - 15:50

Mama69 hat geschrieben:
Mi, 03.04.2019 - 21:31
Die beste OP ist immer noch die, die man nicht braucht
Da haben sie absolut recht. Wenn aber eine Op notwendig ist, dann sollte sie ein optimales Ergebnis mit möglichst langdauerndem Erfolg bringen.
Aber ein sachliches Pro und Contra ist wertvoll und wichtig, weder Schönreden noch Schlechtmachen ist für Menschen, die vor einer solchen schwerwiegenden Entscheidung stehen, hilfreich.
Da haben sie auch wieder recht.
Allerdings treibt mich die „Propaganda“ die zu dieser Methode betrieben wird schon ein Stück weit auf die Palme, da sie, nach meiner Meinung, auf Kosten der Gesundheit der Patienten betrieben wird.
Was mich an dieser Methode vor allem stört ist die Begründung warum sie so viel besser als die herkömmliche sein soll und die Tatsache, dass die Studien die existieren für weitaus geringere Krümmungen und jüngere Patienten erstellt wurden, als sie derzeit durchgeführt werden.
und empfanden die Vorstellung, nicht komplett versteifen zu müssen, sehr interessant.
Genau das ist aber der Punkt.
Dabei sollte man die unterschiedlichen Krümmungen betrachten. Also wo muß operiert werden.
Es macht nämlich in Sachen Beweglichkeit einen riesigen Unterschied, ob die BWS oder LWS operiert werden muß.

Aber fassen wir zunächst einmal zusammen warum überhaupt operiert werden muß. Auch da sind die Ansichten sehr different.
Viele Operateure operieren heute schon ab 30°.
Im Übrigen beschreibt die Studie zur VBT auch diese eher geringen Krümmungen bei Risserzeichen von 0-1, also sehr junge Patienten. Diese Patienten kann man aber wunderbar konservativ behandeln.

Meine Meinung ist da eine ganz andere. Aufgrund meiner Erfahrung kann ich im Wachstum befindliche Patienten sehr gut bis zu Krümmungen von 50°-60° konservativ behandeln. Für mich besteht die Begründung zu Op nur dann, wenn das Fortschreiten der Krümmung, trotz Korsett nicht aufgehalten werden kann oder die Patienten die Versorgung ablehnen.

Warum also sollte man sich zur OP entscheiden? Was macht eine Skoliose so gefährlich, dass eine OP nötig wird.

Schmerzen: Diese treten auf, wenn die Wirbelkörper/Bandscheiben aufgrund der Krümmung und Rotation deutlich schneller verschleißen als bei einer geraden Wirbelsäule. Zudem besteht bei ausgeprägtem Flachrücken ein sog. Flatbacksyndrom.

Progredienz: Aufgrund physikalischer Gegebenheiten schreiten Skoliosen ab einem gewissen Krümmungswinkel auch im Erwachsenenalter deutlich voran.

Herz/Lungen Einengung: Ab etwa 60°-70° bei gleichzeitig bestehender starker Rotation, kommt es zu Einschränkungen der Herz/Lungenfunktion die auch im Alter fortschreiten.

Da die Skoliose ein dreidimensionales Geschehen ist (Krümmung + Rotation) und beide Veränderungen für die Probleme verantwortlich zeigen, müssen auch beide korrigiert werden.
Die herkömmlichen Methoden machen genau das. Sie korrigieren Krümmung, Rotation und sag. Profil. Damit sind die negativen Veränderungen reduziert, wenn nicht gar behoben.

Nachteil ist die mit der Op einhergehende Versteifung des operierten WS Abschnitts.
Da heute die Versteifungsstrecken eher kurz gehalten werden. Fällt die Versteifung im Alltag nicht wesentlich ins Gewicht.

Die BWS hat für sich alleine betrachtet, kaum eine Beweglichkeit. Zudem ist sie durch die Skoliose noch einmal eingeschränkt. Bei rein thorakalen Versteifungen berichten die Patienten und das bestätigen auch die Untersuchungen, keine nennenswerten Einschränkungen der Beweglichkeit.

Dem gegenüber steht die VBT. Hier wird aufgerichtet, die Beweglichkeit wird nur in eine Richtung geblockt. Nachteil ist die nicht vorhandene Derotation (außer ich mache einen Eingriff im Bereich der Bandscheiben).
Betrachten wir also die BWS, so habe ich zwar eine Aufrichtung, aber keine Derotation bei sowieso kaum vorhandener Beweglichkeit.
Weiterer Nachteil aus meiner Sicht, der aber noch zu beweisen wäre. Eine operierte Wirbelsäule, sei es auch nur teilversteift, neigt nach einiger Zeit zur kompletten Versteifung. Ich hätte also den Effekt der Restbeweglichkeit nur für einen begrenzten Zeitraum.
Weiterhin glaube ich nicht an die dauerhafte Stabilität des Systems, Folge wäre eine notwendige Revision (Folgeop) nach ein paar Jahren.

Für mich liegen derzeit, für die BWS, die Vorteile der herkömmlichen Systeme deutlich im Vordergrund.

In Sachen LWS mag das VBT Vorteile im Bezug auf die Beweglichkeit haben, allerdings erreiche ich auch da keine nennenswerte Derotation und die Sache mit der zunehmenden postoperativen Versteifung und der Stabilität des Systems bleiben auch offen.

Ich berate meine Patienten immer so, als wären sie meine Kinder. Und die würde ich definitiv nicht mit einer Technik operieren lassen, die studientechnisch nicht klar belegt ist und die keine deutlichen Vorteile zu herkömmlichen, lange erprobten und 1000fach durchgeführten Methoden hat.

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Klaus » Do, 04.04.2019 - 19:24

Hallo Herr Dr. Steffan,

vielen Dank für Ihr umfangreiches Statement.
Progredienz: Aufgrund physikalischer Gegebenheiten schreiten Skoliosen ab einem gewissen Krümmungswinkel auch im Erwachsenenalter deutlich voran.
Ist hier zwar etwas offtopic, aber welchen Krümmungswinkel meinen Sie konkret?
Mama69 hat geschrieben:Aber ein sachliches Pro und Contra ist wertvoll und wichtig, weder Schönreden noch Schlechtmachen ist für Menschen, die vor einer solchen schwerwiegenden Entscheidung stehen, hilfreich.
Also wir hatten hier vor langer Zeit schon mal eine Diskussion zwischen Dr. Steffan und Dr. Trobisch. Allerdings ist es so, dass unser Selbsthilfe-Forum nicht unbedingt als Plattform für solche ärztlichen Fachdiskussionen wahrgenommen wird. Ausser Dr. Steffan halten sich andere Ärzte hier sehr zurück. Insofern würde ich verstehen, wenn Dr. Trobisch hier nicht in eine Diskussion einsteigen möchte. Das sollte man nicht negativ bewerten!
Andrerseits würde ich mich natürlich darüber freuen.

Mein Beitrag hat sich mit dem Beitrag von Dr. Trobisch überschnitten.

Gruß
Klaus

Dr. Trobisch
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Dr. Trobisch » Do, 04.04.2019 - 19:24

Liebe Leser,

da es um ein Thema geht, bei dem häufig mein Name fällt, gebe ich gerne eine Stellungnahme ab.

Eine Diskussion lässt sich hier auf wissenschaftlicher Basis nicht führen. Für eine adäquate Diskussion werden alle interessierten Kollegen zu diversen Fachkongressen eingeladen. Extra für dieses Thema geplante Kapitel haben z.B. der nächste Kongress von Eurospine im Juli (größte Wirbelsäulengesellschaft in Europa) sowie der Scoliosis Research Society (wichtigste Skoliosegesellschaft der Welt) im Oktober. Bei beiden Fachgesellschaften werden Experten aus allen medizinischen Bereichen der Skoliosebehandlung (Physiotherapie, Korsett, OP, Genetik, Biomechanik, etc...) mitwirken. Bei diesen Gelegenheiten kann man die aktuellen Daten in einem korrekten Rahmen diskutieren.

Wir haben sehr viel über das Thema der dynamischen Skoliosekorrektur gelernt. Es gibt bisher nur drei klinische publizierte Studien. Zwei aus Philadelphia haben eine über 90%ige Erfolgsquote. Die hier zitierte Studie von Peter Newton aus San Diego hat gesehen, dass von 17 Patienten, die eine Skoliose-OP benötigten, und eine VBT erhielten, bei 4 Patienten im Verlauf doch noch eine Versteifung durchgeführt werden musste (13 Patienten konnte eine Versteifung erspart bleiben, auch wenn bei einigen eine Nach-OP nötig war). Die Studie von Newton, wie auch die OP-Indikation, haben in meinen Augen diverse Limitierungen.

Zudem gibt es noch einige Studien, die bisher nur auf Fachkongressen publiziert werden und sich noch in Druck befinden. Die Kanadier haben >90% Erfolg (primär Fusionsindikation und 2 Jahre nach der OP unter 30°). Die Türken hatten 100% Erfolg.

Auch ich habe suboptimale Ergebnisse gesehen, aber die sind zu erwarten, wenn eine neue Methode verwendet wird. Auch ich sehe pro Woche mindestens fünf Patienten, die trotz Korsett auf Werte von über 60° gekommen sind. Deswegen rede ich das Korsett noch lange nicht schlecht. Aus den suboptimalen Ergebnissen lernen wir und wir machen es beim nächsten mal besser. Auch Peter Newtons Patienten, die er in den letzten Jahren operiert hat, zeigen deutlich bessere Ergebnisse. Immerhin wurden die Patienten aus seiner Studie vor teilweise 7 Jahren operiert.

Auch ich sehe die primäre Indikation in der bewegungserhaltenden Chirurgie (z.B. 60° Lumbalskoliose). Wir haben einen eigenen Algorithmus entwickelt und jeder interessierte Kollege, kann sich beim Frankfurter Wirbelsäulensymposium am 6.4. melden und mehr darüber erfahren. Vor Fachleuten werde ich dort Rede und Antwort stehen. Übrigens, die Rotation kann man sehr gut mit der DSK korrigieren und das sagittale Profil sogar besser als mit der Versteifung. Ich selber muss leider noch über 50 Patienten im Jahr aufgrund einer Skoliose versteifen, aber wir arbeiten daran, dass die Zahl sinkt.

Und hinsichtlich Langzeitstudien: Die Versteifungen, die wir heute machen, haben ebenso keine Langzeitstudien. Langzeitstudien (>20 Jahre) gibt es nur für die Harrington-Stäbe, die keiner mehr einbaut.

Ich bin kein Freund davon, als medizinische Person individuelle Meinungen in Foren kund zu geben. Das führt zwangsläufig zu Falschaussagen, da Zitate oft nur aus dem Kontext gerissen sind. Ich werbe daher erneut darum, im Rahmen diverser Fachkongresse, in die Diskussion einzutreten.

Patienten empfehle ich, sich keine Meinungen über das Internet zu bilden. Es gibt diverse Fachseiten (z.B. SRS.org) und es geht natürlich nichts über das persönliche Gespräch in der Sprechstunde.

Nelly
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Nelly » Fr, 05.04.2019 - 08:58

Dr. Steffan hat geschrieben:
Mi, 03.04.2019 - 16:04
Warum so aggressiv? Nur weil ich nicht ihrer Meinung bin??
Ich bin nicht aggressiv und mir ist es auch egal was Sie denken!
Für mich hat es aber einen sehr faden Beigeschmack, dass Sie sich in die VBT Deutschland Gruppe "eingeschlichen" haben.
Hier sollen sich Eltern und Betroffene austauschen, über ihre Erfahrungen, egal ob positiv oder negativ, unbefangen schreiben können, ohne dass ein Arzt, der gegen diese OP Methode ist mit liest und es dann vielleicht für seine Recherchen nutzt. In den englischsprachigen VBT FB Gruppen sind z. B. keine Ärzte erwünscht!
Wenn jemand Ihre Meinung dazu hören will, kann sich mit Ihnen ja direkt in Verbindung setzen.

Mir ist egal, in wievielen Foren Sie unterwegs sind, aber in diese FB Gruppe gehören Sie, meiner Meinung nach, mit Ihrer Einstellung nicht!
Dr. Trobisch hat geschrieben:
Do, 04.04.2019 - 19:24
Liebe Leser,

da es um ein Thema geht, bei dem häufig mein Name fällt, gebe ich gerne eine Stellungnahme ab.
Danke Dr. Trobisch für Ihren Beitrag!

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Dr. Steffan » Fr, 05.04.2019 - 09:04

Ich danke für ihre Stellungnahme, letztlich bestätigt sie mich aber in meiner ablehnenden Meinung zu der VBT Methode.
Auch alle anderen namhaften Operateure mit denen ich bisher gesprochen habe, sind gegenüber dieser Methode mehr als kritisch eingestellt.
Sicher sollte man im Rahmen der Fachkongresse über dieses Thema diskutieren, allerdings bin ich immer der Meinung, dass auch die Patienten allumfassend informiert werden sollten. Gerade wenn es sich um eine neue Methode handelt, die bisher nicht mal eine Zulassung hat und bei der bisher die Studienlage eher schwach ist.
Dr. Trobisch hat geschrieben:
Do, 04.04.2019 - 19:24

Eine Diskussion lässt sich hier auf wissenschaftlicher Basis nicht führen. und
Patienten empfehle ich, sich keine Meinungen über das Internet zu bilden.
Ich für meinen Teil mag es, wenn die Patienten auch schon vor dem Besuch in meiner Sprechstunde aufgeklärt und informiert sind. Ich bin dann gerne bereit meine Sicht der Dinge mit ihnen zu diskutieren, damit sie sich danach selbst eine Meinung bilden können. Nichts ist schlimmer als der unaufgeklärte Patient, dem ich meine Meinung einpflanzen kann.

Um noch einmal auf die Studien einzugehen.
Die hier zitierte Studie von Peter Newton aus San Diego hat gesehen, dass von 17 Patienten, die eine Skoliose-OP benötigten, und eine VBT erhielten, bei 4 Patienten im Verlauf doch noch eine Versteifung durchgeführt werden musste (13 Patienten konnte eine Versteifung erspart bleiben, auch wenn eine Nach-OP nötig war).
Mal ganz abgesehen davon, dass ich Studien mit 17 Patienten bestenfalls als einen Witz betrachte, mußten 23,5% der Patienten nach der Op doch noch versteift werden und
bei einigen
noch mindestens eine weitere Op durchgeführt werden. Wo liegen wir da prozentual, 40-50%???? Das heißt fast jeder 2. Patient mußte nachoperiert werden????? Und das bei einer Studie mit handverlesenen 17 Patienten in sehr jungem Alter mit, zum Teil Krümmungen, die man mit einem Korsett locker gehalten hätte.
Wie definiert sich für den Chirurgen „Erfolg“?
Auch ich sehe pro Woche mindestens fünf Patienten, die trotz Korsett auf Werte von über 60° gekommen sind. Deswegen rede ich das Korsett noch lange nicht schlecht.
Kann man auch nicht, der seriöse, konservativ tätige Orthopäde würde dem Patienten auch nie verkaufen, dass das Korsett ein Allheilmittel und besser als alles andere in Sachen Skoliosetherapie ist. Das Korsett ist ein gutes, inzwischen sehr ausgereiftes Hilfsmittel. Sollte es nicht den gewünschten Erfolg bringen, besteht immer die Möglichkeit einer weiterführenden Behandlung mit einer Op. Dabei hat das Korsett aber keine Risiken wie Infektionen, Wundheilungsstörungen, Nervenverletzungen, Thrombosen, Embolien oder gar den Tod. Eine Op hat das aber und eine Folge-Op noch mal.
Ich will damit nicht die Op schlecht reden. Ich finde es gut, dass diese Möglichkeit besteht, aber bitte nur wenn es sein muß und wenn, dann so, dass eine Op und gut ist.
Und hinsichtlich Langzeitstudien: Die Versteifungen, die wir heute machen, haben ebenso keine Langzeitstudien. Langzeitstudien (>20 Jahre) gibt es nur für die Harrington-Stäbe, die keiner mehr einbaut.
Langzeitstudien wird es heute kaum mehr geben, die Entwicklung in den Op.-Techniken ist derart rasant, dass es wahrscheinlich immer nach 10 Jahren etwas Neues gibt. Mir geht es dabei eher um Langzeiterfahrungen über 5-6 Jahre.

Letztendlich wird leider nicht auf das Thema der Beweglichkeit der BWS eingegangen. Wie viel besser sind den die Werte der BWS und gerne auch der LWS Beweglichkeit im Vergleich präop zu VBT und herkömmlich???? Wo sind die vergleichenden Bewegungsanalysen? Die Beweglichkeit ist doch das Hauptargument für diese Methode.

Dr. Steffan
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Dr. Steffan » Fr, 05.04.2019 - 09:28

Nelly hat geschrieben:
Fr, 05.04.2019 - 08:58

Ich bin nicht aggressiv und mir ist es auch egal was Sie denken!
Ach nee?
Für mich hat es aber einen sehr faden Beigeschmack, dass Sie sich in die VBT Deutschland Gruppe "eingeschlichen" haben.
Habe ich??? Ich habe mich den Administratoren vorgestellt und geschrieben warum ich in die Gruppe möchte. Die haben das offensichtlich abgesegnet und mich rein gelassen. Bisher habe ich dort nichts negatives zur VBT geschrieben und werde das auch nicht tun. Wer dort Fragen an mich hat kann sie mir stellen, ich werde sicher auch das ein oder andere Mal auf öffentliche Fragen antworten.
Mir ist egal, in wievielen Foren Sie unterwegs sind, aber in diese FB Gruppe gehören Sie, meiner Meinung nach, mit Ihrer Einstellung nicht!
Warum nicht? Nelly, die Gruppe heißt doch nicht "VBT Jünger aller Länder vereinigt euch". Haben nicht die Patienten die sich informieren wollen das Recht auch mal eine andere, ablehnende Meinung zu dem Thema zu hören??? Wenn sie nicht möchten, dass ich Dinge von ihnen lesen kann, oder wenn ich sie nerve, blockieren sie mich doch einfach. Sie könnten auch eine Petition starten um mich aus der Gruppe wieder entfernen zu lassen.
…und es dann vielleicht für seine Recherchen nutzt
Oh ha, Verschwörungstheoretiker aller Länder vereinigt euch. Was um alles in der Welt sollte ich da recherchieren? Meinen sie ich sammele Namen von Patienten mit schief gegangenen OP’s und nutze sie dann für irgendetwas. Was soll ich damit?
Ich versuche im Vorfeld aufzuklären und nicht hinterher zu sagen… hätten sie mal lieber nicht…

Die Gruppenregeln machen die Administratoren, wenn die mich entfernen möchten, steht ihnen das natürlich frei. Vielleicht legt ja aber doch der ein oder andere Betroffene Wert auf meine Meinung oder möchte sich seine eigene erst bilden. Das Recht sollten wir doch allen zugestehen….oder nicht?

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Nelly » Fr, 05.04.2019 - 13:46

Dr. Steffan hat geschrieben:
Fr, 05.04.2019 - 09:28
Warum nicht? Nelly, die Gruppe heißt doch nicht "VBT Jünger aller Länder vereinigt euch". Sie könnten auch eine Petition starten um mich aus der Gruppe wieder entfernen zu lassen!
ich muss mich jetzt echt für Sie fremdschämen :rolleyes: auf dieses niedrige Niveau begeb ich mich jetzt nicht ...

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Therapie: Alles mögliche

Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Outlaw » Mo, 08.04.2019 - 00:54

@Dr. Trobisch
Ich weiß nicht, ob Sie das hier lesen, ich versuchs trotzdem:

Wie ist das eigentlich mit natürlich versteiften und/oder durch OP versteiften Patienten in Verbindung mit so einer OP ??
Wie ich es verstanden habe, muss eine gewisse Beweglichkeit vor dieser OP bestehen, damit das funktioniert.
Gibt es aber nicht eine Möglichkeit, versteifte Wirbelsäulen wieder "beweglich(er)" zu bekommen ??

Seit Jahren denke ich immer wieder daran, ob es denn irgendwann und irgendwie möglich wäre, solche Versteifungen wieder aufzulösen und eine wenigstens minimale Beweglichkeit wieder herzustellen ….

Oder ist das anatomisch ausgeschlossen ??

Gespräche mit diversen "Branscheninsidern" gingen bisher immer Richtung => keine Chance.
Aber das waren in der Regel keine Rückenspezialisten in diesem Umfang.

Daher würde mich eine kurze Info diesbezüglich sehr freuen.
;) Gruß Outi :D

Ambiation
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Ambiation » Di, 09.04.2019 - 13:43

Ambiation hat geschrieben:
Mi, 27.03.2019 - 13:11
robinho hat geschrieben:
Mi, 27.03.2019 - 11:33
Dr. Steffan hat geschrieben:
Di, 26.03.2019 - 08:35


Mal eine dumme Frage: Er möchte wirklich bei 72° und 58° eine VBT machen??????
Anscheinend schon: Tami2004 schreibt doch, dass ihre KK die Kostenübernahme abgelehnt hat. Im Falle einer konventionellen Methode würde/dürfte aber keine KK bei diesem Befund ablehnen.

Anscheinend gibt es seit einiger Zeit auch eine Erweiterung/verbesserung des Verfahrens: Auf https://www.spineandscoliosis.com/before-and-after/ sieht man mehrere Vorher-Nachher-Röbis mit Krümmungen >60°, die nicht konventionell versteift worden sind.
Danke für den Link. Dort konnte ich sehen, dass wohl auch Personen über 20 und auch eine Person mit 52 mit dieser Methode operiert wurde. Und auch noch dazu mit guten Ergebnissen. Ich glaube ich werde doch mal bei Dr. Trobisch anfragen. Denn ich warte schon lange auf eine Methode für Erwachsene, die nicht die konventionelle Versteifung beinhaltet.
Der Vollständigkeit halber schreib ich noch das Ergebnis meiner Anfrage bei Dr. Trobisch.

Herr Trobisch schrieb, dass es tatsächlich bei einigen ausgewachsenen Skoliosen möglich ist, eine dynamische Korrektur vorzunehmen.
In meinem Fall ist eine solche Korrektur aber aufgrund der hochthorakalen Krümmung nicht möglich.

Schade, aber meine Hoffnung stirbt zuletzt, dass eventuell mal eine nicht versteifende OP-Methode für meine Skoliose "auf den Markt kommt".

Tami2004
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Tami2004 » Sa, 27.04.2019 - 09:57

Dr. Steffan hat geschrieben:
Di, 26.03.2019 - 08:35
Tami2004 hat geschrieben:
Di, 19.03.2019 - 14:29
Ich habe eine Skoliose BWS 72° LWS 58° und finde die OP-Methode von Dr. Trobisch genial.
Mal eine dumme Frage: Er möchte wirklich bei 72° und 58° eine VBT machen??????
Hallo,
Herr Dr. Steffan, ich habe sie nicht nach ihrer Meinung gefragt.
Ich wollte andere Patienten ansprechen und keine Diskussionswelle auslösen.

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Klaus
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Klaus » So, 28.04.2019 - 12:53

Hallo Tammi2004,
Herr Dr. Steffan, ich habe sie nicht nach ihrer Meinung gefragt.
Ich wollte andere Patienten ansprechen und keine Diskussionswelle auslösen.
Dieser Thread (nicht von Dir erstellt) heißt "VBT- neue operationsmethode?" und sollte selbstverständlich eine Diskussionswelle auslösen.
Dazu gehören natürlich auch Nachfragen.

Gruß
Klaus

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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Dr. Steffan » So, 28.04.2019 - 16:29

Tami2004 hat geschrieben:
Sa, 27.04.2019 - 09:57
Dr. Steffan hat geschrieben:
Di, 26.03.2019 - 08:35
Tami2004 hat geschrieben:
Di, 19.03.2019 - 14:29
Ich habe eine Skoliose BWS 72° LWS 58° und finde die OP-Methode von Dr. Trobisch genial.
Mal eine dumme Frage: Er möchte wirklich bei 72° und 58° eine VBT machen??????
Hallo,
Herr Dr. Steffan, ich habe sie nicht nach ihrer Meinung gefragt.
Ich wollte andere Patienten ansprechen und keine Diskussionswelle auslösen.
Eine Frage ist keine Meinung.

Onedance
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Re: VBT- neue operationsmethode?

Beitrag von Onedance » Mo, 29.04.2019 - 17:06

Hallo zusammen ;)
jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas platt. Ich hatte von dieser neuen Methode im Internet gelesen und war als Laie erstmal völlig beigeistert. Da meine Skoliose in der LWS mit 64 Grad sitzt und ich überhaupt nicht "scharf" auf eine Versteifung bin habe ich mich, aufgrund der Entfernung, per E-Mail an Dr. Trobisch gewandt und wollte wissen, ob ich für diese Methode überhaupt in Frage komme - ich bin 42 :( Kurz darauf erhielt ich eine Antwort von Dr. Trobisch (worüber ich erstaunt ud erfreut war) und ich sollte mich hier in MD in der Uniklinik melden, zwecks Ganzkörperröntgenaufnahme und Besprechung der hiesigen Ärzte mit Dr. Trobisch. Im März war ich dann hier in der Klinik zum Röntgen. Man will die Bilder nun mit Dr. Trobisch besprechen. Die Schwester sagte mir damals auch, dass der Arzt einen Antrag bei der KK zwecks Kostenübernahme gestellt hätte. Dieser wird sicher abgelehnt und damit hätte sich das Thema leider schon erledigt, da ich keine 35.000,00€ habe. Bisher habe ich noch nichts weiter dazu gehört, sodass ich auch noch nicht sagen kann, ob ich generell geeignet wäre. Nun las ich die Kommentare hier...und bin wieder irritiert und verunsichert :/ Aber da die KK sehr wahrscheinlich sowieso ablehnen wird, muss ich mir dann nur noch Gedanken machen, wann ich mich in welche Hände begebe, um eben eine "herkömmliche" Versteifung machen zu lassen. Hoffe aber bis dahin hier noch auf zahlreiche Tipps und Erfahrungsberichte :top:
Noch eine kurze Frage: Da ich ja sehr weit weg von allen Top- Wirbelsäulenchirurgen wohne und nach der OP meine Familie im Krankenhaus brauche (für den seelischen Beistand), hat schonmal jemand erlebt, dass einer der Top-Ärzte in ein anderes Krankenhaus zum operieren kommt, damit man als Patient nicht ausgesetzt und fern der Heimat alleine durch diese Prozedur muss?
Danke für Eure Antworten ;)
Viele Grüße Janet

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