Abholung meines neuen Korsetts in Stuttgart
Verfasst: Do, 25.10.2007 - 19:45
Hallo,
vor etwa einer Woche war ich, mit der Bahn, in Stuttgart bei der Firma Rahmouni, um mein neues Korsett abzuholen. Ich hatte ja schon erwartet, daß das neue Korsett größer sein würde als das erste, da das alte ursprünglich keine Reklinationpelotten hatte, aber der Rohling der dort dann stand war gigantisch. Das neue Design "IceAge", das ich extra bestellen ließ, gefällt mir sehr gut, besser noch als es auf dem kleinen Ausschnitt im Internet aussah. Auch gefällt mir das neue Design an den Hüften sehr gut, da es dort wesentlich runder ist, als das Korsett von vor 4 Jahren.
Das Anziehen des Korsetts war wegen zu hoher Armausschnitte erst einmal gar nicht möglich, was Herr Rahmouni auch sofort einsah und es erst noch einmal mitnahm.
Als er dann wieder kam, konnte ich es wenigsten anziehen, wenn auch nicht zumachen, da ich die Arme nicht bis zu den Verschlüssen herunter bekam. Herr Rahmouni zeichnete alles an und ging auch auf meine Wünsche ein, die Reklinationshörnchen nicht über die Schlüsselbeine hinausgehen zu lassen.
Ich merkte sofort, daß der Druck auf die vorderen Beckenkämme nicht mehr so extrem war, wie im "Alten", was ich sehr begrüße.
Nach dem Ausziehen fragte ich Herrn Rahmouni, ob ich in seiner Werkstatt zuschauen dürfe, wie die Korsetts fertig gestellt werden, was er gerne erlaubte.
Somit habe ich den ganzen Vormittag in der Werkstatt verbracht und mir alles sehr genau angeschaut und viel über die Fertigstellung gelernt. Die Mitarbeiter waren alle sehr freundlich und ich konnte bei jeder Tätigkeit genau zuschauen.
Jeder Mitarbeiter hatte z.B. ein Korsett, das er vom Rohling nach der Anprobe bis zur Abholung nachmittags fertigstellen mußte.
Mit Hilfe von Schränkeisen, werden zuerst, wenn sie nicht schon vorbereitet sind, die Verstärkungen der Reklinationshörnchen aus Aluminium gebogen und immer wieder angepaßt, bis alles genau stimmt. Die Alu-Verstärkungen werden durch schleifen an den Kanten abgerundet. Das Korsett wird dann zuerst grob mit der Sticksäge in Form geschnitten, wobei bis zu den Markierungen etwa 2 cm Abstand bleibt, der später durch Schleifen noch entfernt wird. Das Schleifen passiert an mehreren großen Trichter-Fräsmaschinen auf die man wie bei einer Bohrmaschine verschiedene Aufsätze anbringen kann. Zuerst wird grob geschliffen, danach feiner und auch für das Kantenfinish gibt es einen speziellen Aufsatz.
Die Alu-Verstärkungen werden mit (Kupfer)Nieten, auf einer Nietschiene, am Korsett befestigt.
An die Verschluß-Bänder wird mit einer speziellen Nähmaschine das kleine Stück Klettverschluß angenäht. Auch die vordere dünnere Kunststoff-Lasche wird zusammen mit dem danach umgeklappten Stück Leder direkt ans Korsett genäht und das Leder danach umgeschlagen und festgeklebt. Die Pelotten werden in der vorgegebenen Form grob ausgeschnitten und dann an der Schleifmaschine an den Rändern angeschrägt, dadurch entstehen weiche Übergänge für die später ins Korsett eingeklebten Druckpolster. Den Rest der Fertigstellung habe ich nicht mehr verfolgt, da ich nur vormittags in der Werkstatt war. Das war ein sehr interessanter Vormittag, nur das lange Stehen war für meinen Rücken nicht so gut.
Am Nachmittag gegen 16:00 habe ich das Korsett dann abgeholt und dabei die obere hintere Kante noch etwas nach innen biegen lassen.
Die Reklinationpelotten sind unter dem T-Shirt sehr sichtbar, das ist sicher im Winter kein Problem, da dicke Pullover es verdecken, aber in anderen Jahreszeiten wird es schwierig, es wie bisher unsichtbar unter dem T-Shirt zu tragen.
Die wesentlich höher gezogene vordere Seite lässt die Brüste nicht mehr so unschön hervorspringen, was für einen Mann besser aussieht. Es gibt auch nicht mehr den extremen Druck auf die vorderen Beckenkämme was mich am alten Korsett immer sehr gestört hat.
Allerdings bekomme ich, wie ich auf dem Weg zum Bahnhof schon gleich gemerkt habe, durch den Druck seitlich und/oder von hinten auf die Hüfte nach wenigen hundert Metern Schmerzen in den Hüftgelenken.
Auf der Heimfahrt mit der Bahn habe ich das neue Korsett angelassen, aber das war bei den doch recht langen Gehstrecken eine Tortur. Ich war froh als ich es zu Hause ausziehen konnte.
Hoffentlich habe ich Euch jetzt nicht zu sehr gelangweilt mit meinem langen Beitrag.
Viele Grüße
Matthias
vor etwa einer Woche war ich, mit der Bahn, in Stuttgart bei der Firma Rahmouni, um mein neues Korsett abzuholen. Ich hatte ja schon erwartet, daß das neue Korsett größer sein würde als das erste, da das alte ursprünglich keine Reklinationpelotten hatte, aber der Rohling der dort dann stand war gigantisch. Das neue Design "IceAge", das ich extra bestellen ließ, gefällt mir sehr gut, besser noch als es auf dem kleinen Ausschnitt im Internet aussah. Auch gefällt mir das neue Design an den Hüften sehr gut, da es dort wesentlich runder ist, als das Korsett von vor 4 Jahren.
Das Anziehen des Korsetts war wegen zu hoher Armausschnitte erst einmal gar nicht möglich, was Herr Rahmouni auch sofort einsah und es erst noch einmal mitnahm.
Als er dann wieder kam, konnte ich es wenigsten anziehen, wenn auch nicht zumachen, da ich die Arme nicht bis zu den Verschlüssen herunter bekam. Herr Rahmouni zeichnete alles an und ging auch auf meine Wünsche ein, die Reklinationshörnchen nicht über die Schlüsselbeine hinausgehen zu lassen.
Ich merkte sofort, daß der Druck auf die vorderen Beckenkämme nicht mehr so extrem war, wie im "Alten", was ich sehr begrüße.
Nach dem Ausziehen fragte ich Herrn Rahmouni, ob ich in seiner Werkstatt zuschauen dürfe, wie die Korsetts fertig gestellt werden, was er gerne erlaubte.
Somit habe ich den ganzen Vormittag in der Werkstatt verbracht und mir alles sehr genau angeschaut und viel über die Fertigstellung gelernt. Die Mitarbeiter waren alle sehr freundlich und ich konnte bei jeder Tätigkeit genau zuschauen.
Jeder Mitarbeiter hatte z.B. ein Korsett, das er vom Rohling nach der Anprobe bis zur Abholung nachmittags fertigstellen mußte.
Mit Hilfe von Schränkeisen, werden zuerst, wenn sie nicht schon vorbereitet sind, die Verstärkungen der Reklinationshörnchen aus Aluminium gebogen und immer wieder angepaßt, bis alles genau stimmt. Die Alu-Verstärkungen werden durch schleifen an den Kanten abgerundet. Das Korsett wird dann zuerst grob mit der Sticksäge in Form geschnitten, wobei bis zu den Markierungen etwa 2 cm Abstand bleibt, der später durch Schleifen noch entfernt wird. Das Schleifen passiert an mehreren großen Trichter-Fräsmaschinen auf die man wie bei einer Bohrmaschine verschiedene Aufsätze anbringen kann. Zuerst wird grob geschliffen, danach feiner und auch für das Kantenfinish gibt es einen speziellen Aufsatz.
Die Alu-Verstärkungen werden mit (Kupfer)Nieten, auf einer Nietschiene, am Korsett befestigt.
An die Verschluß-Bänder wird mit einer speziellen Nähmaschine das kleine Stück Klettverschluß angenäht. Auch die vordere dünnere Kunststoff-Lasche wird zusammen mit dem danach umgeklappten Stück Leder direkt ans Korsett genäht und das Leder danach umgeschlagen und festgeklebt. Die Pelotten werden in der vorgegebenen Form grob ausgeschnitten und dann an der Schleifmaschine an den Rändern angeschrägt, dadurch entstehen weiche Übergänge für die später ins Korsett eingeklebten Druckpolster. Den Rest der Fertigstellung habe ich nicht mehr verfolgt, da ich nur vormittags in der Werkstatt war. Das war ein sehr interessanter Vormittag, nur das lange Stehen war für meinen Rücken nicht so gut.
Am Nachmittag gegen 16:00 habe ich das Korsett dann abgeholt und dabei die obere hintere Kante noch etwas nach innen biegen lassen.
Die Reklinationpelotten sind unter dem T-Shirt sehr sichtbar, das ist sicher im Winter kein Problem, da dicke Pullover es verdecken, aber in anderen Jahreszeiten wird es schwierig, es wie bisher unsichtbar unter dem T-Shirt zu tragen.
Die wesentlich höher gezogene vordere Seite lässt die Brüste nicht mehr so unschön hervorspringen, was für einen Mann besser aussieht. Es gibt auch nicht mehr den extremen Druck auf die vorderen Beckenkämme was mich am alten Korsett immer sehr gestört hat.
Allerdings bekomme ich, wie ich auf dem Weg zum Bahnhof schon gleich gemerkt habe, durch den Druck seitlich und/oder von hinten auf die Hüfte nach wenigen hundert Metern Schmerzen in den Hüftgelenken.
Auf der Heimfahrt mit der Bahn habe ich das neue Korsett angelassen, aber das war bei den doch recht langen Gehstrecken eine Tortur. Ich war froh als ich es zu Hause ausziehen konnte.
Hoffentlich habe ich Euch jetzt nicht zu sehr gelangweilt mit meinem langen Beitrag.
Viele Grüße
Matthias