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Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Sa, 01.01.2011 - 22:12
von Tille
Ich möchte meiner Enttäuschung einfach mal freien Lauf lassen. Sollte das Thema in das Forum nicht passen, dann die Bitte an den Admin, mein Beitrag zu verschieben.

Ich war im Dezember bei einem "Beratungsgespräch" bei Prof. Dr. Halm. Leider konnte er mir null weiterhelfen. Achja meine Beschwerden rühren von einem Gleitwirbel her, der drückt wohl auf den Nerven. Die Skoliose hat damit wohl nichts zu tun. Seit zwei Jahren habe ich quasie ständig Schmerzen und Herr Hoffmann meinte ich könne doch mal so ein Beratungsgespräch bei Prof.Dr. Halm machen.
Der jedoch wollte bei dem Termin nur die Aussage ja oder nein haben, OP oder nicht OP. Ich bin eigentlich hingegangen um mir mal von ihm anzuhören, was er dazu meint, was das für eine OP ist, wie gefährlich sie ist, was für Folgeerscheinungen auftreten können ...
Leider hat mich der Termin nicht weitergebracht. Wenn man sich also noch nicht 100%ig sicher ist, ob man eine OP machen möchte oder nicht bringt das Gespräch gar nichts, und das für 60 Euro, nee muss nicht sein.

Re: Enttäuschung nach "Beratungsgespräch" bei Dr. Halm

Verfasst: So, 02.01.2011 - 11:14
von Ani88
Hallo Tille,
es ist schwer was dazu zu sagen, da man ja bei dem Termin nicht dabei war. Jedoch ist es verständlich, wenn du enttäuscht bist, da du etwas anderes erwartet hattest. Hattest du denn konkrete Fragen dabei, die du dann gestellt hast? Ich persönlich würde eigentlich erwarten, dass man mir dann die OP genauer erläutert und mir, wenn nötig, auch Bedenkzeit lässt. Lief das nicht so?
Liebe Grüße, Ani

Re: Enttäuschung nach "Beratungsgespräch" bei Dr. Halm

Verfasst: So, 02.01.2011 - 21:21
von Vogelstrauss
Hallo Tille!

Das ist natürlich ärgerlich, wenn man nicht die erwünschten Informationen erhält, da kann ich Deinen Ärger gut verstehen.

Ich hatte auch im Dezember einen Kombi Termin mit Prof.Halm, aber, ich muss sagen, der Hr.Prof. hat mir alles sehr genau erklärt, auch wenn ich zweimal nachfragen musste, weil ich in der Aufregung etwas nicht verstanden hatte. Das Gespräch dauerte gut ne halbe Stunde, er hat mich auch nicht zur OP gedrängt, zwar dazu geraten, aber kein Ja oder Nein verlangt. Auch ein Animationsvideo über das OP Verfahren hat er mir gezeigt.

Schade, dass es bei Dir so gelaufen ist. Das mit den 60,-Euro versteh´ ich nicht ganz... ich habe beim Erstgespräch mit Dr.Hoffmann 65,-Euro bezahlt-beim Kombi-Termin aber nix mehr..? :juggle: ...komisch...

Was hat Dr.Hoffmann denn zur OP gesagt? Konnte er Deine Fragen auch nicht beantworten?

Viele Grüße

Vogelstrauss

Re: Enttäuschung nach "Beratungsgespräch" bei Dr. Halm

Verfasst: So, 02.01.2011 - 22:36
von Tille.
Hallo!

Danke für eure Antworten.
Ja ich dachte halt auch, dass er mir über die OP erzählt, über die Risiken usw.; eben eine Beratung. Aber das hat er wirklich nicht getan. Ich habe extra meinen Freund mitgenommen, dem ich dann auch die Fragen erzählt habe, die ich stellen will, aber er war auch so perplex, dass er sie dann auch nicht mehr stellte. Es war schwupp die wupp zu ende. Und der Prof. H. wollte echt die ganze Zeit nur wissen: ja wollen sie mit den Schmerzen leben oder nicht, das ist ganz einfach zu entscheiden, also OP oder keine.... Na was soll man da sagen? Ein simples vielleicht ist mir einfach nicht eingefallen.
Dr. Hoffmann hat dann mit mir noch kurz geredet, aber bei dem bin ich eh so schon in Behandlung, von dem her war mir eher wichtig mal vom Prof. H. die Beratung zu bekommen.
Sie waren sich einig, dass eine OP nicht sein muss, eben nur, wenn ich nicht mehr mit den Schmerzen leben kann, aber das hat mir Dr. Hoffmann eh schon davor gesagt, deswegen wollte ich mich mal über Möglichkeiten informieren, aber über die OP an sich habe ich null erfahren, nur dass es eben nur durch eine Versteifung klappen könne.
Na die 60 Euro gingen an den Prof wohl, weil er ja extra runterkommen musste, wurde zumindest so oder so ähnlich gesagt.

Re: Enttäuschung nach "Beratungsgespräch" bei Dr. Halm

Verfasst: Mo, 03.01.2011 - 01:32
von robinho
Verstehe ich das richtig, dass dir bei 25° eine OP angeboten wird?

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mo, 03.01.2011 - 09:51
von Dalia
Hallo Tille, nur kurz, da ich gleich weg muss: Ich habe mir erlaubt, den Namen der von der kritisierten Person aus der Überschrift zu entfernen. Mir tut es leid, dass das Gespräch für dich so enttäuschend war. Aber falls es stimmt, dass du wirklich 25° hast, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Halm dir nicht explizit zu einer OP raten wollte, weil dieser Krümmungswinkel normalerweise kein OP-Grund ist. Er trägt ja auch Verantwortung, wenn er dir zu einer OP rät, und das macht er natürlich nur, wenn er davon ausgeht, dass die Gesamtsituation des Patienten sich verbessert. Muss hier allerdings sagen, dass ich deine Geschichte nicht kenne und sie erst nachlesen muss, aber ich muss nun wirklich weg.

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mo, 03.01.2011 - 10:21
von cogito
Wenn ich das richtig verstehe, soll Tille ja nicht wegen ihrer geringen Skoliose operiert werden.
Die Beschwerden kommen von einem Gleitwirbel.
Dazu findet man auch Informationen im Internet, z., B. hier:
http://www.medizinfo.de/ruecken/spondyl ... tart.shtml
http://www.medizinfo.de/ruecken/spondyl ... apie.shtml

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Di, 04.01.2011 - 22:43
von Tille
Ich wollte nicht fies oder so sein, nur mal meiner Enttäuschung freien Lauf lassen und Kommentare abwarten.

Die OP wäre wegen dem Gleitwirbel (Stadium 2-3) nicht wegen den 25°.

Habt ihr schonmal was von LnB-System gehört? Wurde heute darauf aufmerksam gemacht. (Sorry, falls das in das Forum jetzt nicht rein gehört)

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mi, 05.01.2011 - 00:13
von Dalia
Tille hat geschrieben:Ich wollte nicht fies oder so sein, nur mal meiner Enttäuschung freien Lauf lassen und Kommentare abwarten.
Keine Sorge, das habe ich auch so verstanden, dazu ist dieses Forum auch da. :)

Kein vernünftiger Chirurg operiert bei 25° einfach so, auch wenn Beschwerden vorhanden sind. Es scheint ein großes Missverständnis zwischen euch gegeben zu haben, du scheinst keine Fragen gestellt zu haben und damit war Prof. Halm wohl überfordert. Ich vermute mal, er wollte wissen, wie du denn zu einer OP stehst, weil eine OP bei deiner geringen Gradzahl ungewöhnlich ist. Vermutlich hättest du ganz konkret zeigen müssen, dass du an Infos zu einer OP interessiert bist.

Gleitwirbeln sollten sich auch konservativ behandeln lassen bzw. das sollte an erster Stelle stehen. Hat Dr. Hoffmann dazu nichts gesagt?

Wie wäre es mit einem Korsett und/oder Schroth? Ich habe auch Gleitwirbeln, seit ich nachts ein Korsett trage, geht es mir in Bezug auf die Beschwerden viel besser.

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mi, 05.01.2011 - 14:25
von Sabona
Hallo,

hab mal eine "dumme" Frage. Ist Gleitwirbel und Drehgleiten dasselbe?
Bei mir wurde, bevor ich mit Schroth angefangen habe, ein Drehgleiten festgestellt. Bei meinen späteren Rehas war es nicht mehr feststellbar.
Dr. Hoffmann ist allerdings der Meinung, dass es mit Schroth nicht verschwinden kann. Man hat das für immer. (Expertenstreit??) Ich bin froh, dass es auf dem nachfolgenden Röbi nicht mehr sichtbar ist.

Tille, die etwas kurzangebundene Art von Prof.Halm habe ich auch bei meinem OP-Gespräch kennengelernt. Bei mir hat er aber die OP abgelehnt. Ich konnte schnell noch ein paar Fragen stellen und dann war er schon wieder weg. Allerdings hat er mir schon geraten Schroth weiterzumachen.
Versuche es doch mal mit konsequentem Schrothen. Du kannst dabei nichts verlieren, nur gewinnen. Die OP läuft ja nicht weg.

LG

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mo, 17.01.2011 - 20:39
von Tille
Hallo

Also ob Gleitwirbel und Drehwirbel dasselbe ist, weiss ich nicht.

Ja Schroth mache ich, zumindest vresuche ich es auf die Reihe zu bekommen die KG-Termine mir zu organisieren. Ansonsten mache ich noch Gymnastik, die ich mittlerweile schon sehr viele Jahre lang mache.
Dr. Hoffmann und ich haben vor paar Jahren auch schonmal versucht, dass ich in die Klinik zum Schroten kann, aber das hat nicht geklappt, die Krankenkasse hat gestreikt. So geht es also so nur weiter.

Nun, ich werde es einfach weiter versuchen, mit weniger Sport und Rehasport.
Danke euch allen.

Gruss

Ps: Ja die OP wäre wenn nicht wegen der Skoliose, sondern wegen den Bandscheiben und dem Gleitwirbel.

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mi, 19.01.2011 - 10:13
von 4fachmami
HI

ich wurde letztes jahr am Gleitwirbel operiert. War L5/S1.

Konservativ hatte nichts gebracht. Hatte neurologische Ausfallerscheinungen. OP lief recht gut.

Muss nun am 2.2. zur einjährigen Jahreskontrolle.

Lg Mel

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mi, 19.01.2011 - 13:09
von DrVerres
Hallo zusammen,

vom fachlichen Standpunkt kann Gleitwirbel/Wirbelgleiten - wird medizinisch "Spondylolisthesis" genannt - verschiedene Ursachen haben. Meist ist das unterste Bewegungssegment der Wirbelsäule L5/S1 betroffen. Der hier im Forum bereits öfters zitierte Wikipedia-Link ist gut und informativ:

http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylolisthesis

OP-Indikationen ergeben sich meist aus starken Schmerzen, neurologischen Komplikationen durch Läsion des Rückenmarks oder von Nervenwurzeln und bei weit fortgeschrittenem Gleiten (z.B. Grad 4 nach Meyerding).

Drehgleiten ist dahingegen typisch für höhergradige Skoliosen, macht oft Schmerzbeschwerden und ist meist über die Struktur des Wirbels - sog. Interartikularposition/Bereich der Facettgelenke - selbst limitiert, d.h. der Gleitvorgang als seitliche und drehende Bewegung hat einen Endpunkt. Hier ist meist die konservative stabilisierende Therapie im Sinne von korrigierender Heilgymnastik (nach K. Schroth) ausreichend. Selten ergeben sich hieraus Korsettindikationen.

Hoffe, diese Info hilft ein Stück weiter
Dr. C. Verres

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mi, 19.01.2011 - 17:31
von Sabona
Danke, Dr. Verres für die sehr gute Erklärung.

LG

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Mi, 19.01.2011 - 19:32
von minimine
Hallo Dr. Verres,

kann man also sagen, dass ein Gleitwirbel ein Wirbel ist, der nach vorne wegrutscht, während beim Drehgleiten der Wirbel eher zur Seite wegrutscht (wie bei einer degenerativen Skoliose)?

LG
Minimine

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Do, 20.01.2011 - 13:21
von DrVerres
...so ungefähr! :arrow:

Ein typisches Wirbelgleiten kann jedoch nach vorne (zur Bauchseite) oder nach hinten (zur Rückenseite) statt finden.

Beim Drehgleiten finden wir eine Kombination aus seitlichem Gleiten und Drehen des oberen (kopfwärts) gelegenen Wirbels.

Re: Enttäuschung nach OP-"Beratungsgespräch"

Verfasst: Do, 20.01.2011 - 13:58
von sloopy
Hallo Tille,

schade, dass dir das Gespräch nicht weitergeholfen hat.
Tille hat geschrieben:Dr. Hoffmann und ich haben vor paar Jahren auch schonmal versucht, dass ich in die Klinik zum Schroten kann, aber das hat nicht geklappt, die Krankenkasse hat gestreikt. So geht es also so nur weiter.
Überleg dir doch, ob du es nicht nochmal versuchen möchtest. Nur weil die KK vor ein paar Jahren abgelehnt hat, heißt das ja nicht, dass sie es jetzt auch nicht genehmigen. Im Falle einer Ablehnung solltest du auf jeden Fall Widerspruch einlegen, vielleicht kann man argumentieren, dass durch eine Schroth-Reha eine OP vermieden werden kann. Meine letzten Rehas wurde alle nicht auf Anhieb genehmigt (weder bei der RV, noch bei der KK), aber es hat sich gelohnt dafür zu kämpfen!

Gruß,
sloopy