Seite 1 von 2

Vergleich Tübinger Rahmouni

Verfasst: Sa, 12.08.2006 - 18:05
von gauklerdavid
Hallo,

Ich beschreibe hier mal meine Erfahrungen mit der Rahmonui Anti Kyphosen Orthese (RKO) und der Tübinger Orthese (TO)im Vergleich, vielleicht kann es dem einen oder anderen zur Orientierung dienen.


Bilder sind jetzt eingefügt! Und zwar am Ende dieses POstes !



Bauprinzip:

Beide Orthesen üben Druck auf den Scheitelpunkt der Kyphose aus, und richten das Becken gegen die Hyperlordose auf (durch das Becken zu umfassen und im Bauchbereich einen Wiederstand zu geben). Der Bauchdruck ist beim TO stärker (man spricht hier von einer Bauchpresse) als bei der RKO. Ich bin mir nicht sicher warum die RKO ohne starke Bauchpresse auskommt, aber trotzdem besser korrigiert als die TO.
Die RKO zeigt die für Rahmouni Orthesen typische starke taillierung und die hohen Beckemkammaussparrungen. Hiermit ist in Verbindung mit dem Druck auf die unteren Rippen wohl das möglich was man Kirschkerneffekt nennt.
Ein weitere Korrekturpunkt befindet sich bei beiden Orthesen ventral im oberen Brustbereich, bei der TO ist dies eine Spange, beim Rahmouni sind es Reklinationshörnchen. Die RKO gibt zudem ventral noch einen Gegenhalt im Bereich der unteren Rippen und des unteren Brustbeins.
Die RKO ist im gesamten Bereich des Rumpfes geschlossen. Die TO hat viel mehr Luftraum, Plastik ist nur da wo Druck ausgeübt wird.
Die RKO schließt man frontal, die TO an der Seite.
In der RKO sitzen Schaumstoffpelotten, in der TO nicht.

Korrektur
Die RKO korrigiert mich von 65 auf 34 Grad, laut Röntgenbild. Sowohl deutliche Korrektor der Kyphose als auch der Hyperlordose. Der Korrektureffekt der TO wurde nicht vermessen. Ich schätze ihn als geringer ein. Die RKO beeinflusst zudem die Lage des Brustkorbes und verhindert daß die unteren Rippen zuweit nach vorne kommen. Die TO tut das nicht. Die RKO wäre theoretisch auch in der Lage auf eine zusäztlich vorhandene Rotation Einfluss zu nehmen , eventuell besser als die TO (bin mir da aber nicht ganz sicher)

Trageeigenschaften.
Bei beiden Orthesen war am Anfang eine gewisse Eingewöhnungszeit nötig und das erste tragen verursachte Verspannungen.
Nach der Eingewöhnung trage ich die RKO lieber als die TO. Ich schätze es daß der Bauch nicht so gequetscht wird wie bei der TO und ich habe auch allgemein das Gefühl daß der Druck (insbesondere auf den Kyphosenscheitel) besser (intelligenter?) verteilt ist.
Die RKO wärmt mehr da mehr Plastik. Sie ist allerdings leichter als die TO.
Wenn ich müde werde sacke ich in der TO mehr ein als in der RKO. In beiden Orthesen kann ich mich aktiv herauskorrigieren und habe ich den Eindruck die Muskeln werden aktiviert.
Ich habe den frontalen Verschluß der RKO lieber als den der TO, da ich mich weniger verdrehen muß beim zumachen, er bietet auch mehr Verstellmöglichkeiten.

Sonstiges:
Die TO ist Wasserfest und enthält keine lederartigen oder geklebten Teile, man kann damit also Schwimmen gehen. Habe ich ein paar mal gemacht. Ist gewöhnungsbedürftig, vor allem weil man nicht so stark einatmen kann wie gewohnt.

So daß wars fürs erste. Werde bei Gelegenheit noch was hinzufügen.

Für mich ist die RKO die erste Wahl, aufgrund des besseren Korrektureffekts und der besseren Trageeigenschaften (Bauchdruck weniger stark, Druckpunkt auf Rücken besser verteilt) Für andere mag das anders sein. Gerhard fand die TKO besser: seiner Meinung nach korrigiert diese besser und er fand sie angenehmer zu tragen. ALso Korsett-Träger muß wohl passen.
Würde mich interessieren was andere für Erfahrung mit diesen oder andere Kyphosenorthesen gemacht haben.

Gruß
david

das Rahmouni:

Bild
Bild
Bild

DAs Tübinger

Verfasst: Sa, 12.08.2006 - 21:03
von Martin33
Hallo David,

ich habe Deinen Beitrag mit Interesse gelesen. Ich habe seit ca. 3 Monaten ein TKO, erstellt von Herr Lukas (früher bei Nusser und Schaal in TÜ DER Crack und heute selbständig in Münsingen auf der Schwäbischen Alb tätig), den ich persönlich sehr zu schätzen gelernt habe. Nur mal vorweg: So archaisch wie auf Deinem Bild sieht meine TKO mitnichten aus. Es ist 'ne weisse Schale mit reichlich Öffnungen - überhaupt kein Vergleich zu dem "mittelalterlichen" Bild von Dir :D

Ich habe in diesem Korsett 43° (ohne ca. 50°), was lt. Dr. Hoffmann "zu viel" ist, weshalb ich in der zweiten Juliwoche gleich nach meinem 2. Besuch bei Dr. Hoffmann nochmals bei Herr Lukas war, der mir das Korsett entsprechend "frisierte" (Zusatzeinsatz auf der Rückseite, die auf den Kyphose-Scheitel drückt). Ich habe "nur" 'ne Kyphose mit einhergehender Hyperlordose und nach vorne gekipptem Becken (KEINE Skoliose) - besser ausgedrückt: einen Hohlrundrücken (das hat mir so noch kein Therapeut gesagt, aus diversen Fachbüchern mit Ansichten etc. ist das aber eindeutig festzuhalten).

Mir wäre das alles wirklich egal, was für mich nur schlimmer ist: Trotz dem zu vielen Forumsmitgliedern fast schon vernachlässigbar einzustufenden Gradwinkeln habe ich seit Wochen zunehmende Schmerzen :rolleyes: .

Ich habe das Korsett in aller Regel nachts an gehabt bzw. sobald ich von der Arbeit zurückgekommen bin (im Schnitt waren das so ca. 10h/Tag bzw. Nacht). Auch wenn ich es beim Schreiben dieser Zeilen gerade trage: trage ich es z.Zt. nachts NICHT mehr, da ich nach dem "Frisieren" grundsätzlich so gegen 4h Nachts mit unerträglichen Schmerzen im Kyphosen-Scheitelpunkt aufgewacht bin; selbige ließen dann auch nicht mehr nach, nachdem ich das Ding ausgezogen habe - an Einschlafen war dann nicht mehr zu denken und entsprechend gerädert ging ich am Folgetag wieder zur Arbeit.... Das kann's ja wohl nicht sein, denkt sich da der Patient...

Warum trage ich überhaupt ein TKO? Meine Krankenkasse (AOK) hat mir nur dieses genehmigt, ferner habe ich mich mit Gerhard mal in TÜ getroffen und mich über die Gesamtthematik unterhalten. Ich ging damals fest davon aus, dass die TKO für mich "besser" sei - mittlerweile habe ich mehr als leise Zweifel, wobei ich auch nicht weiss, ob ein Rahmouni besser wäre. Ich lese seit Wochen mit Interesse die ganzen Berichte hier im Forum (dies ist erst mein 2. Posting). Da wird hin und her diskutiert über Pelotten, Gradzahlen, Verschlüsse vorne und hinten, Vor- und Nachteile von TKO oder Rahmouni (oder umgekehrt) - nur: wenn ich aus den ganzen Beiträgen schlau werde, hat bis dato KEIN adulter Korsett-Träger das Ding "abschulen" können, oder täusche ich mich?? (o.k. Gerhard trägt sein TKO zumindest nicht mehr dauerhaft, aber alle anderen Cracks incl. Forums-Guru Toni scheinen doch dauerhaft so ein schei**-DING (sorry für die klaren Worte) tragen zu müssen - oder?) Wenn ich mal davon ausgehe, dass das "Endziel" eine "Heilung" sein sollte (sprich: ein Leben OHNE Korsett und oder Schmerzmittel), sind das ja nicht gerade rosige Aussichten :/

Das alles macht mich schon ziemlich nachdenklich. Ich bin jetzt 41 Jahre alt und leide unter zunehmenden Schmerzen, die so weit gehen, dass ich diese Woche zum allerersten Mal in den drei Jahren meiner "Geschichte" in der Apotheke Voltaren gekauft (und geschluckt!) habe.

Mein Antrag für Bad Salzungen ist am Laufen, ich setze sämtliche Chips auf diese Therapie. Verdammt, ich hatte nie einen Scheuermann, sondern bin offensichtlich "nur" zu viel Rennrad gefahren bzw. habe zu viel Bildschirmarbeit machen (müssen). Seit einem halben Jahr habe ich auch zunehmend Beschwerden mit meiner Waden- und rückseitigen Oberschenkelmuskulatur (Ischiokrurale). Ich könnte, wenn ich es denn wollte, ruckzuck einen Wadenkrampf provozieren. Die Verkürzungen an den genannten Stellen hängen zusammen mit meinem aus dem Lot geratenen Körper. All dies habe ich mir schon angelesen. Ich mache Gymnastik, Krafttraining (o.k. in den letzten heißen Wochen nicht), Rolfing und ernähre mich gesund und vernünftig - doch die Schmerzen nehmen wie gesagt eher zu...

Wie gesagt: Alle Chips auf Bad Salzungen.... Diese "Hilfskrücke" Korsett arbeitet mir einfach zu sehr an den Symptomen, wobei ich hier um Gottes Willen niemanden sein Teil ausreden und eine Flut von "Pro Korsett" Trägern auslösen will. Wenn alle Stricke reißen, werde ich wohl auch noch ein Rahmouni erstreiten (oder selber zahlen) müssen. Meine grosse Hoffnung aber ist Bad Salzungen....

Ich schreibe Dir nachher noch kurz 'ne PM.

Beste Grüsse

Martin

Verfasst: Sa, 12.08.2006 - 21:17
von Dalia
Hallo David,

sehr interessanter Bericht, danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, den Vergleich zu beschreiben.

Ich hätte RKO für schwerer gehalten. Das war auch das, was mir als erstes auffiel, als ich mein neues Korsett bekam. Ich war vor über 10 Jahren auch bei Rahmouni und hatte da ein deutlich schwereres und relativ starres Korsett (ich will nicht vom Thema ablenken, aber falls es dich interessiert, hier kannst du die beiden Korsetts anschauen). Ich finde es sehr viel angenehmer, wenn das Material leichter und biegsamer ist.

Die TO zeichnet sich auch durch besondere Biegsamkeit aus, kannst du das bestätigen?

Übrigens, da ist auch ein Posting von mir mit 2 Bildern dabei: viewtopic.php?p=31605#31605

War sie bei dir festgeschraubt? Hast du sie durchgehend getragen oder z.B. zum Waschen ausgezogen? In dem o.g. Thread sind auch ein paar Kommentare dazu (von mir und von Jualixxx).

Dalia

Verfasst: Sa, 12.08.2006 - 22:58
von BZebra
Martin33 hat geschrieben:nur: wenn ich aus den ganzen Beiträgen schlau werde, hat bis dato KEIN adulter Korsett-Träger das Ding "abschulen" können, oder täusche ich mich?? (o.k. Gerhard trägt sein TKO zumindest nicht mehr dauerhaft, aber alle anderen Cracks incl. Forums-Guru Toni scheinen doch dauerhaft so ein schei**-DING (sorry für die klaren Worte) tragen zu müssen - oder?) Wenn ich mal davon ausgehe, dass das "Endziel" eine "Heilung" sein sollte (sprich: ein Leben OHNE Korsett und oder Schmerzmittel), sind das ja nicht gerade rosige Aussichten :/
Dieses Ziel hat aber glaube ich keiner! Ein realistischeres End-Ziel wäre eher sich vollkommen an das Korsett zu gewöhnen und die Korsetttragezeit auf ein Mindestmaß zu reduzieren, welches einen unwesentlich im Alltag einschränkt.

Man kann sich z.B. so sehr an ein Korsett gewöhnen, dass man ohne garnicht mehr so ohne weiteres schlafen kann, weil einem etwas fehlt. Und wenn man es schafft nur mit Nachts tragen auszukommen, würde das lediglich bedeuten, das Korsett abends anziehen und morgends wieder ausziehen. Die Zeit dazwischen verbringt man unbewußt im Schlaf.

Es entspricht dann sogar einem geringeren Zeitaufwand als dem täglichen Zähneputzen und einem deutlich geringerem Zeitaufwand als dem täglichem Schrothen oder dem Krafttraining im Fitnesstudio.

Ich würde mir nicht Ziele wie Heilung und ein Leben ohne Korsett setzen. Wird man als Erwachsener kaum noch erreichen können.

Man kann das Korsett alternativ natürlich durch genug Schroth ersetzen. Das geht auch und es kann sogar einen viel besseren Effekt haben als ein Korsett. Die entsprechende Disziplin und die Zeit, die man dafür aufwenden muss, allerdings vorausgesetzt, und das ist sicherlich nicht wenig; auf keinen Fall zu vergleichen mit dem Zahn-Putz-Aufwand von ein mal täglich Korsett an- und ausziehen! ;)

Heilung und Korsett-Abschulung als Endziel würde ich bei Erwachsenen eher als Wunschtraum einschätzen, den es sich nicht wirklich lohnt ernsthaft zu verfolgen. Besser die Erwartungen in den Bereich des Möglichen, dann wird man nicht enttäuscht.

Verfasst: So, 13.08.2006 - 00:00
von Dalia
Von mir nur ein Einschub:

Ich trage als Erwachsene das Korsett:

- um einer OP vorzubeugen,
- um Beschwerden zu lindern,
- einer Verschlechterung bzgl. Skoliose und Beschwerden vorzubeugen,
- um die Bandscheiben zu entlasten,
- um eine bessere äußere Optik zu erzielen, macht sich bemerkbar in Taillenumfang, Figur und Haltung (Taillenumfang ist auch nach 24 h Korsettpause und gleichem Gewicht immer noch um 5 cm geringer) und
- um eine bessere Vitalität zu erzielen. Ich bin ausdauernder geworden dank der Reduktion der Beschwerden.

All diese Effekte zeigen sich bei mir auch, wenn ich das Korsett nachts nur 1 bis 3 Stunden getragen habe.

Im Moment kämpfe ich mit dem Korsett und ich versuche, es nachts 7 bis 9 Stunden (halt so lange, wie ich schlafe ;)) zu tragen. Mein langfristiges Ziel ist, mich ans Nachtkorsett zu gewöhnen und es beizubehalten. Bei Reisen und in besonderen Ausnahmefällen trage ich es auch nachts nicht. Neulich war ich z.B. Zelten. Da hatte ich mein Korsett natürlich nicht dabei. Eine Abschulung strebe ich nicht an.

Dalia

Verfasst: So, 13.08.2006 - 12:06
von Toni
Hallo Martin
Es ist TEILWEISE durchaus möglich und sollte meiner Ansicht nach auch das langfristige Ziel sein, irgendwann.... auch als Erwachsener das Korsett abschulen zu können.

Man muss zuerst die Aufgabe definieren, die das Korsett hat.

1. Schmerzmittel.

Es ist bei einigen sehr verblüffend. Meine Frau gehört da zu dieser Gruppe. Sie hat NICHT (wie ich) den Ehrgeiz gerade werden zu wollen. Es genügt ihr völlig, bei Rückenschmerzen und bei bestimmten stark Rückenschmerz verursachenden Arbeiten (z.B. Bügeln) das Korsi stundenweise zu tragen um weitgehend schmerzfrei zu sein. Für Sie hat das Korsett mit der Schmerzfreiheit das "Plansoll" erfüllt.
Ab "schmerzfrei" ist bei Einigen dann auch die Motivation dahin, sich weiter mit dem Plastikdessous zu plagen. (stimmts Mohnblühmchen???)
Ist aber nicht schlimm, eines der wichtigsten iele des Adult-bracing ist ja damit schon erreicht. Das ist ja auch nach Ansicht der meisten Orthopäden wenn überhaupt, die EINZIGE Berechtigung überhaupt für ein Korsett im Erwachsenenalter.

2. Die nächste Stufe nach schmerzfrei ist
AUFRECHT & Schmerzfrei.

Die Voraussetzung dafür ist es, seine Haltung erst mal zu verbessern. Dazu muss systematisch alles Verkürzte aufgedehnt werden.
Überdehntes und Schlaffes soll sich verkürzen.
Das ist ein Aufgabe, die ein gutes Korsett erfüllen kann. Das Korsett sollte in dieser Phase durch möglichst hohe Tragezeiten das ganze Haltungs- und Körpergefühl total umprogrammieren.
Das war bei mir so der Fall.
Ich fühle mich gar nicht mehr wohl, wenn ich in mein altes "Scheuermann"-Haltungsmuster zurückfalle und spüre nun auch ohne Korsett SOFORT, daß das mir gar nicht gut tut.

Gegen die Verkürzungen und inneren Verspannungen, gegen die muskulären Dysbalancen kann ein Kyphose/Scheuermann-Patient aus eigener Muskelkraft nur sehr schwer und immer nur sehr kurzfristig ankommen (wenn überhaupt!), besonders wenn er in der Fehlstatik fixiert ist.
Diese Fixierung zu "knacken" ist eine wesentliche Aufgabe des Korsettes.
Das geht bei Kyphosen, je nach Grad der Fixierung sehr langsam.

Ich habe mal Rahmouni massiv dazu aufgefordert mir eine wesentlich stärkere Kyphosenpelotte hinten ins Korsett reinzukleben, da ich in meiner besonders ehrgeizigen Phase schneller vorankommen wollte. Grinsend ging Meister Amor mit meinem Korsi in die Werkstatt und brachte es nach 20 Minuten zurück. Er hatte irgend ein miggriges Pölsterchen von 5 bis 7 mm draufgeklebt und ich war brutal enttäuscht. Kannte ich doch die gewaltigen "Anti-Paket-Monster-Pelotten", die die Skoliose-Kolleginnen zur Derotation in ihren Korsetten ertragen müssen. Als ich aber mein Korsi wie gewohnt anziehen wollte blieb mir die Luft im Hals stecken und schon nach wenigen Minuten stellte sich am Kyphosenscheitel ein unerträglich stechender Schmerz ein. Kleinlaut gab ich das Korsi zum sofortigen Abschleifen der Minipelotte zurück und Meister Amor ging wieder grinsend damit in die Werkstätte. Soviel zu Ehrgeiz und Pelottendruck bei Kyphosen!

Die Pelottendruck-Dosierung scheint bei Kyphosen ein wesentlich heikleres Thema zu sein, die Grenze zwischen optimaler Korrektur und absolut unerträglich scheinen (zumindest war das so bei mir) nur wenige mm zu sein.
Um wieviel schwieriger ist das dann bei einer Orthese zu sein, die statt geklebter Schaumstoffpelotten mit hartem starrem Plexiglas die Korrekturkräfte in den Körper einleitet?
Ich glaube, die TüKO ist in dieser Hinsicht noch viel-viel anspruchsvoller als eine RahKO.

Ich habe mal bei Skoliose-Aktiv e.V. einen ca. 28 Jahre alten TüKO-User kennengelernt. Er hatte zufällig ungefähr meine Figur, Kyphose-Winkel, Gewicht und Körpergröße. Er hatte die Version zum selbst an- und ablegen (nicht fest verschraubt wie Gerhard). Wir haben in einer Kabine von Rahmouni die Korsette versuchsweise für einige Minuten getauscht.
Er lief rot und blau an, japste nach Luft und ich spürte sein lästiges Plexiglasgestell nicht mal richtig. Darin hätte ich einen orientalischen Bauchtanz machen können.

Er wurde damals von Gerhard zur TüKO überredet und war total enttäuscht. Er hatte (Primärkorr.-Röntgen bei Dr. Hoffmann) kaum Korrektur der Kyphose und Hyperlordose, er konnte im Korsett mit dem Becken Hulla-Hupp-tanzen, die beckenfassun und Beckenkorr. 1 und 2 nach Schroth war gleich NULL, der untere vordere Brustkorb stand steil und auffallend im TüKO vor.
Er war damals 5 mal bei Herrn Lukas zu Nachbesserungen und Änderungen, was leider nicht gelungen war, bezw. Herr Lukas verweigert hatte.
Der Patient war von der TüKO total enttäuscht und er wollte dringend auf eine RahKO umsteigen, was aber seine KK nicht mitmachte, trotz Gutachten von Dr. Hoffmann.

Auch für mich war die TüKO nicht zuletzt durch die Berichte und Erfolge von Gerhard "meine Traumorthese". Nach dem ich aber einige Minuten das Ding angehabt habe, glaube ich es dem TüKO-Patienten, daß das nur lästig, aber nicht wirksam ist. Die RöBis von Dr. Hoffmann mit fast völlig fehlender Primärkorrektur bewiesen das ja auch.

Der bisher einzige zufriedene TüKO-User von dem ich weis, ist Gerhard, der nach MKO ( Müsteraner -Kyph-Orth.) RahKO in der versiegelten Dauertrage-TüKO SEINE Optimalorthese gefunden hatte.

Aber Gerhard hatte KEINEN vorstehenden Brustkorb und so viel ich weis, keine Kyphose über 60°.

Ich glaube auch, daß er durch zuerst die MKO und dann die Zeit im RahKO optimal aufgebogen, vorbereitet und im Korsett-tragen eintrainiert und damit optimal für die TüKO verbreitet war. Und doch waren die ersten Tage und Nächte im TüKO sehr sehr hart (im wahrsten Sinne des Wortes!) für ihn.
Er sagt, daß sich sogar bei ihm als Erwachsener die Keilwirbel etwas zurückgebildet hätten und er jetzt auch ohne Korsett aufrecht und kyphosefrei wäre (hab ihn nicht mehr gesehen, nur mal telefoniert.)
Er hat sehr schnell (einfach aufgeschraubt und abgelegt) abgeschult und nach seinen eigenen Aussagen nichts an der erreichten Korrektur/Aufrichtung verloren.

3. Phase: das Korsett nur noch als Trainingsgerät zur Erhaltung der Korrektur.
Das Korsett kann durchaus ein aktives Trainingsgerät sein, das zu ständiger Selbstkorrektur, Räkelung, aktiver Aufrichtung, Streckung, Reklination annimiert oder sogar wie mein Milwaukee dazu ZWINGT. Nach einer Stunde Milwaukee fühl ich mich (fast) ebenso, wie nach 2 bis 3 Stunden Power-Schroth. Und das nur mal so nebenbei, ich trage das Ding, wenn ich Hausarbeit (spülen, Wäsche aufhängen, staubsaugen usw...) mache.


Ich selber halte die TüKO immer noch, trotz einiger eher negativer und kritischer Erfahrungen Anderer für eine "Traumorthese". Ich bin am überlegen, ob das eventuell meine nächste Orthese wird, sofern mir die KK nochmal eine genehmigt. Bisher kann ich noch nicht mitreden, da ich keine eigene Erfahrung mit der TüKO habe. (im Gegensatz zu Taylor, Boston, Gipskorsett und Milwaukee)

Als ich damals (vor fast 3 Jahren) eine TüKO (auf Empfehlung von Gerhard wollte, habe ich NULL Informationen von NUSSER & SCHAAL erhalten. Sie waren damals richtig unhöflich am Telefon, konnten und wollten mir keinen Arzt nennen, der das Ding verschreibt, waren alles andere als entgegenkommend.

Rahmouni war da das völlige Gegenteil, schon im 1. Kundenkontakt.

Entscheidend für den Erfolg der Korsett-Therapie:

Es ist ebenso wichtig zum Korsett fleißig und mit hoher Compliance zu schrothen!!!
Nur wenn die autochtonen Muskeln zur Selbstreklination und zur Streckung und Aufrichtung des Körpers entsprechend mit gestärkt werden, wenn eine echtes "Muskelkorsett" entsteht, das die Wirbelsäule ebenso "mühelos" in der Optimalform hält wie ein gutes RahKO oder TüKO ( auch Nahr oder Becker(Lübeck) bauen sehr gute Anti-Kyphosen-Orthesen. Offensichtlich ist auch jemand in Bad Sobernheim dazu in der Lage, nur wissen wir nicht wirklich, wer denn das Anti-Kypho Korsett gemacht hat, nach dem der jungen Dame der falsche "Beipackzettel" einer Ortholutions-RSO für ein Kyphosenkorsett ausgehändigt wurde...? :rolleyes: )

dann ist eine Phase erreicht, in der man/frau das Korsett auch immer länger weglassen kann und versuchen kann selbst die Optimal-Haltung zu bewahren.

Dann dient das Korsett wieder wie in Phase 1: Schmerzmittel oder in Phase 3 als Trainingsgerät.
Für uns Kyphosen ist es auch als "Schlaf-Hilfe wichtig, daß wir nachts nicht wieder unterbewusst in Seitenlage einkringeln.

Wenn man wieder anfängt Schmerzen zu bekommen oder die Haltung nicht mehr schmerzfrei ohne zu verkrampfen aufrecht halten kann.

Ich habe nun schon 2 mal für über 10 Tage das Korsett für einem Paddelurlaub und für einen Bergwanderurlaub abgelegt. Ohne Nachteile ohne Schmerzen und ohne wesentliche Korrekturverluste.
Ich bin deshalb hochzufrieden, mit dem was ich erreicht habe und weiß, daß ich NICHT vom Korsett abhängig geworden bin.
Ich bin aber sehr froh ich für diesen Weg entschieden zu haben und dieses für mich ideale Hilfs- und Heilmittel jederzeit zur Verfügung zu haben.
Gruß Toni.

Verfasst: So, 13.08.2006 - 12:34
von Klaus
Hallo david,

irgendwie blicke ich nicht durch.

Bei Dir handelt es sich doch wie bei mir, um eine tiefsitzende Kyphose.

Du hast den Scheitelpunkt bei BW 10, ich bei BW 11/12.
Kann das bezüglich Korsett schon ein grosser Unterschied bezüglich Bauart sein?

Ich denke, dass bei tiefsitzender Kyphose doch nur ein relativ kurzes Korsett angesagt ist, dass keine Pelotten benötigt. Es sei denn, man geht gegen den Flachrücken an.

Vielleicht kann Toni mal etwas dazu sagen, der meine Situation ja kennt.

Gruss
Klaus

Verfasst: So, 13.08.2006 - 13:16
von Toni
Es ist sicher insofern ein Unterschied, ob darüber die Kyphose weiterläuft oder ob darüber wie bei Dir Klaus ein Flachrücken kommt.
Ich (an Deiner Stelle) würde eher zu Klaus Nahr "pilgern" als zu Rahmouni!
Ich würde (mit meinem laienaften Wissen) in Deinem Fall weder zu einem RahKO noch zu einer TüKO tendieren sondern für Deine kurzbogige Hyperlordose mit SEHR tiefsitzender Kyphose ein kurzes BECKER-Korsett OHNE Sternalpelotte nach Gschwendt anstreben.
Klaus Nahr wird sicher ganz genau wissen was ich meine.
Bei Ramouni ist die Gefahr zu groß, daß er Dich bis in die Mohrenheimsche Grube hinein und bis unter die Achseln rauf total einbraced.

Verfasst: So, 13.08.2006 - 17:18
von Martin33
Hallo Toni,

vielen Dank für Deine wie immer sehr aufschlussreichen Worte. Mein TKO ist nicht dasselbe wie von Gerhard, sondern (Gott sei Dank) seitlich per Klettverschluss zu öffnen.
Gerhard hat, wie Du geschrieben hast, seines in der Tat 2 (zwei!) Jahre lange fest verschraubt am Körper getragen! Auch Herr Lukas sagte mir mit einem Grinsen: "Der Frank war schon gnadenlos drauf..". Schon der Gedanke daran lässt mich erschaudern....

Meine TKO hat meine Kasse gut 1900 Euro gekostet, die Rahmouni muss wohl teurer sein, weshalb sie abgelehnt wurde. Nach Durchlesen diverser Beiträge scheint es ja so zu sein, dass die Rahmouni "intelligenter" angreift. Diese lächerliche 6mm Aufpolsterung im Rückenteil meiner TKO verursacht bei mir wie gesagt Schmerzen, die mich nächtens aufwachen lassen und peinigen..., aber lt. Doc Hoffmann war das nötig, denn er war mit der Korrektur auf 43° nicht zufrieden. und bemängelt, "dass das Ding vorne im Brustbereich viel zu locker sitzt" (na ja, alles ist relativ...).

Ich kann mir kaum vorstellen, dass die 6mm Aufpolsterung viel mehr Korrektur bringen, und wenn: diese Schmerzen halte ich echt nicht aus. Der von Dir angegebene Grund "Schmerzreduktion" ist bei mir zumindest im Bett nach ein paar Stunden nicht gegeben, tagsüber geht es soch. Ich habe meinen "Karle" jetzt erst mal in die Ecke gestellt und hoffe, dass sich bald was tut in Sachen Bad Salzungen.

Sie sieht eben wesentlich "leichter" aus, die TKO, als diese grünen Rahmouni Panzer (in denen man im Juli diesen Jahres doch wohl erstickt wäre, oder?) Über den Hosenbund gehen letztere doch aber auch, was mich z.B. davon abhält, das Ding tagsüber zu tragen wo es hier vor dem Rechner doch wohl noch am sinnvollsten wäre...

Wir sind eben alle doch keine Klone, sondern unterscheiden uns voneinander. Ich glaube schon, dass Deine Worte anderen Leuten Mut machen können (in Sachen Abschulung KANN möglich sein). Wenn ich Zeit habe, stelle ich die Tage vielleicht noch ein Bild von mir rein. Dann gibt es ein Echtzeitbild einer TKO, die vielleicht ganz interessant für andere LeserInnen ist.

Zwischenzeitlich vielen Dank nochmal und beste Grüsse in das schöne Allgäu!

Martin

Verfasst: Mo, 14.08.2006 - 10:00
von Klaus
Toni hat geschrieben:....sondern für Deine kurzbogige Hyperlordose mit SEHR tiefsitzender Kyphose ein kurzes BECKER-Korsett OHNE Sternalpelotte nach Gschwendt anstreben.
Ok, dann wäre jetzt doch mal interessant, wie diese Kyphose von David tatsächlich aussieht.

David, gibt es kein Röbi von Dir oder eine genaue Beschreibung Deiner gesamten Rückensituation?

Gruss
Klaus

Verfasst: Mo, 14.08.2006 - 12:25
von gauklerdavid
Klaus hat geschrieben:Hallo david,

irgendwie blicke ich nicht durch.

Bei Dir handelt es sich doch wie bei mir, um eine tiefsitzende Kyphose.

Du hast den Scheitelpunkt bei BW 10, ich bei BW 11/12.
Kann das bezüglich Korsett schon ein grosser Unterschied bezüglich Bauart sein?

Ich denke, dass bei tiefsitzender Kyphose doch nur ein relativ kurzes Korsett angesagt ist, dass keine Pelotten benötigt. Es sei denn, man geht gegen den Flachrücken an.

Vielleicht kann Toni mal etwas dazu sagen, der meine Situation ja kennt.

Gruss
Klaus
Hallo Klaus

Ich konnte meine RöBis´noch nicht abfotografieren da ich noch keine DigiCam organisieren konnte. Die nächsten vier Wochen bin ich in BaSa , es kann also noch was dauern bis ich die Bilder ins Netzt stellen kann.

Ich habe nochmal auf dem Röntgenbild die Wirbel nachgezählt. Demnach liegt mein Scheitelpunkt zwischen Bw11 und Bw10, Bw 12 ist der erste Wirbel der etwas Keilförmig ist.
Korrektur: Mein Scheitel liegt auch im Röntgenbild zwischen Bw 10 und Bw9, die Hauptkeilwirbel sind Bw12 und Bw11.

Dazu muß noch gesagt werden daß ich 6 freie Lendenwirbel habe, einen mehr als normalerweise. (komt anscheinend öfter vor)

Auch auf der Rasterstereographie ist der Scheitelpunkt zwischen Bw10 und Bw9 ist.
Ich wäre dan nach offizieller Nomenklatur grade noch eine Thorakalkyphose, wäre der Scheitel noch eineinhalb Wirbel weiter unten spräche man von Thorkolumbal. ( Laut dem Artikel von Axel Maier-Hennes, aus "Wirbelsäulendeformitäten , konservatives Management " von H. R. Weiß)
Hmmmm.
Viel mehr kan ich immoment auch nicht sagen. Der Bereich über der Kyphose ist schon abgeflacht daß hängt aber von meiner Haltung ab, wenn ich mich hängen lasse wird´s überall ein bisschen Kyphotisch, wenn ich mich aufrichte habe ich nen kyphotischen Knick am Scheitelpunkt und oberhalb geht´s recht direkt relativ flach.m Ganz allgemein ist meine Kyphose nicht sooooo dolle versteift. Kann sie zwar im stehen nicht aufrichten aber in tiefer Rutschhalte geht es schon deutlich besser.

Gruß david

Verfasst: Mo, 14.08.2006 - 12:33
von gauklerdavid
Martin33 hat geschrieben:Hallo Toni,

vielen Dank für Deine wie immer sehr aufschlussreichen Worte. Mein TKO ist nicht dasselbe wie von Gerhard, sondern (Gott sei Dank) seitlich per Klettverschluss zu öffnen.
Gerhard hat, wie Du geschrieben hast, seines in der Tat 2 (zwei!) Jahre lange fest verschraubt am Körper getragen! Auch Herr Lukas sagte mir mit einem Grinsen: "Der Frank war schon gnadenlos drauf..". Schon der Gedanke daran lässt mich erschaudern....
Sieht so aus als ob deine TüKo etwas anders ist als meine. Meine hat keine Polsterung und ist durchsichtig.
Sie sieht eben wesentlich "leichter" aus, die TKO, als diese grünen Rahmouni Panzer (in denen man im Juli diesen Jahres doch wohl erstickt wäre, oder?) Über den Hosenbund gehen letztere doch aber auch, was mich z.B. davon abhält, das Ding tagsüber zu tragen wo es hier vor dem Rechner doch wohl noch am sinnvollsten wäre...
Einfach ne Hose mit größerem Tailienumfang kaufen und schon geht die Hose wieder über´s Korsett. Oder habe ich da was falsch verstanden...
Oder die Alte Hose feste dehnen.
Wir sind eben alle doch keine Klone, sondern unterscheiden uns voneinander.
Jep
Wenn ich Zeit habe, stelle ich die Tage vielleicht noch ein Bild von mir rein. Dann gibt es ein Echtzeitbild einer TKO, die vielleicht ganz interessant für andere LeserInnen ist.
Au ja mach das , währe spannend.

Gruß
david

Verfasst: Mo, 14.08.2006 - 12:52
von gauklerdavid
Dalia hat geschrieben:Hallo David,

sehr interessanter Bericht, danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, den Vergleich zu beschreiben.

Ich hätte RKO für schwerer gehalten. Das war auch das, was mir als erstes auffiel, als ich mein neues Korsett bekam. I
Die TO zeichnet sich auch durch besondere Biegsamkeit aus, kannst du das bestätigen?
Die TO ist keineswegs biegsam. Das durchsichtige Material ist deutlich dicker als das weiße Material der RKO und absolut steif. Der Gewichtsunterschied hängt wohl auch damit zusammen, ist aber natürlich nicht sooo stark denke ich.


War sie bei dir festgeschraubt? Hast du sie durchgehend getragen oder z.B. zum Waschen ausgezogen? In dem o.g. Thread sind auch ein paar Kommentare dazu (von mir und von Jualixxx).
Nene zum Glück nicht....Hätte da so meine Problem mich irgendwo reinschrauben zu lassen. Und länger als drei-vier Stunden am Tag habe ich sie nie getragen.

Gruß
david

Verfasst: Di, 15.08.2006 - 15:54
von Klaus
Hallo david,

die Irritation bleibt!

Du hast den Scheitel nur einen Wirbel höher und ansonsten offenbar auch einen Flachrücken

und eine kurze Hyperlordose unterhalb der Kyphose??

Warum nun einen Rahmouni "Panzer" ist mir unverständlich.

Gruss
Klaus

Verfasst: Di, 15.08.2006 - 16:57
von Toni
Man müsste je ein sagittales Bild von Gauklerdavid ohne und mit den beiden verschiedenen Korsetts sehen.
Rahmouni betrachtet nicht nur isoliert den deformierten Abschnitt der WS sondern die gesamte Haltung eines Patienten. Danach entscheidet er wie groß der Panzer wird und mit oder ohne Reklinationshörnchen. Ich kann mich an die Haltung Davids nicht mehr so gut errinnern, hab ihn zuletzt bei unserem Forumstreffen in Bad Salzungen gesehen und das ist schon 3 Jahre her. Aber noch gut an seine relativ tiefe "Knickkyphose" die ganz im Gegensatz zu meiner rel. hochthorakalen Kyphose stand.
Laut Dr. Cheneau haben die tiefen Kyphosen als Erwachsene sogar die beste Prognose bei guter Korsett-Therapie!

Wenn er zwar einen vertikalen BWS-Flachrücken hat aber dazu einen "horizontalen Rundrücken", vorgezogene, hängende Schultern, einen vorstehenden Brustkorb usw... dann behandelt Rahmouni den "ganzen Kerl"ganzheitlich -also GROSSER PANZER statt kleinem Mieder!

Wenn die HWS hxperlordotisch ist und der Kopf mehr vorhängt als auf der HWS steht, dann gibts auch noch eine Kopfstütze oben drauf. Meister Amor ist da rel. hemmungslos, wenn er Menschen in Optimalform bringt.

Drum hab ich Dir ja auch eher zu Nahr geraten, falls Du doch noch ein Korsettchen versuchen willst.

Verfasst: Mi, 16.08.2006 - 10:02
von Klaus
HalloToni,

danke für die INFO.
Jeder Rücken ist eben doch anders und die Vorgehensweise des OT auch.
:)

Aber zumindest meine Tipps zur Sitzkyphose bezüglich anstehender REHA in Bad Salzungen sollten David helfen.

Gruss
Klaus

Verfasst: Mo, 04.09.2006 - 11:14
von gauklerdavid
Hallo


Noch mal ein kleiner Nachtrag zu den Korsetten:

Nach einer Weile Schrothen bin ich wieder auf ein Detail des Rahmouni Korsetts gestoßen, bei dem ich mir nicht sicher bin ob dies nun eigentich ein Vor oder ein Nachteil des ist:
Wie geschrieben umschliest daß Rahmouni die unteren Rippen und den unteren Teil des Brustbeines und übt dort einen Gegenhalt aus. Auf der einen Seite kann damit eventuel dafür gesorgt werden daß der zu stark nach vorne stehende Brustkorb korrigiert wird, indem er gezwungen wird zur Seite auszuweichen. Vielleicht ist auch eine "quetsch-aufwärtsbewegung " der Sinn der Sache. Toni sprach auch mal von Kirschkerneffekt.
Auf der anderen Seite finde ich es unlogisch daß gegenübe rdem (gerade bei meinem tiefen) Kyphosenscheitel, also an einer Stelle an der die Wirbelsäule in der Korrektur nach vorne gehen sollte Druck ausgeübt wird. Beim schrothen versuche ich schließlich auch meinen (vor allem unteren ) Brustkorb nach vorne oben zu atmen und dazu braucht er doch auch Platz?! trotzdem ist die Korrektur im Rahmouni ja gut...

Ein weiteres Detail wovon der Sinn mir nicht ganz deutlich ist: Mein Rahmouni reicht am Rücken deutlich über den Kyphosenscheitel hinaus (ungefähr zehn Zentimeter) , der Hauptdruck ist aber natürlich auf den Kyphosenscheitel gesetzt. Das kann man sehr schön an der Pelotte erkennen . Viele Kyphosenkorsette gehen nur bis zum Kyphosenscheitel. Ich glaube schon daß Rahmouni sich dabei was gedacht hat, weis aber nicht was, werde ihn mal Fragen.


Grüße
David

Verfasst: Mo, 04.09.2006 - 17:46
von Klaus
Hallo David,
Viele Kyphosenkorsette gehen nur bis zum Kyphosenscheitel.
Deswegen ja die Diskussion hier!
Bei so einem tiefen Scheitel sollte es doch kein "Panzer" sein!?

Aber Toni vermutet ja die "besondere Philiosophie" von Rahmouni, die Deiner Situation (offensichtlich noch etwas anders als bei mir) angepasst ist.

Mich würde das stören, auch wenn ich im Augenblick noch nicht mal ein "Korsettchen" tragen würde. :)

Gruss
Klaus

Verfasst: Di, 05.09.2006 - 12:22
von Diana-sue
Hallo Klaus :hallo:

Ich hab ja jetzt auch seit ende Woche mein Pänzerchen.

Mein Rahmouni ist nicht so hoch, der bedeckt den Kyphoscheitel vielleicht noch 5 cm; das Polster selbst die ganze Verkrümmung.

Das Korsi geht mir längenmässig über den Popo, so wird auch die Hyperlordose mitbehandelt.
Kurz gesagt: oben kurz unten lang

LG :flower:
Diana

Verfasst: Di, 05.09.2006 - 18:28
von Klaus
Hallo Diana,
Kurz gesagt: oben kurz unten lang
Ja so ungefähr stelle ich mir das vor.
Obwohl Klaus Nahr mir mal vor längerer Zeit einen Vorschlag gemacht hat, bei dem das Gesäß nicht ganz überdeckt wird.

Toni hat dazu mal vor längerer Zeit folgendes Bild eingestellt.
Kommt das Deiner Situation nahe?