Stab abflexen?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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Lucky Jim

Stab abflexen?

Beitrag von Lucky Jim »

Hallo alle zusammen,

bin heute durch Zufall auf dieses Forum gestoßen.
Tolle Sache muss ich sagen.
Dickes Lob an die Verantwortlichen.
Ich bin jetzt vor mittlerweile 6 Jahren im Alter von 17 Jahren im WWK operiert worden und hatte im Vorfeld natürlich auch viele Fragen. Hätte es damals schon eine solche Seite gegeben, wäre die Entscheidung sicherlich leichter gefallen, zumindest aber hätte ich noch mehr Informationen gehabt.

Aber nichtsdestotrotz habe ich's auch so gut überstanden.
Ich hatte eine Kyphoskoliose im oberen Thoraxbereich von ca. 80°, die dann 1999 in zwei Operationen und insgesamt 14 Wochen Krankenhausaufenthalt mit Codrellziehen und Halobehandlung auf 40° "gedrückt" wurde.
Versteift wurde bei mir der Bereich von Th2/3/4-L 1/2 rechts und Th3/4-Th12/L1 links.
Probleme oder Schmerzen im Alltag hab ich seither eigentlich nicht.

Womit ich allerdings zu kämpfen hab, ist die eingeschränkte Beweglichkeit meines Kopfes. Für mich ist eine Rechtsdrehung so gut wie unmöglich, es gehen so zwischen 10-20°. Was dabei komisch ist, ist, dass ich beim Ablegen meines Kopfes, z.B. an die Kopfstützen im Auto eine bessere Rotation hinkrieg, so dass der Schulterblick, wenigstens im Ansatz funktioniert.
Ich vermute, dass es damit zusammenhängt, dass bei mir der rechte Stab sehr weit nach oben ragt (ich kann ihn an meinem Hals ertasten) und er damit bei der Rotation nach rechts blockiert.

Ausserdem merke ich, wenn ich lange am Schreibtisch sitze oder auch wenn ich lange laufe und nicht die Möglichkeit habe meinen Kopf durch Anlehnen oder Ablegen zu entlasten auch immer Verspannungsgefühle einsetzen, die soweit gehen, dass mein rechter Arm richtig schwach wird. Ich kann dann ihn noch normal bewegen, wenn ich er auf der Tischplatte abgestützt ist, aber es strengt mich dann schon einigermaßen an das Besteck zum Mund zu führen oder an die Tafel was zu schreiben. Was dann noch schwieriger wird, sind alle Bewegungen überhalb der Schulter, z.B. sich zu Kämmen, Föhnen usw. Da verlässt mich dann schon nach kurzer Zeit die Kraft im Arm.

Was mir auch manchmal passiert, ist, dass mir der rechte Daumen bei längeren Spaziergängen oder auch beim Gehen mit einem Rucksack einschläft.

Ich bin daher am überlegen, ob es vielleicht sinnvoll ist, den Stab rauszunehmen oder wie Dr. Hoffmann vorgeschlagen hat, ihn nur ein paar cm. abzuflexen, so dass der Stab eben nicht mehr die Einschränkungen bringt.
Die Ärzte in Wildungen meinten aber, dass sie sich das überlegen würden, da die Tatsache, dass der Stab soweit nach oben eingesetzt wurde, auch ne gewisse Stabilisierung für meinen Kopf bedeuten würde.
Dazu muss man sagen, dass ich von Geburt an ne Muskelschwäche habe, von der niemand weiss, was es eigentlich ist und infolge der ich auch eine schlecht ausgeprägte Halsmuskulatur habe.

Daher meine Frage, ob jemand von euch auch solche Probleme wie fehlende Kraft im Arm, Kribbeln im Daumen/Finger o.ä. kennt.

LG

Lucky Jim
mhd 2222

Implantat kürzen?

Beitrag von mhd 2222 »

Hallo,

das mit den motorischen Störungen in den Armen, Beinen etc. kenne ich auch sehr Gut, bei mir kommmt es aber von den lädierten Bandscheiben.

Da du eine OP hattest, sind ja in diesen Bereich keine BS mehr da, lass doch ein MRT machen, ( geht aber nur bei Titan Implantaten) , gibt es schon eine
Untersuchung richtung MS???

ciao

Toni I
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Toni
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Beitrag von Toni »

Ich weis von einem konkreten ähnlichen Fall. Da wollte die WWK das alte Implantat völlig entfernen und die WS mit Osteotomieen (Keilstücke aus der WS sägen) um die WS besser aufzurichten und dann neu instrumentieren. Dabei wollten sie sogar die Fusionsstrecke verlängern!
Es wäre eine gigantische OP geworden, die den Zustand der Patientin eher verschlimmert hätte.

Die Patientin hat sich dann auch erst mal für eine kleinere Lösung entschieden und Prof. Pfeiffer Uniklinik Freiburg hat ihr nur den überstehenden Stab "abgeflext".
Sie ist seither fast völlig schmerzfrei und überglücklich.

Wenn auch Dir Dr. Hoffmann nach dieser Erfahrung diesen Weg empfielt, würde ich das auf jeden Fall versuchen.
Dabei kannst Du nicht viel verlieren.

Aber andere Probleme wie MS oder eine rheumatische Erkrankung oder etwas anderes sollten vorher schon diagnostisch sicher ausgeschlossen sein.
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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